Black Fleet

Kurzinhalt

Wir kommandieren eine kleines Handelsschiff und ein Piratenschiff für die „besonderen“ Aufgaben. Statten sie im Laufe des Spiels mit vielen neuen Entwicklungen aus, versuchen die großen Kriegsschiffe des Gouverneurs auf die anderen Piratenschiffe zu hetzen und am Ende das Lösegeld für seine Tochter zu bezahlen, um zu zeigen wer der beste Kapitän in der Karibik ist. Aye! Das hört sich nach einer komplizierten Aufgabe an. Nein … nicht wirklich.

Eckdaten

Autor: Sebastian Bleasdale
Illustrationen: Denis Zilber
Verlag: Space Cowboys im Vertrieb von Asmodee
Jahr: 2014
Anzahl Spieler: 3 – 4
Dauer: 60 – 90 min.
Schachtelgröße: 29,4 cm x 29,6 cm x 7,3 cm
Preis: 40 – 50 €

Ausstattung

Ausstattung Black Fleet
Ausstattung Black Fleet

Beginnen wir mit dem 1. Highlight des Spiels: Das Material. Kurz gesagt: Das beste Spielmaterial das ich bis jetzt in der Hand hatte. Metallmünzen, hochwertige Karten, detaillierte Schiffe. Die Schiffe nehmen die Warenwürfel gut auf. Der Spielplan ist sehr dick, die Schachtel fühlt sich wertig in der Hand an und sogar das Papier der Anleitung greift sich ungemein gut an. Um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen, ist sogar das Tiefziehteil mit dem „Jolly Roger“ Motiv gestaltet.


Illustrationen

Die Technologiekarten in der Spielerauslage ergeben ein Gesamtbild
Die Technologiekarten in der Spielerauslage ergeben ein Gesamtbild

Die Illustrationen von Denis Zilber sind schön, comichaft und geben dem Spiel etwas „Leichtes“.

Aufbau & Größe

Der Spielplan beim Start
Der Spielplan beim Start

Spielfeldgröße: Spielbrett: 84 cm x 56 cm, Spielerauslage 60×12 cm
Aufbauzeit: 1. Partie ~3:30 min Folgepartien ~ 2:30 min.

Einstieg & Wiedereinstieg

Rückseite der Anleitung
Rückseite der Anleitung

Der Einstieg in das Spiel fällt durch die gute, teilweise humorvoll, geschriebene Anleitung leicht. Auf der Rückseite findet man noch ein paar Erinnerungen zum Spielablauf. Hat man das Spiel lange Zeit nicht mehr gespielt und wirklich die Regeln vergessen, so muss man nochmal die Anleitung durchblättern. Eine Schnellanleitung fehlt. Das ist aber nicht weiter tragisch, da das wichigste im Text hervorgehoben wird.Oft genügt ein kurzer Blick. Die Erinnerung auf der Rückseite ist eine nette sache aber es wäre hilfreich gewesen noch das Handkartenlimit oder das man nur eine Technologie pro Zug kaufen kann, dazu zu schreiben. Darauf vergisst man nämlich gerne mal.

Ablauf

Zwei voll beladene Handelsschiffe ... noch
Zwei (noch) voll beladene Handelsschiffe

Die Entwicklungskarten für jede Stufe und die Startkarten werden zufällig verteilt. Jeder Spieler nimmt sich die Schiffe, die seiner Startkarte entsprechen. Dann erhält jeder eine Zielkarte mit dem Wert 10 (kurzes Spiel) oder 20 (langes Spiel). Die Handelsschiffe werden abwechsend in einen beliebigen Hafen gestellt und mit Material befüllt. Jeder Spieler erhält zwei Bewegungskarten und eine Sonderkarte.
Ziel des Spiels ist es die ausliegenden Entwicklungen zu kaufen. Deren Reihenfolge darf der Spieler selbst bestimmen. Hat man alle Entwicklungen so gilt es die Zielkarte zu kaufen.

Ist man am Zug spielt man eine Bewegungskarte und beliebig viele Sonderkarten.

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Bewegungskarten

Auf den Bewegungskarten sieht man welches Kriegsschiff man in diesem Zug kontrolliert,wie weit das eigene Piraten- bzw. Handelsschiff fahren dürfen und ob man am Ende des Zuges evtl. eine Sonderkarte abgeben muss oder neue ziehen darf. Jedes Schiff darf dann seine Bewegung und 1 Aktion durchführen. Handelsschiffe ent- und beladen Schiffe. Kriegsschiffe versenken Piratenschiffe. Diese plündern Handelschiffe und klauen so einen Warenwürfel oder können Warenwürfel am Strand vergraben. Der Angriff auf ein Schiff bringt immer 2 Dublonen.
Am Ende seines Zuges kann man eine Entwicklung pro Zug kaufen und zieht auf zwei Bewgungskarten nach. Ein versenktes Schiff darf zu Beginn des Zuges wieder aufs Feld gebracht werden.

Spieltiefe

Zwei der Sonderkarten
Zwei der Sonderkarten

Black Fleet ist ein nicht sehr tiefergehendes Ärgerspiel. Große Strategien, wird man hier nicht entwickeln. Man schaut sich schon seine Entwicklungskarten an und überlegt sich, welche Reihenfolge denn sinnvoll wäre und wann man die Sonderkarten spielt aber viel weiter geht es nicht. So viele Schiffe wie möglich zu versenken und die eigenen, so weit es geht zu schützen, ist die Devise. Die Entwicklungskarten selbst sind gefühlt nicht ganz austariert. Aber das tut dem Spielspass keinen Abbruch. Man muss nur die anderen davon überzeugen, dass die Karte des einen Spielers, viel stärker und er/sie die größte Bedrohung ist 😉
Am Spielplan findet sich eine kleine Ungereimtheit. Ein Hafen ist meiner Meinung nach im Vorteil gegenüber anderen Häfen. Das ist schade.

Spielgefühl & Interaktion

Das schwarze Piratenschiff attackiert das Handelsschiff des braunen Spielers
Das schwarze Piratenschiff attackiert das Handelsschiff des braunen Spielers

Das Spiel ist sehr interaktiv. Aus dem Nichts tauchen vorhin versenkte Piratenschiffe wieder auf und plündern kurz vor dem Hafen das eigene Handelsschiff. Schon fehlen die wichtigen zwei Dubonen für die nächste Entwicklung. Ein Spieler kauft eine Entwicklungskarte und auf einmal kann er mit den Kriegsschiffen auch Handelschiffe angreifen. Jetzt muss man darauf achten mit den Handelsschiffen auch zu Kriegsschiffen Abstand zu halten. Aber haha… mit dieser Sonderkarte kann ich mich in diesem Zug über Inseln bewegen und komme doch noch in den sicheren Hafen…Dann kann ich mir diese Karte kaufen *diablisches Lachen*

Abwechslung & Langzeitspass

Zwei Technologiekarten derselben Kategorie
Zwei Entwicklungskarten derselben Kategorie

Von jeder Entwicklungskarte einer Kategorie sind eigentlich nur sechs verschiedene da. Da würde man denken, man hat bald alles gesehen. Aber es gibt ja vier Entwicklungskategorien. Soll heißen – viele verschiedene Kombinationen. Außerdem ist es enorm wichtig, wann man sie erwirbt. Die Entwicklung die man kurz vor Spielende kauft, wird man nie so nutzen Können wie die, die man als erstes kauft.

Meine Meinung

Black Fleet ist ein tolles Ärgerspiel. Einfache Regeln, Topmaterial  und schöne Illustrationen. Was will man mehr. Aber es gibt auch ein paar Kritikpunkte. Zum einen, die Spielerzahl. Zu dritt ist es auch gut spielbar aber am besten ist es, wenn alle Schiffe auf dem Feld sind. Dann geht wirklich die Post ab. Eine inoffizielle Zweipersonen Variante des Autors gibt es auch online (https://boardgamegeek.com/thread/1232986/two-player-variant). Diese habe ich aber noch nicht getestet. Zweitens: Der Preis. Für das Material ist er zwar wirklich gerechtfertigt aber er wird doch einige vom Kauf abschrecken. Drittens: Es kann passieren, dass ein Spieler vornewegprescht oder ein Spieler weit zurückfällt. Aber hier sollten die Spieler „regulierend“ eingreifen 🙂 Last but not least. Das Spiel belohnt Spieler, die andere Schiffe angreifen. Es ist also sehr offensives. Dh. die eigenen Schiffe werden sinken … oft. Wenn man Mitspieler hat die dann gleich beleidigt sind, sollte man davon die Finger lassen.
Alle anderen werden Spass am Spiel haben. Erwachsene Männer und Frauen nehmen beim Angriff die Schiffe und machen Kanonengeräusche. Es gibt einiges an Trash Talk. Es wird gezittert, ob es das Handelsschiff noch in den Hafen schafft und es wird viel gelacht. Ein sehr schönes Spiel für einen lockeren gemütlichen Abend mit der Familie und Freunden. Ganz stimmungsvoll mit einem Glas Grog und Augenklappe. Yohoho!
Von mir gibts 1 1/2 Hakenhände mit einer Tendenz nach oben.

Wertungsupdate Jan2016: Befriedigend+

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2 Gedanken zu “Black Fleet

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