Kingdom Builder

„Ich als euer König erlasse die Order, dass im Osten an den Ausläufern des Gebirges auf der Blumenwiese eine neue Siedlung errichtet wird“
„Kommt nicht in Frage. Wir bleiben da!“
„Wie könnt ihr es wagen eurem Herrscher zu widersprechen!“
„Auf einer Blumenwiese? Wissen’s net wie es da von Insekten wimmeln wird? Da muss man sich wahrscheinlich impfen lassen. Übernehmen sie die Kosten dafür?
„Nein…ich bin…“
„Gusch…Jetzt red i. Die ganze Verwandschaft hat si scho hier angsiedelt. I hab Pay TV, a paar Tageszeitungen und Rabattkarten für alle Supermärkte die’s da gibt. Gibt’s das dort a?“
„Nein aber …“
“ Leitln! Wir bleiben do. Im Dominion gibts heute BBQ!“
„YEAH!!!“

Eckdaten

Autor: Donald X. Vaccarino
Illustrationen: Oliver Schlemmer
Verlag: Queen Games (Verlagsseite)
Erscheinungsjahr: 2011
Spieleranzahl: 2-4
Dauer: 30-60 min
Schachtelgröße: 29,8cm x 29,8cm x 8,5cm
Preis: 15 – 40 €

Ausstattung

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Das Spiel besteht aus 8 Planteilen, ca 120 Holzteilen ein wenig Pappe und einigen Karten. Alles von sehr guter Qualität. Was ich noch positiv hervorheben möchte ist die ausreichende Anzahl an Beuteln um die Siedlungen nach Farben getrennt einzusortieren. Da können sich manch andere Spiele eine Scheibe abschneiden.

Grafische Gestaltung

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Ein optisches Highlight ist Kindom Builder nicht unbedingt aber die Grafik ist gut und auf dem Spielplan findet man manchmal kleine Details. Nett. Die Symbolsprache ist auch sehr gut verständlich. Die Zählleiste auf der Rückseite ist nicht unbedingt ein Hingucker.

Aufbau

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Das vorgeschlagene Spielfeld für die 1. Partie

Spielfeldgröße: 64cm x 60cm für das Spielfeld und evtl. ein bisschen was für die Spieler
Aufbauzeit: ca 2:00min

Thema

In Kingdom Builder geht es darum ein Königreich zu bauen . Wer hätte das gedacht 🙂
Das Thema ist aber nicht unbedingt das wichtigste im Spiel. Im Kern ist es eher abstrakt.

Besonderheiten

Ziel des Spieles ist es das meiste Gold zu sammeln. Den Großteil des Goldes bekommen wir bei Spielende für das erfüllen der Kingdom Builder Karten. Von diesen werden zu Spielbeginn 3 gezogen. Jede hat eine andere Bedeutung und liefert für andere Dinge Gold.

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Die drei vorgeschlagenen Kingdom Builder Karten für die 1. Partie

Ist man am Zug so zieht man eine Geländekarte. Auf dieser Geländekarte müssen wir nun 3 eigene Siedlungen errichten. Wenn möglich, muss angrenzend gebaut werden. Dh. haben wir eine Siedlung die an ein freies Geländefeld dieses Typs angrenzt, müssen wir unsere Siedlungen dahin setzen.

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Ich habe einen Wald gezogen. Da neben meinen bereits gesetzten Siedlungen ein freies Waldfeld ist, muss ich meine Siedlungen dorthin setzen.

Neben dieser Pflichtaktion können wir eventuell Nebenaktionen durchführen. Auf jedem der 4 Quadranten befinden sich auch Ortsfelder. Errichten wir eine Siedlung neben einem Ortsfeld nehmen wir eines der 2 Plättchen in unseren Vorrat (sofern vorhanden). Dieses Plättchen können wir nun 1 Mal pro Zug einsetzen um vor oder nach der Pflichtaktion eine entsprechende Bonusaktion durchführen zu können. Das variiert natürlich von Plättchen zu Plättchen. Man kann so zusätzliche Siedlungen platzieren oder sie verschieben.

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Auf jedem Quadranten findet man eine andere art von Ortsfeld. Hier gibt es z.B. Oasen, mit deren Hilfe wir pro Runde eine zusätzliche Siedlunge auf einer Wüste errichten können.

Dann zieht man wieder eine Geländekarte und schon ist der nächste dran. Wenn einer alle Siedlungen verbaut hat gehts noch bis zum Startspieler und danach werden die Kingdom Builder Karten der Reihe nach abgearbeitet.

Einstieg & Wiedereinstieg

Regelumfang: Das waren fast alle Regeln
Einarbeitungszeit: Sehr kurz. Die Regel ist sehr gut geschrieben.

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Für jedes Ortsfeld gibt es noch ein Plättchen, dass an den Spielplan angelegt wird. Es zeigt die Regel und dient so als Erinnerung.

Es gibt im Netz ein paar Regelvarianten die vorschlagen man soll doch zwei Geländekarten ziehen und eine auswählen. „Damit man mehr Optionen hat“. Davon halte ich wenig bis gar nichts. Ich finde es führt nur dazu, dass man schlampiger seine Siedlungen setzt. Bei einer Geländekarte muss man manchmal länger überlegen, wo ich eine neue „Front“ aufmache. Bei zwei – Finger kreuzen und hoffen eine passende Karte zu ziehen.

Preis/Leistung

Dieser Punkt ist nicht ganz so einfach zu beantworten, weil die Preisspanne doch etwas ungewöhnlich ist. Wenn man Glück hat bekomt man es fast nachgeworfen. 15€ ist wirklich ein No Brainer.
Würde ich 40€ dafür bezahlen? Ehrlich gesagt: Nein. Soviel kostet die El Grande Big Box und da ist schon mehr drin.
Nehmen wir einen Preis der irgendwo in der Gegend von 24-28€ liegt. Dort liegen auch Spiele wie Catan oder Carcassonne.
Das würde für mich passen.

Meine Meinung

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Auf der Rückseite jedes Planteils befindet sich eine Zählleiste.

Neutral finde ich das Thema. Einerseits finde ich die Pflicht zum angrenzenden Bauen doch irgendwie thematisch, der Rest aber … naja … es bleibt ein eher abstraktes Spiel. Was für mich aber nichts negatives ist. Was ebenfalls nicht unbedingt „Spiel Mich!“ schreit, ist die Zählleiste. Funktional. Mehr ist dazu nicht zu sagen.

Den Rest finde ich Klasse. Das hatte ich anfangs nicht erwartet. Die meisten Rezensenten haben das Spiel nicht grade mit Lob überschüttet. Durschnittswertungen waren meist an der Tagesordnung (Irgendwas scheint das Spiel doch was an sich zu haben. Immerhin gibt es 4 große Erweiterungen). Meine ersten Erfahrungen mit Kingdom Builder waren auch eher mittelmäßig und ich war etwas enttäuscht. Damals war Dominion mein Spiel Nr. 1 und ein weiteres Spiel vom selben Autor? Wuhu! Aha … man zieht eine Karte und setzt 3 Häuschen auf den Spielplan … Das wars o.O ?
Sehr simpel und auch noch so glückslastig…

Tja. da hab ich mich getäuscht. Ja natürlich ist auch Glück dabei, aber das erleichtert den Einstieg in das Spiel um einiges. Sonst wäre es beinahe wie bei Go beim ersten Zug. Jeder der Go gegen einen erfahreneren Spieler gespielt hat, weiß wahrscheinlich was ich meine. Man hat als Anfänger gar keinen Plan. Dann macht man doch irgendwann seinen Zug und schon hat man das Gefühl einen Fehler gemacht zu haben.
Die Geländekarten schränken diese Auswahl ein, was schon Mal eine große Last von den Schultern nimmt. Das heißt aber nicht, dass es keine Entscheidungen zu treffen gibt..

Durch die Kingdom Builder Karten und die ausliegenden Plättchen ist die Herangehensweise immer eine andere. Manchmal versucht man ein riesigen Siedlunghaufen in der Mitte zwischen den 4 Quadranten zu machen. Dann wieder das komplette Gegenteil.usw. Auch die Kombination der Plättchen ist interessant. Jedes Plättchen kann man normalerweise 2 Mal haben. Das sind theoretisch 8 zusätzliche Aktionen die man hat. Meistens hat man aber eher nur 3-6 Plättchen. Ob man die jetzt vor oder nach der Pflichtaktion einsetzt oder ob es vielleicht besser ist diese Runde auf sie zu verzichten, regt zum Denken an ohne überanzustrengen. Es macht Spaß, weil man richtig gute Züge machen kann. Zuerst ärgert man sich über die Geländekarte aber dann … wenn ich zuerst das einsetze um das zu verschieben, dann das um zuerst ein Plättchen daneben zu setzen, dann setz ich meine 3 Häuschen und jetzt..etc…Grade für Einsteiger die es in Spielen nicht gewohnt sind sich ihren Zug quasi zusammen zu basteln, ist das interessant

Das Spiel ist ein gutes „Gateway Game“. Für mich sind das einsteigerfreundliche Strategie/Taktikspiele die man aber auch mit erfahrenen Spielern spielen kann. Eben weil man es so ernst und so locker spielen kann wie man möchte. Je nach Gruppe fühlt es sich dann anders an. So ähnlich wie bei Carcassonne. Wenn ich das mit meiner besseren Hälfte spiele, ist es meistens ein freundliches nebeneinander. Wenn ich das mit der Stammgruppe spiele, würde ich mich nie trauen eine Kathedrale in meine Stadt zu setzen 🙂 – wenn ihr wisst was ich meine?
So ist es auch hier. Ich kanns locker aus dem Bauch heraus spielen. Das setzen der Häuser an sich hat ja schon was schönes. Ich kann aber auch mehr Hirnschmalz in jeden Zug stecken um das Maximum rauszuholen.

Was mir noch gefällt ist der Humor. Was Humor? Hast du getrunken? … Ja ihr habt mich schon richtig verstanden. Genauso wie für mich die Original Einleitungen in Dominion sagen – nehmt das nicht so ernst und habt Spaß- sind es hier die Geländekarten. Man hätte ohne Probleme alle Geländearten von Catan kopieren können. Wäre nicht das erste Mal und für die meisten Spieler auch nachvollziehbar. Aber nichts sagt so sehr „Pfeif drauf“ wie Blumen und Canyons. Ich stell mir vor wie Donald das dem Verlag vorgeschlagen hat und die gemeint haben: Wie soll man denn eine Stadt in einem Canyon bauen und was bitte sollen Blumen für eine Geländeart sein? … Hey! Immerhin kann man sie farblich gut von den anderen unterscheiden … 🙂 Hach Kopfkino. Jedes Mal wenn ich so eine Blumenwiese ziehe muss ich schmunzeln.

Ich schätze dieses Spiel sehr, weil ich es mit allen Spielergruppen spielen kann. Für die Veteranen nehme ich aber lieber Erweiterungen dazu. Von denen gefällt mir die Crossroads sehr gut. Nomads find ich ein wenig fummelig. Marshlands konnte ich leider noch nicht ausprobieren. Aber für den Anfang reicht das Grundspiel. Wenn man es sehr mag und oft spielt, kann man dann aufstocken.

Das Grundspiel bekommt von mir ein Gut+

Empfehlung

Wen es nicht stört, dass es doch ein ruhiges und abstraktes Spiel ist und wer ein wenig Glück nicht abgeneigt ist, sollte sich es auf alle Fälle mal anschauen.Egal ob man Einsteiger oder Spieleprofi ist.
Wers sich ganz sicher sein will, kann sich für 3€ die App herunterladen und die ausprobieren. Das ist ein recht guter Kennenlernpreis. Vielleicht mach ich dazu auch mal eine Rezension…

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3 Gedanken zu “Kingdom Builder

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