Von Drachen und Schafen

Kurzinhalt

Wir sind mächtige Drachen die sich untereinander streiten, wer denn die wertvollsten Schätze gehortet hat. Da passiert es schon mal, dass der Nachbar uns einen Ritter auf den Hals hetzt, um einen Vorteil zu haben. Der muss natürlich vertrieben werden. Gieriges Gesindel … Zur Stärkung fliegt man schnell auf die Weide und holt sich ein paar Schafe, damit man wieder zu Kräften kommt. Der Wolf aus der Höhle, links von der großen Eiche, ist uns doch noch einen Gefallen schuldig …

Eckdaten

Autor: Nathanael Mortensen
Illustrationen: Jonas Akerlund
Verlag: Kosmos
Jahr: 2015
Anzahl Spieler: 2-4
Dauer: 40 – 50 min.
Schachtelgröße: 18 cm x 13 cm x 4 cm
Preis: ~13€

Ausstattung

Ausstattung
Ausstattung

Das Spiel wird mit vielen übergroßen Karten von guter Qualität und einer Anleitung geliefert.

Regeln & Texte

Die Spielregel ist sehr gut geschrieben. Die Kartentexte sind eindeutig und lassen keine Fragen offen. Auf der Rückseite der Spielregel befindet sich eine Übersicht auf der ersichtlich ist, was sich in den unterschiedlichen Spielerzahlen ändert. Jeder Spieler erhält zusätzlich eine Übersichtskarte auf der alle Aktionskarten beschrieben sind. Tadellos

Kurzanleitung auf der Rückseite der Spielregel.
Änderungen bei den Spielerzahlen auf der Rückseite der Spielregel

Illustrationen

Vorder - und Rückseite einer Karte
Vorder – und Rückseite einer Karte

Das Spiel ist ein wahrer Hingucker. Die Rückseite mit den harmlos, dümmlich dreinschauenden Schafen mit weißem Rand und auf der Rückseite die fantastischen Illustrationen mit den Schätzen, Höhlen und Aktionskarten mit schwarzem Rand. Es zieht einen richtig ins Spiel hinein. Jede Kartenfarbe hat auch ihr eigenes Symbol und ich denke, dadurch ist das Spiel auch etwas für Farbenblinde.

Aufbau & Größe

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Spielfeldgröße:Kartenauslage 50 cm x 12 cm, Spielerauslage ca 40×23 cm
Aufbauzeit: Je nach Kartenmischtechnik 1:00 – 1:30 min

Ablauf

Man unterscheidet drei verschiedene Arten von Karten. Schatzkarten, Höhlen und Aktionskarten. Schatzkarten bringen Punkte bei Spielende. Um sie auszuspielen, muss eine bestimmte Anzahl von Schafen abgelegt werden. Höhlen benötigen keine Ressourcen um ausgespielt werden zu können. Hier werden Schätze gleicher Farbe gelagert. Je nach Anzahl bekommt man Bonuspunkte bei Spielende. Aktionskarten sind besondere Effekte und erlauben es Karten nachzuziehen, Handkarten von anderen Spielern zu mopsen uä.

Um den Schatz des Königs ausspielen zu können, müssen drei orange Schafe und ein beliebiges abgelegt werden. Er bringt 6 Punkte bei Spielende
Um den Schatz des Königs ausspielen zu können, müssen drei orange Schafe und ein beliebiges abgelegt werden. Er bringt 6 Punkte bei Spielende

Zu Spielbeginn hat man vier Karten auf der Hand. Vier Schafe liegen immer auf der Weide. In seinem Zug macht man folgende Aktionen
a) Karten ziehen: Man zieht Karten vom Ziehstapel oder von der Weide. Diese Aktion ist Pflicht
b) Bis zu zwei Karten ausspielen: Man darf 1 Aktionskarte und einen Schatz oder eine Höhle ausspielen

Eine Höhle - Hat man in dieser Höhle einen blauen Schatz gibt es 1 bei vier 10 Extrapunkte
Eine Höhle – Hat man in dieser Höhle einen blauen Schatz gibt es 1 bei vier 10 Extrapunkte

Danach ist der nächste Spieler an der Reihe. Je nach Spielerzahl benötigt man eine bestimmte Anzahl von Schätzen, um das Spielende einzuleiten.

Spieltiefe

Das Einhorn schütz bis zum nächsten Zug vor allen negativen Aktionskarten
Das Einhorn schütz bis zum nächsten Zug vor allen negativen Aktionskarten

Das Spiel wäre so simpel – Karten ziehen, Schatz ausspielen, fertig…wenn diese Aktionskarten nicht wären. Die sind teilweise richtig hart. Einen Zug aussetzen, alle müssen die Hälfte ihrer Karten abwerfen oder Karten stehlen. Nutzt man die Aktion, so verliert man eine Ressource. Das der Angriff von einem Drachen geblockt werden kann, sollte auch bedacht werden. Wenn man zusätzlich den Zauberer verwendet kommt der Angriff zwar durch, aber man verbrät noch eine Ressource. Spielt man das Einhorn um wirklich sicher vor Angriffen zu sein? Dumm nur, wenn dann keine Angriffe gespielt werden. Das kann schon mal für rauchende Köpfe sorgen.

Spielgefühl & Interaktion

Das Trio Infernale
Das Trio Infernale

Die Interaktivität wird durch die Aktionskarten und das wegschnappen der Schafe erzeugt. Sobald die Schätze ausgespielt wurden, sind die Punkte aber in Sicherheit. So muss man versuchen den Mitspielern möglichst in ihre Kartenhand hineinzuspfuschen. Und dafür gibt es genug Mittel und Wege. Wenn man der Führende ist, kann es schon mal vorkommen, dass man mit Aktionskarten bombardiert wird. Dann dauert es wieder etwas, bis man wieder auf die Beine kommt. Glück beim nachziehen der Karten ist natürlich sehr hilfreich. Obwohl das Spiel zu zweit auch funktioniert, würde ich drei und vor allem vier Spieler empfehlen. Hier ist der Kampf um die Ressourcen am Spannendsten.

Abwechslung & Langzeitspass

Wertung bei Spielende
Wertung bei Spielende. Rot: 2 + 7 + 3 =12 Punkte; Blau: 2+5+6+8+10(Höhle) = 31 Punkte; Violett: 1+4+3 (Höhle) = 8 Punkte

Das Spiel bleibt immer das Gleiche. Aber man wird mit der Zeit spürbar besser und bekommt ein Gefühl dafür, welche Karten schon gespielt wurden und welche nicht. Ob sich das Spiel in ein paar Monaten auch noch „frisch“ anfühlt wird sich zeigen. Ein gutes Dutzend Partien hat es schon mal, zu unterhalten gewusst. Was ich für den Kaufpreis schon sehr gut finde. Sollte ich es in ein paar Monaten auch noch gerne auf den Tisch bringen, kann sich noch etwas in der Bewertung tun.

Meine Meinung

Von Drachen und Schafen ist ein einfaches und wunderschönes Kartenspiel für Familien, Einsteiger und Gelegenheitspieler. Es ist durch die grafische Gestaltung sehr thematisch. Mehr als man es von anderen Vertretern dieser Gewichtsklasse gewohnt ist. Wenn z.B. einer der Prinzen (wertvollster Schatz) schmollend auf einer Kiste hockt, passt das einfach. Das hebt das Spiel, trotz seiner simplen Regeln, von der Masse ab. Mein Hauptkritikpunkt ist der nichtvorhandene Kartenhalter. Wenn man im Laufe des Spiels Karten zieht, verrutscht der Stapel. Somit kann es passieren, dass man die Farben der nächsten 3-4 Karten sieht. Das hat Einfluss auf den aktuellen Zug. Abgesehen von der Tatsache, dass ein Spieler den Stapel gerade richten muss. Theoretisch kann man die Schachtel als Kartenhalter verwenden. Jedoch ist es hier nicht so einfach, die Karten herauszubekommen. Ein einfacher Kartenhalter wie z.B. bei Brügge wäre sehr gut gewesen. Ein weiterer, kleinerer Kritikpunkt ist die Spieldauer. Mir ist sie etwas zu lang. Ich hatte das Gefühl, dass das Spiel, ein paar  Minuten gekürzt, besser wäre. Aber das ging nicht allen in der Runde so. Die Spieler, die wenig bis fast gar nicht spielen, hatten nichts in der Richtung zu Meckern. Für alle die ein günstiges und thematisches Kartenspiel suchen, dass sie mit den unterschiedlichsten Gruppen, von Kindern bis zur Oma spielen können, nicht überlegen sondern zugreifen.
Von Drachen und Schafen bekommt von mir 1 – 1 1/2 beinharte, wilde Schafe.

Danke an Kosmos für das Rezensionsexemplar

Update August 2015: Mittlerweile ist es schon eine ganze Weile nicht mehr auf den Tisch gekommen. Andere Kartenspiele mit Ärgerfaktor wie “UGO!” haben seinen Platz eingenommen. Auf der neuen Bewertungsskala macht das 6 Schafe.

Wertungsupdate Jan2016: Genügend

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