Kleopatra und die Baumeister

Heute sehen wir uns zum ersten mal ein Spiel in einer Rezension an, dass eigentlich gar nicht mehr im Handel erhältlich ist. Ich habe es günstig erstanden, gespielt und hatte danach das Bedürfnis mich mitzuteilen. Insgesamt ist dann doch eine Rezension und kein kleiner Beitrag daraus geworden.

Eckdaten

Autor: Bruno Cathala; Ludovic Maublanc
Illustrationen: Julien Delval
Verlag: Days of Wonder (Verlagsseite)
Erscheinungsjahr: 2006
Spieleranzahl: 3 – 5
Dauer: 60 – 80 min
Schachtelgröße: 29,8cm x 29,6cm x 7,8cm
Preis: Derzeit nicht mehr im Druck.

Ausstattung

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Kleopatra und die Baumeister – Ausstattung

Die Ausstattung des Spiels ist über jeden Zweifel erhaben. Manch einer würde behaupten es ist überproduziert. Eine riesige Menge an Plastikteilen. Sehr gute Karten und dicke Plättchen. Hier gibt es nichts zu meckern.

Illustrationen

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Das Cover

Die Illustrationen gefallen mir gut und sorgen für Flair

Aufbau

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So entwickelt sich das Spielfeld im Spielverlauf

Spielfeldgröße: 60cm x 60cm + 25cm x 15xm / Spieler
Aufbauzeit: 3min

Besonderheiten

Wie vielleicht der Titel schon verrät sind wir Baumeister im alten Ägypten. Wir wollen einen Palast für Kleopatra bauen.

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Geht man auf den Markt, so nimmt man sich eine Reihe und legt daraufhin eine Karte an jede Reihe an.

So gehen wir auf den Markt und sammeln dort alle Baumaterialien und Arbeiter von einem der drei Stände ein oder gehen in den Steinbruch und bauen am Palast weiter indem wir je nach Bauteil die notwendigen Materialien wieder abgeben.Der erfolgreichste Baumeister gewinnt.

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Unterschiedliche Ressourcen. Einmal „normal“ und einmal in der korrupten Variante.

Klingt simpel? Ist es auch. Aber jetzt kommt der Clou. Die Hälfte der Baumaterialskarten wird verkehrt herum in den Stapel gemischt, sodass in der Marktauslage die Karten teilweise verdeckt sind. Warum ist das wichtig? Neben normalen Baumaterialien gibt es auch noch Aktionskarten und „heiße“ Waren.

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Die Aktionskarten.

Z.B. bekommt man dann auf einer Karte 2 Handwerker anstatt einem. Das ist doch unfair? Nicht ganz. Wenn man eine dieser „heißen Karten“ verwendet muss man einen Korruptionsmarker in seine Pyramide legen. Am Ende des Spieles wird das Geheimnis jeder Pyramide gelüftet. Der korrupteste Spieler wird an die Krokodile verfüttert und verliert das Spiel. Na dann spiele ich die Korruptionskarten einfach nicht aus! Falsch gedacht. Am Ende bekommt man auch für Korrutionssymbole auf der Hand nochmal Marker. Also ist das auch eine eher schlechte Option.
Die einzige Möglichkeit korrumpierte Karten loszuwerden ohne sie auszuspielen ist, das Handkartenlimit zu überschreiten und die korrumpierten Karten abzuwerfen. Dann bekommt man zwar für das Überschreiten des Limits einen Marker, muss sie aber nicht ausspielen.
Jetzt wirds ein wenig kompliziert oder?
Am Ende des Spieles hat man noch die Möglichkeit Korruptionsmarker loszuwerden, aber die Details erspare ich euch, ebenso wie die Opferwürfel. Zu einem bestimmten Zeitpunkt, der nicht in jedem Spiel auftritt oder in manchen sogar öfters muss jeder Spieler Talente bieten. Der der die meisten geboten hat, darf Marker abgeben alle anderen müssen sich welche nehmen.

So sammelt man Karten, baut Teile des Palastes für die man unterschiedliche Punkte bekommt, teilweise ineinander verzahnt. Wer am Ende die meisten Talente hat und nicht verspeist wurde, gewinnt.

Einstieg & Wiedereinstieg

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Die Spielerhife – Seite 1

 

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Spielerhilfe – Seite 2

Regelumfang: ca 10 Seiten
Einarbeitungszeit: etwas
Der Rundenablauf ist eigentlich sehr simpel. Aber es sind recht viele Kleinigkeiten zu erklären, die es dann doch nicht so einfach machen.

Meine Meinung

Ich dachte ich würde das Spiel mögen. Die einzelnen Mechanismen hören sich gut an. Beim einsammeln der Ressourcen ist nicht alles sichtbar – Der Korrupteste scheidet aus – Ein kleiner Bietmechanismus – Tolles Material. Aber ich finde es flutscht nicht richtig. Die Einzelteile greifen nicht einwandfrei ineinander. Am schlimmsten finde ich diese unsäglichen Würfel für die Opferung. Nicht dass ich etwas gegen dieses kleine Bietspielchen hätte aber diese Würfelei halte ich für dämlich. Wenn man in den Steinbruch geht, mehrere Bauten plant und seine Karten sortiert (was dauern kann), unterbricht das Würfeln den Spielfluss einfach ungemein, sodass man des Öfteren drauf vergisst. Abgesehen davon ist das Spiel teilweise einfach zu kompliziert, auf Grund der Spielregeln. Baut man zwei Teile gibts 2 Bonustalente und ab 3 Bauten gibts 5. Hat man mehr als 10 Karten bei Rundenende, kann man überzählige Karten abwerfen und bekommt einen Korruptionsmarker oder man behält alle und nimmt sich für jede Karte einen Marker. Die erste Sphinx einer Reihe bringt nicht gleich viele Punkte wie die Zweite und und und. Es sind viele Kleinigkeiten zu bedenken. Normalerweise habe ich nichts gegen Spielerhilfen. Hier ist man über das Ziel hinausgeschossen. Große Illustrationen, sehr detaillierte Beschreibungen. Man muss oft in beiden Spalten nachschauen, um das zu finden was man sucht. Ich finde in einer Spielerhilfe muss ich Dinge auf einen Blick sehen. Was kostet eine Obelisk im Vergleich zum Mosaik? Ich brauch keine Illustration die mir zeigt wie ein Obelisk aussieht. „Des is ma scho kloa“. Die Beschreibungen der Aktionskarten sind auch zu detailliert. Es hätte vollkommen gereicht zu wissen, wieviele Karten es von welcher Sorte es gibt. Für mehr, kann ich die Anleitung rausholen.
Die Spieldauer ist mir auch etwas zu lang. 60 Minuten ist nämlich nicht die Obergrenze.

Mit etwas mehr Entwicklungsarbeit und Feinschliff hätte hier ein großartiges Spiel für Gelegenheitsspieler entstehen können. So ist es für mich nur halbfertig und überfrachtet. Muss ich nicht noch einmal spielen.

Genügend –

Empfehlung

Ich kann es nur empfehlen, wenn man das Thema spannend findet und sich beim Lesen meiner Bedenken denkt: Nicht so wild.

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2 Gedanken zu “Kleopatra und die Baumeister

  1. Schade, dass es wohl nicht so recht taugt. Mir gefällt dieser dreidimensionale Spielplanaufbau, und dass man da Sphinxen und Säulen drantackern darf.
    Ein bisschen mehr redaktionelle Nachbearbeitung hätte vielleicht nicht geschadet. 😉
    PS: Ich mag den Font der Karten, hab die gleiche Schrift für Barbaren verwendet.

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