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King of Tokyo

King of Tokyo hat eine Neuauflage bekommen. Endlich habe ich einen guten Grund mir dieses monströs gute Spiel anzuschauen. Wer sich mit der wissenschaftlichen Seite davon beschäftigen will: hier ist ein interessanter Artikel, warum King Kong es im echten Leben nicht leicht hätte … alle anderen … los gehts 🙂

Eckdaten

Autor: Richard Garfield
Illustrationen: Régis Torres
Verlag: Iello. Im Vertrieb von HUCH&friends (Verlagsseite)
Erscheinungsjahr: Neuauflage 2016; Erstauflage 2011
Spieleranzahl: 2 – 6
Dauer: ~30min.
Schachtelgröße: 25cm x 25cm x 7cm
Preis: ca 30€

Ausstattung

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In der gut ausgestatteten Schachtel findet man Pappe, Karten und Würfel von sehr guter Qualität. Ich habe nichts zu beanstanden.

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Unterschiede zu früher?  2 Charakteren fehlen und wurden durch andere ersetzt. Der Kraken ist weg aber der Grund dafür wir in Kürze hier gezeigt werden 🙂

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Cyber Bunny wird durch Cyber Kitty ersetzt. Das geschah aus rechtlichen Gründen. So ein Unterschied ist das aber nicht. Das eine ist ein Hase der in einem riesigen Roboterhasen sitzt … Cyber Kitty ist genau das gleiche mit einer Katze.

Grafische Gestaltung

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Die Optik ist der größte Unterschied zwischen dieser und der älteren Auflage. Warum hat man es überhaupt anders illustriert? Ich habe gehört, dass man eine App plant und die alten Grafiken sich nur schwer importieren ließen.
Die neue Optik wirkt realistischer. Es ist also Geschmackssache ob man diese oder die alte cartoonhaftere bevorzugt.

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So sehen die Monster jetzt aus

Der neue Gigazaur sieht z.B. so aus als ob er echt fit ist, während der alte sehr dem Original Godzilla nachempfunden war, der … naja … ein Typ in einem Anzug ist 🙂

Aufbau

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Spielfeldgröße: Spielfeld 40cm x 30cm  + ca 12cm x 30cm pro Spieler
Aufbauzeit: ca 2:00 min

Thema

Wir verkörpern ein Monster das gerade in Ruhe Tokio verwüstet als weitere Monster auftauchen …  und wie heißt es so schön: ES KANN NUR EINEN GEBEN!

Besonderheiten

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Wir starten mit 10 Leben (rechts unten). Auf der Scheibe links oben, werden die Punkte angezeigt.

King of Tokyo ist ein einfaches Würfelspiel. Jeder hat ein Monster mitsamt Tableau auf dem man Ruhm und Leben anzeigt. Hat man 20 Ruhm oder ist das einzige lebende Monster so gewinnt man.

Ist man am Zug so würfelt man die Würfel. Bis zu 2 Mal darf man eine beliebige Anzahl davon nochmal werfen.

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Mit diesem Ergebnis macht unser Gigazaur in Tokio folgendes: Er zerlegt ein paar Gebäude und bekommt 3 Punkte (3 Mal eine 3). Er fügt allen Monstern außerhalb von Tokio 2 Schaden zu und bekommt 1 Energie.

Je nach Ergebnis passiert etwas anderes. Hat man mindestens einen Drilling in einer der Zahlen 1, 2 oder 3 so bekommt man 1, 2 oder 3 Punkte. Bonuspunkte gibts für weitere Zahlen….eher langweilig 🙂

Für einen Blitz nimmt man sich einen Energiewürfel. Das ist quasi die Währung des Spiels. Damit lassen sich im eigenen Zug zusätzlich aus der Kartenauslage Karten kaufen. Diese geben entweder einen permanenten Bonus oder haben einen einmaligen Effekt.

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Karten mit Abwerfen haben nur einen einmaligen Effekt.

Mit Krallen teilt man Schaden aus. Dabei unterscheidet man, ob sich das Monster in oder außerhalb von Tokio befindet. Steht man außerhalb, so fügt man dem Monster in Tokio diesen Schaden zu. Ist man in Tokio so trifft man ALLE Monster außerhalb. Aber was will man in Tokio? Gute Frage.

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Je länger man dort durchhält, desto mehr Bonuspunkte bekommt man automatisch und wie schon erwähnt, man trifft alle Feinde. Hat man Schaden erhalten und denkt sich … na ich mag nicht mehr … dann verlässt man Tokio einfach und der Angreifer geht hinein.

Mit Herzen kann man Leben wieder herstellen. Nur in Tokio kann man sich nicht heilen.

Ja … hmm … das wars auch schon.

Einstieg & Wiedereinstieg

Regelumfang: Das Regelheft ist dicker als das der alten Auflage. Man hat hier einige Punkte viel anschaulicher erklärt.
Einarbeitungszeit: Anfangs kann es ein wenig dauern, weil man doch die Karten die kommen erst Mal lesen muss, aber der grundsätzliche Spielablauf ist irre einfach.

Preis/Leistung

Das Spiel ist für ungefähr 30€ zu haben. Dafür bekommt man eine gut ausgestatte Box. Die Materialqualität macht Spaß und dadurch, dass die Karten immer anders daherkommen verlaufen auch die Partien entsprechend anders.
Erweiterungen gibt es für 10 – 15€. Die schrauben die Wiederspielbarkeit nochmal weit nach oben.

Alles in allem ist es ein echt gutes Paket zu einem guten Preis.

Meine Meinung

Gibt es etwas Negatives? … Nein? dann weiter.

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Solala finde ich, dass die Spieler aus dem Spiel gekegelt werden können. Es ist keine richtige Kritik, weil es nur bei bestimmten Mitspielern ins Gewicht fällt. Nämlich bei einer Runde mit Grüblern, Taktikern und solchen die versuchen sich einzubunkern.
Das ist jetzt nicht sooo der Geist des Spiels. Ja es gibt einen Punktesieg aber ich seh das eher als 2. Bedingung falls keiner alle anderen umhauen kann 🙂
Wenn es dann eine Mehrheit an Spielern gibt, die das nicht so sieht, dauern die Partien ein wenig länger und wenn man dann früher draußen ist, ist es nicht so spannend den Leuten beim Punktewürfeln zu zu sehen. Bei einem Monsterkampf passiert schon viel mehr.
Solala ist auch das Spiel zu zweit. Ja … es „funktioniert“ aber so richtig Laune kommt erst ab 3 Leuten auf. Ich bin auch kein Fan vom Spiel mit 6 Leuten. Da dauert es mir zu lange bis ich wieder an der Reihe bin … 3-5 … ja. Da läuft es sehr gut.

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Ansonsten macht King of Tokyo eigentlich alles richtig. Es beginnt schon mit dem Material. Nichts sagt so sehr „Mein Monster haut dich aus den Latschen“ wie diese riesigen, schweren Würfel. Ich könnte mir gar nicht vorstellen, es mit normalen Würfeln zu spielen.

Der Ablauf baut auf einem einfachen Würfelmechanismus auf und macht etwas neues draus. Die Powerkarten sind hier das entscheidende Element. Die sind so schön gestaltet und wecken das Kind in einem. Wenn ich spiele, schmeiße ich oft alle taktischen Überlegungen über Bord … ich will diesen verdammten zweiten Kopf und Nova Atem und natürlich will ich Flügel und riesengroß will ich auch und dann sollen sie sich in Acht nehmen … muhaha… oh ich bin tot … hoppla … ich hätte doch mal ein Herz würfeln sollen …

Aber sie machen nicht nur das. Sie hauchen den Monstern und dem ganzen Thema Leben ein. Sie erzählen diese absurde, epische Schlacht von Riesenmonstern. Wer die alten Godzilla Filme, King Kong, die Power Rangers uä. kennt wird sich hier gut zurecht finden.
Je mehr dieser Karten man hat, desto mehr größer werden die Unterschiede zwischen den Monstern und desto mehr Spezialfähigkeiten bekommen sie. Das passt schön zum Tempo des Spiels. Mit abnehmender Spieleranzahl steigt die Anzahl der Powerkarten und am Ende treffen die letzten zwei Titanen aufeinander.

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Tokyo Bay braucht man nur bei 5+ Spielern

Bis es soweit ist haut man seinen Freunden die Krallen um die Ohren. Dadurch, dass man nicht kontrolliert wen man angreift, bleibt alles gesittet und es werden keine Gefühle verletzt 🙂
Insgesamt sollte man das Spiel nicht allzu ernst nehmen. Würfeln, coole Karten kaufen, ein paar  Sprüche klopfen und dann beim Versuch 6 Krallen in Tokio zu würfeln höchstwahrscheinlich drauf gehen. Was kann eine radioaktiv mutierte Echse mehr wollen?

So sieht ein interaktives Würfelzockerspiel aus!

Sehr gut-

Empfehlung

Ein lockeres und relativ einfaches Würfelspiel, dass ich allen ans Herz legen kann. Ein paar der Karten haben zwar etwas mehr Text aber die Mehrheit ist simpel.

Man sollte aber nicht in das Spiel hinein gehen und dort kompexe Strategien und Taktiken erwarten.

Vielen Dank an HUCH! & friends für das Rezensionsexemplar!

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Kingdom Builder

„Ich als euer König erlasse die Order, dass im Osten an den Ausläufern des Gebirges auf der Blumenwiese eine neue Siedlung errichtet wird“
„Kommt nicht in Frage. Wir bleiben da!“
„Wie könnt ihr es wagen eurem Herrscher zu widersprechen!“
„Auf einer Blumenwiese? Wissen’s net wie es da von Insekten wimmeln wird? Da muss man sich wahrscheinlich impfen lassen. Übernehmen sie die Kosten dafür?
„Nein…ich bin…“
„Gusch…Jetzt red i. Die ganze Verwandschaft hat si scho hier angsiedelt. I hab Pay TV, a paar Tageszeitungen und Rabattkarten für alle Supermärkte die’s da gibt. Gibt’s das dort a?“
„Nein aber …“
“ Leitln! Wir bleiben do. Im Dominion gibts heute BBQ!“
„YEAH!!!“

Eckdaten

Autor: Donald X. Vaccarino
Illustrationen: Oliver Schlemmer
Verlag: Queen Games (Verlagsseite)
Erscheinungsjahr: 2011
Spieleranzahl: 2-4
Dauer: 30-60 min
Schachtelgröße: 29,8cm x 29,8cm x 8,5cm
Preis: 15 – 40 €

Ausstattung

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Das Spiel besteht aus 8 Planteilen, ca 120 Holzteilen ein wenig Pappe und einigen Karten. Alles von sehr guter Qualität. Was ich noch positiv hervorheben möchte ist die ausreichende Anzahl an Beuteln um die Siedlungen nach Farben getrennt einzusortieren. Da können sich manch andere Spiele eine Scheibe abschneiden.

Grafische Gestaltung

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Ein optisches Highlight ist Kindom Builder nicht unbedingt aber die Grafik ist gut und auf dem Spielplan findet man manchmal kleine Details. Nett. Die Symbolsprache ist auch sehr gut verständlich. Die Zählleiste auf der Rückseite ist nicht unbedingt ein Hingucker.

Aufbau

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Das vorgeschlagene Spielfeld für die 1. Partie

Spielfeldgröße: 64cm x 60cm für das Spielfeld und evtl. ein bisschen was für die Spieler
Aufbauzeit: ca 2:00min

Thema

In Kingdom Builder geht es darum ein Königreich zu bauen . Wer hätte das gedacht 🙂
Das Thema ist aber nicht unbedingt das wichtigste im Spiel. Im Kern ist es eher abstrakt.

Besonderheiten

Ziel des Spieles ist es das meiste Gold zu sammeln. Den Großteil des Goldes bekommen wir bei Spielende für das erfüllen der Kingdom Builder Karten. Von diesen werden zu Spielbeginn 3 gezogen. Jede hat eine andere Bedeutung und liefert für andere Dinge Gold.

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Die drei vorgeschlagenen Kingdom Builder Karten für die 1. Partie

Ist man am Zug so zieht man eine Geländekarte. Auf dieser Geländekarte müssen wir nun 3 eigene Siedlungen errichten. Wenn möglich, muss angrenzend gebaut werden. Dh. haben wir eine Siedlung die an ein freies Geländefeld dieses Typs angrenzt, müssen wir unsere Siedlungen dahin setzen.

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Ich habe einen Wald gezogen. Da neben meinen bereits gesetzten Siedlungen ein freies Waldfeld ist, muss ich meine Siedlungen dorthin setzen.

Neben dieser Pflichtaktion können wir eventuell Nebenaktionen durchführen. Auf jedem der 4 Quadranten befinden sich auch Ortsfelder. Errichten wir eine Siedlung neben einem Ortsfeld nehmen wir eines der 2 Plättchen in unseren Vorrat (sofern vorhanden). Dieses Plättchen können wir nun 1 Mal pro Zug einsetzen um vor oder nach der Pflichtaktion eine entsprechende Bonusaktion durchführen zu können. Das variiert natürlich von Plättchen zu Plättchen. Man kann so zusätzliche Siedlungen platzieren oder sie verschieben.

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Auf jedem Quadranten findet man eine andere art von Ortsfeld. Hier gibt es z.B. Oasen, mit deren Hilfe wir pro Runde eine zusätzliche Siedlunge auf einer Wüste errichten können.

Dann zieht man wieder eine Geländekarte und schon ist der nächste dran. Wenn einer alle Siedlungen verbaut hat gehts noch bis zum Startspieler und danach werden die Kingdom Builder Karten der Reihe nach abgearbeitet.

Einstieg & Wiedereinstieg

Regelumfang: Das waren fast alle Regeln
Einarbeitungszeit: Sehr kurz. Die Regel ist sehr gut geschrieben.

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Für jedes Ortsfeld gibt es noch ein Plättchen, dass an den Spielplan angelegt wird. Es zeigt die Regel und dient so als Erinnerung.

Es gibt im Netz ein paar Regelvarianten die vorschlagen man soll doch zwei Geländekarten ziehen und eine auswählen. „Damit man mehr Optionen hat“. Davon halte ich wenig bis gar nichts. Ich finde es führt nur dazu, dass man schlampiger seine Siedlungen setzt. Bei einer Geländekarte muss man manchmal länger überlegen, wo ich eine neue „Front“ aufmache. Bei zwei – Finger kreuzen und hoffen eine passende Karte zu ziehen.

Preis/Leistung

Dieser Punkt ist nicht ganz so einfach zu beantworten, weil die Preisspanne doch etwas ungewöhnlich ist. Wenn man Glück hat bekomt man es fast nachgeworfen. 15€ ist wirklich ein No Brainer.
Würde ich 40€ dafür bezahlen? Ehrlich gesagt: Nein. Soviel kostet die El Grande Big Box und da ist schon mehr drin.
Nehmen wir einen Preis der irgendwo in der Gegend von 24-28€ liegt. Dort liegen auch Spiele wie Catan oder Carcassonne.
Das würde für mich passen.

Meine Meinung

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Auf der Rückseite jedes Planteils befindet sich eine Zählleiste.

Neutral finde ich das Thema. Einerseits finde ich die Pflicht zum angrenzenden Bauen doch irgendwie thematisch, der Rest aber … naja … es bleibt ein eher abstraktes Spiel. Was für mich aber nichts negatives ist. Was ebenfalls nicht unbedingt „Spiel Mich!“ schreit, ist die Zählleiste. Funktional. Mehr ist dazu nicht zu sagen.

Den Rest finde ich Klasse. Das hatte ich anfangs nicht erwartet. Die meisten Rezensenten haben das Spiel nicht grade mit Lob überschüttet. Durschnittswertungen waren meist an der Tagesordnung (Irgendwas scheint das Spiel doch was an sich zu haben. Immerhin gibt es 4 große Erweiterungen). Meine ersten Erfahrungen mit Kingdom Builder waren auch eher mittelmäßig und ich war etwas enttäuscht. Damals war Dominion mein Spiel Nr. 1 und ein weiteres Spiel vom selben Autor? Wuhu! Aha … man zieht eine Karte und setzt 3 Häuschen auf den Spielplan … Das wars o.O ?
Sehr simpel und auch noch so glückslastig…

Tja. da hab ich mich getäuscht. Ja natürlich ist auch Glück dabei, aber das erleichtert den Einstieg in das Spiel um einiges. Sonst wäre es beinahe wie bei Go beim ersten Zug. Jeder der Go gegen einen erfahreneren Spieler gespielt hat, weiß wahrscheinlich was ich meine. Man hat als Anfänger gar keinen Plan. Dann macht man doch irgendwann seinen Zug und schon hat man das Gefühl einen Fehler gemacht zu haben.
Die Geländekarten schränken diese Auswahl ein, was schon Mal eine große Last von den Schultern nimmt. Das heißt aber nicht, dass es keine Entscheidungen zu treffen gibt..

Durch die Kingdom Builder Karten und die ausliegenden Plättchen ist die Herangehensweise immer eine andere. Manchmal versucht man ein riesigen Siedlunghaufen in der Mitte zwischen den 4 Quadranten zu machen. Dann wieder das komplette Gegenteil.usw. Auch die Kombination der Plättchen ist interessant. Jedes Plättchen kann man normalerweise 2 Mal haben. Das sind theoretisch 8 zusätzliche Aktionen die man hat. Meistens hat man aber eher nur 3-6 Plättchen. Ob man die jetzt vor oder nach der Pflichtaktion einsetzt oder ob es vielleicht besser ist diese Runde auf sie zu verzichten, regt zum Denken an ohne überanzustrengen. Es macht Spaß, weil man richtig gute Züge machen kann. Zuerst ärgert man sich über die Geländekarte aber dann … wenn ich zuerst das einsetze um das zu verschieben, dann das um zuerst ein Plättchen daneben zu setzen, dann setz ich meine 3 Häuschen und jetzt..etc…Grade für Einsteiger die es in Spielen nicht gewohnt sind sich ihren Zug quasi zusammen zu basteln, ist das interessant

Das Spiel ist ein gutes „Gateway Game“. Für mich sind das einsteigerfreundliche Strategie/Taktikspiele die man aber auch mit erfahrenen Spielern spielen kann. Eben weil man es so ernst und so locker spielen kann wie man möchte. Je nach Gruppe fühlt es sich dann anders an. So ähnlich wie bei Carcassonne. Wenn ich das mit meiner besseren Hälfte spiele, ist es meistens ein freundliches nebeneinander. Wenn ich das mit der Stammgruppe spiele, würde ich mich nie trauen eine Kathedrale in meine Stadt zu setzen 🙂 – wenn ihr wisst was ich meine?
So ist es auch hier. Ich kanns locker aus dem Bauch heraus spielen. Das setzen der Häuser an sich hat ja schon was schönes. Ich kann aber auch mehr Hirnschmalz in jeden Zug stecken um das Maximum rauszuholen.

Was mir noch gefällt ist der Humor. Was Humor? Hast du getrunken? … Ja ihr habt mich schon richtig verstanden. Genauso wie für mich die Original Einleitungen in Dominion sagen – nehmt das nicht so ernst und habt Spaß- sind es hier die Geländekarten. Man hätte ohne Probleme alle Geländearten von Catan kopieren können. Wäre nicht das erste Mal und für die meisten Spieler auch nachvollziehbar. Aber nichts sagt so sehr „Pfeif drauf“ wie Blumen und Canyons. Ich stell mir vor wie Donald das dem Verlag vorgeschlagen hat und die gemeint haben: Wie soll man denn eine Stadt in einem Canyon bauen und was bitte sollen Blumen für eine Geländeart sein? … Hey! Immerhin kann man sie farblich gut von den anderen unterscheiden … 🙂 Hach Kopfkino. Jedes Mal wenn ich so eine Blumenwiese ziehe muss ich schmunzeln.

Ich schätze dieses Spiel sehr, weil ich es mit allen Spielergruppen spielen kann. Für die Veteranen nehme ich aber lieber Erweiterungen dazu. Von denen gefällt mir die Crossroads sehr gut. Nomads find ich ein wenig fummelig. Marshlands konnte ich leider noch nicht ausprobieren. Aber für den Anfang reicht das Grundspiel. Wenn man es sehr mag und oft spielt, kann man dann aufstocken.

Das Grundspiel bekommt von mir ein Gut+

Empfehlung

Wen es nicht stört, dass es doch ein ruhiges und abstraktes Spiel ist und wer ein wenig Glück nicht abgeneigt ist, sollte sich es auf alle Fälle mal anschauen.Egal ob man Einsteiger oder Spieleprofi ist.
Wers sich ganz sicher sein will, kann sich für 3€ die App herunterladen und die ausprobieren. Das ist ein recht guter Kennenlernpreis. Vielleicht mach ich dazu auch mal eine Rezension…

Skull

Heute treiben wirs mal ganz verrückt. Üblicherweise rezensiere ich nur Spiele, die derzeit auf deutsch erhältlich sind. Skull ist eine Ausnahme und soviel kann  ich schon sagen … das ist schade. Andererseits kann man das Spiel auch mit anderen Karten spielen, die man wahrscheinlich zu Hause hat. Das rockt … apropos Rocken … schauen wir uns mal das Spiel an.

Eckdaten

Autor: Hervé Marly
Illustrationen: Thomas Vuarchex
Verlag: Lui-même im Vertrieb von Asmodee (Verlagsseite)
Erscheinungsjahr: 2011
Spieleranzahl: 3 – 6
Dauer: ca 15min
Schachtelgröße: 13,3cm x 13,3cm x 5,4cm
Preis:nicht auf deutsch erhältlich

Ausstattung

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Das Spiel besteht nur aus Pappe. Insgesamt sind es 24 runde Pappmarker und 6 eckige … die Qualität ist richtig gut.

Grafische Gestaltung

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Ich glaube die Illustrationen sprechen für sich. Psychedelische Totenköpfe … Sehr einzigartig. Mir gefällts

Aufbau

Spielfeldgröße: Geh bitte ..
Aufbauzeit: *rofl*

Thema

Die Legende besagt, dass Bikergangs ihren Anführer so bestimmt haben, dass sich diese von einem Motorrad ziehen lassen haben. Derjenige der als letztes noch dabei war, wurde Anführer. Irgendwann ist man dann zur Erkenntnis gekommen, dass das doch irgendwie gefährlich ist. Deswegen hat man dann ein Spiel erdacht, dass diesen Prozess etwas ungefährlicher simuliert.

Besonderheiten

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Rosen und Totenschädel einer Farbe … Jede ist anders gestaltet.

Jeder Spieler bekommt 4 Runde Scheiben. 3 zeigen Rosen und 1 zeigt einen Totenschädel. Beginnend mit dem Startspieler wählt jeder eine Scheibe aus und legt sie auf seine eckige Ablagescheibe.

Hat jeder eine platziert können ab jetzt entweder weitere Scheiben platziert werden oder man kann, wenn man der Reihe ist, eine Herausforderung starten. Hierfür nennt man einfach eine Zahl. Die nächsten Spieler können erhöhen oder passen. So wandert das ganze am Tisch herum, bis alle gepasst haben und ein Spieler ran muss.
Die genannte Zahl gibt die Anzahl der Scheiben an, die man glaubt wenden zu können, ohne einen Totenschädel aufzudecken.

Dabei muss man zuerst alle eigenen Scheiben umdrehen. Ab jetzt hat man die freie Wahl von welchem Spieler man wieviele wendet. Gelingt es, so wendet man sein Tableau und hat einen Punkt. Hurra! Einmal noch die Herausforderung bestehen und man hat gewonnen.
Hat man verloren so darf der Spieler, dessen Totenschädel man erwischt hat, eine der Scheiben verdeckt aus dem Spiel entfernen. Hat man keine Scheiben mehr, ist man draußen.

Einstieg & Wiedereinstieg

Regelumfang: Das waren 95% der Regeln
Einarbeitungszeit: Nach der ersten Partie gewinnt man schon etwas ein Gefühl für die Herausforderung 🙂

Achja noch etwas: In der Spielregel steht, dass das Bieten der Reihe nach erfolgen soll. Ich würde sagen – versucht doch einmal Wildes Bieten. Dh. es kann sofort irgedwer das Gebot erhöhen 🙂

Preis/Leistung

Hier kommt der beste Punkt. Man muss sich nicht die doch etwas teure französisch/englische Version schicken lassen. Obwohl sie echt schick aussieht.
Man kann das Spiel ohne irgendwas mit Materialien spielen die man daheim herumstehen hat. Ein Jolly Blatt z.B. Jeder Spieler bekommt einen Joker anstatt des Totenschädels und irgendwelche anderen Karten….oder Uno Karten oder man nimmt Bierdeckel  … oder leeren Karton aus dem man gleiche Kärtchen ausschneidet und ein paar X malt. Es ist eigentlich egal, solange man die Rückseiten nicht unterscheiden kann und es klar ist was der Totenschädel ist.

Meine Meinung

Sollte man es bis jetzt noch nicht gemerkt haben … ich mag dieses Spiel wirklich sehr.
Als ich zum ersten Mal die Regeln des Spieles in einem Podcast gehört habe, dachte ich mir: Was? Das kann doch nicht alles gewesen sein? Das kann doch nicht Spaß machen. Ich hab dann auf das Spiel vergessen, bis ich es wieder auf einem Blog gesehen habe … In einer Gruppe hab ich’s dann mit der Jollykarten Variante ausprobiert und siehe da … es ist richtig richtig gut.

Ich habe, wie viele andere wahrscheinlich, während des Pokerhypes auch Poker gespielt. Da hatte ich immer das Bild aus alten Western vor Augen, wo sich die Spieler gegenüber gesessen sind und sich tief in die Augen gestarrt haben. Spannung, Knistern, Bluffen.
Naja die Wahrheit über Poker war dann etwas ernüchternd. Am besten sieht man das in den Fernsehübertragungen wo dann immer dabei gestanden ist, dass die Chance zu gewinnen grade von 15% auf 17,5% gestiegen ist … Wow! Wahnsinn! … Wie …langweilig.Wenn man Poker locker runterspielt hat es manchmal diese Spannung. Aber erfolgreich wird man so nicht. Will man erfolgreich sein, geht es an die Zahlen und das ist eben mit dem Bild aus den alten Filmen für mich nicht vereinbar.

Aber ich rede so viel über Poker .. was hat das ganze mit Skull zu tun? Es ist genau das was man so aus diesen alten Filmen kennt. Keine Wahrscheinlichkeiten, keine langen Wartezeiten nach dem Ausscheiden (wenn man überhaupt ausscheidet – ist mir noch nie passiert), kein Potmanagement, kein Kartenmischen und kein Philosophieren wie man die Karten am besten auslegt. In jeder Runde. Spannung & Spass. Permanent.

Hier haben wir den richtigen, urigen Kern. Man spielt in Wirklichkeit nicht das Spiel sondern die Mitspieler. Das beginnt beim ersten Auslegen. Man schaut auf seine „Karten“, obwohl man in Wirklichkeit beobachtet, wie sich die Mitspieler verhalten. Ich mein … was soll man in der eigenen Hand auch großartig überlegen. Man hat nur zwei verschiedene Typen von Karten. Die Spannung wenn man während der Herausforderung überlegt von wechem Stapel man die Karte umdreht ist schon super. Da Knistert es. Man schaut die anderen genau an … „Ist das ein Totenschädel? Du wirst mich nicht mögen, wenn das ein Totenschädel ist“ „Also die erste Karte war einer aber das ist keiner“ „Hmm…warum hast du dich grade am Kopf gekratzt?“ „Nur so“ … „So. nur so“ …Wirklich unterhaltsam.

Ob das ganze glückslastig ist hängt meiner Meinung nach sehr stark von den Mitspielern ab. Und um ehrlich zu sein, ist mir das auch egal. Es macht einfach Spass.

Für mich eines der besten Bluffspiele überhaupt. Ja ein wenig Strategie ist manchmal da aber zu 90% ist es ein Spiel bei dem es nur um die Mitspieler geht. Das macht es zu einem schönen Abschluss eines Spieleabends oder wenn Freunde zu Besuch da sind oder jetzt sofort. Noch schnell die Rezension fertig schreiben und kurz ein paar Nachrichten verschicken und schon kanns losgehen.

Meine Wertung: Klares Sehr gut.

Empfehlung

Wenn man Mitspieler hat die auch gerne mal das eine oder andere Wort am Tisch sagen und nicht nur schweigend in ihre Karten starren, empfehle ich euch: versucht es. Mehr als 3 Leute ist für den Anfang aber besser.

Wie schon gesagt. Man kann es einfach ausprobieren und da es nicht im Druck ist, muss man kein schlechtes Gewissen dabei haben.