Schlagwort-Archive: 2014

Cosmic Encounter (fast spoilerfrei ;) )

Heute stell ich euch eines meiner Lieblingsspiele vor. Gleichzeitig ist es auch das älteste „moderne“ Brettspiel in meiner Sammlung und auch eines der einflussreichsten Spiele in der ganzen Branche. Das sind schon Mal viele Vorschusslorbeeren…

Eckdaten

Autor: Bill Eberle, Jack Kittredge, Peter Olotka, Bill Norton
Illustrationen: Viele
Verlag: Fantasy Flight im Vertrieb von Heidelberger Spieleverlag bzw. Asmodee  (Verlagsseite)
Erscheinungsjahr: 2014 (Orginalauflage 1977)
Spieleranzahl: 3-5
Dauer: ca 20min pro Spieler
Schachtelgröße: 29,6cm x 29,6cm x 7,2cm
Preis: ca 40-45€

Ausstattung

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Im Spiel enthalten sind viele Plastik UFO’s, superdickes Pappmaterial und gute Karten.

Grafische Gestaltung

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Die Alienkarten sind herrlich skurril und die Planetensysteme schön gestaltet. Was mich stört ist, das im Grundspiel die Verhandelnkarten mit einem N (engl. Negotiate) gekennzeichnet sind. In der ersten Erweiterung gibt es stattdessen Karten mit einem V. Aber das sind Details…

Aufbau

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Spielfeldgröße: ungefähr 53cm x 20cm pro Spieler und etwas Platz für die Kartenstapel und das restliche Material
Aufbauzeit: ca 3:00 min

Thema

Aliens die sich im Weltraum ausbreiten. Wir sind Herrscher über eine Alienspezies. Jede davon hat eine besondere Eigenschaft, die sie von den anderen unterscheidet. Ich zeug euch Mal eine: Die Verlierer.

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Besonderheiten

Jeder Spieler bekommt eine Alienidentität, ein paar Karten und verteilt seine Schiffe gleichmäßig auf seinen Planeten. Ziel ist es auf anderen Planeten Fuß zu fassen.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Rot fordert den grünen Spieler heraus und hat einige Schiffe in den Warp gesetzt. Jetzt sucht man sich Verbündete.

Ein Spielzug in Cosmic Encounter läuft recht einfach ab. Der aktuelle Spieler ist immer der Angreifer. Er deckt die oberste Karte des Schicksalsdeck auf. Sie bestimmt welches Planetensystem man angreift. Der Spieler dem dieses System zugeordnet ist, ist der Verteidiger. Der Angreifer bestimmt welchen Planeten des Systems er angreift. Dann setzt er 1-4 Schiffe in den Warp. Der Verteidiger darf keine seiner Schiffe aus dem System abziehen oder neue hinzufügen. Jetzt können Angreifer und Verteidiger Verbündete unter den anderen Spielern suchen und verhandeln. Jeder Verbündete darf 1-4 Schiffe zum Kampf beisteuern.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Die Herausforderungskarten bestimmen den Ausgang der Herausforderung

Ist das erledigt wählt der Angreifer und der Verteidiger jeweils eine der Herausforderungskarten aus und legt sie verdeckt ab. Je nachdem was aufgedeckt wird ergeben sich andere Ausgänge.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Mit Verstärkungen kann man nach dem Aufdecken noch das Ergebnis beeinflussen. Artefakte machen besondere Dinge.

Wenn der Angreifer erfolgreich war ist er nochmal an der Reihe. Spätestens nach 2 Herausforderungen ist der nächste Spieler dran. Tja und das geht solange bis ein Spieler 5 Kolonien besitzt. Es ist durchaus möglich dass mehrere Spieler gewinnen

Einstieg & Wiedereinstieg

Regelumfang: Die Grundregeln sind recht simpel
Einarbeitungszeit: Beim Erlären sollte man viel Wert auf die Begriffe und Phasenbezeichnungen legen. Hauptspieler, Mitverbündeter etc. Das erspart später viel Sucherei. Für das erste Spiel würde ich auf alle Fälle empfehlen mit 4 Planeten und ohne Manöverkarten zu spielen. Hat man den Spielfluss drauf, sollte man sie aber auf alle Fälle wieder mit rein nehmen.Sonst geht einem einiges ab 🙂

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Jede Alienrasse hat eine spezifische Manöverkarte die auch im Nachziehstapel zu finden ist. Diese kann man immer wieder einsetzen.

Das Spiel kommt sogar noch mit ein paar Varianten. Die Variante der geheimen Identiäten gefällt mir besonders gut. Dort hält meine seine Identität so lange geheim bis man die Fähigkeit das erste Mal nutzt. Das ist thematisch richtig schön. Man nimmt Kontakt mit einer anderen Spezies auf und weiß eben nocht nicht genau, was sie alles kann.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Eine weitere Variante: Artefakte. Das sind besondere Projekte 🙂

Preis/Leistung

Material? Sehr gut. Abwechslung? oooh ja und wie 🙂
Es gibt auch einen ordentlichen Batzen an Erweiterungen aber ich finde, das Grundspiel reicht eine ganze Weile aus.

Meine Meinung

Was soll man zu einem Spiel sagen, dass schon seit 1977 im Druck ist?
Cosmic Encounter ist DAS Vorzeigekind wenn es um Bluffen, Verhandeln, Intrige und eine Tonne unausbalancierter Spezialfähigkeiten geht. Unausbalanciert? Kann doch keinen Spaß machen. DOCH und wie. Eine starke Alien Fähigkeit zu haben ist zwar super aber irgendwie heftet man sich auch eine riesige galaktische Zielscheibe an den Rücken. Ziel ist es die anderen davon zu überzeugen, dass man eigentlich harmlos ist aber Christian da drüben … der ist die echte Bedrohung  und man sollte ihn tunlichst nicht als Verbündeten nehmen.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Aber ist es nicht zu intrigant? Eigentlich nicht. Wenn man den anderen in den Rücken fällt geschieht das aus pragmatischen Gründen. Es ist zwar theoretisch möglich, dass sich jemand weigert sich mit jemand anders zu verbünden aber ich hab das noch nieeee erlebt. Als Angreifer kann man sich das Ziel nicht aussuchen und wer keine Verhandelnkarte hat, kann man auch keine auswählen. Es ist nicht so, dass ich mich von den anderen betrogen bzw. hintergangen fühle, wenn mich alle angreifen … sie wissen ja auch nicht, dass ich eine +30 Karte habe … Tritt ein in meinen Salon, sagte die Spinne zur Fliege … muhahaha 😉

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Nochmal zu den Spezialfähigkeiten. Schon bei Auf den Spuren von Marco Polo hab ich erwähnt wie irre dort die Fähigkeiten sind. Das ist Pippifax wenn man es mit den Fähigkeiten der Aliens hier vergleicht. Ich will nicht zuviel „spoilern“, weil ich glaube, dass es viel mehr Spass macht, wenn man ein Alien unerwarteterweise in Aktion erlebt (spielt mit geheimen Identiäten!). Ich habe sie mir auch nicht angeschaut wie ich das Spiel bekommen habe, so war es für alle eine Überraschung. Einige hab ich auch noch nie im Spiel gesehen. Da kenn ich nur die Grafiken 🙂 Es sind Sachen dabei wo man sich denkt … nein gibt’s nicht. Einige davon fühlen sich nach Schummeln an. Das mein ich wortwörtlich. Andere bringen ordentlich viel Verwirrung rein. Wie z.B. die Verlierer oben. Verlierer sind auf einmal Gewinner und umgekehrt. Das ist eine Spezies … Jetzt fügt man noch 3 dazu und auf einmal ist es nicht mehr ganz so sicher wie das ausgehen wird

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Es kommt immer wieder zu netten Wechselwirkungen zwischen den Fähigkeiten. Hab ich schon erwähnt, dass da 50 (ja 50!) verschiedene Alien Identitäten drin sind. Selbst in Vollbesetzung braucht man also 10 Partien um überhaupt alle in Aktion zu sehen. Geschweige denn die Wechselwirkungen. Ich steh auf Abwechslung..das kann mir doch nur gefallen! Warum hab ich bitte so lange gewartet mir das zuzulegen…

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Was gefällt mir sonst noch? Die Alienrassen sind farblich codiert. Grün … gut für Anfänger und nichts zu extremes. Gelb für Fortgeschrittene und Rot bedeutet. Hier wird das Spiel stark verändert.

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Die größte Stärke des Spieles kommt aber noch. Es erzählt eine Geschichte. Das unterscheidet es von handelsüblichen Strategiespielen die man sonst so im Schrank stehen hat (zumindest in meinem). Dort gibts am Ende meistens eine Punkteabrechnung und eine Seite gewinnt. Fair. Aber es gibt Tage da will man einfach etwas anderes.

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Etwas… Epischeres … was aber trotzdem nicht zu lange dauert und auch halbwegs anfängerfreundlich ist. Man feilscht und verhandelt … bezichtigt sich gegenseitig …Allianzen wechseln am laufenden Band… dann grätscht einer mit seiner Fähigkeit rein und am Ende … in der letzten Herausforderung … hängt alles von EINEM Kampf und EINER Karte ab. Großes Sternenkino. Ob man am Ende gewinnt, sich den Sieg teilt oder verliert ist da eigentlich nur Nebensache.

Sehr gut mit Sternchen.
Eines meiner Top3 Spiele und ich sehen nicht, dass sich das in nächster Zeit ändert.

Empfehlung

Wer ein Spiel abseits von Strategietiteln für seine Sammlung sucht, dass immer wieder anders ist und seinen Fokus auf dem „miteinander was Erleben“ hat, kann bedenkenlos zugreifen.

 

Advertisements

Port Royal

Wir sind im Hafen von Port Royal angekommen und versuchen mit unserem bescheidenen Bargeld über die Runden zu kommen und uns eine glänzende Zukunft aufzubauen. Doch wie wird diese Zukunft aussehen? Händler? Pirat? Politiker? Oder werden wir doch nur der Witzbold des Ortes sein?

Eckdaten

Autor: Alexander Pfister
Illustrationen: Klemens Franz
Verlag: Pegasus Spiele (Verlagsseite)
Erscheinungsjahr: 2014
Spieleranzahl: 2- 5
Dauer: 20 – 50min
Schachtelgröße: 18,2cm x 13,4 cm x 4,2cm
Preis: ca 10€

Ausstattung

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Port Royal Ausstattung

Das Spiel wird mit Karten von guter Qualität geliefert. Sonst braucht man nichts.

Illustrationen

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Schachtelgrafik

Die Illustrationen der Karten gefallen mir sehr gut. Piratenfeeling aber dabei nicht düster. Passt sehr gut zum Spiel

Aufbau

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Spielende bei drei Spielern

Spielfeldgröße: Schwer zu sagen … Spielerauslage ca 30cmx20cm und die gemeinsame Auslage ist sehr variabel in der größe. Ich würde aber sagen ca 50cm x 30cm sollten reichen
Aufbauzeit: Karten mischen und los gehts

Besonderheiten

In diesem Spiel geht das darum die meisten Punkte zu machen. Die letzte Runde wird eingeläutet, wenn ein Spieler 12 Punkte erreicht hat. Punkte gibt es für ausliegende Personen und erfüllte Aufträge.

Besonders ist, dass die Karten mehrere Verwendungsmöglichkeiten haben. Karten die mit der Rückseite ausliegen sind Goldmünzen. Mit ihnen bezahlt Personen. Auf der Vorderseite sind sie Personen die Fähigkeiten haben, Schiffe die Geld bringen, Aufträge die Punkte bringen oder das was jeder waschechte Pirat fürchtet: Steuereintreibungen!

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Der Zug des Spielers ist vorbei – er hat zwei schwarze Schiffe aufgedeckt

Ist man am Zug deckt man Karten vom Nachziehstapel auf. Das kann man solange machen, bis man zwei Schiffe in der gleichen Farbe aufdeckt. Dann ist der Zug leider vorbei, ohne dass man etwas kaufen konnte. Man räumt die Auslage ab und der nächste ist dran.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Schiffe bringen unterschiedliche Geldbeträge und können auch abgewehrt und abgeworfen werden, wenn man eine bestimmte Anzahl von Säbeln gesammelt hat. Schiffe mit einem Totenkopf können nicht abgewehrt werden

Hat man freiwillig beschlossen aufzuhören, so darf man entweder ein Schiff aus der Auslage nehmen und zieht dem Wert entsprechend verdeckt Karten vom Stapel als Geld oder man gibt Geld ab und nimmt sich eine Personenkarte aus der Auslage. Hat man vier bzw. fünf verschiedene Farben an Schiffen ausliegen, darf man sogar zwei bzw. drei Karten nehmen. Ist man fertig sind die anderen Spieler an der Reihe, eine Karte aus der Auslage zu kaufen. Sie müssen nur eine Münze mehr an den Spieler abgeben, der die Reihe aufgedeckt hat.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Drei unterschiedliche Aufträge. Man gibt Personen mit den aufgedruckten Symoblen ab und bekommt dafür Goldmünzen und Punkte.

Im Laufe des Spieles werden immer mehr Aufträge aufgedeckt. Hat man die benötigten Symbole in der Auslage, kann man sie gegen einen Auftrag tauschen. Je nachdem ob man die Variante spielt, ist die Erfüllung eines Auftrages verpflichtend.

Einstieg & Wiedereinstieg

Regelumfang: recht wenig
Einarbeitungszeit: ein wenig Zeit zur Erklärung aller Personen, sollte man sich nehmen. Sonst wars das. Eine andere wichtige Info – die Anzahl der Schiffe mit wievielen Säbeln in welcher Farbe – findet man praktischerweise auf den Karten.

Meine Meinung

Port Royal gefällt mir sehr gut. Dieses taktische Zockerspielchen ist aus den Runden gar nicht mehr wegzudenken. So simpel und doch immer wieder anders. Das beginnt schon beim Aufdecken der Karten. Wann hört man auf? Wer schon einmal über 20 Karten aufgedeckt hat, weil man in diesem Zug unbedingt mehr Karten kaufen muss, weiß wie schwer aufhören ist. Manche decken aber nur für sich selber auf. Das ist ein etwas strategischer Ansatz. Mir persönlich gefällt die Variante, in der man einen Auftrag haben muss, viel besser. Ansonsten kaufen die Spieler nur die Karten mit den Fähigkeiten, die ja viel „cooler“ sind als langweilige Symbole. Sehr wichtig im Spiel ist das Timing. Zahlt es sich wirklich noch aus Geld in einen weiteren Matrosen zu investieren oder ist die Zeit gekommen, massiv Punkte zu machen.
Zu zweit ist es in Ordnung aber ab drei Spielern gefällt es mir doch um einiges besser. Mehr unberechenbare Mitspieler 🙂

Überaus unterhaltsames Kartenspiel. Sehr gut

Empfehlung

Jeder der keine Probleme mit der Zockernatur des Spieles und einem hohen Taktikanteil hat, sollte es sich zumindest ansehen. Es kostet nicht die Welt und braucht auch nicht viel Platz.

Colt Express

Wir machen uns auf eine Reise in den Wilden Westen. Das Leben als Ganove ist ein leichtes. Überall im Land fahren unbewachte Züge herum, die einen Haufen Geld transportieren. Das ist schon quasi eine Einladung. Wie auf einen Sightseeing Bus hüpfen wir auf, schnappen die Beute und hüpfen wieder runder…Blöderweise scheint sich das herumgesprochen zu haben und auch andere Banditen versuchen ihr Glück. Das können wir natürlich nicht auf uns sitzen lassen!

Eckdaten

Autor: Christophe Raimbault
Illustrationen: Jordi Valbuena
Verlag: Ludonaute im Vertrieb von Asmodee (Verlagsseite)
Erscheinungsjahr: 2014
Spieleranzahl: 2 – 6
Dauer: 30 – 50 min.
Schachtelgröße: 29,9cm x 29,7cm x 7,6cm
Preis: 20 – 30 €

Ausstattung

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Colt Express – Ausstattung

Im Spiel enthalten ist neben etlichen Karten von sehr guter Qualität viel Pappe. Darunter findet man die Beutestücke und die Einzelteile des Zugs. Den muss man aber erst zusammen bauen (dauert ca 10 – 20 min). Zusätzlich gibts viel Dekomaterial. Kakteen und Felsen die man aufstellen kann. Spielerischen Nutzen haben die nicht. Sie verschönern nur die Landschaft. Tableaus für die Spieler und Meeple runden das Gesamtpaket ab.

Illustrationen

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Mit jeder Patronenkarte leert sich das Magazin (hier Spieler Grün)

Die Illustrationen sorgen für viel Flair. Die Patronenkarten z.B. zeigen genau an, wieviele Patronen noch in der Kammer sind. Das wäre eigentlich nicht notwendig. Die Ikonographie ist auch sehr eingängig.

Aufbau

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Spielaufbau für vier Spieler

Spielfeldgröße: Spielertableau 19cm x 21cm. Zug mit Auslage bis zu 80cm x 20cm
Aufbauzeit: ca 2:30 (1.Partie)

Besonderheiten

Colt Express ist ein einfaches Planungsspiel. Das bedeutet, dass sich das Spiel im Prinzip in zwei Phasen gliedert. Zuerst gibt es eine Planungsphase. In dieser spielen die Spieler abwechselnd ihre Aktionskarten aus. Danach gibt es die Akionsphase. In dieser werden die ausgespielten Karten der Reihe nach abgearbeitet.

Jeder Spieler verkörpert einen Banditen. Diesem ist ein Satz Karten und eine Spielfigur zugeordnet. Jeder Bandit hat auch eine Spezialfähigkeit. Ziel ist es soviel Beute wie möglich zu machen.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
In der Lokomotive startet der Marshal und bewacht seinen Geldkoffer. Im Laufe des Spieles bewegen ihn die Spieler durch den Zug.

Doch Vorsicht der Marshal ist auch im Zug und vertreibt unvorsichtige Banditen aufs Dach und man muss zusätzlich eine neutrale Patronenkarte nehmen. Gut, dass man über das Dach des Zuges ausweichen kann.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Die Aktionen Bewegen. Damit bewegt man sich im Zug einen Waggon weiter. Auf dem Dach des Zuges bewegt man sich um bis zu 3 Waggons. Klettern: So kommt man aufs Dach und wieder in einen Waggon. Marshal: Man bewegt den Marshal um 1 Feld.

Es gibt sechs verschiedene Aktionskarte. Bewegen, Klettern, den Marshal bewegen, Prügelei, Schießen und Raub.

Noch kurz etwas zu den Patronen. Sie verletzen uns nicht wirklich. Nach jeder Runde mischen wir alle unsere Karten und ziehen eine neue Hand. Die Patronenkarten verstopfen unsere Hand, was die Aktionsmöglichkeiten einschränkt.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Prügelei: Einen Banditen im gleichen Waggon angreifen. Er verliert ein Beutestück und fällt in einen benachbarten Waggon. Schießen: Einem Spieler in einem benachbarten Waggon eine Patronenkarte geben. Raub: Ein Beutestück im gleichen Waggon aufheben.

Das Spiel geht über fünf Runden. Welche Karten im Spiel sind wird zufällig ausgewählt. Vier Stationenkarten und 1 Stoppkarte bilden den Stapel

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Die Rundenkarten. Es gibt drei Stoppkarten und für 3-4 bzw. 5-6 Spieler 7 Stationen

Eine Station besteht aus mehreren Aktionen (siehe Bild unten)

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Eine Station. Die Spieler spielen abwechselnd ihre Karten aus. die 1. Karte wird offen auf den Stapel gespielt. Die zweite Karte (Tunnelsymbol) verdeckt. In der nächsten Aktion spielt man zwei Karten hintereinander offen und die letzte Karte wird auch offen gespielt. Am Ende der Runde kommt an der Position des Marshals ein weiterer Geldkoffer ins Spiel

Am Ende der 5. Runde summiert man die ganze Beute. Derjenige Spieler der die meisten Patronen verschossen hat wird zum Revolverhelden gekürt und bekommt nochmal extra 1000$

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Colt Express – Ausstattung

Einstieg & Wiedereinstieg

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Die Rückseite der Anleitung. Hier findet man die Fähigkeiten aller Banditen und eine Beschreibung der Ereignisse.

Regelumfang: ca 4 Seiten
Einarbeitungszeit: Ca. Eine Viertelstunde

Auch hier haben wir wieder mein am liebsten kritisiertes Format für Spielregeln: Faltblätter. Es gibt so viele gute Anleitungskonzepte da draußen. aber sowas gefällt mir nicht. Das einzig gute ist, dass auf der letzten Seite die Spezialfähigkeiten aller Banditen und  der Rundenkarten erklärt werden. Das ist sehr schön. Nur wie gesagt. Das Format ist äußerst unhandlich.

Meine Meinung

Anfangs war ich sehr skeptisch ob mir „Colt Express“ zusagen wird oder nicht. Ich kann gar nicht mehr sagen, woran es lag. Ein Freund hat dann von mir das Spiel zum Geburtstag bekommen. Ich dachte, er ist Western Fan, da passt das schon. Und ich hatte recht! Wir haben’s dann gespielt und es hat uns sehr gut gefallen. Die Regeln sind recht kurz aber zur Sicherheit hab ich in der 1. Partie die Spezialfähigkeiten der Figuren weggelassen. Es waren ja viele Wenigspieler anwesend. Schnell hat sich das Chaos eingestellt, dass seither den Reiz von „Colt Express“ ausmacht. Diese schöne Verzahnung zwischen den ausgespielten Karten, Charakterfähigkeiten und den Rundenkarten. Ob ich das Spiel gewinne ist mir vollkommen egal. Hauptsache an jeder Ecke passiert was. Man überlegt … ich hol mir die Beute und dann rauf aufs Dach…nur um sich plötzlich zwischen den Fronten eines Feuergefechts wiederzufinden in dem man sich eine Kugel nach der anderen einfängt. Die Spezialfähigkeit des einen wirft uns daraufhin auf einen anderen Waggon, wo uns ein anderer Spieler etwas vermöbelt und wieder zwischen die Fronten wirft.
Das Glück ist natürlich recht hilfreich, wenn man eine neue Hand zieht aber für diese Art von Spiel, ist das eigentlich egal. Die grafische Aufmachung ist tiptop. Ob das Gestrüpp das man eigentlich nicht braucht oder personalisierte Aktionskarten oder die Patronen in der Kammer. Funktional unnötig aber sie machen sehr viel für den Flair des Spieles. Was stört mich?
Die Figuren sind manchmal nicht einfach zu greifen und zu bewegen. Anstatt der Papplättchen hätte ich mir 3D Holz- bzw. Plastikteile gewünscht. Die wären einfacher zu greifen gewesen. Was noch schön gewesen wäre, sind mehr Rundenkarten. So hat man relativ bald alles gesehen. Aber Ansonsten gibt es, von der Anleitung mal abgesehen, nicht wirklich was zu meckern. Und bei den einfachen Regeln braucht man diese nicht wirklich oft.

8 Gauner. Sehr gutes Spiel.

Empfehlung

„Colt Express“ ist definitiv nichts für Spieler, die schnell beleidigt sind oder alles genau geplant haben wollen. Das in einer Runde mal alles so läuft wie man es sich vorstellt, ist eher die Seltenheit und man wird manchmal viel Prügel einstecken. Das Spielende kann auch sehr unfair wirken. Da hat ein Spieler über 2000$ und ein anderer gar nichts. Aber darum gehts nicht. Es geht um filmreife Action. Je mehr Personen mitspielen desto besser ist es. Dh. zu zweit oder zu dritt … naja … da wäre es nicht meine 1. Wahl. Obwohl ich glaube, dass ich hier die 2 Spieler Variante bevorzugen würde, da hier vier Banditen im Spiel sind. Alle die Freude am Westernthema und dem Chaos haben, sollen sich „Colt Express“ zumindest anschauen.

Wertungsupdate Jan2016: Gut+