Skull

Heute treiben wirs mal ganz verrückt. Üblicherweise rezensiere ich nur Spiele, die derzeit auf deutsch erhältlich sind. Skull ist eine Ausnahme und soviel kann  ich schon sagen … das ist schade. Andererseits kann man das Spiel auch mit anderen Karten spielen, die man wahrscheinlich zu Hause hat. Das rockt … apropos Rocken … schauen wir uns mal das Spiel an.

Eckdaten

Autor: Hervé Marly
Illustrationen: Thomas Vuarchex
Verlag: Lui-même im Vertrieb von Asmodee (Verlagsseite)
Erscheinungsjahr: 2011
Spieleranzahl: 3 – 6
Dauer: ca 15min
Schachtelgröße: 13,3cm x 13,3cm x 5,4cm
Preis:nicht auf deutsch erhältlich

Ausstattung

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Das Spiel besteht nur aus Pappe. Insgesamt sind es 24 runde Pappmarker und 6 eckige … die Qualität ist richtig gut.

Grafische Gestaltung

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Ich glaube die Illustrationen sprechen für sich. Psychedelische Totenköpfe … Sehr einzigartig. Mir gefällts

Aufbau

Spielfeldgröße: Geh bitte ..
Aufbauzeit: *rofl*

Thema

Die Legende besagt, dass Bikergangs ihren Anführer so bestimmt haben, dass sich diese von einem Motorrad ziehen lassen haben. Derjenige der als letztes noch dabei war, wurde Anführer. Irgendwann ist man dann zur Erkenntnis gekommen, dass das doch irgendwie gefährlich ist. Deswegen hat man dann ein Spiel erdacht, dass diesen Prozess etwas ungefährlicher simuliert.

Besonderheiten

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Rosen und Totenschädel einer Farbe … Jede ist anders gestaltet.

Jeder Spieler bekommt 4 Runde Scheiben. 3 zeigen Rosen und 1 zeigt einen Totenschädel. Beginnend mit dem Startspieler wählt jeder eine Scheibe aus und legt sie auf seine eckige Ablagescheibe.

Hat jeder eine platziert können ab jetzt entweder weitere Scheiben platziert werden oder man kann, wenn man der Reihe ist, eine Herausforderung starten. Hierfür nennt man einfach eine Zahl. Die nächsten Spieler können erhöhen oder passen. So wandert das ganze am Tisch herum, bis alle gepasst haben und ein Spieler ran muss.
Die genannte Zahl gibt die Anzahl der Scheiben an, die man glaubt wenden zu können, ohne einen Totenschädel aufzudecken.

Dabei muss man zuerst alle eigenen Scheiben umdrehen. Ab jetzt hat man die freie Wahl von welchem Spieler man wieviele wendet. Gelingt es, so wendet man sein Tableau und hat einen Punkt. Hurra! Einmal noch die Herausforderung bestehen und man hat gewonnen.
Hat man verloren so darf der Spieler, dessen Totenschädel man erwischt hat, eine der Scheiben verdeckt aus dem Spiel entfernen. Hat man keine Scheiben mehr, ist man draußen.

Einstieg & Wiedereinstieg

Regelumfang: Das waren 95% der Regeln
Einarbeitungszeit: Nach der ersten Partie gewinnt man schon etwas ein Gefühl für die Herausforderung 🙂

Achja noch etwas: In der Spielregel steht, dass das Bieten der Reihe nach erfolgen soll. Ich würde sagen – versucht doch einmal Wildes Bieten. Dh. es kann sofort irgedwer das Gebot erhöhen 🙂

Preis/Leistung

Hier kommt der beste Punkt. Man muss sich nicht die doch etwas teure französisch/englische Version schicken lassen. Obwohl sie echt schick aussieht.
Man kann das Spiel ohne irgendwas mit Materialien spielen die man daheim herumstehen hat. Ein Jolly Blatt z.B. Jeder Spieler bekommt einen Joker anstatt des Totenschädels und irgendwelche anderen Karten….oder Uno Karten oder man nimmt Bierdeckel  … oder leeren Karton aus dem man gleiche Kärtchen ausschneidet und ein paar X malt. Es ist eigentlich egal, solange man die Rückseiten nicht unterscheiden kann und es klar ist was der Totenschädel ist.

Meine Meinung

Sollte man es bis jetzt noch nicht gemerkt haben … ich mag dieses Spiel wirklich sehr.
Als ich zum ersten Mal die Regeln des Spieles in einem Podcast gehört habe, dachte ich mir: Was? Das kann doch nicht alles gewesen sein? Das kann doch nicht Spaß machen. Ich hab dann auf das Spiel vergessen, bis ich es wieder auf einem Blog gesehen habe … In einer Gruppe hab ich’s dann mit der Jollykarten Variante ausprobiert und siehe da … es ist richtig richtig gut.

Ich habe, wie viele andere wahrscheinlich, während des Pokerhypes auch Poker gespielt. Da hatte ich immer das Bild aus alten Western vor Augen, wo sich die Spieler gegenüber gesessen sind und sich tief in die Augen gestarrt haben. Spannung, Knistern, Bluffen.
Naja die Wahrheit über Poker war dann etwas ernüchternd. Am besten sieht man das in den Fernsehübertragungen wo dann immer dabei gestanden ist, dass die Chance zu gewinnen grade von 15% auf 17,5% gestiegen ist … Wow! Wahnsinn! … Wie …langweilig.Wenn man Poker locker runterspielt hat es manchmal diese Spannung. Aber erfolgreich wird man so nicht. Will man erfolgreich sein, geht es an die Zahlen und das ist eben mit dem Bild aus den alten Filmen für mich nicht vereinbar.

Aber ich rede so viel über Poker .. was hat das ganze mit Skull zu tun? Es ist genau das was man so aus diesen alten Filmen kennt. Keine Wahrscheinlichkeiten, keine langen Wartezeiten nach dem Ausscheiden (wenn man überhaupt ausscheidet – ist mir noch nie passiert), kein Potmanagement, kein Kartenmischen und kein Philosophieren wie man die Karten am besten auslegt. In jeder Runde. Spannung & Spass. Permanent.

Hier haben wir den richtigen, urigen Kern. Man spielt in Wirklichkeit nicht das Spiel sondern die Mitspieler. Das beginnt beim ersten Auslegen. Man schaut auf seine „Karten“, obwohl man in Wirklichkeit beobachtet, wie sich die Mitspieler verhalten. Ich mein … was soll man in der eigenen Hand auch großartig überlegen. Man hat nur zwei verschiedene Typen von Karten. Die Spannung wenn man während der Herausforderung überlegt von wechem Stapel man die Karte umdreht ist schon super. Da Knistert es. Man schaut die anderen genau an … „Ist das ein Totenschädel? Du wirst mich nicht mögen, wenn das ein Totenschädel ist“ „Also die erste Karte war einer aber das ist keiner“ „Hmm…warum hast du dich grade am Kopf gekratzt?“ „Nur so“ … „So. nur so“ …Wirklich unterhaltsam.

Ob das ganze glückslastig ist hängt meiner Meinung nach sehr stark von den Mitspielern ab. Und um ehrlich zu sein, ist mir das auch egal. Es macht einfach Spass.

Für mich eines der besten Bluffspiele überhaupt. Ja ein wenig Strategie ist manchmal da aber zu 90% ist es ein Spiel bei dem es nur um die Mitspieler geht. Das macht es zu einem schönen Abschluss eines Spieleabends oder wenn Freunde zu Besuch da sind oder jetzt sofort. Noch schnell die Rezension fertig schreiben und kurz ein paar Nachrichten verschicken und schon kanns losgehen.

Meine Wertung: Klares Sehr gut.

Empfehlung

Wenn man Mitspieler hat die auch gerne mal das eine oder andere Wort am Tisch sagen und nicht nur schweigend in ihre Karten starren, empfehle ich euch: versucht es. Mehr als 3 Leute ist für den Anfang aber besser.

Wie schon gesagt. Man kann es einfach ausprobieren und da es nicht im Druck ist, muss man kein schlechtes Gewissen dabei haben.

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8 Gedanken zu “Skull

  1. Noch ein Zusatz: Was besonders schön ist, ist die Tatsache, dass ich das Spiel gleichzeitig mit Leuten die keine Spiele spielen und den eingefleischten Gamern spielen kann. Da haben die Strategen keinen Vorteil, weil sie besser Vorausplanen können und jammern auch nicht über den Glücksfaktor.
    Spiele die einfach zu spielen und ohne Vorteile und Nachteile für Gamer sind und trotzdem genug Biss haben sind mM sehr schwer zu finden.
    Skull fällt in diese Kategorie und auch Spiele wie Junk Art, Codenames oder Mysterium.

    Gefällt mir

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