Der Palast von Alhambra

Kurzinhalt

Wir bauen die Alhambra und versuchen in unterschiedlichen Gebäudekategorien mehr Gebäude zu haben als unsere Konkurrenten. Vier Baumeister bieten die Gebäude zum Kauf an. Das blöde an der Sache: Jeder will in seiner Landeswährung bezahlt werden.

Eine Rezension zu einem „Klassiker“. Dieses Spiel ist einer der Dauergäste in meiner Stammgruppe und hat deswegen schon ein wenig Aufmerksamkeit verdient. Für die Rezension habe ich die Goldedition verwendet. Der grundlegende Spielablauf ist aber bei allen erhältlichen Varianten gleich.

Eckdaten

Autor: Dirk Henn
Illustrationen: Jo Hartwig, Christof Tisch
Verlag: Queen Games
Jahr: 2003 (Originalspiel)
Anzahl Spieler: 2-6
Dauer: 45- 60 min.
Schachtelgröße
Normales Spiel: 29,5 x 29,5 x 6,5
Goldedition: 22,2 x 31,2 x 9,9 cm
Alhambra BigBox (m. den Erweiterungen 1-5):43 x 31,8 x 10 cm
Alhambra Family Box (m. 1. Erweiterung + Granada): 29,8 cm x 29,6 cm x 8,8 cm
Preis
Basisspiel oder Goldedition:20€ – 40€
Alhambra Big Box (m. den Erweiterungen 1-5):  50€ – 80€
Alhambra Family Box (m. 1. Erweiterung + Granada): 25€ – 40€

Ausstattung

5 Erweiterungen haben ohne große Probleme Platz
5 Erweiterungen haben ohne große Probleme Platz

Wie auch in der „normalen“ Version des Spiels finden wir hier Plättchen und Karten von sehr guter Qualität. In der Goldedition finden sich ein schönerer Beutel, aus dem die Plättchen gezogen werden, Holzbrunnen in den Spielerfarben, Holzfiguren und einen sehr schönen (aber auch großen) Spielplan. In der Schachtel der Goldedition befindet sich genug Platz für die Erweiterungen 1-5. Dann wird es aber eng. Der Spielplan, Holzfiguren und Holzbrunnen sind in der normalen Schachtel und der Big Box nicht enthalten. Dafür gibt es Spielsteine, einen seperaten Bauhof und ein extra Reservefeld. Die Family Box besitzt kein Plastik Inlay aber den großen Spielplan der Goldedition.

Regeln & Texte

Bei Wertung 2 und 3 bekommen auch die Spieler mit den zweit- bzw. drittmeisten Gebäuden Punkte.
Bei Wertung 2 und 3 bekommen auch die Spieler mit den zweit- bzw. drittmeisten Gebäuden Punkte.

Die Spielregel ist sehr gut aufgebaut und lässt keine Fragen offen. Wie immer finde ich die Wertungskärtchen, die jeder Spieler bekommt äußerst hilfreich. Sie geben Auskunft über die Anzahl der unterschiedlichen Gebäudeplättchen und wieviel Punkte welches Gebäude bei welcher Wertung bringt.

Illustrationen

Die Illustrationen sind gut gemacht und die Gebäudetypen leicht zu unterscheiden. Es macht immer wieder Spass, der Alhambra beim Wachsen zuzusehen. Einen kleinen Kritikpunkt gibt es doch. In einer 1. Partie waren die Spieler etwas verwirrt ob man sich mit dem grünen Geld nur die grünen Gärten kaufen kann. Ja der Grünton der Gärten ist ein anderer, aber das hat nicht jeder gleich gesehen.

Aufbau & Größe

Spielaufbau
Spielaufbau

Spielfeldgröße: Spielplan Goldedition 59 cm * 42 cm + Auslage der Spieler ca 30* 30 cm
Aufbauzeit: 1. Partie 3min – Folgepartien 2 min

Ablauf

Startgeld mit einem Gesamtwert von min. 20
Startgeld mit einem Gesamtwert von min. 20

4 Gebäudeplättchen werden auf den Bauhof gelegt. Alle Spieler bekommen Geldkarten im Wert von min. 20. Danach wird der Kartenstapel vorbereitet. Dazu werden die Geldkarten gemischt und auf 5 gleich große Stapel aufgeteilt. In Stapel 2 und 4 werden die Karten der 1. und 2. Wertung gemischt. Dann legt man die Stapel übereinander. Der Spieler mit den wenigsten Geldkarten beginnt. In seinem Zug hat man 3 mögliche Aktionen:

a) Geldkarten nehmen: Man nimmt entweder eine beliebige Geldkarte oder mehrere Geldkarten mit einem Gesamtwert von 5.

b) Ein Gebäudeplättchen kaufen: Man legt die Karten mit min. dem aufgedruckten Geldwert auf den Ablagestapel und nimmt sich das Plättchen. Es gibt kein Wechselgeld. Hat man den genauen Betrag bezahlt, darf man noch einen vollen Zug durchführen.

c) Die Alhambra umbauen: Man kann ein Plättchen aus der Alhambra entfernen und auf das Reservefeld legen oder ein Plättchen vom Reservefeld in die Alhambra einbauen oder ein Plättchen in der Alhambra mit einem auf dem Reservefeld vertauschen. Natürlich müssen dabei die Bauregeln beachtet werden.

Hat man seine Aktionen durchgeführt, baut man gekaufte Plättchen in die Alhambra ein oder legt sie auf das Reservefeld. Danach wird der Bauhof und die Geldauslage aufgefüllt. Wird ein Wertungskärtchen aufgedeckt erfolgt die Wertung. Gewertet werden Mehrheiten in den unterschiedlichen Gebäudekategorien und die längste Außenmauer. Die abschließende 3. Wertung wird durchgeführt, wenn der Bauhof nicht mehr auf 4 Plättchen aufgefüllt werden kann. Die übrigen Plättchen gehen an denjenigen Spieler der das meiste Geld in dieser Währung hat.

Alhambra bei Spielende. Das Plättchen auf dem Reservefeld (im Bild rechts), wird nicht mitgewertet
Alhambra bei Spielende. Das Plättchen auf dem Reservefeld (im Bild rechts), wird nicht mitgewertet

Spieltiefe

Bauhof: Oben wird die Währung gezeigt. Auf den Plättchen stehen die Kosten.
Bauhof: Oben wird die Währung gezeigt. Auf den Plättchen stehen die Kosten.

Das Spiel ist vom Einstieg einfach, weist aber eine gute Portion Taktik und Strategie auf, ohne andauernd schwerwiegende Eintscheidungen zu fordern. Man kann auch Spass am Spiel haben, wenn man einfach nur drauflos baut. Sammelt man Geldkarten und kauft mehrere Gebäude auf einen Schlag? Oder setzt man auf die teueren Gebäude und kauft den Mitspielern danach einfach die Gebäude weg, die sie brauchen? Oder versucht man die längste Mauer zu haben und sichert sich die Mehrheiten in den Gebäuden, die die anderen nicht wollen? Alles legitime Manöver.

Spielgefühl & Interaktion

Direkte Interaktion findet man im Spiel nicht. Nur das Wegschnappen von Gebäuden oder Geldkarten ist möglich. Ein Plättchen mehr von einer Sorte zu haben, ist bei den Wertungen entscheidend. Hier spielt Glück beim Aufdecken von Geldkarten und Plättchen natürlich eine Rolle. Gerade in 5+ Spielerrunden kann es recht chaotisch sein. Bis man wieder dran ist, kann die Auslage komplett anders aussehen.

Abwechslung & Langzeitspass

Die Karten und Gebäude kommen immer zufällig ins Spiel. Die Alhambra sieht am Ende des Spieles auch wieder ein wenig anders aus. Das alles sorgt für Abwechslung.  Nächstes Mal will man es besser machen oder etwas anderes ausprobieren und vielleicht doch auf die Außenmauer setzen. Das reicht für etliche Partien.

Fazit

Der Palast von Alhambra ist ein sehr gutes, einsteigerfreundliches Spiel, mit dem man etliche Partien lang Spass haben wird. Schon wenn man am Ende des Spiels betrachtet, wie die Alhambra dieses Mal aussieht, stellt sich eine gewisse Befriedigung ein. Dazu noch ein wenig Taktik und Stragie und fertig ist ein interessanter Mix. Ich persönlich würde eine Spielerzahl von 3-4 Spielern empfehlen. Mit mehr Leuten wird es wesentlich unplanbarer. Die Zweispielervariante, mit dem neutralen Spieler Dirk, ist zwar nicht schlecht, braucht aber viel Vorbereitung, da von jeder Geldkarte eine aus dem Spiel genommen werden muss. Preislich gibt es bei diesem Spiel, je nach Anbieter und Variante, große Schwankungen. Auch das Material unterscheidet sich zwischen den einzelnen Arten. Wer einen kleineren Tisch hat, sollte wohl oder übel auf den schönen Spielplan verzichten. Richtig Volldampf bekommt das Spiel dann mit den Erweiterungen, die massenweise Abwechslung bieten. Unsere Runde möchte einige Module nicht missen. Was die unterschiedlichen Schachteln angeht: Wer mehr vom Basisspiel haben will und Platz für den Spielplan hat, sollte zur Family Box greifen. Preislich ist der Unterschied zum normalen Spiel nicht so groß und hier ist das etwas anspruchsvollere Granada dabei. Quasi ein Alhambra 2.0. Zusätzlich gibt es eine Variante in der man mit Plättchen aus beiden Sets spielen kann. Für das fast komplette Paket ist die Big Box zu empfehlen. Wer etwas dazwischen sucht, sollte die Goldedition und die eine oder andere Erweiterung nehmen.

Um endlich zum Ende zu kommen 🙂
Von mir gibt es 2 Türme für das Basisspiel

Wertungsupdate Jan2016: Gut+

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7 Gedanken zu “Der Palast von Alhambra

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