Schlagwort-Archive: 2016

51st State – Das Master-Set

Du bretterst mit deinem Spähtrupp durch die weite Wüste, vorbei an den Ruinen irgendeiner Großstadt deren Name schon seit Ewigkeiten vergessen ist. Plötzlich siehst du am Horizont etwas, dass wie eine kleine Ölpumpe mit Lager aussieht und ein paar Gestalten die dort herumlungern. Was machst du?

  • Du bietest ihnen an diese Ölpumpe weiter auszubauen, wenn sie sich dafür in deinen Staat integrieren.
  • Du bietest ihnen einen Handel an und bekommst von ihnen im Gegenzug regelmäßig Öl.
  • du plünderst das Ganze und nimmst alles aus dem Lager mit, was du kriegen kannst.

Eckdaten

Autor: Ignacy Trzewiczek
Illustrationen: Grzegorz Bobrowski
Verlag: Portal Games Deutschland im Vertrieb von Pegasus Spiele (Verlagsseite)
Erscheinungsjahr: 2016
Spieleranzahl: 1 – 4
Dauer: 45 – 90 min
Schachtelgröße: 29,5cm x 29,5 cm x 7,3 cm
Preis: ca 40€

Ausstattung

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Karten, Karten, Karten. Holzteile und Pappe. An der Qualität gibt es nichts auszusetzen. Die Schachtel wirkt voll aber das Inlay schummelt da schon ein bisschen.

Grafische Gestaltung

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Grandios. Passt perfekt zu dieser Mad Max / Fallout Postapokalypse.

Aufbau

Spielfeldgröße: 70x30cm + 50cm x 35cm
Aufbauzeit: ca 2:30min

Thema

Die Zivilisation wie wir sie kennen ist untergegangen. Wir versuchen auf dem Gebiet der heutigen USA einen neuen Staat zu errichten.

Besonderheiten

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Jeder Spieler kontrolliert eine Fraktion. Praktischerweise kann man das Fraktionstableau auf die Rückseite drehen und hat dort einen Anführer des anderen Geschlechts.

Genug gelabert. Wie funktioniert das Ganze? Das Spiel gliedert sich in meherere Phasen.

In der Erkundungsphase werden Karten aufgedeckt und der Reihe nach nimmt jeder eine. Dann wiederholt sich das ganze. Dieses Mal in umgekehrter Spielerreihenfolge.

In der Produktionsphase bekommt man die Ressourcen, Personen und und und ensptrechend der Produktionsgebäude die man hat, Handesabkommen (Deals) und den Ressourcen die die Fraktion die man spielt immer erhält.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Produktionsorte produzieren (wow). Das geht automatisch in der Produktionsphase. Ein offener Produktionsort kann während der Aktionsphase von einem Mitspieler verwendet werden. Dafür bekommt man dann was.

In der Aktionsphase führen die Spieler abwechselnd eine Aktion durch. Ich will nicht zu sehr ins Detail gehen und halte mich möglichst kurz.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Fähigkeiten sind passive Boni die man hat. Und Aktionen .. ja die geben einem besondere Aktionen.

Dabei spielen die Handkarten eine große Rolle. Man muss sich die Handkarten vorstellen wie … Möglichkeiten die du in der Weite dieser postapokalyptischen Welt entdeckst.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Mein Tableau. Produktionsorte kommen ganz nach oben. Zweite Reihe die Fähigkeiten und ganz nach unten kommen die Aktionen. Links im roten Schild sieht man die Kosten, wenn ein anderer Spieler diese Orte plündern will.

Für graue Kontaktplättchen kann man diese Gebäude/Personen in den Staat integrieren, mit blauen Plättchen schließt man Deals ab und mit roten Plättchen kann man ausplündern. Dabei gibt der auf der Karte angegebene Wert die „Entfernung“, kurz gesagt die Kosten an.

Apropos plündern. Man kann nicht nur die eigenen Handkarten sondern auch die Orte im Staat eines Mitspielers plündern. Hier hängen die Kosten von der Art des Gebäudes ab. Geplündert zu werden hört sich aber schlimmer an, als es ist. Man bekommt eine Ressource, dreht die Karte um und hat eine Ruine. Eine Ruine lässt sich mit ein bisschen Baumaterial wieder in eine beliebige Handkarte umbauen, ohne dass man dafür rare graue Kontaktplättchen braucht.
Achja Umbauen … das kann man auch. Jede Karte hat dabei eine oder mehr Kategorien. Wenn ich umbaue, muss normalerweise 1 Kategorie übereinstimmen, es sei denn, man hat wie oben eine Ruine. Dann pflanzt man einfach für etwas Baumaterial das andere Gebäude an die Stelle und bekommt als Bonus noch einen Siegpunkt, weil wir unseren Staat renovieren und Verfallenes wieder aufbauen.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Wenn ich einen Deal abschließe, wende ich die Karte und steck sie oben rein. Jetzt bekommt man jede Runde in der Produktionsphase die ausgehandelte Ware

Irgendwann will man dann nichts mehr machen und passt. Das sorgt dafür, dass man quasi aus der Runde aussteigt und die anderen Mitspieler mit den eigenen Karten und Ressourcen nicht mehr interagieren können.

Am Ende einer Runde muss man dann alle Ressourcen, Kontaktplättchen und Personen die man noch hat abgeben. Eine neue Runde beginnt.

Und wann ist das Spiel aus? Wenn einer 25 Punkte hat, spielt man noch die Aktionsphase fertig. Am Ende bekommt jeder für jedes Gebäude noch einen Punkt und aus.

Einstieg & Wiedereinstieg

Regelumfang: Ein paar Seiten aber man kommt relativ einfach rein.
Einarbeitungszeit: Ja … Am Anfang braucht es schon eine Weile, weil man die Karten eben nicht kennt und auch die Optionen gerne vergisst.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
So ähnlich kann das bei Spielende aussehen.

Preis/Leistung

Das Spiel enthält rund 200 Karten und etliche Holzteile bzw. Pappmarker.

Spielerisch ist es recht abwechslungsreich. Es sind auch zwei „Erweiterungen“ inkludiert. Von denen sollte man immer maximal eine verwenden. Bei beiden zusammen greifen die Grundideen der Erweiterungen nicht so stark.

Alles in allem ist es für 40€ wirklich in Ordnung.

Meine Meinung

Kommen wir zu den negativen Punkten. Es ist zwar löblich, dass nochmal der Spielablauf auf einem Blatt steht aber ich finde dieses schachtelgroße Format schon sehr unhandlich. Das Spiel braucht doch einiges an Platz (vor allem bei 3-4 Spielern) und da mit dem Blatt hantieren zu müssen ist störend. Ich hätte es bevorzugt, wenn jeder Spieler eine Karte bekommt wo nochmal kurz die Aktionen draufstehen, ohne große Erläuterung. Ich finde grade auf die Umbauoption vergisst man sonst anfangs gerne – und den Siegpunkt den es dafür gibt. Wie die einzelnen Aktionen ablaufen ist sonst ziemlich einfach aber man vergisst wie gesagt gerne auf einzelne Aspekte.

Einen hab ich noch. Ich bin etwas genervt von Schachteln mit viel Luft drin. Ich verstehe sie sehen schick im Regal aus aber wenn nicht mal die Hälfte der Schachtel voll ist und nur ein Kartoninlay da ist…aaaaah. 51st State ist auch ein Kartenspiel, dh. da kann man sich auch nicht auf den Spielplan ausreden. Wenn ein Inlay einem beim Sortieren hilft, ist mir es egal aber so? Da ist mir lieber man hat eine Schachtel in Carcassonne Größe, die aber bis oben hin voll ist…

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Geh da rein … du v…. Karte

Neutral? Es ist bei vielen Kartenspielen so, die mit einem Tableau arbeiten also auch hier. Karten unter Tableaus zu schieben ist manchmal nicht das einfachste auf der Welt. Grade dann, wenn man schon viele Deals hat.
Es gibt offene Produktionsorte die auch von Mitspielern genutzt werden können und man bekommt was dafür. Diese Orte sind auch schön als offene Produktionsorte zu erkennen. Was aber nicht so leicht zu erkennen ist, ist was dort produziert wird. Wenn man das Spiel 1-2 Mal gespielt hat, legt sich das aber.
Was manchmal stört ist die Übersetzung. Bei ein paar Karten ist die nämlich nicht so konsequent wie ich es gerne hätte. Da gibt es z.B. die Düstere-Visionen-Gang. Ok kann man machen … Andererseits gibt es die Iron-Gang. Was jetzt? Englisch oder Deutsch? Ganz in die Hose gegangen ist das beim Händerhermit, der eher Händlereremit heißen sollten … oder so ähnlich. Es ist aber nicht schlimm, weil es selten vorkommt. Beim Großteil passt es.

Das wars auch schon. Kommen wir zum Lob. Das restliche Grafikdesign gefällt mir sehr gut. Auch sonst sind keine Fragen zu Karten aufgetaucht. Das ist etwas, dass mich persönlich gewundert hat. Ignacy hat nicht nur einen schwer auszusprechenden Nachnamen (und ich bin auch zu faul um ihn von oben hierher zu kopieren), sondern hat auch die Tendenz zu sehr schwer lesbaren Anleitungen. An der Stelle möchte ich Robinson Crusoe schön grüßen. Hier hat man, zumindest in der deutschen Fassung, gute Arbeit geleistet. Regeltechnisch gibts hier nichts zu meckern. Die Illustrationen sind auch stimmig. Den Tonfall in der Anleitung kann man mögen oder nicht aber so wichtig ist das dann auch nicht, wenn die Infos alle da sind.

Spielmechanisch ist es interessant. Man sollte auf Effizienz spielen, weil man bei Zugende alles was man nicht verwendet hat, wieder abgeben muss. Du willst das haben was du auch verbrauchen kannst bzw. alles verbrauchen was du hast.
Zweiter wichtiger Punkt. Timing ist alles. Wann du was machst hat große Auswirkungen.

Das alles integriert sich sehr schön in die Spielwelt. In dieser Endzeit Welt sollte man jede Ressource als wertvoll erachten und über Vorteil und Nachteil nachdenken.
Ich finde das viel passender als noch bei Imperial Settlers, dem Vorgänger und irgendwie auch Nachfolger von 51st State.

Apropos Imperial Settlers. Ich finde das 51st State Master Set ist einsteigerfreundlicher obwohl es doch wesentlich martialischer aussieht als die knuffigen Kerlchen. Warum ist das so? Hier hat man ein gemeinsames Deck. Es hat zwar jeder eine Fraktionstafel aber die Unterschiede sind in keinster Weise so groß wie bei Imperial Settlers wo jede Fraktion noch ein eigenes Deck hat.
Wenn ich in einer Partie die Händlergilde spiele und danach die Mutanten, reicht eigentlich der Satz: Die einen können einfacher an Deals kommen und die anderen sind besser im plündern….Fertig. Einmal kurz über die Fähigkeiten geschaut: Ja passt. Ist klar.

Wenn wir schon vom Plündern sprechen, sollten wir auch über die Interaktion sprechen. Was im allgemeinen ein seltsames Thema ist. Was soll daran seltsam sein? Es ist wie bei allem im Spiel. Es kann von Partie zu Partie große Schwankungen geben.

In einer Partie hat man kaum Angriffe und in der anderen passiert es hingegen recht oft. Da kommt man einmal kaum an Öl (weil die Karten einfach nicht auftauchen) und schwuppdiwupp wird aus dem marginalen Fraktionsunterschied der Händlergilde ein nicht zu verachtender Vorteil, weil die anderen kaum Deals abschließen können. Letztes Mal wurden offene Produktionsorte häufig genutzt. Dieses Mal, so gut wie nie und es wird verdammt schwer an die grauen Mistplättchen zu kommen … aaah….etc. ihr wisst worauf ich hinauswill.
Hier spielt der Kartenstapel, die Verteilung und was die Spieler aus den gegebenen Möglichkeiten die größte Rolle.
Es wird aber nie ein „Ich erobere die Welt-Zack-Bumm-auf-die-Mütze“ Spiel werden. Das darf man nicht erwarten.
Warum plündert man? Einerseits weil man die Ressourcen haben will und andererseits weil man das Maschinchen der Mitspieler gezielt stören kann. Er produziert Öl und lagert es danach im Tanker für massig Punkte ein? Ein gezielter, vorbereiteter Angriff auf den Tanker und schon sieht die Welt anders aus. Ja er bekommt eine flexible Ruine mit Siegpunkt aber die Punkteproduktion wurde fürs Erste gestoppt, wenn er nicht grade eine ähnliche Karte aus dem Ärmel zieht. Anmerkung: Die Lagerung von Karten in Ärmeln ist untersagt.

Abschließend. Die Interaktion finde ich angemessen. Man kann die anderen Spieler stören, indem man ihnen Karten wegdraftet oder Gebäude plündert und hat die positive Interaktion mit den offenen Produktionsorten. Ich finde das reicht. Mehr Interaktion würde dieses Spiel nur unnötig in die Länge ziehen.

Im Kern ist 51st State ein Ressourcenmanagement Spiel, mit Interaktionen an wichtigen aber nicht allen Stellen. Man zimmert also von Runde zu Runde an seinem Maschinchen und hofft, dass einem die anderen nicht zu häufig in die Suppe spucken. Anfangs bekommt man nur wenig. Nachdem man zu Beginn die Produktion ankurbelt und wichtige Deals abschließt sieht das ganze anders aus. Zusätzliche Karten, Meeple, Plättchen und Ressourcen. Da muss man echt dahinter sein, diese Ressourcen auch wieder ausgeben zu können. Aber man sollte gewarnt sein. Einen künstlichen Aufholmechanismus gibt es nicht

Mir fällt auf ich habe noch gar nicht über die inkludierten Erweiterungen gesprochen. Man kann und sollte nicht beide auf einmal verwenden und sich nicht zu viel von ihnen erwarten. Soll heißen, wenn man das Grundspiel kennt und dann ein Set integriert, wird man nicht sofort aufhüpfen und sagen: Wow … ganz anders. Sie fügen ja nicht wirklich neue Mechanismen hinzu (was die Integration sehr einfach macht). Auf der anderen Seite, wird einem auffallen, dass bestimmte Karten fehlen, wenn man es gewohnt ist mit einer Erweiterung zu spielen und nach, sagen wir 10 Partien, wieder zum Grundspiel zurückkehrt.

Kommen wir zur Spieleranzahl. Zu zweit finde ich es sehr gut. Zu dritt gibt es auch nichts zu beanstanden. Zu viert dauert es mir für meinen Geschmack schon ein wenig zu lange, bis ich wieder an die Reihe komme und die Übersicht leidet für mein Empfinden auch schon merklich. Wenn man mich fragt würde ich es aber trotzdem spielen.
Achja. Es gibt auch noch einen Solomodus. Der funktioniert sehr einfach ohne viel Extra Aufwand. Online finden sich auch noch Varianten dazu, die dem „KI“ Gegner je nach Fraktion ein wenig abwandelt. Sehr nett.

Spiele in denen man Karten auf unterschiedliche Art und Weise verwenden kann,  gefallen mir meistens schon richtig gut obs ein Brügge, Ruhm für Rom oder eben das 51st State Master Set ist. Es hat einfach was, mit den Karten flexibel umzugehen. Das führt eigentlich immer zu interessanten strategischen und taktischen Überlegungen.Von diesen ist das 51st State Master Set mein Favorit. Einereseits finde ich es vom Thema recht glaubhaft und andererseits ist es dafür doch recht einsteigerfreundlich, was ich jetzt von Ruhm für Rom nicht behaupten kann :D. Die Effekte der Karten sind nicht über drüber und die einzelnen Aktionen ziemlich einfach, wenn man sie kennt. Das schwierige ist eigentlich nur die Frage: Was mache ich?

Steht in den letzten 6 Monaten hoch im Kurs. Gut mit Tendenzen weiter rauf.

Empfehlung

Wenn man das Thema mag und sich bewusst ist, dass der sparsame Umgang mit Ressourcen eins der Kernelemente ist, sollte man zugreifen.

Meiner Meinung nach sollte man sich auch nicht von der direkten Interaktion abhalten lassen. Einer der Spieler mit denen ich es spiele ist einer von einem Spielertyp den jeder kennt: Er gewinnt eigentlich immer wenn es um Strategiespiele mit viel Ressourcenmanagement geht. Er ist einfach irre gut darin. Er spielt aber nur sehr selten offensiv. In 10 Partien hat er keine 5 Mal einen Ort eines anderen Mitspielers geplündert. Er managt seien Hand und seine Auslage und die offenen Produktionsorte. und gewinnt meistens, obwohl ich versuche ihm Steine in den Weg zu legen.

 

Advertisements

Vampire Queen

Der Tag bricht an. Vampirjäger drehen die Runde. Es wird Zeit seine 7 Sachen zusammen zu packen und in die Dunkelheit zu entfliehen…oder so.

Eckdaten

Autor: Wolfang Kramer
Illustrationen: Irene Bressel
Verlag: Schmidt Spiele (Verlagsseite)
Erscheinungsjahr: 2016
Spieleranzahl: 3 – 12
Dauer: 20 – 45min
Schachtelgröße: 12,2cm x 9,5cm x 2,5cm
Preis: ~5€

Ausstattung

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Im Spiel findet man einen Haufen Karten. Qualität passt.

Grafische Gestaltung

Die Illustrationen gefallen mir nur einen Kritipunkt hab ich. Ich mag das Thema nicht so.

Aufbau

Spielfeldgröße: nicht der Rede wert
Aufbauzeit: nicht der Rede wert

Thema

Wir versuchen unsere Vampire in Sicherheit zu bringen.

Besonderheiten

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Jeder Spieler hat eine gewisse Anzahl Handkarten. Ist man am Zug, so spielt man eine oder mehrere gleiche Handkarten aus. Jeder nachfolgende Spieler muss die gleiche Anzahl aber mit höheren Werten ausspielen oder passen.
Der Spieler der die Karte(n) mit höchstem Wert ausgespielt hat spielt die nächste Karte aus usw.

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Eine Ausnahme findet statt wenn ein Spieler einen der 2 Vampirjäger ausspielt. Jeder Spieler spielt jetzt genau eine Vampirkarte aus. Hier dürfen mehrere Spieler die gleiche Karte abwerfen. Der Spieler der die höchste Karte ausgespielt hat, muss den Vampirjäger und alle in diesem Zug ausgespielten Karten auf die Hand nehmen.

Hat am Ende einer Runde keine Karten mehr auf der Hand, endet diese. Jeder bekommt Minuspunkte für seine Handkarten. Eine neue Runde beginnt.

Nach 5 Runden ist das Spiel vorbei.

Einstieg & Wiedereinstieg

Regelumfang: einfach
Einarbeitungszeit: sehr kurz

Preis/Leistung

Das Spiel ist recht günstig für ungefähr 5-7€ zu haben. Für die Kartenzahl kann man sich nicht beschweren.

Meine Meinung

Beginnen wir bei den negativen Dingen.

Ich mag das Thema nicht sonderlich und dieses Vampirzeugs ist auch nicht jedermanns Sache…was halt blöd ist, wenn man bedenkt, dass das Spiel für bis zu 12 Spieler geht. Da hast du bald jemanden dabei der sagt: Gefällt mir nicht. Da hätte mir etwas Abstrakteres oder Allgemeineres besser gefallen. Tier vor Jägern in Sicherheit bringen z.B.

Solala finde ich die Rundenanzahl. Je nachdem wie flott die Mitspieler sind, können 5 Runden gefühlt auch eine Weile dauern. Vor allem, wenn man in einer großen Runde nebenbei vielleicht tratscht.

Was gefällt mir gut

Der Mechanismus des Spiels ist angelehnt an das Spiel Abluxxen vom selben Autor. Dort konnte man mit höheren Werten Karten abluchsen. Hier in dem Spiel ist es so, dass man versucht viele hohe Karten auf einmal abzulegen, damit die anderen keine Karten ablegen können oder damit man sich das Ausspielrecht erkämpft. Das interagiert natürlich schön mit dem Vampirjäger. Wenn du hohe Karten ansparst, kann der dir sehr ins Handwerk pfuschen. Vor allem dann, wenn die anderen alle unterschiedliche Werte ausspielen. Aber vielleicht bekommst du so auch mehr Karten von solchen die du auf der Hand hast. Dadurch kannst du dann leichter andere zum Passen bringen.

Sonst ist das Spiel eine relativ lockere Angelegenheit. Ganz nettes, solides Kartenablegespiel. Mir persönlich gefällt Abluxxen besser.

Befriedigend

Empfehlung

Habt ihr Leute die eigentlich keine Spieler sind aber die regelmäßig bei Treffen dabei sind wo normalerweise Spiele gespielt werden? Seid ihr 6+ Leute. Keine Kreativspiele, nichts mit Deduktion oder Quizelementen. Versucht Vampire Queen. Es ist günstig, einfach, hat seine Kniffe und geht auch gut mit großen Spielerzahlen. Jeder der Uno kennt wird auch damit zurecht kommen und man kann es ebenso locker runterspielen. Dabei ist Vampire Queen eleganter und kommt ohne diese großen Ärgerelemente aus.

Viticulture: Tuscany Essential Edition (englische Version)

Wir sind zurück in der Toskana! Die Professionalisierung ist da und neben unseren Verwandten stellen wir nun auch Facharbeiter ein. Wir erweitern unser Weingut um Cafe’s, ein Weinlager, eine Ausbildungsakademie und alles was der PR Abteilung sonst noch einfällt. Jetzt ist ganzes Jahr was los.

Eckdaten

Verlag: Stonemaier Games (Verlagsseite)
Erscheinungsjahr: 2016
Schachtelgröße: 27cm x 22cm x 5,1cm
Preis: ~30€

Ausstattung

SAMSUNG CAMERA PICTURES

In der Schachtel (diesmal ohne Inlay) findet man ein neues Spielbrett, Zusätze zu den Tableaus, neues Holzzeug und Karten in unterschiedlichen Größen. Die Qualität stimmt genauso wie beim Grundspiel. Es passt alles in die Schachtel von Viticulture.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Größenvergleich: Der neue Spielplan ist um die Hälfte länger

Grafische Gestaltung

Auch hier gilt: mehr vom selben.

Überblick

Erweitertes Spielbrett

Das Herzstück der neuen Erweiterung ist das neue Spielbrett. Was ist neu?

Es gibt nun tatsächlich 4 Jahreszeiten und in jeder kann man Arbeiter einsetzen. Das automatische Ziehen von Besucherkarten als „Herbst“ entfällt so.

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Stattdessen gibt es nun eine ganze Tabelle wo man je nach Aufweckreihenfolge in den Jahreszeiten andere Boni bekommt. Wer dann im Winter als erstes passt, darf sich die Startposition für die nächste Runde aussuchen usw.

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Oh und was einem noch auffällt ist die Landkarte links unten. Hier kann man über Aktionen Einflussmarker platzieren. Man bekommt einen sofortigen Boni und wer die Mehrheit in einer Region hat, bekommt bei Spielende Siegpunkte.

Zwei Orte auf die ich mich gefreut habe wie ein Kleinkind stelle ich nun auch vor.

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Auf dem Markt kann man ein Ding gegen ein anderes tauschen. Zur Auswahl gibts 2 beliebige Karten, 3 Geld, 1 Siegpunkt, 1 beliebige Traube. Dh. so kann man z.B. 2 beliebige Karten abwerfen und zieht dann 2 beliebige Karten oder man tauscht 1 Traube gegen 1 Siegpunkt oder 3 Geld gegen 2 Karten usw.

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Der zweite Ort ist der auf dem man Wein für Siegpunkte verkaufen kann ohne einen Auftrag dafür zu haben. Für einen beliebigen Rot- bzw. Weisswein bekommt man 1 Siegpunkt. Ein Rosé bringt 2 Siegpunkte und Sekt sogar 4.

Bauwerkskarten

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Auf der Rückseite des Spielplans oder mit einer Drafting Variante kann man auch mit den Bauwerkskarten spielen. Dafür bekommt jeder einen kleinen Zusatz den man ans Tableau legt. Durch Aktionen kann man an die Bauwerkskarten kommen und bauen. Auf dem Tableau ist Platz für 2 Bauwerke aber man kann auch auf einem leeren Gebiet ein Bauwerk errichten. Was können die?
Das können zusätzliche Aktionsfelder sein die man nur selbst verwenden kann oder passive Boni oder Boni die bei Jahresende ausgeschüttet werden.

Facharbeiter

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Das letzte Modul sind die Facharbeiter. Aus den 11 Karten wählt man zwei aus und platziert auf jeder einen der zwei grauen Facharbeitermeeple. Anstatt einen normalen Arbeiter auszubilden, kann man nun auch für ein Geld Extra einen der zwei Facharbeiter ausbilden (die Maximalanzahl bleibt trotzdem 6). Jeden Facharbeiter kannst du einmal haben.
Die haben unterschiedliche Fähigkeiten. Der Bauer z.b. darf sich den Bonus einer Aktion nehmen, egal wo er eingesetzt wird oder in welcher Spieleranzahl.

Preis/Leistung

Die Erweiterung für das Spiel kostet 25-30€. Über die Tiefe die man dadurch bekommt, kann man sich echt nicht beschweren.

Meine Meinung

Das alles bezieht sich hier auf die englische Version aber ich rechne damit, dass sie auch auf deutsch genauso kommt. Das meiste wird man also 1:1 übernehmen können.

Tuscany ist eine der besten Erweiterungen für ein Spiel die ich bisher gesehen habe. Punkt. Viticulture war ein schönes Gesamtpaket aus Thema, Ästhektik, Material und Mechanik hat aber auf längere Sicht ein bisschen bei der Spieltiefe geschwächelt.

Diese Erweiterung setzt genau da an und zieht hier die Schrauben merklich fester. 4 verschiedene Jahreszeiten mit unterschiedlichen Einsetzfelder und Aufweckboni. Da muss man sich zu Beginn des Jahres schon einige Gedanken machen. Dann gibts die grandiosen neuen Orte auf denen man Dinge tauschen und Wein ohne Aufträge verkaufen kann. Das eröffnet einem ganz neue Strategien oder verhindert, dass man durch Pech beim Ziehen auf seinen Weinen hocken bleibt.

Was mich überrascht hat ist die Auswirkung davon, dass man nicht automatisch einen Besucher bekommt. Jetzt muss man richtig daran arbeiten oder tatsächlich das Cottage oder den Markt nutzen.

Da das noch zu einfach wäre gibt es die Landkarte auf der man um Einfluss in Gebieten konkurriert. Dafür kanns auch eine Menge Punkte geben. Ich finds genial, dass man jetzt die Weinproduktion fast kompett beiseite legen kann und sich auf PR durch Einflussmarker und Touren durchs Weingut konzentiert.  Ob das klappt? Keine Ahnung aber es ist nicht von Haus aus eine schlechte Idee, wie es das beim Grundspiel war. Such da alle Aufträge für die man keinen ausgebauten Keller braucht. Ich glaub es sind 3 oder 4.

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Aber die Erweiterung hört da ja nicht auf. Die Gebäude bringen einen richtig ins Schwärmen. Da ist richtig gutes Zeug darunter und jedes der rund 30 Gebäude ist einmalig. Dh. was man selbst baut, kann kein anderer haben. Da sind so Dinge dabei wie eine Erntemaschine mit der man automatisch alle Felder statt einem aberntet oder eine Schule bei der man sogar Geld bekommt, wenn man einen Arbeiter ausbildet und ihn auch im selben Jahr einsetzen kann oder eine „dezente“ Statue die am Ende jeden Jahres automatisch einen Siegpunkt generiert. Interessant ist auch, dass man mit denen auch Weinbaugebiete überbauen kann, solange dort noch keine Reben sind. Kann man auf alle Weinbaugebiete verzichten? Keine Ahnung aber ich habe die Freiheit es auszubprobieren…genügend Kleingeld vorausgesetzt.

Ich mag auch die neue Art die Spielerreihenfolge festzulegen. Wer als Erster passt darf sich als Erster aussuchen. Macht Sinn.

Wenn es etwas zu bekriteln gibt sind es die Facharbeiter … die sind nicht ganz nach meinem Geschmack. Da sie alles können was ein normaler Arbeiter kann + noch mehr, stellt sich nicht die Frage ob, sondern wann ich sie mir hole und welchen zuerst. Den Spielspass / die Spieltiefe die man dafür bekommt ist für mich nicht so groß wie der Mehraufwand an Sonderregeln die man lernen muss.

Ein kleiner Kritikpunkt … ach das ist mehr ein Wunsch … wären neue Mama + Papa Karten gewesen die Bezug auf die Gebäudekarten oder Einfluss haben. Zwei Mamakarten die einem Bauwerkskarten und irgendwas geben und zwei Papakarten die mit Einfluss in einer 1er oder 2er Siegpunktregion (ohne Bonus) starten würde vollkommen reichen.

Tuscany ist für mich essentiell für das Spiel. Jetzt kann ich Trauben einkaufen oder verkaufe eingelagerten Wein auch so auf dem Markt oder eröffne eine Weinbar. Das bereichert nicht nur das Thema und erzählt immer andere Geschichten sondern liefert auch tolle strategische Optionen.

Empfehlung

Hast du Viticulture? Willst du mehr Tiefe? Dann brauchst du Tuscany!