Mysterium

Heute gibt es mal wieder eine Rezension … Sehr mysteriös warum letzte Woche nichts los war. Apropos..

Eckdaten

Autor: Oleksandr Nevskiy, Oleg Sidorenko
Illustrationen: Igor Burlakov, Xavier Collette
Verlag: Libellud – im Vertrieb von Asmodee (Verlagsseite)
Erscheinungsjahr: 2015
Spieleranzahl: 2 – 7
Dauer: ca 60min (auf der Schachtel sind 42 min angegeben. Das dürfte als Scherz gemeint sein. Jeder der ein bestimmtes Buch gelesen hat, wird wissen was ich meine)
Schachtelgröße: 28,8cm x 28,8cm x 7,8cm
Preis: ca 40€

Ausstattung

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Im Spiel findet man viel Material. Zuerst sticht einmal der wunderschön gestaltete und riesige Sichtschirm hervor, dann gibt es Karten. Es gibt welche mit einer blauen Rückseite die mittelgroß sind. Das sind die Geistkarten. Die großformatigen und kleinen Karten mit grau/braunem Hintergrund sind die Karten für die Auslage. Daneben gibt es noch einen großen Stapel von Visonskarten mit dem Herrenhaus auf der Rückseite. Achja und da wären noch die Glaskugeln, die Uhr, die Plättchen, die Sanduhr, die Raben …

Grafische Gestaltung

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Was soll man da außer schaurig himmlisch sagen. Wirklich stimmige Illustrationen. Ich ziehe meinen Hut.
Kurz möchte ich noch auf den Vergleich mit Dixit zu sprechen kommen. Ja die Illustrationen sind ähnlich und ich habe schon online Vorschläge gelesen die gemeint haben, dass man doch Mysterium mit Dixit Karten spielen kann.
Das wage ich zu bezweifeln. Dort sind die Karten zwar auch herrlich surreal aber sie haben nicht die Details die man für das Spiel braucht. Ich mein damit Gegenstände die in der Gegend rumliegen, Materialien, Farben, usw.  Aber Dixit mit Mysterium Karten müsste gehen.

Aufbau

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Der Sichtschirm

Spielfeldgröße: ca 1m x 50cm
Aufbauzeit: ca 6min

Für den Aufbau ist es gut, wenn man Geistkarten zum bestimmen der Karten verwendet und die anderen Karten nach den Zahlen sortiert, sodass man sie leichter findet.

Thema

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In einem alten Herrenhaus wurde vor einigen Jahren ein Mord verübt der nicht aufgeklärt werden konnte. Der Geist des toten Bediensteten spukt aber immer noch herum und findet keine Ruhe. Das Haus hat öfters den Besitzer gewechselt. Der aktuelle Besitzer, selbst ein Spiritist, lädt andere Wahrsager, Kartenleger und co ein gemeinsam den Mord aufzuklären und dem Geist so Ruhe finden zu lassen. An keinem Abend des Jahres geht das natürlich besser als an Halloween.

Besonderheiten

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Die Hellsichtmarker, Die Glaskugel und die Hülle in der die bereits gefundenen Objekte aufbewahrt werden.

Jeder Spieler verkörpert einen Spiritisten. Gemeinsam kommunizieren wir mit dem Geist und befragen ihn nach dem Mörder. Doch der Geist, kann sich nicht genau an seinen Mörder erinnern, sondern an mehrere Personen die an unterschiedlichen Orten mit Gegenständen an diesem Tag waren. Jeder Spiritist muss nun einen dieser potentiellen Verdächtigen herausfinden. Danach den dazugehörigen Ort und erst dann den Gegenstand.

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Aufbau für 4 Spieler

Um dieses Ziel zu erreichen haben wir 7 Runden Zeit. Jede Runde können wir einen Tipp abgeben

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Der Blick hinter den Schirm. Bei jedem Spieler sind in den praktischen Fächern die Karten der Objekte drin, die sie herausfinden müssen. Dann hat man noch den riesigen Stapel Visonskarten von denen man immer die gleiche Zahl auf der Hand hat. Die Marker am Boden, schiebt man an den Schirm, wenn man einem Spieler eine Karte ausgehändigt hat. Damit man nicht vergisst wer schon was bekommen hat…Tja Geister sind halt vergesslich

Aber Moment … ich habe ganz vergesssen zu sagen, wie der Geist mit dem Spiritisten kommuniziert. Leider kann er nicht einfach einen Satz sagen. Die Kommunikation mit der anderen Seite ist da etwas komplizierter. Er sendet nämlich an jeden Spiritisten eine Vision, die einen Hinweis auf das gesuchte Objekt (Person, Ort, Gegenstand) gibt.

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Was will uns der Geist wohl mit dieser Karte sagen

Die Visionen können nun offen unter den Spielern diskutiert werden, bis alle zu einem Entschluss gekommen sind. Sie platzieren ihre Glaskugel auf der Karte und können mit ihren Hellsichtmarkern anzeigen, ob sie glauben, dass die anderen richtig oder falsch liegen. Richtiges Setzen hilft am Ende den Mörder zu entlarven.

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Blau glaubt dass das sein Verdächtiger ist. Rot glaubt er liegt richtig, während Gelb mein, dass das falsch ist. Wie man im Bild mit dem Sichschirm sieht, wäre das eigentlich der Verdächtige von Gelb gewesen, also ist Gelb mit seiner Annahme richtig gelegen …

Der Geist gibt nun durch Klopfzeichen an, ob man richtig liegt. Ist man das, so nimmt man die Karte auf der man steht und gibt sie in seine Hülle, geht auf die nächste Ebene (dh. nachdem man die Person gefunden hat, geht man zu den Orten und von dort zu den Gegenständen).
Aber nicht immer liegt man richtig. Liegt man falsch, so bleibt man auf der aktuellen Stufe. Behält aber die Vision.

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… jetzt darf Gelb auf dieser Leiste um eins weiterrücken. Je nachdem wo die Spieler enden dürfen sie bei Spielende 1-3 Karten der verdeckten Vision anschauen.

Haben alle ihren Verdächtigen mit Ort und Gegenstand gefunden, geht es nun an die Entlarvung des Täters … Der Abend nähert sich dem Ende. Die Verbindung zum Geist wird schwächer. Er erinnert sich auf einmal, wer von den Verdächtigen der Mörder ist. Dh. Der Geist sucht sich aus den gefunden Kombinationen eine aus, die die richtige ist.

Er sendet eine letzte gemeinsame Vision aus drei Karten aus. Jeweils eine für Person, Ort und Gegenstand. Doch der Geist ist nun schon so schwach, dass die Visonskarten verdeckt in die Mitte gelegt werden.
Je nachdem wie schnell man seine Objekte gefunden hat und wie gut man die Tipps der anderen eingeschätzt hat (sprich, wie man sich als Spiritist geschlagen hat), darf jeder Spieler nun 1,2 oder alle Karten anschauen und stimmt dann geheim ab. Liegt die Mehrheit richtig – gewinnt man das Spiel

Einstieg & Wiedereinstieg

Regelumfang: Das hängt davon ab welche Rolle man hat. Spiritsten müssen für den Anfang nicht viel wissen. Der Geist muss die Regeln gut drauf haben.
Einarbeitungszeit: Ich würde vorschlagen für die erste Partie ohne die Hellsichtmarker und mit einer offenen Vision am Ende (aber ohne Kommunikation) zu spielen. Wenn die Spieler das Konzept draufhaben, kann man das einführen.

Preis/Leistung

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Mysterium ist derzeit für ca 40 Euro im Handel erhältlich. Teilweise hab ich auch schon Angeobte um die 30 Euro gesehen.
Um es kurz zu machen. Ich finde schon das Material ist das Geld wert. Über 80 dieser großformatigen Karten (wie z.B. bei Dixit) und dann nochmal über 100 andere Karten. Alle hervorragend illustriert. Dann noch der Sichtschirm … von dem könnte ich noch einige Zeit schwärmen. Mit der Uhr hat mein ein schönes 3D Element, die Glaskugeln sind auch gut gemacht. Achja … einen Soudtrack als Untermalung gibt es auch.
Wie sieht es mit der Wiederspielbarkeit aus? Es gibt 18 verschiedene Personen, Orte und Gegenstände. Pro Partie braucht man zwischen 4 (leicht; 2 Spieler) und 9 (schwierig, 7 Spieler) Karten. Es sind natürlich immer andere Kombinationen möglich. Von den 84 Visionskarten hat man auch immer eine andere Kombination auf der Hand.
Also ich würde die Wiederspielbarkeit als hoch einschätzen.

Meine Meinung

Räumen wir jetzt mal alle negativen Punkte aus dem Weg. Ich hätte mir wirklich noch eine einzelne Karte gewünscht auf der man nochmals die Information findet, wieviele Karten auf welchen Schwierigkeitsgraden bei den unterschiedlichen Spielerzahlen ausliegen. So muss man immer wieder Mal die Anleitung zu Rate ziehen und dort ist die Info irgendwo in der Mitte. Außerdem ist sie großformatig und wenn man als Geist schon mit den ganzen Karten und dem Sichtschirm hantieren muss, wirds vom Platz her etwas knapp.

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Neutrales gibts nicht viel. Zuerst zwei Punkte. Die Möglichkeit absichtlich falsch zu setzen, wenn man sein Objekt schon weiß, damit andere dort die Hellsichtmarker platzieren können und das „Entsorgen“ schlechter Karten an Spieler die ihres schon wissen. Das ist etwas unthematisch aber spielerisch wichtig. Manchmal hat man als Geist ein paar passende und ein paar unpassende Karten auf der Hand und man will nicht gleich einen seiner Joker verbraten um alle Karten auszutauschen.
Abschließend gehts an die Spielerzahl. Es steht zwar, dass man das Spiel zu zweit spielen kann (und das kann man auch) aber so wirklich sinnvoll finde ich es nicht. Die Interaktion der Spieler untereinander macht einen Teil des Reizes aus und bei zwei Spielern entfällt das komplett, da der Geist ja nicht sprechen darf. Wie schon gesagt, es ist spielbar aber empfehlen würde ich es so nicht. Was ich noch Anmerken würde ist die Wartezeit. Es kann manchmal eine Weile dauern bis der Geist seine Visionen beisammen hat. Das hängt von den Karten und vom Geist ab. Ich habe bis jetzt noch keine großen Probleme ausmachen können. Die meiste Zeit bis zur nächsten Vision wird verwendet um über die Deutungen zu sprechen bzw. den Geist zu schimpfen 🙂
Was vielleicht ein neutraler Punkt ist. Das Spiel steht und fällt mit dem Geist. Es ist zwar in den Probepartien nie vorgekommen, dass der Geist Mist gebaut hat aber ich kann mir schon vorstellen, dass das passieren kann. Desinteressiert oder verteilt spaßeshalber miese Karten oder hat die Auslage schlecht vorbereitet und evtl. eine falsche Karte einsortiert. Sowas eben. Er muss ein wenig „seriöser“ an die Sache herangehen. Man wird dafür aber meiner Meinung nach voll entlohnt, wenn die anderen die eigene „Planung“ durch die Interpretation vollkommen in den Sand setzen.

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Positiv fällt zuerst einmal das wunderschön gestaltete Spielmaterial auf. Die Karten sind ein Augenschmaus, die Glaskugeln greifen sich super an. Die Uhr bringt einen netten 3D Effekt, der eigentlich nicht notwendig wäre und vom richtig geilen Sichtschirm will ich gar nicht erst anfangen. Ohne ihn wäre das Arbeiten als Geist gar nicht möglich. So hat man alles ganz einfach im Blick. Top

Der Spielablauf selbst gefällt mir auch ausgesprochen gut und wird von Stufe zu Stufe schwerer. Zumindest hab ich das Gefühl, dass es so ist. Die Person hat man relativ schnell. Der Ort dauert dann schon viel länger, weil man auf den Bildern eine Fülle an Details findet. Um den Gegenstand zu finden braucht man konkretere Visonen und dann am Ende wenn die gemeinsame Vison dran ist, schwitzt man als Geist schon und schaut immer wieder die Kombinationen durch und welche Handkarten da am besten passen. Wenn die Mitspieler nicht gut auf der Hellsichtleiste vorangeschritten sind, wirds nochmal richtig spannend.

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Apropos Hellsichtleiste. Die finde ich auch gut. Es bindet alle Mitspieler mit ein und erhöht die Entscheidungen die man pro Runde trifft.  Ohne, kann es in großen Gruppen mal passieren, dass sich einer ausklinkt, weil er seine Karte für diese Runde schon ausgewählt hat und die anderen  noch über die Bedeutung des Bildes das wie ein Spiegelei aussieht philosophieren? (ich lieb/hasse diese Karte). So hat man einen Grund sich aktiv an den Karten der anderen zu beteiligen.

Das Spiel gefällt mir in jeder Rolle. Zuerst zu den Spiritisten.
Manchmal kann man sich echt über den Geist ärgern. Eine bekommt eine Karte, die einfach passt und man selber. Was zum?! Da sieht man ja gar nix. Braucht ein Geist eine Brille? Oh da im Hintergrund sehe ich eine Vogel. Vielleicht hat das ja was zu bedeuten. Die Bilder sind so voller Details. Es ist eine Freude.

Jetzt zu meinen Lieblingspart: Der Geist. Der Managementaufwand ist zwar groß aber ich finde man wird dafür mehr als nur entschädigt. Es ist spannend, wenn man die Entscheidung trifft, welche Karten man ausgibt und ob man einen Raben verwendet (grade in den höheren Schwierigkeitsgraden). Wenn die anderen dann über die Visionen diskutieren, muss man manchmal wirklich hinter den Sichtschirm abtauchen, wei man kein Pokerface mehr aufsetzen könnte. Da finden die Spieler manchmal Dinge auf den Bildern wo man sich schon fragt, was die genommen haben. 😀

Für mich ist Mysterium ein wunderschönes Spiel, dass dem Konzept mit den surrealen Karten aus Dixit, mehr Spiel drum herum gibt. Das macht es zwar anspruchsvoller aber im Gegenzug auch spannender. Sehr Gut.

Empfehlung

Wenn es jemanden in eurer Runde (idealerweise seid ihr min. 4 Personen) gibt, der immer die Regeln im Griff hat und man Interesse an kooperativen Spielen hat, die nichts mit taktieren und optimieren zu tun haben, schaut es euch an.

Wer aber glaubt es geht in die gleiche Partyspiel Richtung wie Dixit ist hier leider falsch.

 

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4 Gedanken zu “Mysterium

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