Junk Art

Heute holen wir die Holzklötze heraus und spielen ein bisschen mit denen … Matad…nein das ist die falsche Kiste … Junk Art … Ah ich glaub hier sind wir richtig.

Eckdaten

Autor: Jay Cormier, Sen-Foong Lim
Illustrationen: Chris Quilliams
Verlag: Pretzel Games (Verlagsseite)
Erscheinungsjahr: 2016
Spieleranzahl: 2 – 6
Dauer: ca 30min.
Schachtelgröße: 29cm x 29cm x 8 cm
Preis:

Ausstattung

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Die Ausstattung der Holzschachtel

In der super Holzschachtel findet man viel weiteres Holz, Karten und ein Maßband. Das Material lässt sich sehr gut darin verstauen. Es sind auch genug Platikbeutel vorhanden, falls man sie nicht so herumliegen lassen will. Es gibt World Tour Karten und Junk Karten. Jedes der 15 unterschiedlichen Holzteile ist in 4 Farben verfügbar.

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Zu jedem der 60 Teile gibt es eine entsprechende Karte.

 

Grafische Gestaltung

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Viel grafische Gestaltung gibt es nicht. Aber das was da ist sieht schon ganz gut aus. Die Ikonographie auf den Tour Karten kann jedoch ein wenig verwirrend sein. Die ersten Male wir man in der Anleitung nachblättern müssen

Aufbau

Einen mittelgroßen Tisch sollte man schon haben. Es liegen ja immer alle Teile aus.

Spielfeldgröße: also 50cm x 50cm sollte man schon haben.
Aufbauzeit: 2 min

Thema

Wir sind Schrottkünstler, die aus allem möglichen Zeug Kunstwerke machen. Natürlich wollen wir uns mit unseren Konkurrenten messen und uns gegenseitig anstacheln. Wir gehen miteinander auf Tour durch mehrere Städte. Wer am Ende die meisten Fans gewonnen hat – gewinnt.

Besonderheiten

Zuerst einmal ein paar Grundregeln. Man darf den aktuellen Baustein mit 1 oder 2 Händen anfassen. Das Teil darf den Boden nicht berühren. Mit diesem Teil darf man bereits gesetzt Steine verschieben (nicht mit den Händen berühren). Fallen Teile herunter legt man es zu seinen runtergefallenen Teilen. Je nach Stadt hat das eine andere Bedeutung. Wirft man von der Skulptur eines Mitspielers etwas herunter, legt man es ebenfalls zu den eigenen runtergefallenen Teilen. Also nichts mit .. ups ich bin angekommen…

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Die drei vorgeschlagenen Städte für die erste Partie.

Zu Beginn einer Partie werden mehrere der Tourstädte gezogen. Vorgeschlagen werden drei aber man kann so viele nehmen wie man will. Der Ablauf variiert von Stadt zu Stadt. Ich erkläre euch kurz mal wie Paris abläuft.

In diesem Szenario arbeiten die Spieler an einer gemeinsamen Skulptur. Das sieht man an dem Sockel links unten. Rechts oben in der Ecke sieht man die Spielrichtung. Zu beginn des Spieles zieht jeder Spieler 3 Karten vom Junk Stapel (Mitte der Karte). Der aktive Spieler spielt eine seiner Karten vor den Spieler in Spielrichtung. Dieser muss das Teil suchen und platzieren. Man zieht auf 3 Karten nach und der nächste ist dran. Das Spiel endet sobald ein Spieler 3 heruntergefallene Teile vor sich liegen hat (Rechts unten). Alle anderen die noch im Spiel sind bekommen 3 Fans (unten).

Wer nach 3 Städten die meisten Fans hat gewinnt.

Einstieg & Wiedereinstieg

Regelumfang: Manche Städte brauchen etwas länger zum Erklären
Einarbeitungszeit: Ein paar Minuten

Preis/Leistung

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„Paris“ kurz vor dem Einsturz

Kommen wir gleich zum happigsten Punkt. Diese Box kostet ca 70€. Das ist Mal ein stolzer Preis für ein Spiel.

Aber was bekommt man dafür? Eine sehr stylische Holzbox die auch gut verarbeitet ist. Nichts steht hervor, das Inlay passt. Die Holzteile sind gut. Die Formen sind alles andere als gewöhnlich. Die Farben sitzen perfekt. Selbst die Fans sind dünne Holzscheiben. Holzfetischisten kommen hier auf ihre Kosten. Aber auch die Karten sind von einer sehr guten Qualität.

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Apropos Karten. 11 Städte sind dabei. 3 Blankokarten sind mit drin. Da kann man sich selbst was ausdenken. Im Internet gibt es schon einige gute Vorschläge.

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Um Nashville spielen zu können braucht man das Spiel Flick’em Up

Wer das andere Spiel des Verlags Flick’em Up besitzt findet hier noch eine weitere Stadt vor, nämlich Nashville.

Abschließendes zum Preis. Es befindet sich dort in einer Kategorie wo man normalerweise Miniaturenspiele mit dutzenden Figuren und einer stundenlang dauernden Kampagne oder voll epischer stundenlanger Schlachten findet. Dagegen ist doch ein Spiel das eine halbe Stunde dauert und in der man Klötzchem stapelt ein wenig … naja wenig … oder?

Ich habe das Spiel seit ich es habe … rechnen wir mal … 12 Partien das macht nach Adam Riese ungefähr 6 Stunden … gespielt. Hört sich nicht nach viel an. Aber das tolle daran ist mit wem ich das Spiel gespielt habe. Mit meiner Mutter, meiner Freundin und der Schwester in der Stammgruppe und mit Freunden die mit Spielen nichts am Hut haben. Das kann ich von z.B. von Descent nicht behaupten. Da wären einige wahrscheinlich aufgesprungen und schreiend aus dem Haus gelaufen. Junk Art kann ich mit allen teilen. Deshalb glaube ich, dass es in Summe wesentlich häufiger auf den Tisch kommen wird.

 

Meine Meinung

Ich bin nicht gut in Geschicklichkeitsspieln…nein echt nicht und trotzdem haben sie etwas ungemein faszinierendes an sich… aber davor das Negative.
Junk Art ist teuer. Es ist das teuerste Spiel, dass ich derzeit in meiner Sammlung habe (Spiele mit Erweiterungen nicht eingerechnet) Dafür bekommt man zwar auch einiges  aber bis man geistig so weit ist so viel Geld für ein kurzes Geschicklichkeitsspiel auszugeben dauert es.

Neutral finde ich das Nashville Szenario. Nicht jeder hat Flick’em Up. Hier hätte ich mir eher noch mehrere Städte gewünscht. Immerhin braucht Nashville 4 Karten. Was noch neutral ist, sind einige der Städte. Es gibt dort echt interessante aber auch 1-2  eher Uninteressante. Ich verstehe, dass man die braucht um das Spiel kennen zu lernen aber dennoch. Abschließend: Die Tourkarten könnten auch eindeutiger sein.

Was gefällt mir gut? Beginnen wir mit dem Material. Selbst wenn man es nur auspackt, packt mich die Lust diese Teile zu stapeln und zu sehen wie hoch ich komme. Da braucht man gar keine Regeln dazu. Und das liegt nicht daran, dass ich ein Kind im Körper eines Erwachsenen bin. Sobald die Teile am Tisch sind und ich noch die Karten richte, hat schon irgendwer was gebaut. Um genau zu sein, glaube ich doch, dass es das Kind in uns ist. Ich glaube fast jeder hat als Kleinkind mit irgendwelchen Bauklötzchen gespielt. Wenn man diese Box öffnet erinnert das einen schon an diese Zeit. Das hat offensichtlich auf viele eine große Anziehung. Das ist jetzt nicht durch Forschung fundiert, sondern nur meine Beobachtung und ein paar Schlüsse daraus 🙂

Was noch gefällt ist dieses Spannung die im fortlaufenden Spiel aufkommt. Egal ob bei einem selbst oder einem Mitspieler. Mit fortschreitendem Spiel wirds nämlich nicht grade einfacher. Wenn ein schweres Teil kommt oder es ein bisschen wackelt, wird es still am Tisch und alle sind angespannt. Man ist interessiert ob es gelingt und verdient sich schon etwas Respekt, wenn man eine schwierige Aufgabe gemeistert hat.

Die unterschiedlichen Städte sind ein weiteres Herzstück. Manche werden gleichzeitig gespielt. In Paris baut man einer Skulptur. In New York spielt man solange bis die Polizei aufkreuzt. In Montreal gibt man dem Mitspieler Karten zum Verbauen. Ist das erledigt wechselt man den Sitzplatz und erbt das Kunstwerk. In einer anderen gibt es eine Art Stichspiel und der Gewinner darf jedem Spieler die zu verbauenden Teile aus dem Stich geben oder man draftet die Karten. In einem anderen bringt es Bonuspunkte wenn sich Teile von gleicher Form und/oder Farbe berühren und und und.
Das alles führt dazu, dass man nicht an jedes Minispiel gleich herangeht.

Abschließend noch eine Geschichte. Junk Art ist das erste Spiel seit Ewigkeiten, dass ich nur mit meiner Mutter gespielt habe. Sie hatte die Tage davor viel Stress in der Arbeit was sie auch zu Hause belastete. Sie ist normalerweise niemand der sich großartig mit Strategien und sowas auseinandersetzen will. Wenn sie Spielbretter sieht, denkt sie an Monopoly oder Mensch ärgere dich nicht. Aber ich dachte vorsichtig … hey. Das könnte ihr gefallen.
Und was soll ich sagen. Das hat es … Nach der ersten Partie dachte ich: Mir hats gut gefallen. Bin schon neugierig was die Stammgruppe sagt. Das meine Mutter noch einmal spielen wollte, war etwas mit dem ich nie gerechnet hatte. Insgesamt haben zu zweit 1 1/2 Stunden Junk Art gespielt. Sie wollte so lange spielen, bis sie alle Städte gesehen hat. Das ist sich dann leider nicht ganz ausgegangen, weil sie auf die Uhr geschaut hat und ihr aufgefallen ist, dass der Film den sie schauen wollte nur noch eine halbe Stunde geht 🙂 Ich fand auch dass sie danach wesentlich entspannter wirkte. Kein einziges Mal hat sie nur ein Wort über die Arbeit verloren. Ich hab zwar keine Beweise dafür aber für mich steht fest, dass ihr das Spiel beim Abschalten geholfen hat. Man kann Junk Art nämlich nicht beiläufig spielen, wie manch andere Spiele. Es erfordert geistige und körperliche Konzentration. Fast schon meditativ 🙂

Für mich ist es ein gutes Spiel mit Tendenz nach oben. Es kommt immer wieder Mal als Eröffnung eines Spieleabends auf den Tisch, weil es richtig schön sagt: Heute ist Spieleabend! Lasst den Rest vor der Tür! Das Potential des Spieles wird aber nicht ganz ausgeschöpft.

Empfehlung

Wenn man auf der Suche nach einem Geschicklichkeitsspiel ist, wird man an Junk Art nicht vorbeikommen. Bei vielen anderen macht man in jeder Partie das gleiche, nach den selben Regeln. Dass sich hier die Regeln in jeder der 3 Partien ändern, macht schon sehr viel aus.

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Ein Gedanke zu “Junk Art

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