Spielefest 2015 – Nachtrag

Am Wochendende war ich auf der Spielemesse in Wien. Jetzt gibts von mir einen kurzen Messebericht.
Gegen viertel 10 sind wir beim Eingang angekommen. Der Eingang war ein anderer wie letztes Jahr aber leicht zu finden. Man folge einfach den Jedi Rittern vor einem und findet sicher hin 🙂

Ein wenig mussten wir anstehen aber es war nicht so schlimm. Schlimm war aber als wir die Stiegen runder zur Garderobe gingen. Es waren schon richtige Menschenmassen dort und haben gespielt! Vom ursprünglichen Plan: Oben ein paar Spiele erklären lassen, dann runter und ausborgen, wurde abgewichen. Stattdessen haben wir oben im Bereich der Aussteller nur eine kleine Runde gedreht. Dabei habe ich die Mini Erweiterung für „Auf den Spuren von Marco Polo“ mitgenonmmen (mehr dazu zu einem anderen Zeitpunkt). Wir sicherten uns noch schnell einen Tisch (so viele freie gabs  dann kurz vor 10 nicht mehr) und schon konnte es auch losgehen.

Die Legenden von Andor – Chada und Thorn
Ein kooperatives Spiel für zwei Spieler. Es ist ein Ableger des „Legenden von Andor“ Universums. Der Autor des Spieles ist Gerhard Hecht, der auch „Jäger + Späher“ entwickelt hat. Schon alleine deswegen war ich interessiert. Das Spiel hat uns gut gefallen, obwohl wir verloren haben. Der Fluch hat uns am Ende eingeholt. Das Spiel erfordert schon einiges an Planung und es gibt mehrere Szenarien in der Schachtel.
Ersteindruck: Sehr gut

Cornwall
Eine Neuheit von Schmidt Spiele ist „Cornwall“ vom selben Autor wie „Die Portale von Molthar“. Dabei handelt es sich um ein Legespiel. Die Felder sind Sechsecke und 1 Plättchen besteht aus 3 zusammenhängenden Feldern. Mit den Plättchen erweitert man Landschaften und platziert auf ihnen die eigenen Meeple. Diese gibts in 3 Ausführungen. Kleine mit Stärke 1. Große Lange mit Stärke 2 und einen großen Dicken mit Stärke 3.

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Cornwall – Spielfeld nach ca 2/3 Spielzeit

Man braucht unterschiedliche Stärken, weil im Gegensatz zu „Carcassonne“, wo man sich in andere Gebiete einschleichen muss, bezahlt man hier einfach Geld, abhängig von der Meepleanzahl die schon in dem Gebiet ist. Wurde ein Gebiet gewertet machen sich die erschöpften Arbeiter auf ins nächste Pub. Will man sie wieder einsetzen, muss man ihre Zeche bezahlen 🙂
Ersteindruck: gut – sehr gut

Qwinto

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Qwinto – Cover

„Qwinto“ kann man mit „Qwixx“ trifft „Sudoku“ umschreiben. Hier hat man 3 unterschiedliche Farbleisten und entsprechende Würfel (obwohl einer nicht denselben Farbton wie die Leiste hat). Wir haben etliche Spiele davon gespielt, da die Runden nicht sehr lange dauern. Es ist etwas komplexer als Qwixx, macht aber genausoviel Spass.
Ersteindruck: sehr gut

Tides of Time
Ein Zweipersonenspiel von Pegasus. Verwendet wird hier ein Handkartendrafting wie z.B. in Sushi Go oder 7 Wonders. Das Spiel besteht lediglich aus 18 Karten. Die meisten Karten haben ein Symbol und einen Effekt. Aus den Handkarten wählt man eine aus. Die anderen gibt man an den Mitspieler weiter … usw. Nachdem alle Handkarten ausgespielt wurden, wird der 1. Durchgang gewertet. Danach nimmt man alle ausliegenden Karten auf die Hand und wählt 2 davon aus. Eine wird aus dem Spiel genommen und die andere bleibt permanent vor einem liegen. Dann zieht man 2 neue Karten und spielt einen neuen Durchgang. Am Ende macht man dasselbe wie im vorigen und spielt einen dritten Durchgang. Einfaches Spiel mit interessanten Effekten. Das Thema ist nur insofern vorhanden, dass man einen Grund für die schönen Illustrationen hat. Wir haben 3 sehr unterschiedliche Partien gespielt.

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Tides of Time

Ersteindruck: gut

Magic the Gathering – Das Brettspiel
Bei diesem Spiel handelt es sich um ein Konfliktsimulationsspiel im Universum vom „Magic – The Gathering“. Auf einer Landkarte versucht man mit seinen Truppen, Punkte zu halten, den gegnerischen Helden zu besiegen oder je nach Szenario andere Siegbedingungen zu erfüllen. Apropos: Das man hier nicht messen muss, gefällt mir ungemein. Damit das ganze nicht ewig dauern kann, gibt es auch ein Rundenlimit. Es wird zu diesem Spiel sicher etliche Erweiterungen geben, mit denen man seine Armee nach eingenen Wünschen modifizieren kann. Im Grundspielmuss man sich über das Armeemanagement keine Gedanken machen.

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Meine Armee

Jeder Held hat zwar „nur“ 2 weitere Truppentypen zur Verfügung aber diese unterscheiden sich sehr stark. Außerdem hat jeder Held noch einen eigenen Satz an Karten mit völlig anderen Effekten. Wie jeder „Magic“ Spieler weiß, hat jede Farbe ihre eigenen Schwerpunkte Die Züge gehen meist flott von der Hand. Es haben mir aber ein paar Dinge missfallen. Manchmal war uns nicht klar ob eine Truppenfähigkeit dauernd aktiv ist oder nur wenn ich diesen Truppentyp aktiviert habe. Der Szenarioaufbau mit Rundenzähler ist in der Anleitung aufgedruckt. Will man in der Anleitung etwas nachlesen, muss man sich merken in welcher Runde man war, den Marker entfernen und zurückblättern. Last but not least: Ein Sortierstreifen oder ähnliches würde beim Zurückräumen der Minaturen sehr helfen. So war es mit viel Try & Error verbunden. Das Spiel selbst gefällt mir ansonsten aber gut. Abwechslungsreich, offensiv, schnell. Besorgen werde ich mir es wahrscheinlich trotzdem nicht.  Es passt einfach nur schwer auf meinen Tisch 🙂

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Magic the Gathering – Das Brettspiel: Grün hat sich am Fluss positioniert

Ersteindruck: durchschnittlich – gut

Abenteuerland
„Abenteuerland“ ist ein Familienspiel von Haba vom bekannten Autorenduo Kramer & Kiesling. Für mich war es sogar das interessantere Spiel der beiden, denn „Porta Nigra“ ist wieder ein „Wir sind Baumeister und sammeln Baumaterial …usw.“ Spiel. Es hat zwar eine schöne dreidimensionale Komponente aber es spricht mich nicht so an wie z.B. „Carrara“ oder eben „Abenteuerland“ 🙂

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Abenteuerland

Hier bewegen wir unsere Männchen über eine Karte bewegen von Nordwesten nach Südosten in die große Stadt. Wir dürfen nur Züge nach Osten und Süden machen. Dort sammeln wir Kräuter, Schwerter, Gefolgsleute und Gold ein und bekämpfen Monster. Das alles macht man für Punkte. Was wann, wieviele Punkte gibt hängt vom gespielten Abenteuer ab. Das Spiel wird mit 3 Abenteuern geliefert. Es ist einfach zu Erlernen und mach Spass. aber eher ein Leichtgewicht. Vor allem das 1. Abenteuer ist ziemlich geradlinig. Wer ein einfaches Taktik- und Strategiespiel für die ganze Familie sucht abseits von „wir handeln mit Gewürzen“ bzw. „wir bauen Gebäude“ scheint hier gut aufgehoben zu sein.
Ersteindruck: gut – sehr gut

7 Wonders – Duel

Eeendlich konnte ich es im Testcenter entleihen. Anscheinend war es den ganzen Tag über irgendwo unterwegs. Aber das Warten hat sich für mich gelohnt. Ein wirklich schönes, anspruchsvolleres Spiel für Zwei! Wir entwickeln unsere Stadt durch 3 Zeitalter, indem wir in unserem Zug eine Karte aus der Auslage ziehen. So bauen wir entweder Gebäude, holen uns einen Geldnachschub oder errichten ein Weltwunder. Besonders gefallen hat mir, dass es 3 Siegmöglichkeiten in diesem Spiel gibt. Das freut einen alten Civ Spieler wie mich sehr und sorgt für zusätzliche Spannung. Nach Ablauf der 3 Zeitalter gibt es einen Punktesieg. Davor gibt es die Möglichkeit mittels militärischer Überlegenheit oder überragender Forschung zu gewinnen. Wer bei der Erwähnung von Militär denkt „Oje…das ist sicher destruktiv“. Keine Angst. Man verliert nur Gold, wenn man selbst das Militär nicht komplett schleifen lässt. Hier gibt es noch viel zu entdecken.
Ersteindruck: sehr gut

Fazit

Es war ein wirklich gelungenes Fest. Aber von den Spielen die ich  mir vorgenommen hatte zu spielen, konnte nur einen Teil der Spiele anspielen. Viele waren die meiste Zeit vergriffen. Das was ich spielen konnte, hat aber durch die Bank einen guten ersten Eindruck gemacht.
Auf dem Spielefest selbst war die Hölle los und was ich ganz besonders mag: Man findet die unterschiedlichsten Menschen dort. Familien mit Kindern, Senioren, Studenten, Schüler und alles dazwischen. Viele davon sind wahrscheinlich keine „Spieler“ und wenn man etwas genauer hinsieht und hinhört zeigt sich ein ganz anderer Blickwinkel auf Spiele. Die meisten scheren sich nicht darum, ob ein Mechanismsus besonders innovativ oder „trendy“ ist ob das Spiel einen zu hohen Glücksfaktor hat. Das alles gibt mir ein wenig zu denken. Als „Vielspieler“ würde ich mich zwar auch nicht bezeichnen aber als „Hobbyspieler“. Trotzdem packt man gern die „das ist veraltet, völlig fad und glücksabhängig“ Keule aus. Irgendwie hat mich das in einen kleinen Zwiespalt gebracht. Ich versuche zwar in meinen Rezensionen meine Perspektive und „für wen passt das Spiel?“ darzulegen aber ich bin mir nicht sicher ob ich das nicht noch deutlicher machen kann.
Aber bevor ich zu weit abschweife … zurück zum Fest.
Mit Essen haben wir uns gut versorgt und Selbstgebackenes mitgenommen. unsere Nachbarn aber haben vorgemacht wie man das richtig macht. Angekommen sind sie mit einer vollen Kiste mit Lebensmitteln, die sie fast alle aufgebraucht haben 🙂
Interessant finde ich nur, dass das Spielefest um 19:00 endet. Wir sind gegen 18:00 gegangen und ich kann mir nicht vorstellen, dass die Hallen bis um 19:00 leer waren 😀

Ich nehme vom diesjährigen Spielefest viele Eindrücke mit und freue mich schon auf nächstes Jahr!

 

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2 Gedanken zu “Spielefest 2015 – Nachtrag

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