Flamme Rouge

Das ist wie Radfahren, das verlernt man nicht. So heißt es ja immer. Ich bin mir sicher, dass damit keine Radrennen über Berg und Tal gemeint waren…

Eckdaten

Autor: Asger Harding Granerud
Illustrationen: Ossi Hiekkala
Verlag: Lautapelit (Verlagsseite)
Erscheinungsjahr: 2017
Spieleranzahl: 2 – 4
Dauer: 20 – 50
Schachtelgröße: 29,8cm x 29,8cm x 7,2cm
Preis: 30 – 35€

Ausstattung

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Ausstattung … Achja die Schachteln für die Karten sind natürlich nicht dabei 🙂

Allerhand Zeug. Karten, Planteile und natürlich die Miniaturen.

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Grafische Gestaltung

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Der comichafte Stil gefällt mir sehr gut.

Aufbau

Spielfeldgröße: 85cm x 36cm für das Spielfeld, 37cm x 15cm pro Spieler
Aufbauzeit: ca 4min

Thema

Radrennen. Ich glaub mehr muss ich dazu nicht sagen …

Besonderheiten

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Jeder kontrolliert ein Zweierteam von Radfahrern.

Ziel ist es mit einem davon als Erster durchs Ziel zu brausen. Man hat zwei verschiedene Radfahrer und jeder davon hat sein passendes Kartendeck.

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Auf einer Seite findet man die Rundenübersicht und auf der anderen Seite die Zusammensetzung des Decks der Radler.

Es gibt den Rouleur und den Sprinteur (die heißen wirklich so). Der Rouleur (unschwer am R erkennen) ist der Alleskönner.  Der Sprinteur hingegen fährt meistens eher gemächlich, kann aber auch ein paar Mal mächtig nach vorne sprinten.

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Die Strecken

Man sucht sich eine der 6 Strecken aus, baut sie auf, bestimmt die Startaufstellung und es kann losgehen.

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Auf der Rückseite der Minis wurde der Typ des Radlers hervorgeheoben. Zusätzlich zur Pose der Miniatur macht das die Identifizierung einfacher.

Die Spieler wählen gleichzeitig für ihre Fahrer eine Karte aus.

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Der rote Sprinteur ist weiter vorne also beginnt man mit ihm. Man wählt eine Karte aus…

Man beginnt mit dem Fahrer der weiter vorne ist, zieht von dessen Stapel 4 Karten, wählt eine aus und legt die anderen 3 offen unter den Stapel.

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… und schiebt die anderen offen unter den Stapel.

Danach mancht man dasselbe für den anderen Fahrer. Wenn man im Nachziehstaüel offene Karten sieht, mischt man sie einfach und dreht sie um.

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Ich ziehe nur 3  verdeckte Karten und sehe jetzt die offenen Karten. Diese dreh ich um, mische und zieh von da die 4. Karte.

Haben alle Spieler ihre Karten ausgewählt, wird aufgedeckt.

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Haben alle Spieler ihre Karten ausgewählt werden sie aufgedeckt.

Beginnend mit dem Führenden fährt man nun diese Anzahl Felder. Jedes Feld besteht aus 2 Spuren. Dh. 2 Fahrer haben auf demselben Feld Platz.  Man kann über belegte Felder ziehen aber wenn man auf einem belegten Feld stehenbleiben würde, muss man das Feld dahinter nehmen.

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Hier haben wir 3 Pulks. Zwischen den hinteren beiden ist nur 1 Feld Abstand…

Dann kommt die Endphase. Ein Pulk ist eine Gruppe (von mindestens 1 Fahrer) die eben zusammenhängen. Ist zwischen 2 Pulks genau 1 Feld frei, nutzt die hintere den Windschatten und fährt dieses Feld nach vorne. Das macht man von der letzten Gruppe bis nach vor.

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… durch den Windschatten macht der hintere Pulk 1 Feld gut und kann aufschließen. Der schwarze Sprinteur und die beiden vorderen Fahrer des hinteren Pulks bekommen eine Erschöpfungskarte.

Wer natürlich so einen Pulk anführt hat es im Gegenzug schwerer. Fahrer die ein komplett leeres Feld, dh. keine der 2 Spuren ist belegt, vor sich haben, bekommen eine Erschöpfungskarte in ihr Deck gemischt. Die hat den kleinen Wert von 2.

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Erschöpfungskarten haben nur einen Wert von 2.

Die Karten die man verwendet hat, kommen aus dem Spiel.

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Rote Pfeile zeigen einen Anstieg an. Hier kann man sich maximal 5 Felder bewegen und Windschatten entfällt. Runter vom Anstieg geht es natürlich flotter. Hier hat jede Karte mindestens den Wert von 5.

Es gibt auf manchen Strecken auch noch Berge. Beim Bergauf kann man maximal 5 Felder fahren und darf keinen Windschatten nutzen und beim Bergab zählt jede Karte mindestens 5 Felder.

Wer als Erster durchs Ziel kommt gewinnt. Kommen mehrere in derselben Runde durchs Ziel, zählt wer weiter darüber hinaus fährt.

Einstieg & Wiedereinstieg

Regelumfang: Eigentlich war das oben so gut wie alles.
Einarbeitungszeit: echt nicht lang. Die vorgeschlagene Strecke für das erste Spiel kommt ohne Berge aus und eignet sich gut um die Mechaniken zu erproben.

Preis/Leistung

Das Spiel kostet etwas mehr als 30€. Diesen Preis finde ich gerechtfertigt. Die Pappteile sind zahlreich und dick. Karten sind auch genug da und es gibt auch 8 Miniaturradler.

Meine Meinung

Negativ? … Eigentlich nichts.

Solala … Zwei der Radler saßen nicht richtig gut in den Satteln. Hier musste ich mit etwas Kleber nachhelfen. Das ist aber nur eine Randnotiz.

Der Rest des Spieles ist richtig klasse. Ich habe das Spiel auch mit Spielern gespielt, die ich sonst NIE (bzw. so gut wie nie) für irgendwas begeistern kann. Meistens heißt es: Sieht zu kompliziert aus. Hier war es so: Ich habe das Spiel aufgebaut, weil ich eigentlich schauen wollte, wieviel Platz es braucht.
„Was machst du da?“
„Ich schau was“.
„Was ist das?“
„Radfahren“
„Radfahren?“
„Ja … wollts ihr vielleicht spielen?“
“ Ist das kompliziert?“
„Du spielst eine Karte und bewegst den Radfahrer“
„…. dauert das lang?“
„So circa a halbe Stunde“
„Ok.“

Wir haben dann mehrere Partien gespielt und es hat ihnen viel Spaß gemacht.
Hier machen viele Dinge einfach … klick. Mit dem Thema können die meisten was anfangen. JEDER weiß wie man Rad fährt. Ein Rennen erklärt das Ziel des Spiels von selber und JEDER kennt Laufspiele, nur dass du hier eben eine Karte spielst anstatt zu würfeln.

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Die Regeln mit dem Windschatten und den Bergen machen einfach Sinn und bringen hier noch mehr Thema mit und sind zentrales Element was die Taktik angeht. Im Pulk bewegt es sich nett aber irgendwann will man dann auch ausbrechen. Wann macht man das? Wie geht man den Berg an? Langsam um schwache Karten loszuwerden? Ich mein … stauen wird es sich hier sowieso… oder geht das in die Hose. Schafft man es eine schwache Karte bergab zu verbraten und den Schwung zu nutzen. Das ist natürlich gut aber wenn man dann wieder nicht in einem Pulk steht hat man sie schneller wieder als einem lieb ist.
Gegen Ende des Spieles muss man die Karten öfters mischen, weil die Karten immer weniger werden. Das passt auch gut. Erschöpfungskarten die man dann kassiert, sieht man dann sehr schnell auf der Hand wieder. Wenn du deine Kraftreserven aufgebraucht hast, ist das eben so.

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Wenn man das Ganze riskanter angeht, kann die Hand auch Mal so aussehen.

Ich finde ja die App zum Spiel gut. Sie baut einen Variante ein die auf BGG heruntergeladen werden kann. Mit der App kann man mehrere Rennen fahren und sammelt so Punkte für den Sieg der Großen Tour. Der Clou. Am Ende jedes Rennens entfernt man nur die Hälfte der Erschöpfungskarten aus dem Deck!
IST DAS NICHT SPITZE….Das gibt dem ganzen noch eine weitere interessante spielerlische Ebene und die App nimmt einem noch die Punkterechnerei ab. Zwei Daumen nach oben dafür.

Die Mechanik würde ja auch auf andere Rennspiele passen. Motorsportspiele findet man im Verhältnis zu anderen Sportspielen echt häufig. Ich bin so froh, dass man hier einen anderen Weg gegangen ist. Nicht nur, weil Motorsport mich so überhaupt nicht interessiert. Das Radfahren ist geerdeter, einfach menschlicher. Muskelkraft und Ausdauer in einem Wettstreit. Ich fiebere hier mehr mit, wenn ich und andere zu einem Sprint auf den letzten Metern ansetzen.

Apropos mitfiebern. Ich finde den Finish in diesem Spiel immer spannend. Mehrere Pulks … Abstände werden kürzer … Positionen wechseln. Die Energiereserven gehen zur Neige. Man hat nicht einmal mehr vier Karten… reicht das?

Obwohl das Spiel so recht kompetitiv ist, ist es trotzdem niemals … ernst. Es ist mehr ein freundlicher Wettstreit. Mir fällt da grade das andere Sportspiel ein, dass ich gespielt habe: K2. Dort kann dein Bergsteiger draufgehen, wenn die Mitspieler es schaffen dich zu blockieren. Hier ist es freundlicher.

Warum gibt es eigentlich nicht mehr einfache Spiele mit einem Sportthema? Dazu haben viele Leute wahrscheinlich mehr Bezug als wenn ich sage: Baumeister im Mittelalter oder Händler in der Renaissance. Ja es gibt Personen wie mich die mit Civ, Siedler, Warcraft und Anno aufgewachsen sind aber es gibt sicher auch sehr viele die das nicht im geringsten interessiert. Leute die vereinsmäßig Sport betreiben und nicht nur wegen der Gesellschaft dabei sind haben meist doch einen ausgeprägten Drang zu gewinnen.  Fast schon ideale Kandidaten für Gesellschaftsspiele. Wenn ich jetzt meinen Bekanntenkreis anschaue sind da scho einige auf die das zutrifft aber die sind in 3 von 4 Fällen keine Gesellschaftsspieler.
Das finde ich schon etwas schräg und hier kommt Flamme Rouge daher. Einfach und hat seine Kniffe die einem dann so kurz nach der Hälfte des ersten Rennens bewusst werden.  Der Aufbau ist flexibel und es ist auch ein Spiel, wo es sich gut zuschauen lässt.

Das wichtigste kommt zum Schluß: Es macht Spaß!
Ich würde mich über noch viel mehr andere Gesellschaftsspiele mit einem Sportthema freuen. Bitte nicht irgendwelche Mannschaftssportarten mit 5-11 Spielern. Das hört sich eher nach Arbeit an. Aber alles wo man eher einfache Ziele hat… JA BITTE!

Gut+

Empfehlung

Sofern man nichts Komplexes sucht, gibt es eigentlich eine uneingeschränkte Empfehlung.

Wer vielleicht ein etwas anspruchsvolleres und nachdenklicheres Spiel mit sportlichem Hintergrund sucht, sollte sich K2 anschauen. Das ist jetzt wieder erhältlich und zwar in Kombo mit der Erweiterung Broad Peak (was dem Spiel die wichtige Abwechslung bringt)

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2 Gedanken zu “Flamme Rouge

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