Archiv der Kategorie: Rezension

Avalon

Heute fällt mir keine Einleitung ein. Meine Kreativität wurde quasi gemeuchelt … oh  … das kann man lassen.

Eckdaten

Autor: Don Eskridge
Illustrationen: Luis Francisco, George Patsuras, Rafael Szyma
Verlag:  Indie Boards & Cards im Vertrieb von Heidelberger (Verlagsseite)
Erscheinungsjahr: 2014
Spieleranzahl: 5 – 10
Dauer: 20 – 40 min.
Schachtelgröße: 20cm x 15,2cm x 4,6cm
Preis: ca 10 -15€

Ausstattung

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Das Spiel besteht aus ein paar Karten und etlichen Markern. Alles von sehr guter Qualität. Die Bögen die man je nach Spieleranzahl verwendet sind zwar dünn aber sie liegen ja auch nur auf dem Tisch und Erfüllen ihren Zweck.

Grafische Gestaltung

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Noch knapp an der Grenze zu „richtig klischeehaft“

Aufbau

Spielfeldgröße: Nicht der Rede wert
Aufbauzeit: 2min

Thema

Wir alle sind am Hof von König Arthus. Aber ein paar von uns arbeiten insgeheim für das Böse.

Besonderheiten

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Die Charaktere ohne die Sonderrollen

Jeder Spieler bekommt zu Spielbeginn verdeckt eine Rollenkarte zugeteilt. Die meisten Spieler sind entweder ein Anhänger des Guten oder des Bösen. Ein Spieler ist immer Merlin und ein anderer der Meuchelmörder.

Bevor es losgeht sagt ein Spieler ein kurzes Sprücherl auf. Die Spieler schließen die Augen und strecken die Hand zu einer Faust geballt aus. Die Bösen öffnen die Augen und sehen wer auf ihrer Seite ist. Sie schließen die Augen und strecken den Daumen nach oben. Merlin öffnet die Augen und sieht wer die Bösen sind und dann kann es auch schon losgehen.

Das Ziel des Spieles hängt natürlich von der Fraktion ab 😉
Die Guten wollen 3 der 5 Abenteuer erfolgreich absolvieren. Die Bösen wollen 3 zum Scheitern bringen. Sie haben aber noch weitere Möglichkeiten zu gewinen (mehr dazu an den betreffenden Stellen).

Ja aber wie geht man auf ein Abenteuer? Gute Frage.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Hier sehen wir die Abenteuer. Im ersten werden 3 losgeschickt im zweiten 4…

Ein Spieler ist immer der König. Er schlägt ein Team vor, dass sich dem aktuellen Abenteuer stellen soll. Jetzt wird abgestimmt.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Jeder Spieler hat einen Pro- und Contramarker. Damit wird über das aktuelle Team abgestimmt

Jeder Spieler wählt eines seiner Plättchen aus und legt es verdeckt vor sich ab. Sind alle soweit wird aufgedeckt. Ist die Mehrheit dafür? Hurra! Das Team stellt sich dem Abenteuer. Wenn nicht, dann wird der nächste Spieler im Uhrzeigersinn König und darf ein Team vorschlagen. Wurde das Team 5 Mal abgelehnt gewinnt das Böse.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Jedes Teammitglied erhält eine Erfolgs- und eine Fehlschlagskarte. Ein Anhänger des Guten muss eine Erfolgskarte spielen. Ein Anhänger des Bösen hat die Wahl.

Jeder der im Team ist bekommt eine Erfolg und Fehlschlag Karte. Jeder Gute muss die Erfolgskarte auswählen und ein Anhänger des Bösen hat die Wahl ob er eine Erfolgs- bzw. eine Fehlschlagskarte zurückgibt. Die ausgewählte Karte übergibt man verdeckt dem König und die andere wandert in den Vorrat. Der König mischt und deckt auf. Üblicherweise scheitert ein Abenteuer wenn eine Fehlschlagskarte dabei ist.

Das Gute gewinnt wenn 3 Abenteuer erfolgreich waren! Es wird gefeiert … Moment… war da nicht irgendwas mit einem Meuchelmörder?
Jep … Sollte das Gute 3 Abenteuer erfolgreich absolviert haben gibt der Meuchelmörder seine Identität preis. Jetzt darf er einen Attentatsversuch auf Merlin starten. Weiß er wer Merlin ist, so gewinnt doch noch das Böse … Muhaha 🙂

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Die Sonderrollen die man reintauschen kann

Das Spiel kommt auch noch mit einigen Modulen, durch die man mehr Abwechlsung ins Spiel bringen kann.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Ein weiteres Modul. Eher für große Runden geeignet

Einstieg & Wiedereinstieg

Regelumfang: Eigentlich nicht so viel
Einarbeitungszeit: Da brauchts schon 2-3 Partien, damit man als Anfänger alles begriffen hat.

Was zu Beginn von den Anhängern des Guten gerne vernachlässigt wird, ist die Abstimmung über das Team. Viele stimmen anfangs fast immer für das Team, wenn es nicht gerade eindeutig ist, wer zu den Bösen gehört. Das ist aber ein Fehler. Man darf nicht vergessen, dass Merlin weiß wer zu den Bösen gehört und wenn nur ein Contra aufgedeckt wird ist es ein wenig … eindeutig. Da könnte man genausogut gleich Merlin ein Messer ins Herz jagen 🙂

Preis/Leistung

Das Spiel ist für ~10€ zu haben. Dafür erhält man ein tolles Spiel in Werwolf Art. Richtig gut sind das dicke Pappmaterial und die Karten passen auch. Da kann man sich echt nicht beschweren.

Meine Meinung

Kommen wir zuerst, wie immer zu den größten Kritikpunkten. Ich finde, dass das Spiel in den sehr hohen Spielerzahlen so um die 10 Leute nicht ganz so toll ist. Da ist es immer wieder passiert, dass 1-2 Leute abdriften, weil sie nicht im aktuellen Team sind und keine Entscheidungen treffen. In den niedrigen Spielerzahlen fehlt auch etwas. So 7-9 find ich eigentlich am besten.

Was gibt es neutrales zu sagen? Reden ist zentral für das Spiel. Ich kann gar nicht genug betonen wie wichtig das ist. Wenn man nichts für Beschuldigungen und „Leuten auf den Zahn fühlen“ übrig hat, sollte man sich überlegen ob man am Spiel teilnimmt. Wenn man mehr Leute in der Runde hat, die einfach stumm akzeptieren welches Team ausgewählt wird, ist das ganze eher sinnlos und auch bei mir in einer Runde schon mal so richtig abgekackt.

Was ist noch neutral? Ich bin nicht unbedingt ein Fan der Illustrationen.

Was gefällt mir am Spiel? Es passt richtig gut in diese Kategorie der „social deduction“ Spiele die ich sonst kenne.
Werwölfe kann lange dauern und es scheiden Spieler aus. Vollmondnacht Werwölfe ist zwar schnell gespielt aber man hat keinen größeren Spannungsbogen. Bei Saboteur hat man auch noch diesen Legespiel/Handkartenmanagement Aspekt. Avalon kommt hier irgendwo in der Mitte daher. Es dauert nicht zu lange, hat einen guten Spannungsbogen, es scheidet niemand aus und hat seine Feinheiten, die man nicht gleich sieht. Wer will, kann noch weitere Rollen reintauschen die das ganze noch chaotischer machen. Für redselige 7-8 Personen gut geeignet.

Ich finde das Spiel ganz gut aber es gibt andere die für mich und die Menschen mit denen ich spiele besser passen. Grade bei 6+ Spielern sind da ein paar Nichtspieler dabei und da dauert es ein paar Partien bis sie es auch heraushaben. Da gibt es andere die für diese Zielgruppe besser passen.

Befriedigend+

Empfehlung

Wie schon gesagt. Wenn ihr eine kommunikative Gruppe habt, die ein Spiel sucht, dass nicht zu lang ist und in dem immer alle mitspielen, schaut euch Avalon an.

Advertisements

Rezensionsupdate Februar 2018

7 Wonders Duel: Ich muss das Spiel nochmals abwerten. Vor allem weil wir dieses Jahr auch wieder recht viel 7 Wonders gespielt haben und ich dadurch die Unterschiede noch besser sehe. Das 3. Zeitalter ist einfach zu glückslastig. Wenn du da 2 Mal Pech hast und für den Mitspieler die richtigen Karten aufgedeckt werden, ist Schluss. So sehr ich diese Idee mit den 3 Siegbedingungen liebe, es ist einfach nur ärgerlich, wenn sowas passiert, weil du auch nichts dagegen tun kannst. Beim großen Geschwisterchen entscheidet der Mitspieler welche Karten er dir weitergibt. Da kann man dann schön Danke sagen, wenn einer nicht aufpasst und merkt, dass man einen Haufen Militär hat. Es ist aber nicht das Ende der Welt, weil es nur ein Punktelieferant ist und nicht das ganze Spiel beendet. Ich hab mittlerweile keine Lust mehr dieses Spiel zu spielen. Das ist, glaub ich, das Spiel, dass in meinem Ansehen am tiefsten gefallen ist. Ein CivSpiel mit mehreren Siegbedingungen in unter 30min. Dazu noch tolle Illustrationen…das hat anscheinend über die Mängel hinweggetäuscht. Genügend.

DC Superhelden: Ebenfalls eine Abwertung. Der Deckbau mit der kleinen Auslage ist voll in Ordnung aber mittlerweile ist mir das zu glückslastig. Grade dann, wenn ich es mit Dominion vergleiche. Das Lösen diese Puzzles genieße ich viel mehr. Hier mache ich das Beste aus den Karten die ich bekomme. Das es für dieses Spiel keinen kooperativen Modus oder eine Erweiterung mit mehr Karten gibt tun ihr Übriges. Befriedigend

Junk Art: Die Tendenz nach oben ist verschwunden. Es ist ein gutes Geschicklichkeitsspiel aber diese heiße Liebe zu solchen Spielen ist wieder abgebrannt und kommt nur sporadisch wieder hoch.

Machi Koro: Bekommt auch eine Abwertung, obwohl das Zockerfeeling hier ganz gut rüberkommt und es auch bei den Wenigspielern sehr gut ankommt. Mir ist der Einfluss, den ich als aktiver Spieler habe aber zu gering. Gut –

Cosmic Encounter: Kosmischer Angriff

Im Weltraum hört einen noch immer niemand schreien. Nicht einmal wenn sich überraschend ein Riss im Warp auftut…Tja manchmal läufts halt blöd.

Eckdaten

Autor: Kevin Wilson
Illustrationen: Ryan Barger
Verlag: Fantasy Flight. Im Vertrieb von Heidelberger (Verlagsseite)
Erscheinungsjahr: 2015
Spieleranzahl: bis zu 6 Spieler
Schachtelgröße: 19,2cm x 13cm x 4cm
Preis: ca 22€

Ausstattung

Im Spiel enthalten sind 20 weitere Aliens, eine neue Spielerfarbe (orange) und ein zusätzliches Kartendeck.

 

Bei einer der Alienidentitäten hat sich ein Druckfehler eingeschlichen. Die Händler sollten eigentlich Kaufleute heißen. Händler gibt es ja schon im Grundspiel. Aber an der Farbe und dem Text kann man sie trotzdem gut unterscheiden.

Besonderheiten

Ich werde hier kein Wort über die neuen Aliens verlieren also schauen wir uns dieses zusätzliche Kartendeck an. Was hat es damit auf sich?

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Ganz einfach. Wenn man bei der Verteidigung einer Kolonie hilft, hat man jetzt die Wahl ob man vom normalen Stapel oder von diesem zieht. Warum sollte man von diesem ziehen? Hier findet man Karten die man im normalen Stapel nicht findet.

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Zum einen wären da Überraschungskarten. Bevor man die Herausforderungskarten platziert kann man ansagen, dass man eine Überraschungskarte hinlegt. Diese multiplizieren normalerweise den Angriff bzw. die Entschädigung mit diesem Wert.

Achja … Risskarten gibt es auch. Mit denen kann man während einer Herausforderung Schiffe aus dem Warp befreien. Bzw. wenn einem die Karte aus der Hand gezogen wird, verliert der stehelnde Spieler Schiffe.

Preis/Leistung

Knapp über 20€ für 20neue Aliens, eine Farbe und eine neue Mechanik. Das hört sich für mich nach einem guten Deal an. Vor allem Aliens und das Belohnungsdeck wird erfahrendere Spieler erfreuen.

Meine Meinung

Die erste Erweiterung ist eine klassische Erweiterung. Man kann jetzt zu 6. spielen. Hurra! (Obwohl nicht nicht weiß ob ich das will) und es gibt eine kleine Mechanik.

Diese „kleine“ Mechanik ist aber schon ganz groß. Die Möglichkeit beim Verteidigen an Karten zu kommen auf die andere keinen Zugriff haben ist sehr interessant. Zwar gibt es hier nicht die richtig fetten Angriffskarten oder Manöverkarten aber die Risse, Überraschungen und krumme Geschäfte (die hab ich gar nicht erklärt ..hehe *gg*) können ziemlich nützlich sein.

Empfehlung

Hat man das Grundspiel einige Male gespielt (so ~10 Mal) und will mehr, dann ist das der natürliche nächste Schritt. Etwas mehr aber kein zu abgefahrenes Zeug.