Carcassonne – Südsee

Kurzinhalt

Carcassonne tourt um die Welt. 1. Halt: die Südsee. Natürlich treffen wir hier nicht auf Ritter und Bauern,
dafür aber auf Händler die unsere Bananen wollen und uns dafür Punkte geben.
Da sind wir doch damit einverstanden…Solange kein Katapult im Spiel ist 🙂

Eckdaten

Autor: Klaus-Jürgen Wrede
Illustrationen: Harald Lieske
Cover: Dennis Lohausen
Verlag: Hans im Glück
Jahr: 2013
Anzahl Spieler: 2-5
Dauer: 30 – 40 min.
Schachtelgröße: 27,7 cm x 19,2 cm x 7,1 cm
Preis: ~16€

Ausstattung

Carcassonne - Südsee Austattung
Carcassonne – Südsee Austattung

Das Spiel wird mit guten Holzteilen und Papplättchen geliefert, mit denen man etliche Partien lang, Spass haben wird. Das innere der Schachtel bietet Platz, um die Plättchen in einem und den Rest im anderen Fach unterzubringen. Ein Plastikbeutel wird mitgeliefert. Man kommt damit aus, aber es hätten ruhig noch ein paar mehr sein können.

Regeln & Texte

Die Regel ist gut geschrieben. Wer Carcassonne schon kennt, wird darauf hingewiesen, dass er den nächsten Abschnitt überspringen kann. Die neuen Regeln sind sehr einfach und eingängig. Am Ende des Regelheftes findet sich eine Kurzanleitung inklusive Auflistung aller Plättchen und Wertigkeitsverteilung bei den Schiffen. Sehr gut

Illustrationen

Die Illustrationen sind schön gestaltet. Man hat Lust sich einen Cocktail zu bestellen und sich in die Sonne zu legen bzw den nächsten Urlaub zu buchen. Mein einziger Kritikpunkt ist auch derselbe wie bei Carcassonne (ohne Fluss). Das Startplättchen ist zwar auf der Rückseite eindeutig zu unterscheiden aber auf der Vorderseite sieht es wie ein beliebiges Plättchen aus. Das macht es schwerer, sie nach einer Partie heruauszusortieren.

Aufbau & Größe

Spielfeld im Verlauf einer Vierpersonenpartie
Spielfeld im Verlauf einer Vierpersonenpartie

Spielfeldgröße: ca 60 cm x 60 cm
Aufbauzeit: ca 1:30 min

Ablauf

a) Man zieht ein Plättchen und legt es passend an die bestehende Landschaft an.

b) Danach kann man eine seiner Spielfiguren auf einen Bereich des Plättchens stellen bzw. legen. Man stellt sie auf Inseln als Bananenpflücker, auf den Steg zum Muschel sammeln, legt sie ins Wasser als Fischer oder stellt sie ins Dorf als Händler. Alternativ kann man auch eine seiner Figuren wieder vom Plan nehmen und in den Vorrat legen oder auch gar nichts machen.

c) Danach überprüft man, ob eine Wertung für eine Landschaft ausgelöst wird. Ist das der Fall wird die entsprechende Figur von der Landschaft genommen und man erhält die Anzahl der Rohstoffe entsprechend der Symbole aus dem Vorrat.

Die Insel ist abgeschlossen. Gelb nimmt seine Spielfigur zurück und bekommt zwei Bananen aus dem Vorrat
Die Insel ist abgeschlossen. Gelb nimmt seine Spielfigur zurück und bekommt zwei Bananen aus dem Vorrat

d) Zuletzt darf man noch eines der ausliegenden Schiffe beliefern und gibt die darauf abgedruckte Anzahl an Waren wieder ab.

Das Spiel endet, falls alle Schiffe oder alle Plättchen verbraucht sind. Die verbliebenen Figuren auf den Landschaften werden gewertet und die letzten Rohstoffe verteilt. Man zählt die Punkte der Schiffe und addiert für je 3 Rohstoffe einen Punkt. Der mit den meisten Punkten gewinnt.

Spieltiefe

Das Spiel hat sowohl taktische als auch strategische Elemente. Man versucht die Anforderungen der Schiffe zu erfüllen oder sammelt schon Ressourcen für zukünftige Schiffe, wenn man weiß welche noch kommen werden.

Unterschiedliche Schiffe
Unterschiedliche Schiffe

Da diese verdeckt abgelegt werden, sollte man den Punktestand der Mitspieler ungefähr Kopf behalten und diesen die wichtigsten Schiffe vor der Nase wegschnappen. Etwas Glück ist hier natürlich sehr hilfreich. Da die Anzahl der Spielfiguren auf 4 beschränkt ist (Bei Carcassonne hatte man immerhin 7 zur Verfügung) sollte man gut überlegen wo man diese einsetzt. Vor Spielende sollte man nach Möglichkeit alle Ressourcen erbrauchen. Das Tauschverhältnis ist am Ende schlechter als das schlechteste Schiff.

Spielgefühl & Interaktion

Carcassone Südsee ist an sich ein freundlicheres Spiel als der große Bruder Carcassonne. Konnte es da durchaus passieren, dass Figuren blockiert wurden und für den Rest des Spiels unbrauchbar waren, so kann man sie hier einfach zurücknehmen. Natürlich ist das nur eine Notlösung, aber immerhin etwas. Bei diesem Spiel ist man auch gewillter bei Landschaften der Mitspieler mitzubauen, wenn man selbst etwas dafür bekommt. Wenn ich z.B durch Anlegen eines Plättchens, endlich meine heißbegehrten Fische bekomme, dann schenke ich dem Gegner gerne eine Banane.

Gelb erhält bei Spielende
Der große Fisch zählt wie 3 und die kleinen wie einer. Für die Ressourcen bekommt gelb am Ende 3 Punkte (8 Fische + 1 Muschel)

Abwechslung & Langzeitspass

Die Plättchen werden immer in anderer Reihenfolge gezogen, ebenso wie die Schiffe. Das sorgt für die nötige Abwechslung und ebenso wie bei Carcassonne macht es einfach nur Spaß zu sehen, wie eine andere Landschaft entsteht.

Meine Meinung

Carcassonne – Südsee ist wie Carcassonne und dann auch wieder nicht. Die Schiffe ersetzen die Wiesen in der langfristigen Planung. Bringen aber durch ihr zufälliges Auftauchen ein weiteres Zufallselement ins Spiel. Hardcore Turnier Carcassonne Spieler wird das stören. Alle anderen werden ihren Spass mit diesem Spiel haben. Aber nun die Frage aller Fragen. Carcassonne – Südsee oder doch Carcassonne. Beide Spiele funktionieren in allen Spielerzahlen hervorragend, haben einen hohen Wiederspielreiz und eine verhältnismäßig kurze Dauer. Carcassonne – Südsee hat einen einfacheren Einstieg, Südseefeeling, ein niedrigeres Frustpotential und sehr schöne Holzressourcen. Carcassonne hat diese gigantische Anzahl an Erweiterungen die das Spiel immer wieder verändern und während des Spiels sieht man die ganze Zeit wer in Führung ist und fiebert etwas mehr mit, wenn man einen Spieler überholt. Wohin führt uns das? Einsteiger in die Welt der Spiele sollten, meiner Meinung nach, zu Carcassonne – Südsee greifen. Es sei denn, sie können mit Inseln und Palmen gar nichts anfangen. Auch Spieler, die nicht zum Kauf von etlichen Erweiterungen verführt werden wollen, sind hier richtig. Für alle anderen bleibt Carcassonne DAS Spiel. Aber sie unterscheiden sich dann doch in einem Maße voneinander wo ich sage, dass nichts dagegen spricht beide Spiele im Regal zu haben. 😉

Fazit: Carcassonne Südsee bekommt von mir 1 1/2 Meeple. Ein schönes Legespiel.

Wertungsupdate Jan2016: Befriedigend+
Ich muss sagen, ich greife mittlerweile lieber zum Original.

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4 Gedanken zu “Carcassonne – Südsee

  1. Ich mag das das normale Carccassonne auch sehr gern, aber Südsee schneidet für mich im Vergleich besser ab – vor allem, wenn man das Original ohne Erweiterungen betrachtet (von denen meiner Meinung nach nur wenige so richtig sinnvoll sind). Einfach zu witzig, das Meer vor den anderen leer zu fischen oder mit wildem Triumphschrei („Banaaaneeeeen!“) endlich das 6-Punkte-Schiff zu beliefern. Ständig rechnet man mit, versucht das beste Tausch-Verhältnis mitzubekommen, konzentriert sich ganz auf mögliche Erträge – und versucht, den Gegnern eins auszuwischen.
    Die direkte Wertung ist übersichtlicher. Nur die Marktplätze (Äquivalent zu den Klöstern) finde ich nicht so gut gelöst. Aufwand und Nutzen sind hier nicht so ausgewogen, wie im Original. Bestenfalls bekommt man so 6 Punkte. Und wenn gerade nur 3er- oder 4er-Schiffe offen liegen, hat man Pech gehabt. Das lohnt sich unter Umständen einfach nicht.

    Gefällt 1 Person

  2. Hallo Katrin. Danke für deinen Kommentar. Es hat schon einen eigenen Flair, aufgrund der ganz anderen Art an Punkte zu kommen. Das hebt es von den anderen Carcassonne Standalone Titeln ab. Hast du dir auch die Mini Erweiterung „Freitag“ angeschaut oder gespielt?

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