Zug um Zug Europa

Worum geht es?

Keine Ahnung … Echt nicht … Züge … Europa …Punkte… Tschutschu …

Was ist das Ziel?

Punkte. Um Punkte zu bekommen, beanspruchen wir Strecken auf dem Plan um unsere Streckenkarten zu erfüllen. Je nach Länge einer gesetzten Verbindung bekommt man sofort Punkte. Die längste zusammenhängende Verbindung bringt bei Spielende Punkte ebenso wie Bahnhöfe die man nicht verwendet hat

Warum macht das Spass?

Es ist ein außerordentlich einsteigerfreundliches Spiel wo man immer zwischen abwarten und riskieren abwägen muss. Wann beansprucht man ein Strecke und wo fängt man am besten an? Das Platzieren der Waggons macht auch immer wieder Spaß. Am Ende des Spiels kann man schön sein eigenes „Werk“ betrachten.

Besonderheiten

Zu Spielbeginn erhält jeder Spieler 4 Streckenkarten. 1 lange und 3 kurze Strecken. Mindestens 1 davon muss man behalten. Später kann man weitere Kurzstrecken nachziehen.
So eine Karte gibt immer an von wo nach wo man eine Verbindung aus Waggons der eigenen Farbe haben muss um sie zu erfüllen. Streckenkarten die man nicht erfüllt zählen bei Spielende denselben Wert als Minuspunkte.

Wie baut man jetzt diese Strecken? Dafür sammelt man Waggonkarten in 8 verschiedenen Farben. Zusätzlich gibt es die Lok die ein Farbenjoker ist. Welche Farbe man für eine Strecke benötigt ist am Spielplan ersichtlich. Will man z.B eine grüne Strecke bestehend aus 4 Karten bauen muss man in einem Zug genau 4 grüne Karten ablegen.
Zusätzlich zu normalen Strecken gibt es auch Tunnel … wo es nicht sicher ist wie viele Waggons man genau benötigt und Fähren für die definitiv eine Lok notwendig ist.

Jeder Spieler bekommt auch 3 Bahnhöfe. In jeder Stadt kann genau 1 Bahnhof stehen. Er dient dazu um genau eine an den Bahnhof angrenzende Strecke eines Mitspielers mit zu verwenden.

Einstieg & Wiedereinstieg

Regelumfang: Es gibt sehr wenige Regeln die eigentlich schnell erklärt sind.
Einarbeitungszeit: In der ersten Partie werden hin und wieder Fragen aufkommen. Vor allem „Wie funktionieren Tunnel genau“.

Preis/Leistung

Das Spiel kostet so ca 30€. Für das was man bekommt vollkommen angemessen. Die Kartenqualität ist gut, es gibt einen Haufen Waggons, die Illustrationen sind stimmig.

Meine Meinung

Was gefällt mir am Spiel nicht?

So wie beim ähnlich komplexen Carcassonne muss ich auch hier das Thema kritisieren, was ich sonst mittlerweile eher selten tue. Was mache ich und wieso? Ja keine Ahnung. Eigentlich will man ja seine Zugtickets erfüllen. Also nehme ich an ich als Spieler fahre in dem Zug. Aber warum kann ich dann in einem Zug in Spanien sein und nicht mal eine Minute später irgendwo in Osteuropa? Warum können die meisten Strecken auch nur von einer Person verwendet werden?

Was sind solala Punkte?

Der Punkt ist sehr persönlich und deswegen im neutralen Segment weil das Spiel eigentlich allen mit denen ich es gespielt habe, gut eher sogar sehr gut gefallen hat. Das waren vor allem Leute die eher selten Spiele spielen. Mir persönlich ist das Spiel auf Dauer zu statisch. Die Karte ist fix, was man macht ist fast immer dasselbe. Von den langen Streckenkarten gibt es 6 Stück. Davon hat man schnell alle gesehen. Es hat aber auch Vorteile. Mehr dazu später. Ich bin aber ein sehr großer Fan von Spielen die einem immer wieder Situationen vor die Füße schmeißen wo ich sagen kann: Ah das hab ich so noch nicht gesehen

Das Spiel hat einen recht hohen Managementaufwand für den Spieler der die Karten für die Auslage aufdeckt, weil die Auslage sofort aufgefüllt wird und nicht erst wenn der Zug beendet ist. Genauso wie das mischen des Ablagestapels. Das sollte man sehr gründlich machen, da man ja Karten einer Farbe ablegt. Deswegen mische ich ihn zwischendurch immer mal wieder. Vielleicht ärgert mich das auch nur deswegen weil eigentlich immer ich das mache.

Was gefällt mir?

Beginnen wir bei der grafischen Gestaltung. Ich finde den Spielplan richtig gut gelungen. Die einzelnen Kartenfarben haben zusätzliche Symbole und unterscheiden sich von der Waggonart sodass auch Personen mit Sehschwächen das Spiel spielen können.

Apropos Karten. Die sind irre simpel. Sogar simpler als bei einem Pokerdeck, weil es hier nur Farben gibt.

Dann wäre da die Haptik. Dinge auf einen Spielplan zu setzen hat was. Das fühlt sich immer gut an. Die Waggons bleiben auch da. Bei Spielende kann man schön betrachten was man in diesem Spiel gemacht hat … Da kann man sehr zufrieden sein … obwohl es eher evorkommen wird, dass man denkt: Da dieeeeese Ecke. Da war ich zu langsam …. daaaa sind mir die Waggons ausgegangen usw.

Heiter geht es weiter. Die Regeln sind simpel. Ja die Funktionsweise der Tunnel ist in jeder Partie mit Neulingen anfangs unklar aber kein Drama. Ich könnte auch das normale Zug um Zug vorstellen das ist von den Regeln klarer aber erstens kenne ich hier wenigstens die meisten Städte und zweitens:

Die kleinen zusätzlichen Mechanismen mit den Tunnels und den Bahnhöfen sind irre wichtig für das Spiel. Die Tunnel unterbrechen den normalen Spielfluss auf angenehme Art und Weise. Es ist erfrischend zwischendurch ein bisschen zu zocken. Das bringt etwas mehr Spannung ins Spiel.

Die Bahnhöfe… auch eine tolle Sache. Zug um Zug kann ein echt fieses Spiel sein. Man nimmt Karten die jemand anders will und baut Strecken die jemand anders braucht. Ob absichtlich oder unabsichtlich liegt an den Spielern. Bahnhöfe in Zug um Zug Europa entschärfen das und liefern eine interessante Entscheidung gratis dazu. Will man wirklich auf die Punkte durch den Bahnhof verzichten? Findet man vielleicht eine alternative Route?

Ich mag auch die Zockerelemente beim Ziehen der Karten, ob es jetzt der Waggonstapel oder der Streckenstapel ist. Das Spiel verleitet einen auch dazu vom verdeckten Waggonstapel zu ziehen, weil wenn man eine Lok aus der Auslage nimmt, darf man im Gegensatz zu sonst keine zweite Karte ziehen. Zieht man aber eine Lok direkt vom Nachziehstapel, darf man noch eine Karte nehmen.

Zieht man neue Streckenkarten nimmt man 3 und behält sich 1 – 3 Karten. Hier kann man echt Glück haben und zieht welche die man indirekt schon erfüllt hat oder aber man hat Pech und nicht mal eine ist irgendwo in der Nähe … da kann man sich schön über sich selbst ärgern. Hätte ich das früher gewusst hätte ich diese Strecke so gebaut …

Kommen wir zu den Vorteilen meiner Kritik aus den neutralen Punkten. Im Spiel selbst gibt es schnell nicht viel Neues zu entdecken.
Der Vorteil davon: Man ist schnell da angekommen wo es darum geht besser zu werden und man Feinheiten im Spiel erkennen kann, wenn man denn will. Schon nach ein paar Partien kann man anfangen zu optmieren, Routen umzuplanen, die Mitspieler zu analysieren und zu versuchen ihre Pläne zu durchkreuzen … oder man spiel spielt es gemütlich nebeneinander runter ohne auch nur an die Regeln zu denken. Hat beides seine Berechtigung.

Es ist auch ein Spiel das kaum Interaktion zwischen den Mitspielern hat aber man kann die Interaktion trotzdem permanent spüren. Eine witzige Mischung. Einerseits wäre es ja am logischsten dass man zuerst soviele Streckenkarten wie möglich sammelt um auf einmal alles der Reihe nach auf den Tisch zu knallen. Dumm nur, wenn ein Mitspieler schneller die Strecke setzt. Wann ist also der beste Zeitpunkt mit dem setzen anzufangen und wo fängt man an, damit es nicht gleich offensichtlich ist wo man hinwill. Je nach Mitspielern kann das fatal sein.

Der letzte Punkt vor dem Fazit. Das Spiel fühlt sich für die meisten vertraut an. Es ist wie ein Vertreter der Rommé Familie wo man Karten unterschiedlicher Art sammelt und ablegt, nur dass es hier ein Spielbrett dazu gibt…vereinfacht ausgedrückt.

Machen wir es kurz. Ich finde Zug um Zug Europa gut. Zugänglich und hat doch seine Feinheiten. Es ist nicht meine erste Wahl aber ich finde es auch nicht langweilig. Wirklich tolles Spiel um auch in moderne Gesellschaftsspiele einzusteigen.

Empfehlung

Die Frage ist wer ihr seid und wofür ihr das Spiel wollt, denn ich finde das geht hier ganz weit auseinander. Spielt ihr nicht so viel und seid eher mehr in den klassichen Spielen beheimatet und sucht etwas „frisches“, dann bitte schlagt zu. Man macht mit diesem Spiel eigentlich nichts falsch.

Kennt ihr schon mehr Spiele und habt aus irgendeinem Grund noch nie von diesem gehört, ist die Sache schon eine andere. Ich finde nämlich, dass es viele andere Spiele gibt die ähnlich sind aber mehr Fleisch auf den Rippen haben. Ja das ist meist mit etwas mehr Regelaufwand verbunden oder dass man z.B. Kartentexte lesen muss oder das das Spiel dynamischer ist, was aber für Spieler die ein paar Spiele auf dem Buckel haben kein Problem darstellen sollte.
Nicht falsch verstehen, unterhalten werdet ihr hier auch. Die Frage ist ob ihr langfristig nicht wo anders mehr unterhalten werden würdet.

Aber du hast es doch auch und bist ein erfahrener Spieler? Ich habs mir gekauft weil ich noch ein Spiel gesucht habe, dass ich mit der ganzen Familie dh auch meiner Nichtspieler Mutter und meiner Wenigspieler Frau spielen kann. Es hat ziemlich gut funktioniert. Alle sind zufrieden.
Werde ich es mit meinen erfahrenen Zockern spielen? Eher … nein. Für die habe ich etliche Spiele zu denen ich eher greifen würde.

Anhang

Eckdaten

Autor: Alan R. Moon
Illustrationen: Cyrille Daujean, Julienh Delval
Verlag: Days Of Wonder/ Asmodee (Verlagsseite)
Erscheinungsjahr: 2005
Spieleranzahl:  2  – 5
Dauer: irgendwas unter 1 Stunde
Schachtelgröße: 30 x 30 x 10
Preis: ca 30€

Aufbau

Spielfeldgröße: Spielbrett mit Kartenauslage 80 x 64 + ein bisschen Platz für die Figuren der Spieler
Aufbauzeit: ca 3 Minuten … geht recht zügig

4 Kommentare zu „Zug um Zug Europa

  1. Ohhhh, Andi, ich lieeeeeeeebe Zug um Zug und gerade die Europa-Variante gehört zu meinen Lieblingsspielen. Von der Karte gefällt mir das klassische Zug um Zug (Amerika) noch besser, aber da kann man ganz schön ausgeknockt werden ohne die Bahnhöfe. Eine tolle Neuerung bei der Europa-Version. Wir spielen es oft und ausgiebig, haben uns die Kartenmisch- und -ausgeberei aber aufgeteilt. Früher hatte oft auch ich alleine diese Aufgaben, das fand ich auch doof. Nun sind immer wieder zwei Leute dran. Der eine legt neu auf, der andere mischt, eine dritte Person zählt die Punkte. So läuft es besser.
    Ein wunderbares Spiel.
    Liebe Grüße
    Anni

    Gefällt 1 Person

    1. Hi Anni,

      ich hab’s gestern auch so gemacht und Aufgaben verteilt. Das macht das ganze viel einfacher und man kommt sich nicht wie ein Croupier vor, dazwischen vauch mal einen Zug macht 😀

      Gefällt 1 Person

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