Schlagwort-Archive: 2016

King of Tokyo

King of Tokyo hat eine Neuauflage bekommen. Endlich habe ich einen guten Grund mir dieses monströs gute Spiel anzuschauen. Wer sich mit der wissenschaftlichen Seite davon beschäftigen will: hier ist ein interessanter Artikel, warum King Kong es im echten Leben nicht leicht hätte … alle anderen … los gehts 🙂

Eckdaten

Autor: Richard Garfield
Illustrationen: Régis Torres
Verlag: Iello. Im Vertrieb von HUCH&friends (Verlagsseite)
Erscheinungsjahr: Neuauflage 2016; Erstauflage 2011
Spieleranzahl: 2 – 6
Dauer: ~30min.
Schachtelgröße: 25cm x 25cm x 7cm
Preis: ca 30€

Ausstattung

SAMSUNG CAMERA PICTURES

In der gut ausgestatteten Schachtel findet man Pappe, Karten und Würfel von sehr guter Qualität. Ich habe nichts zu beanstanden.

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Unterschiede zu früher?  2 Charakteren fehlen und wurden durch andere ersetzt. Der Kraken ist weg aber der Grund dafür wir in Kürze hier gezeigt werden 🙂

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Cyber Bunny wird durch Cyber Kitty ersetzt. Das geschah aus rechtlichen Gründen. So ein Unterschied ist das aber nicht. Das eine ist ein Hase der in einem riesigen Roboterhasen sitzt … Cyber Kitty ist genau das gleiche mit einer Katze.

Grafische Gestaltung

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Die Optik ist der größte Unterschied zwischen dieser und der älteren Auflage. Warum hat man es überhaupt anders illustriert? Ich habe gehört, dass man eine App plant und die alten Grafiken sich nur schwer importieren ließen.
Die neue Optik wirkt realistischer. Es ist also Geschmackssache ob man diese oder die alte cartoonhaftere bevorzugt.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
So sehen die Monster jetzt aus

Der neue Gigazaur sieht z.B. so aus als ob er echt fit ist, während der alte sehr dem Original Godzilla nachempfunden war, der … naja … ein Typ in einem Anzug ist 🙂

Aufbau

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Spielfeldgröße: Spielfeld 40cm x 30cm  + ca 12cm x 30cm pro Spieler
Aufbauzeit: ca 2:00 min

Thema

Wir verkörpern ein Monster das gerade in Ruhe Tokio verwüstet als weitere Monster auftauchen …  und wie heißt es so schön: ES KANN NUR EINEN GEBEN!

Besonderheiten

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Wir starten mit 10 Leben (rechts unten). Auf der Scheibe links oben, werden die Punkte angezeigt.

King of Tokyo ist ein einfaches Würfelspiel. Jeder hat ein Monster mitsamt Tableau auf dem man Ruhm und Leben anzeigt. Hat man 20 Ruhm oder ist das einzige lebende Monster so gewinnt man.

Ist man am Zug so würfelt man die Würfel. Bis zu 2 Mal darf man eine beliebige Anzahl davon nochmal werfen.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Mit diesem Ergebnis macht unser Gigazaur in Tokio folgendes: Er zerlegt ein paar Gebäude und bekommt 3 Punkte (3 Mal eine 3). Er fügt allen Monstern außerhalb von Tokio 2 Schaden zu und bekommt 1 Energie.

Je nach Ergebnis passiert etwas anderes. Hat man mindestens einen Drilling in einer der Zahlen 1, 2 oder 3 so bekommt man 1, 2 oder 3 Punkte. Bonuspunkte gibts für weitere Zahlen….eher langweilig 🙂

Für einen Blitz nimmt man sich einen Energiewürfel. Das ist quasi die Währung des Spiels. Damit lassen sich im eigenen Zug zusätzlich aus der Kartenauslage Karten kaufen. Diese geben entweder einen permanenten Bonus oder haben einen einmaligen Effekt.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Karten mit Abwerfen haben nur einen einmaligen Effekt.

Mit Krallen teilt man Schaden aus. Dabei unterscheidet man, ob sich das Monster in oder außerhalb von Tokio befindet. Steht man außerhalb, so fügt man dem Monster in Tokio diesen Schaden zu. Ist man in Tokio so trifft man ALLE Monster außerhalb. Aber was will man in Tokio? Gute Frage.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Je länger man dort durchhält, desto mehr Bonuspunkte bekommt man automatisch und wie schon erwähnt, man trifft alle Feinde. Hat man Schaden erhalten und denkt sich … na ich mag nicht mehr … dann verlässt man Tokio einfach und der Angreifer geht hinein.

Mit Herzen kann man Leben wieder herstellen. Nur in Tokio kann man sich nicht heilen.

Ja … hmm … das wars auch schon.

Einstieg & Wiedereinstieg

Regelumfang: Das Regelheft ist dicker als das der alten Auflage. Man hat hier einige Punkte viel anschaulicher erklärt.
Einarbeitungszeit: Anfangs kann es ein wenig dauern, weil man doch die Karten die kommen erst Mal lesen muss, aber der grundsätzliche Spielablauf ist irre einfach.

Preis/Leistung

Das Spiel ist für ungefähr 30€ zu haben. Dafür bekommt man eine gut ausgestatte Box. Die Materialqualität macht Spaß und dadurch, dass die Karten immer anders daherkommen verlaufen auch die Partien entsprechend anders.
Erweiterungen gibt es für 10 – 15€. Die schrauben die Wiederspielbarkeit nochmal weit nach oben.

Alles in allem ist es ein echt gutes Paket zu einem guten Preis.

Meine Meinung

Gibt es etwas Negatives? … Nein? dann weiter.

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Solala finde ich, dass die Spieler aus dem Spiel gekegelt werden können. Es ist keine richtige Kritik, weil es nur bei bestimmten Mitspielern ins Gewicht fällt. Nämlich bei einer Runde mit Grüblern, Taktikern und solchen die versuchen sich einzubunkern.
Das ist jetzt nicht sooo der Geist des Spiels. Ja es gibt einen Punktesieg aber ich seh das eher als 2. Bedingung falls keiner alle anderen umhauen kann 🙂
Wenn es dann eine Mehrheit an Spielern gibt, die das nicht so sieht, dauern die Partien ein wenig länger und wenn man dann früher draußen ist, ist es nicht so spannend den Leuten beim Punktewürfeln zu zu sehen. Bei einem Monsterkampf passiert schon viel mehr.
Solala ist auch das Spiel zu zweit. Ja … es „funktioniert“ aber so richtig Laune kommt erst ab 3 Leuten auf. Ich bin auch kein Fan vom Spiel mit 6 Leuten. Da dauert es mir zu lange bis ich wieder an der Reihe bin … 3-5 … ja. Da läuft es sehr gut.

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Ansonsten macht King of Tokyo eigentlich alles richtig. Es beginnt schon mit dem Material. Nichts sagt so sehr „Mein Monster haut dich aus den Latschen“ wie diese riesigen, schweren Würfel. Ich könnte mir gar nicht vorstellen, es mit normalen Würfeln zu spielen.

Der Ablauf baut auf einem einfachen Würfelmechanismus auf und macht etwas neues draus. Die Powerkarten sind hier das entscheidende Element. Die sind so schön gestaltet und wecken das Kind in einem. Wenn ich spiele, schmeiße ich oft alle taktischen Überlegungen über Bord … ich will diesen verdammten zweiten Kopf und Nova Atem und natürlich will ich Flügel und riesengroß will ich auch und dann sollen sie sich in Acht nehmen … muhaha… oh ich bin tot … hoppla … ich hätte doch mal ein Herz würfeln sollen …

Aber sie machen nicht nur das. Sie hauchen den Monstern und dem ganzen Thema Leben ein. Sie erzählen diese absurde, epische Schlacht von Riesenmonstern. Wer die alten Godzilla Filme, King Kong, die Power Rangers uä. kennt wird sich hier gut zurecht finden.
Je mehr dieser Karten man hat, desto mehr größer werden die Unterschiede zwischen den Monstern und desto mehr Spezialfähigkeiten bekommen sie. Das passt schön zum Tempo des Spiels. Mit abnehmender Spieleranzahl steigt die Anzahl der Powerkarten und am Ende treffen die letzten zwei Titanen aufeinander.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Tokyo Bay braucht man nur bei 5+ Spielern

Bis es soweit ist haut man seinen Freunden die Krallen um die Ohren. Dadurch, dass man nicht kontrolliert wen man angreift, bleibt alles gesittet und es werden keine Gefühle verletzt 🙂
Insgesamt sollte man das Spiel nicht allzu ernst nehmen. Würfeln, coole Karten kaufen, ein paar  Sprüche klopfen und dann beim Versuch 6 Krallen in Tokio zu würfeln höchstwahrscheinlich drauf gehen. Was kann eine radioaktiv mutierte Echse mehr wollen?

So sieht ein interaktives Würfelzockerspiel aus!

Sehr gut-

Empfehlung

Ein lockeres und relativ einfaches Würfelspiel, dass ich allen ans Herz legen kann. Ein paar der Karten haben zwar etwas mehr Text aber die Mehrheit ist simpel.

Man sollte aber nicht in das Spiel hinein gehen und dort kompexe Strategien und Taktiken erwarten.

Vielen Dank an HUCH! & friends für das Rezensionsexemplar!

Kingdom Builder Marshlands

Endlich habe ich die 3. Erweiterung von Kingdom Builder gespielt. Diesmal geht es ab in die Sümpfe. Ob das gut geht?

Eckdaten

Autor: Donald X. Vaccarino
Illustrationen: Oliver Schlemmer
Verlag: Queen Games (Verlagsseite – komischerweise nur auf englisch)
Erscheinungsjahr: 2016
Schachtelgröße: Grundfäche ist die gleiche wie bei Kingdom Builder. Sie ist nur nicht so hoch.
Preis: ca 25€

Ausstattung

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Im Spiel enthalten sind 4 neue Quadranten, neue Plättchen und Karten.

Grafische Gestaltung

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Passt gut zum Grundspiel. Lediglich die Ikonographie stößt mit den neuen Aktionen an ihre Grenzen.

Besonderheiten

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Auf jedem der neuen Quadranten findet sich die neue Geländeart: Sumpf

Gut. Was haben wir für neues Material? Zuerst fällt einem die neue Geländeart auf. Wir können jetzt auch Sümpfe bebauen. Aber wie machen wir das?

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Wenn man eine der 5 neuen Geländekarten zieht hat man die Wahl zwischen zwei Möglichkeiten. Entweder setzt man zwei Siedlungen auf Sumpfland oder drei auf die andere angegebene Geländeart.

Tja es gibt 5 neue Geländekarten die man zu den anderen mischt. Darauf findet man zwei Geländearten. Einmal den Sumpf und eine der anderen. Hat man so eine Karte so muss man sich entscheiden ob man in der Pflichtaktion entweder zwei Siedlungen auf Sumpfland oder wie üblich drei Siedlungen auf der anderen Geländeart baut.

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Auf den neuen Quadranten findet man anstatt einer Burg einen Palast. Der wird anders gewertet. Hier bekommt man satte 5 Gold, wenn man die Mehrheit an Häuschen angrenzend hat.

Kommen wir zu den Plättchen. Darauf warten ja alle 🙂

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Man kann eine Siedlung um 1 Feld versetzen. Mit der Bonusaktion kann man eine Siedlung in einer Reihe versetzen, bis es ein freies Feld gibt.

Es gibt nur vier verschiedene neue Plättchen. Das ist fast schon wenig aber … ABER.
Wenn man von einem Ortsplättchen zwei hat, darf man sich das dazu passende Bonusplättchen nehmen. Das ändert die Aktion ab oder gibt einem noch eine Bonusaktion.

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Das beste kommt bekanntlich zum Schluss. Es gib 6 neue Kingdom Builder Karten.

Preis/Leistung

Für ca 25€ bekommt man diese Erweiterung. Das ist der Standardpreis. Das Material ist gewohnt gut aber nicht so zahlreich wie in den beiden anderen Schachteln. Dort findet man auch eine gute Anzahl von Holzteilen.
Was diese Erweiterung von den anderen abhebt sind die 6 neuen Kingdom Builder Karten. Das ist schone eine Hausnummer und im Gegensatz zu den zusätzlichen Karten in Crossroads und man vergisst nicht andauernd darauf wie die Karten aus Nomads.

Meine Meinung

Was gibt es Negatives zu sagen? Irgendwie … der Preis. Ich glaube gerne, dass in die Entwicklung dieser komplexeren Erweiterung recht viel Zeit geflossen ist aber wie schon erwähnt, das Material darf man nicht vergleichen. Da würden um die 50 Holzteile fehlen.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Das Kanu: Immer wenn irgendein Spieler das letzte Ortsplättchen eines Ortes nimmt, darf man das Kanu einsetzen um 1 Siedlung auf Sumpf oder Wasser zu setzen. Wenn man beide besitzt, darf man die Plättchen auch ganz normal als Bonusaktion verwenden.

Neutral finde ich irgendwie das Kanu Plättchen. Bei zwei Spielern bleibt es doch gerne Mal richtig mies.
Auf einer der Kingdom Builder Karten hat sich ein Druckfehler eingeschlichen. Palast wurde durch Kastell ersetzt. Ja … nach dem ersten Lesen ist das aber egal.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Mit dem Brunnen darf man als Bonusaktion eine zusätzliche Siedlung platzieren wenn es nur an eine eigene Siedlung angrenzt und keine Siedlungen von Mitspielern benachbart sind. Hat man beide so darf man diese Siedlung auch auf Bergfelder legen.

Die Ikonographie ist nicht so eindeutig wie es noch im Grundspiel ist. Es ist klar warum. Die Plättchen machen eben ganz andere Dinge, die schwer in einer kleinen Grafik darzustellen sind. Da wäre es evtl. besser gewesen, wenn man auch Text auf die großen Kartonteile platziert hätte.
Letzter neutraler Punkt. In der Anleitung steht, dass man die Geländekarten mit Sumpf drauf im Stapel lassen kann, auch wenn kein Sumpf im Spiel ist. Ich persönlich nehme sie bei einer Zweispielerpartie ohne Sumpf aber immer raus. Ich überlege sogar, ob ich nicht alternativ von jeder Geländeart eine Karte rausnehme. Warum?
Bei zwei Spielern kommt man knapp nicht durch den Stapel. So 20+ der 25 Karten wird man verbrauchen. Da kann man am Ende meistens schon gut einschätzen was noch kommen wird. Wenn ich da weitere 5 Karten reingebe bleibt mehr Raum für Zufall. In meinen Zweierpartien will ich den eigentlich nicht so haben. Bei 3+ Spielern oder mit Plättchen die zusätzliche Karten ziehen lassen, ist es mir aber egal. Wie gesagt, persönlicher Geschmack.

Ein großer Pluspunkt ist die Interaktivität. Es gibt jetzt eine Mehrheitenwertung bei den Palästen und den Kampf um die Plättchen. Hier muss man nicht nur schauen, was man selber will, sondern ob man will, dass jemand anders das Bonusplättchen bekommt. Ich find ja den Tempel richtig stark.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Der Tempel.

Die normale Aktion ist: Eine Siedlung vom Spielplan entfernen und im nächsten Zug mit der Pflichtaktion einsetzen.Dh. man muss dann 4 statt 3 Siedlungen setzen. Ja …ok. Aber auch nicht so stark … Moment Moment…
Hat man alle zwei Plättchen dann muss die 1. Siedlung der Pflichtaktion nicht angrenzend gebaut werden. Dh. man kann irgendwo auf diesem Geländefeld bauen! Das bricht eine der grundlegenden Regeln des Spieles. Will man wirklich, dass ein Mitspieler für den Rest der Partie Siedlungen irgendwohin in die Landschaft s… etzt? Eher nein. Man wird wahrscheinlich versuchen, dass zu verhindern.
Auch bei den anderen Plättchen werden die Mitspieler miteinbezogen. Die eine Sonderaktion wird immer dann ausgelöst, wenn das letzte Plättchen eines Ortsfeldes genommen wird -egal wer gerade am Zug ist (grade bei mehr als zwei Spielern interessant). Bei einer anderen ist es wichtig, dass es keine angrenzende Siedlung eines Mitspielers gibt und mit der anderen Bonusaktion kann man eine Siedlung in einer Linie bis auf das nächste bebaubare Feld verschieben. Dh. auch die Häuschen der Mitspieler überspringen. Das ist sorgt dafür, dass man mehr Berührungspunkte mit den anderen hat. Sonst ist es vor allem im Zweierspiel eher so, dass sich jeder irgendwie anders ausbreitet und man sich kaum in die Quere kommt. Warum sollte man auch?
Jetzt gibt es hierfür Gründe.

Aber kommen wir zum Highlight…. Tatataratäää. 6 neue Kingdom Builder Karten. Also egal ob man mit den anderen Elementen der Erweiterung spielt, die wird man sicher dazu nehmen. Ich stell euch mal meine 3 Favoriten vor. Adelige lassen jedes Orts- Burgplättchen zusätzlich wie einen Palast werten. Dh. die Mehrheit an so einem Feld bringt 5 Punkte zusätzlich.
Mit den Gelologen bekommt man Bonuspunkte für das verbinden von Gebirgen. Eine Variante des Händlers aber durch die Art wie die Gebirge angelegt sind, spielt es sich doch anders.
Der Späher ist besonders witzig. Man nimmt alle Karten einer Geländeart aus dem Spiel z.B. Wald. Jetzt kann ich nur mehr mit einer Sonderaktion auf Wald bauen und bekomme bei Spielende für jede Siedlung die an Wald angrenzt einen Punkt. Das reduziert das Spielfeld auf interessante Art und Weise.

Diese Erweiterung macht das Spiel um eine Ecke komplexer. Will man die Bonusaktionen? Wie stellt man das an? Setzt man 3 Häuschen oder 2 an einem Sumpf? Wenn man jetzt noch Elemente aus den anderen Erweiterungen wirft, macht man aus dem zugänglichen Aufbauspiel, meiner Meinung nach, schon ein Kennerspiel. Ich stell mir da grade vor: 2 Quadranten Marshlands, 2 Crossroads. Dh. 2 zusätzliche Karten. Unter den Kingdom Builder Karten noch eine aus Nomads und die anderen zwei wiedersprechen sich. Zug 1.

Persönlich gefällt mir diese Erweiterung, trotz des Mangels an Zusatzmaterial am besten. Die 6 neuen Karten werden nie wieder aus dem Stapel genommen und bringen mir auch viel wenn ich nur mit den Wenigspielern spiele. Der Rest bringt interessante Entscheidungen mit sich und man bezieht die anderen Spieler mehr ein als es bisher der Fall war.

Empfehlung

Wer Kingdom Builder gerne spielt und vor allem mehr Karten will, sollte sich die hier besorgen.

Kanagawa

Heut ist der Tag. Der Meister hat mir gezeigt wie man am besten Personen malt. Auf geht es zur Prüfung. Ich hatte immer schon so meine Schwierigkeiten, Menschen zu malen. Häuser -einfach. Bäume -auch kein Problem aber Menschen. *grübel* Hab ich wirklich genug geübt? … Naja … ähm … Ich glaube ich sollte das ganze verschieben und noch mal ins Atelier und am besten noch einen Topf Farbe besorgen.

Eckdaten

Autor: Bruno Cathala, Charles Chevalier
Illustrationen: Jade Mosch
Verlag: IELLO; Vertrieb von HUCH&Friends (Verlagsseite)
Erscheinungsjahr: 2016
Spieleranzahl: 2 – 4
Dauer: 20 – 50 min
Schachtelgröße: 21,8cm x 21,6cm x 7,2cm
Preis: 25 – 30 €

Ausstattung

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Das Spiel wird mit Kärtchen und Plättchen, Holzfiguren und -pinseln von sehr guter Qualität geliefert. Die Krönung ist die Bambusmatte die für die Karten verwendet wird.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Die richtig schönen Holzteile

Grafische Gestaltung

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Einfach nur wunderschön.

Aufbau

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Spielfeldgröße: Zentraler Bereich 52cm x 27cm. Spielerauslage/Spieler ca 44cm x 14cm
Aufbauzeit: ca 1:00 min

Thema

Wir sind Schüler des Malermeisters und lernen von ihm. Ziel ist es ein Gemälde zu malen. Dabei sind viele Dinge interessant. Motive, Jahreszeitenübergänge und auch wie unser Atelier ausgestattet ist. Der Meister will aber auch, dass wir Diplome in den einzelnen Disziplinen ablegen.

Besonderheiten

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Das Startplättchen dieses Spielers. Hier haben wir eine Herbstlandschaft (rechts oben) und dunkle Farbe die wir verwenden können (unten)

In Kanagawa versuchen wir am Ende der Spieler mit der meisten Harmonie (= Punkte) zu sein. Jeder Spieler startet mit einem der Plättchen die sich in der Jahreszeit des Motives unterscheiden, einer Farbe die jeder malen kann und 2 Malpinseln. Das Spiel läuft Rundenweise ab.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
1. Phase bei 3 spielern. 1 Karte wird verdeckt hingelegt. Die Rückseite verrät, was sich auf der Vorderseite befinden könnte.

Als erster Schritt werden so viele Karten in der 1. Reihe ausgelegt wie Spieler teilnehmen. Ist das Feld auf der Karte rot eingefärbt so legt man die Karte verdeckt hin. Die Rückseite der Karte gibt Aufschluss darüber was sich auf der Vorderseite befinden könnte. Dieser Schritt nennt sich die Lektion des Meisters.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Jetzt sind nur mehr zwei Spieler im Rennen.

Jetzt können die Spieler beginnend mit dem Startspieler entweder die Lektion anwenden oder weiter zuhören. Hören sie zu so passiert nichts weiter – sie passen also.
Ein Spieler muss pro Runde die Lektion anwenden.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Der letzte Spieler bekommt die übrig gebliebene Reihe

Das macht man indem man alle Karten einer Spalte nimmt und entweder in sein Atelier einbaut oder die Grafik malt. Einbauen kann man sie immer. Man erweitert so den Satz an Farben die man malen kann oder bekommt zusätzliche Pinsel, oder den Startspielermarker uä.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Um eine Karte zu malen muss man auf den angegebenen Farben (für den Krieger 1 schwarz) einen Pinsel haben. Ins Atelier kann man sie immer einbauen. Dort erweitern sie die Farbpalette oder haben zusätzliche Effekte

 

Um etwas zu malen benötigt man Pinsel auf den angegebenen Farbfeldern. Jedes dieser Felder darf man pro Runde nur einmal verwenden.Danach legt man die Karte an.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Hat man 3 Bäume ausliegen muss man sich sofort entscheiden ob man das entsprechende Plättchen nimmt und 3 Punkte bei Spielende erhält. Wenn man es nicht nimmt kann man nur mehr die anderen zwei Diplome anstreben.

Sobald man eine Bedingung erfüllt, muss man sich entscheiden ob man ein dazu passendes Diplom abschließt. In jeder Kategorie darf man nur ein Diplom haben. Hat man z.B. 3 Bäume gemalt, muss man sich entscheiden ob man sofort das Diplom nimmt oder doch hofft, noch mehr Bäume zu sammeln.

Das Spiel endet sobald ein Spieler 11 Karten in seinem Gemälde hat oder der Stapel aufgebraucht wurde.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Spielende für einen Spieler

Punkte gibt es für die Anzahl der Karten, die längste durchgehende Folge von Karten einer Jahreszeit, Harmoniesymbolen auf Karten und natürlich die Diploma die man abgeschlossen hat.

Einstieg & Wiedereinstieg

Regelumfang: Recht gering
Einarbeitungszeit: Die erste Partie kann zwar noch etwas holprig sein aber in der zweiten sollte man das meiste verstanden haben.

Preis/Leistung

das Spiel ist für ca 30€ zu haben. Ja die Schachtel ist etwas kleiner als das was man sonst bei Gelegenheitsspielern für den Preis findet aber besser tolles Material in kompakter Schachtel als Riesenschachtel mit viel Luft. An der Stelle. Schöne Grüße an Augustus 🙂

Meine Meinung

Negative Punkte? Manchmal ist es gar nicht so einfach, die Karten unter die anderen Karten zu schieben ohne dass sich wo was verschiebt. Das kann etwas lästig sein.

Neutral habe ich nicht viel zu meckern. Für mich persönlich könnte das Spiel noch einen Schuss Komplexität vertragen.

Ansonsten. Das Spiel ist ein gutes Sammelspiel. Mir gefällt vor allem die Entscheidung ob man Karten aus der Auslage nimmt oder noch einmal dabei bleibt. Man darf ja schauen, wie die Rückseiten der kommenden Karten aussehen. Nimmt man eine ausliegende Karte die eigentlich gut passen würde? Die andere würde auch passen aber man hat nicht die Farbe um es zu malen. Vielleicht kommt ja noch die Richtige. Aber was, wenn der Christian genau die Karte nimmt die ich eigentlich haben will? Sollte ich nicht doch die sichere Bank wählen. Schönes Zockerelement. Selbst wenn man eine Karte bekommt die einem nichts bringt so kann man sie ohne viel Aufsehen in das Atelier einbauen. Das hat auch in den Tespartien dazu geführt, dass man eine Karte ins Atelier eingebaut hat, nur damit ein anderer sie nicht malt uns so sein großes Sommerbild weitermalt.

Was mir noch gut gefällt, ist der Startspielermarker. Nicht nur, weil er echt gut aussieht sondern auch, weil er bei Spielende Punkte wert ist. Das macht die Karten mit denen man ihn bekommt noch interessanter.

Die Tatsachte, dass manche Karten verdeckt liegen bleiben erinnert mich irgendwie an ein anderes Cathala Spiel, dass ich vor einiger Zeit rezensiert habe. Kleopatra und die Baumeister. Das Spiel war ein Sammelsurium von Mechanismen die kein stimmiges Ganzes bildeten. Kanawaga ist hingegen eine schöne runde Sache.

Schön ist ein weiteres Stichwort. Wahnsinn wie liebevoll das Spiel gestaltet wurde. Die Illustrationen, das Material, diese fast schon übertriebene Bambusmatte und noch dazu ein gutes Schachtelinlay. Das ist richtig schick. Bis jetzt hat noch jeder die Augen aufgerissen, der das Spiel zum ersten Mal gesehen hat und es hilft einen etwas besser in das Thema zu kommen.

Apropos Thema: Es fühlt sich gut an mal etwas anderes zu sein als Baumeister, Händler , Eroberer oder irgendein Adeliger. Ein Malerschüler, der neues von seinem Meister lernt. Das sieht man nicht alle Tage.

Hier haben wir eine spielerisch erfrischende Brise. Es ist fast schon ein Wohlfühlspiel für Gelegenheitspieler und Neulinge. Guter Sammelmechanismus mit mehreren Ebenen, eine Prise Zockerelemente, eine Löffel Interaktion, kompakt, tolles Material und wunderschöne Illustrationen.

Ich lehne mich Mal aus dem Fenster und sage: zumindest Spiel des Jahres Empfehlungsliste.

Gut

Empfehlung

Spielt ihr noch nicht lange oder seid sogar neu? Schaut euch Kanagawa an.

Spielt ihr öfter und sucht ein Spiel für zwischendurch. Riskiert einen Bick. Das Spiel nimmt nicht viel Platz weg 🙂

 

Vielen Dank an Huch&Friends für das Rezensionsexemplar.