Istanbul: Brief und Siegel

Wir sind wieder zurück auf dem Basar. Zum zweiten Mal. Diesmal hat sich anscheinend jemand gedacht: Hey, wenn ihr schon von A nach B lauft, tragt doch gleich bitte die Post aus … was man nicht alles macht um an ein paar Rubine zu kommen.

Eckdaten

Verlag: Pegasus Spiele (Verlagsseite)
Erscheinungsjahr: 2016
Schachtelgröße: 27,3cm x 18,9cm x 6,5cm
Preis:ca 20€

Ausstattung

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Im Spiel findet man einen ganzen Haufen Plättchen, 5 neue Orte, Holzfiguren, zusätzliche Rubine und eine Übersicht über alle Bonuskarten.

Aufbau

Spielfeldgröße: 78cm*47cm
Aufbauzeit: ca 1:30 min länger.

Die neuen Orte

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Bei der Botschaft und beim Kiosk erhält man die neuen Briefe

Briefe sind ein zentrales Element dieser Erweiterung. Diese bekommt man von der Botschaft, dem Kiosk und es gibt eine zusätzliche Holzfigur (wie der Schmuggler) von der man auch einen Brief bekommt.

Ein Brief zeigt auf der Vorderseite ein Siegel und eine Nummer. Ist man mit seinem Kaufmann, Familienmitglied oder Kompagnon zu irgendeinem Zeitpunkt an dem Ort mit dieser Nummer, so darf man das Pättchen umdrehen. Jetzt zeigt es 2 Siegel … Hurra!!! Nur wofür sind die Siegel gut? Man kann einmal pro Zug 3 Siegel abgeben und einen Extra Zug machen. Nicht schlecht um lästige Mitbewerber auszubremsen. Oder man gibt 6 Siegel beim Geheimbund ab und nimmt sich dort einen Rubin vom Geldverleiher, Sultanspalast oder dem Kaffeehaus.

Nachdem man sich beim Kiosk einen Brief genommen hat, werden bei 3 Spielern 4 Kioskplättchen aufgedeckt. Zuerst wählt man selber eines aus und darf die Aktion ausführen. Muss aber nicht. Dann geht es reihum, bis man selber wieder das letzte Plättchen hat. Da gibt es einige Boni zur Auswahl. Eine Beschreibung von allen findet man in der Anleitung.

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Die Kioskplättchen
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Beim Geheimbund bekommt man für Siegel Rubine von anderen Siegpunktfeldern und noch ein wenig extra Geld. Beim Auktionshaus (v)ersteiergt man Bonuskarten

Betritt man das Auktionshaus nimmt man sich zuerst eine Ware und gibt danach ein Geldgebot ab. Die nachfolgenden Spieler können dann ein höheres Gebot nennen oder passen. Hat man selbst das höchste Gebot gemacht gibt man das Geld ab und nimmt sich dafür 2 Bonuskarten. Hat ein anderer Spieler mehr geboten, bekommt man von ihm das Geld. und er erhält die Karten.

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Die Katakomben. Sie werden nur in der Variante: Großer Basar (Dh. Istanbul + alle 2 Erweiterungen) verwendet.

Die Katakomben werden nur in der Variante „Großer Basar“ verwendet. Er erlaubt es einfach seinen Stapel auf ein beliebiges anderes Feld zu setzen ohne dort die Aktion auszuführen

Sonstiges

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Die Spieler können nun den Kompagnon erhalten. Reist man zum ersten Mal zum Brunnen so darf man ihn in den Vorrat aufnehmen und dann wenn man an einem beliebigen Ort ist setzt man ihn ab. Von nun an hat man die Wahl anstatt des Kaufmanns den Komagnon zu bewegen. Dieser darf sich nur ein Feld bewegen, verbraucht aber keine Gehilfen und Bonuskarten die sich auf den Kaufmann beziehen gelten für ihn nicht. Ansonsten ist er mit ihm in den Funktionen ident.

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Was sich noch ändert ist, dass wenn an einem der 3 großen Rubinlieferanten mal die Rubine ausgehen, man welche aus dem Vorrat nimmt. Dafür liegen ein paar Extra Rubine bereit. Um das Spiel zu gewinnen, benötigt man nun 6 Rubine.

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Achja … natürlich gibt es auch viele neue Bonuskarten.

Einstieg & Wiedereinstieg

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Das Übersichtsblatt

Sehr gut gefällt mir, dass ein Übersichtsblatt über alle Bonuskarten des Grundspieles und der beiden Erweiterungen gibt.

Meine Meinung

Brief und Siegel ist für mich ein zweischneidiges Schwert. Warum? Einerseits find ich die Idee der neuen interaktiveren Orte „Kiosk“ und „Auktionshaus“ super. Andererseits wurde in meinen Testpartien das Auktionshaus kaum bis gar nicht genutzt (Der Kiosk hingegen recht oft).Ob es an uns liegt – ich weiß es nicht. Ich hatte mir jedoch mehr erhofft. Noch mehr gespalten bin ich beim Kompagnon. Einerseits finde ich es schön nun noch ein weiteres Feld mit einer Figur teurer machen zu können oder sie an einer strategischen Position zu parken. Andererseits fand ich Istanbul auch desewegen gut, weil die Planung der Bewegung des Kaufmanns mit den Gehilfen haptisch schön und interessant fand. Den Kaufmannsstapel mit den Scheiben aufheben und abladen fühlt sich einfach gut an. Das fällt beim Kompagnon weg.

Die Doppelzüge mit den Siegeln finde ich richtig gut aber welcher Ort, welche Nummer hat werde ich mir wahrscheinlich nie merken. So bin ich oft am suchen, wohin der Brief nun geliefert werden soll.

Was mich ein wenig stört ist die vertane Chance Szenarien mitzuliefern. Man hätte die Möglichkeit gehabt mit unterschiedlichen Auslagen zu experimentieren. Mancho Orte entfernen, eventuell eine besondere Startauslage und Sonderregeln. Hach … Kopfkino.

Kommen wir zu etwas, was mir selbst gar nicht aktiv aufgefallen ist. Ich war am Suchen im Internet, was andere von den neuen Spielelementen halten. Vor allem hat mich interessiert, wie das Auktionshaus in anderen Runden angekommen ist. Hängengeblieben bin ich dann bei Shut Up & Sit Down. Sie haben in der Rezension erwähnt, dass im ganzen Istanbul Spiel keine einzige Frau illustriert ist. Über 80 Männer und keine einzige Frau. Eigentlich verrückt, wenn man bedenkt, dass das Spiel ja geschäftiges Treiben am Markt darstellt. Ich behaupte nicht, dass es Absicht war. Ich glaub es ist einfach so passiert. Aber selbst wenn man von der Prämisse ausgeht, dass die wichtigsten Entscheidungen des öffentlichen Lebens von Männern getroffen wurden, ist es doch seltsam nicht einmal beim Einkaufen, irgendwo auf der Straße oder in der Moschee auf eine Frau zu treffen…Seit ich das weiß, fällt es mir schwer es nicht zu sehen. Wo wir grade dabei sind, ich glaube auch nicht, dass ich irgendwo Kinder gesehen hätte. Das lässt das ganze doch irgendwie surreal wirken. Zwar glaubwürdiger als die noch gelegentlich vorkommenden Kettenhemd Bikinis in Fantasy Spielen aber trotzdem irgendwie nicht von dieser Welt.

Zurück zum Thema. Am Ende bin ich wirklich gespalten was die Erweiterung angeht. Doppelzüge finde ich gut. Die Siegel sind schön. Man macht was man sowieso wollte und bekommt noch was dazu. Wenn mir die ewige Sucherei nach den Nummern nicht zu blöd wäre. Der Kompagnon eröffnet neue strategische Möglichkeiten aber für mich fällt schon etwas von dem ursprünglichen „Bewegungsgefühl“ weg.

Empfehlung

Gute Frage. Wer Istanbul sehr mag und die erste Erweiterung schon hat kann jetzt alles zum großen Basar zusammenstoppeln und hat ein riesiges Puzzle.

Wer noch keine Erweiterung hat sollte aber zu Mokka und Bakschisch greifen. Kaffee ist meiner Meinung nach weniger fummelig als die Siegel.

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