Jäger + Späher

Kurzinhalt

Bei Jäger und Späher handelt es sich um Kartenspiel für zwei Personen. Jeder Spieler verkörpert einen Stamm von Steinzeitmenschen. Im Spiel macht man das, was Steinzeitmenschen so machen. Man erkundet die Umwelt, jagt nach Wildtieren, verehrt Götter an heiligen Orten, vermehrt sich und stellt Gegenstände her die den Tag erleichtern. Das Dumme ist nur, dass ein anderer Stamm in der Gegend genau dasselbe vorhat und ihr euch die begrenzten Ressourcen mit ihm teilen müsst. Wer das besser macht, und als erster 24 Punkte erreicht gewinnt das Spiel.

Eckdaten

Autor: Gerhard Hecht
Illustrationen: Franz Vohwinkel
Verlag: Kosmos (Verlagsseite)
Jahr:  2014
Anzahl Spieler: 2
Dauern: 40-60 min
Schachtelgröße: 20cm*20cm*4,5cm
Preis: ~17€

Ausstattung

Spielmaterial & Inlay
Spielmaterial & Inlay

Die Schachtel besitzt ein 3 geteiltes Inlay. Zusätzlich werden 3 Plastikbeutel als Aufbewahrungsmöglichkeiten dazu geliefert. Die Karten sind von guter Qualität. Hungerplättchen und Versorgungssteine sind in ausreichender Zahl vorhanden. Die Farben sind mit Schwarz und Weiß klassisch für Zweipersonen Spiele gewählt. Alles in allem: vorbildlich.

Regeln & Texte

In der Spielregel werden zunächst die Regeln für das Einführungsspiel erklärt und danach die Regeln für das normale Spiel. So kann man schneller beginnen. Das gefällt. Was mir hingegen nicht so gut gefällt ist, dass meiner Meinung nach zwei Charakterkarten nicht eindeutig sind. Das sind der Kundschafter und der Fischer. Die 1. Textzeile beim Kundschafter lautet: „Setze 3 Verbrauchssteine auf 3 verschiedene Orte“. Das kann für Verwirrung sorgen. Bei allen anderen Charakterkarten lautet die Reihenfolge immer Ort -> Verbrauchssteine. Eine eindeutigere Formulierung wäre „Setze auf 3 verschieden Orte je 1 Verbrauchsstein“.
Beim Fischer lautet die 2. Anweisung: „Ziehe 2 Gegenstände und wähle 1 aus“. Mir ist bewusst, dass der 2. Gegenstand abgelegt werden soll, aber warum schreibt man das nicht einfach dazu? Es ist noch genug Platz auf der Karte vorhanden. So wie es zu diesem Zeitpunkt auf der Karte steht, könnte es auch sein, dass ich den Gegenstand wieder zurück auf den Nachziehstapel legen soll. Auch hier hat es in einer Partie eine kurze Diskussion gegeben. Das sind zwar keine großen Kritikpunkte aber ein Fünkchen Abzug gibt es schon dafür.

Aufbau & Größe

Spielaufbau
Spielaufbau

Spielfeldgröße: 62cm*62cm
Aufbauzeit: 2,5 min

Ablauf

Startkarten
Startkarten

Man hat zu Beginn seines Zuges 3 Aktionsmöglichkeiten.

(a) Charakterkarte spielen: Man legt die Karte an die kürzeste, ausliegende Reihe von Charakterkarten an und führt die Anweisungen aus.

(b) Beliebig viele Stammesmitglieder von Ortskarten zurückholen. So kann man Gegenstände erzeugen, Bewohner ernähren und neue Stammesmitglieder vom Vorrat ins Lager stellen. Auf die verbrauchten Ressourcen legt man danach Verbrauchssteine.

Beute - Liefert Fell und Fleisch
Beute – Liefert Fell und Fleisch

(c) Sonnenuntergang durchführen: Man bekommt einen Siegpunkt für jedes Stammesmitglied. Danach bekommt man Abzüge für jedes Hungerplättchen, bzw. jede Charakterkarte die man noch hat. Zusätzlich gibt es 3 besondere Felder auf der Wertungsleiste. Überquert man diese kann man 2 erzeugte Gegenstände ablegen um 1 weiteren Punkt zu bekommen. Für den nächsten Tag, darf man dann aus der Auslage neue Charaktere nehmen und bekommt wieder für jedes Stammesmitglied 1 Hungerplättchen. Man braucht ja jeden Tag etwas zu essen. Danach beginnt ein neuer Tag.

Illustrationen & Atmosphäre

Die Kartengrafiken gefallen mir ausgesprochen gut. Die Steinzeitatmosphäre kommt sehr gut rüber. Unsere Stammesmitglieder brauchen täglich etwas zu Essen. Auf der Suche nach neuen Ländereien und Jagdgebieten durchstreift man die Lande. Sehr schön.

Spieltiefe

Hier beziehe ich mich ausschließlich auf das normale Spiel. Das ewige Dilemma. So viel zu tun und so wenig Zeit. Nehme ich für den nächsten Tag Charaktere um meinen Gegner zu blockieren oder solche die es mir leichter machen die Bevölkerung zu ernähren bzw. heilige Orte zu annektieren?

Ein heiliger Ort
Ein heiliger Ort

Lasse ich den Tag schon früher enden obwohl ich evtl. Punkteabzüge bekomme, um eine starke Hand für den nächsten Tag aufzubauen? Wann spiele ich meinen stärkeren Karten, damit der Gegenspieler sie nicht gleich mit einem Schamanen holt? Vorausplanung ist notwendig und die heiligen Orte können manche Strategien begünstigen und wollen somit einkalkuliert werden. Trotzdem muss man auch eine gewisse Flexibilität haben, um nicht in einer Sackgasse zu landen. Glückselemente sind auch vorhanden. Es werden von 3 Nachziehstapeln zufällig Karten gezogen. So kann es schon vorkommen, dass man nicht die benötigten Ressourcen für Gegenstände bekommt, bzw. man kurz vor Schluss ein paar Mal Glück hat. Insgesamt ist der Glücksanteil aber nicht zu hoch. Strategie und Taktik halten sich die Waage. Die Gesamtmischung gefällt.

Spielgefühl & Interaktion

Anfangs als ich die Anleitung überflog, war ich etwas skeptisch. Nur 24 Charakterkarten. Davon 12 Besondere und von denen sind immer nur 6 im Spiel? Das Einführungsspiel ließ mich auch mit etwas gemischten Gefühlen zurück. Extra Siegpunkte gibt es nur über Gegenstände – naja. Das normale Spiel hat mich eines besseren belehrt. Die heiligen Orte und die zufälligen Besonderen Charaktere bringen erst den richtigen Kick ins Spiel. Meine Empfehlung: Das Einführungsspiel nur zum Kennenlernen spielen. Sobald wie möglich zum normalen Spiel wechseln. Hier geht es richtig rund. „Spannender Überlebenskampf für Zwei“ ist keine Untertreibung , sondern Programm. Die Enttäuschung, die evtl. auch frustrierend sein kann, wenn einem die wichtigsten Ressourcen vor der Nase weggeschnappt werden. Die Hoffnung, dass der neue Ort die benötigten Ressourcen enthält – und bitte bitte lass meine Jäger einen Säbelzahntiger aufscheuchen! Hier wird einem (fast) nie etwas geschenkt.

Abwechslung

Die Gegenstände werden zufällig gezogen, die heiligen Orte sind zufällig gewählt. Die besonderen Charaktere werden zufällig gezogen und es macht auch einen großen Unterschied, welche Charaktere freiliegend sind. Diese Kombinationen sorgten in meinen bisherigen Partien immer für Abwechslung. In einem Spiel ist es besser auf Gegenstände zu setzen. Gestern habe ich die entscheidenden Punkte mithilfe heiliger Orte und Charakterkarten bekommen. Ich bin schon gespannt, wie sich das Spiel auf lange Sicht in meiner Sammlung hält. Über diese Entwicklung werde ich euch auf dem laufenden halten.

Meine Meinung

Ein ausgesprochen gutes und spannendes Steinzeitabenteuer für zwei Spieler. Für mich eines der besten der Kosmos Reihe seit langem. Von mir gibt es 2 Jagdspeere nach oben.

Wertungsupdate Jan2016: Gut

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2 Gedanken zu “Jäger + Späher

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