Tal der Könige

Kurzinhalt

Bei „Tal der Könige“ handelt es sich um ein Kartenspiel für 2-4 Spieler mit Deckbau-Elementen. Die Spieler sind ägyptische Adelige, die vor ihrem Tod ihr Grab möglichst wertvoll ausstatten wollen.

Eckdaten

Autor: Tom Cleaver
Illustrationen: Banu Andaru
Verlag: Pegasus Spiele (Verlagsseite)
Jahr: 2014
Anzahl Spieler: 2-4
Dauer: 30-45 min
Schachtelgröße: 18 cm x 13 cm x 4 cm
Preis: ~10€

Ausstattung

Inhalt
Inhalt

Das Spiel besteht ausschließlich aus Karten die sehr griffig und von guter Qualität sind. Es ist möglich, dass man die Startkarten separat von den anderen in der Schachtel unterbringen kann. Das spart Zeit  beim Aufbauen.

Regeln & Texte

Die Spielregel ist gut geschrieben und mit anschaulichen Beispielen versehen. Zusätzlich gibt es für jeden Spieler noch eine Karte die den Rundenablauf beschreibt. Vorbildlich. Kommen wir nun zu den Karten selbst.

Einmalige Artefakte
Einmalige Artefakte

Als historisch Interessierter finde ich es toll, dass es Anmerkungen auf den Karten gibt. Aber mir hätte es besser gefallen, wenn man die Anleitung um diese Daten ergänzt und dafür die die Titel größer geschrieben hätte. Die kursive, kleine Schrift ist sehr schwer zu lesen, gerade wenn man die Karten im Grab lieben hat. Bei manchen Kartentypen hätte eine andere Farbe auch gut getan. Das violett der einmaligen Artefakte macht das lesen der Punktezahl in kleiner schwarzer Schrift, nicht gerade leichter.

 Illustrationen

Die Kartengrafiken orientieren sich sehr stark an historischen Artefakten. Das gefällt nicht jedem. Zusammen mit den Kartennamen sind sie zwar authentisch, aber wenig atmosphärisch. Das Thema „Ägyptische Adelige statten ihre Gräber aus“ bleibt vollkommen abstrakt. Eher hätte „Besuch im ägyptischen Muesum“ gepasst.

Aufbau & Größe

Spielaufbau für 2 Spieler
Spielaufbau für 2 Spieler

Spielfeldgröße: 70cm*60cm
Aufbauzeit:~2:00 min

Ablauf

Startkarten
Startkarten

Es beginnt mit einer Hommage an Dominion. Jeder Spieler erhält einen Kartensatz mit 10 Karten, mischt sie und bildet einen Nachziehstapel. Dann zieht man seine Kartenhand mit 5 Karten und es kann losgehen. Man kann in seinem Zug so viele seiner Karten ausspielen wie man möchte. Eine Karte kann man:

a) als Aktion verwenden: Man führt den Kartentext aus, soweit es möglich ist.

b) als Geld verwenden: Karten können dazu verwendet werden um neue Karten aus der untersten Reihe der pyramidenartigen Auslage zu kaufen und auf den eigenen Ablagestapel legen. Danach stürzt die Pyramide ein und die oberen Karten rutschen nach unten.

c) ins Grab legen: Einmalig pro Zug darf ich eine Karte ins Grab legen und nehme sie somit aus dem Spiel. Nur Karten die im Grab liegen werden für die Endwertung berücksichtigt.

Die ausgespielten und eventuell verbleibende Handkarten wandern am Ende des Zuges, in einer beliebigen Reihenfolge, auf den Ablagestapel. Danach zieht man 5 neue Karten. Hat man den ganzen Nachziehstapel aufgebraucht und keine 5 Karten auf der Hand, mischt man den Ablagestapel und er wird zum neuen Nachziehstapel. So ist der Kreislauf des Lebens. Hat man keine Karten aus der Pyramide genommen, muss man nun eine entfernen.Danach füllt man die Pyramide auf.

Set Artefakte
Set Artefakte

Gespielt wird solange, bis der Nachziehstapel aufgebraucht ist, alle Karten aus der Pyramide entfernt wurden und alle Spieler gleich oft dran waren. Danach erfolgt die Wertung. Für die grauen Startkarten und die Violetten einmaligen Artefakte im Grab gibt es die aufgedruckte Punktezahl.
Alle anderen Karten gehören zu Sets. Je mehr unterschiedliche Karten eines Sets (Duplikate zählen nicht) man besitzt, desto mehr Punkte gibt es. Es gibt immer das Quadrat der Anzahl der Punkte (2 Karten = 4 Punkte, 3 = 9 usw.).
Bei Gleichstand entscheidet, wer weniger Karten im Grab hat. Man sollte also sein Grab nicht mit wertlosem Plunder vollstopfen.

Spieltiefe

Um eines gleich vorweg zu nehmen. Das Spiel ist zwar ein „Deckabau“ Spiel. Vergleiche mit Dominion oder Thunderstone sollten aber vermieden werden. Dominion besitzt einen sehr hohen Anteil an Strategie und das eigene Deck kann auch mal gut 30+ Karten haben. Hier werden es selten über 15 Karten sein bzw. gibt es weniger Strategie und dafür mehr Taktik. Zu Beginn meines Zuges sind 6 Karten in der Auslage. 3 davon stehen zum Kauf. Es kann durchaus sein, dass komplett andere Karten ausliegen, als noch im Zug davor. Zu viel kann man nicht vorausplanen. Man versucht aus seinem Blatt möglichst das beste zu machen. Welche Karten soll man behalten und welche ins Grab legen, bzw. auf den Müll schmeißen? Spiele ich die Aktion oder nehme ich das Geld und kaufe mir den Innensarkophag den ich schon immer haben wollte? Viele Entscheidungen wollen getroffen werden. Fängt man zu spät an Karten ins Grab zu legen, kann es sein, dass man nicht alle Karten ins Grab bekommt die man möchte. Fängt man zu früh an, fehlt einem die Aktion bzw. das Geld.

Spielgefühl & Interaktion

Das Spiel spielt sich relativ ruhig. Nur gegen Ende der Partie bemerkt man, dass die Leute hektisch versuchen Karten in ihre Gräber zu bekommen. Das spielen mit der Pyramide bzw. dem Grab haben mir am meisten Spass gemacht. Beim 2 Personen Spiel kann man sich diebisch darüber freuen, wenn man 2 Karten in der Pyramide vertauscht, damit man selbst im nächsten Zug diese Karte kaufen kann. Beim Spiel in voller Spielerzahl ist diese Taktik leider nicht ganz so effektiv, dafür sind die Angriffskarten mächtiger. Genau wie bei
Dominion treffen diese immer alle anderen Mitspieler. Es gibt einige Kombinationen von Karten die sehr zerstörerisch sein können. Bisher hatte ich aber kein Spiel in dem es einemSpieler tatsächlich gelang solche Kombos auf die Beine zu stellen. Die anderen Mitspieler haben meist selbst diese Karten gekauft bzw. sie entfernt.

Abwechslung

Das Spiel ist sehr abwechslungsreich, obwohl immer alle Karten im Spiel sind. Das hängt vom Zeitpunkt des Kaufs der Karte ab und ob es die Karte überhaupt noch gibt.

Meine Meinung

Ich bin hin- und hergerissen. Oft muss ich die Kartenfunktionen nachlesen, da ich es nicht hinbekomme anhand der Grafik gleich den Effekt zu kennen, wie in anderen Spielen. Das Thema bleibt auch sehr abstrakt. Doch die taktischen Entscheidungen sind in jeder Partie ein wenig anders. Dazu ist der Preis des Spiels auch ausgesprochen gut. Es ist schnell aufgebaut und spielt sich locker von der Hand.
Wohin führt uns das? Wenn man ein leicht transportfähiges Kartenspiel mit mitlerem taktischem Tiefgang zu einem hervorragenden Preis sucht und über die Schwächen hinweg sehen kann, wird man hier fündig. Das Spiel bekommt von mir 1 große Pyramide.

Rezensionsupdate März 2015: Es kommt nicht mehr so oft auf den Tisch. Wenn ein Spiel mit Deckbau gewünscht wird, ist es eines der größeren wie „Dominion“ oder „Thunderstone Advance“. Ich kann es mir immer noch gut als portables Spiel vorstellen, Mal schauen wie es sich da schlägt. Hat man schon Spiele aus der gleichen Kategorie, ist es aber sicherlich kein Muss.

Wertungsupdate Jan2016: Ich muss mich selber an der Nase nehmen. Ich hab echt gedacht, dass ich die Wertung beim letzten Rezensionsupdate im November korrigiert habe. Anscheinend nicht. Ich hole das somit nach. Die Designschwächen des Spieles, wie Schriftart, manche Farben, die ewig ähnlichen Illustrationen und das komplette Fehlen eines Themas stellen das Spiel aufs Abstellgleis. Anfangs hat mich die Mechanik interessiert und dafür gesorgt es immer wieder mal zu spielen aber mittlerweile ist das zu wenig.
Genügend-

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