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K2 (polnische Version)

Ähnlich wie bei Tuscany letztes Mal hab ich mir auch eine anderssprachige Version von K2 gekauft, weil ich dachte es wird nicht noch einmal auf deutsch kommen… wieder falsch gedacht.

Eckdaten

Autor: Adam Kaluza
Illustrationen: Jarek Nocon
Verlag: Rebel (Verlagsseite)
Erscheinungsjahr: 2014, dt. Erstauflage  2011
Spieleranzahl: 1 – 5
Dauer: 40 – 60 min
Schachtelgröße: 29,7cm x 29,7cm x 6,9cm
Preis: ca. 35€

Ausstattung

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Gute Karten, Holzmaterial und Pappe. Praktisches Inlay.

Grafische Gestaltung

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Ich mag die Gestaltung wirklich. Es wirkt schon sehr realistisch und das Weiß der Berge macht sich schon schick.

Aufbau

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Spielfeldgröße: 56cm x 45cm + 42cm x 10cm pro Spieler
Aufbauzeit: 1:30

Thema

Wir kontrollieren ein Team von Bergsteigern die versuchen ruhmreicher bei der Besteigung des K2 zu sein. Koste es was es wolle.

Besonderheiten

Man entscheidet sich zuerst ob man den K2 auf der leichten oder schwierigen Seite besteigt und danach sucht man sich die Jahreszeit (Sommer oder Winter) aus.

Jeder hat 2 verschiedene Bergsteiger, die man an der Form unterscheiden kann, zwei dazupassende Zelte, ein Tableau und eine handvoll Karten.

Das Wetter wird vorbereitet und 3 Risikomarker werden aufgedeckt.

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Man hat zwei grundsätzliche Kartentypen auf der Hand. Bewegung und Akklimatisierung. Bei den Bewegungskarten gibt es zusätzlich Abseilkarten mit denen man sich weiter nach unten als nach oben bewegen kann.

Alle Spieler wählen aus ihrer Hand verdeckt 3 Karten aus. Haben das alle gemacht, wird aufgedeckt. Jeder Spieler zählt jetzt die Bewegungspunkte seiner Karten zusammen. Der mit der höchsten Summe ist der Rücksichtsloseste und ist ein Risiko eingegangen. Jetzt wählt er einen der 3 ausliegenden Risikomarker. Die Zahl die darauf abgedruckt ist, muss man irgendwie von den 3 Handkarten abziehen. Dh. entweder verringert sich die Weite oder die Akklimatisierung ist nicht so hoch. Gibt es ein Unentschieden so muss sich keiner einen Marker nehmen.

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In Spielerreihenfolge führen nun alle Spieler ihre Aktionen durch. Auf einem Feld ist immer abgedruckt wie viele Bewegungspunkte eine Bewegung hierher kostet. Das blaue oder rote Symbol zeigt an ob man am Ende der Runde Akklimatisierungspunkte bekommt oder verliert.

Eine einzelne Karte kann nicht auf beide Bergsteiger aufgeteilt werden aber ich kann mehrere Karten für einen Bergsteiger verwenden.

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Haben alle ihren Zug gemacht, so setzen die Wettereffekte ein.

Sinkt die Akklimatisierung eines Bergsteigers ganz herunter so stirbt er und bringt auch keine Punkte mehr.

Man zieht wieder auf das Handkartenlimit und eine neue Runde beginnt.

Hat man alle Wetterplättchen durch (18 Runden) so ist das Spiel vorbei.

Einstieg & Wiedereinstieg

Regelumfang: 2-3 Seiten
Einarbeitungszeit: Die Regeln hat man schnell heraus.

Preis/Leistung

Für 35€ bekommt man ein schön thematisches Spiel mit Wettrennaspekt und einfachen Regeln. Das Material hat auch tolle Qualität. Man hat 2 Spielplanseiten und 2 Jahreszeiten…Die aktuelle deutsche Version hat sogar die Erweiterung dabei.

Meine Meinung

Der einzige negative Punkt der mir einfällt ist die Wiederspielbarkeit. Ja…das Wetter ist anders und das verändert den Ablauf schon und es gibt eine zweite Seite aber irgendwie doch zu ähnlich. Mit der Erweiterung schwächt sich dieser Punkt ab. Hier gibts 2 zusätzliche Spielpläne, plus Bonuspunkte wenn man als erster auf einem der 3! Gipfel ist. Dafür hat man nur 1 Zelt für alle 2 Bergsteiger … Das kann man aber mitnehmen. SOWAS fehlt dem Grundspiel. Ein wenig mehr worüber man grübeln kann ist genau das was man will.

Neutral sehe ich ein paar Regeln oder besser gesagt beim Thema. Ich persönlich hätte mir gewünscht, dass es Bonuspunkte gibt, wenn man den Bergsteiger vom Gipfel wieder unter die 6000m schafft oder kein Zelt benötigt. Grundsätzlich gilt das hautptsächlich für die leichte Sommerseite. Da kann es sein, dass einer oben war und nichts mehr zu tun hat, außer andere zu blockieren. Das sollte schon was Wert sein, seine Bergsteiger nicht mit Sauerstoff für 1 Stunde auf einem Berggipfel sitzen zu lassen, wenn ihr wisst was ich meine.

Lezter neutraler Punkt. Laut Regel zieht kein Spieler einen Risikomarker wenn die Werte gleich sind … hmmm … ja … warum ziehen nicht beide einen 🙂

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Ich finde den Kartenmechanismus sehr einfach und gleichzeitig interessant. Will man wirklich was riskieren? So ein 1er Risiko kann einem schon Mal den Tag vermiesen, weil man jetzt eben nicht mehr den letzten Schritt gehen kann. Wann setzt man seine Seile ein? Will man sie wirklich für einen Schritt nach oben ausgeben?

Den Solomodus finde ich auch solide. Hier muss man immer einen zufälligen Risikomarker ziehen. Das ist eigentlich die einzige Änderung.

Obwohl das Spiel als Kennerspiel eingestuft wird, hab ich es schon mit Wenigspielern verwendet, weil es eben ein so ein gut umgesetztes Thema hat. Das spricht einen schon Mal eher an, als: „ich bin WIEDER Baumeister im Mittelalter“ oder „WIEDER antiker Händler“.  Auch wenn man mal menschliche Gesichter durch süße Tiere oder Senf durch Seide ersetzt. Eines der einzigen Dinge die ich mir von 2 1/2 Men gemerkt hab war…man kann einer Ziege einen Frack anziehen aber Ziege bleibt Ziege.

Da ist ein zeitgemößes Thema passend. Wir besteigen einen der gefährlichsten Berge der Welt und es ist gut möglich, dass eine deiner Figuren stirbt. Das können sich die meisten vorstellen. Jeder der Mal durch den Schnee gestapft ist und nur noch ins Warme wollte, stelle sich das ganze bergauf für lange Zeit vor und ohne eine warme Hütte und ungewiss ob man wieder runterkommt…also ich kann mir das vorstellen und mach mir schnell einen Tee.

Dieses „eine deiner Figuren KANN sterben“ ist, zumindest in unserer Runde, mächtig und macht es um einiges spannender. Das ist derselbe Grund, der dazu geführt hat, dass Village nicht funktioniert hat, weil alle versucht haben ihr Leute am Leben zu erhalten, so gut es geht.

Was mir noch gefällt ist, dass es nicht „niedlich“ aussieht und mehr auf Realismus setzt. Dadurch spricht es eher eine erwachsenere Gruppe an und wisst ihr was. Viele kommen erst im Erwachsenenalter zu Brettspielen und hey so eine bunte Cartoonwelt kann einem neuen Rekruten leicht mal den Eindruck von einem „Kinderspiel“ vermitteln Unabhängig davon ob das stimmt. Dann gibt es noch Spiele die sehr trocken aussehen un wieder andere die zu interessensspezifisch sind. Da grätscht das schön rein.

Das Spiel fühlt sich wie ein langsames Wettrennen an. Ein durchdachtes Rennen. Eine Risikoabschätzung ob es sich überhaupt lohnt, den Sturm auf den Gipfel zu starten. Das macht das ganze sehr thematisch, wenn man vom Wettkampfaspekt absieht. Anfangs ist man richtig guter Dinge und dann geht es weiter nach oben und weiter nach oben. Die Luft wird dünn und man denkt … ohoh… Schönwetter muss ausgenutzt werden … der Gipfel rückt näher und näher … riskiert man es? Weiter unten nähert sich schon die Konkurrenz …. aaaah…man hat es geschafft! Aber wie kommt man jetzt wieder runter bevor der nächste Sturm da ist? Dieses Gefühl wird gut vermittelt.

Ich liebe den tödlichen Berg. Ich mag es ja wenn einem das Spiel ein Hindernis für alle in den Weg wirft obs jetzt drohende Aufstände in unserer aufstebenden Stadt, lästige Drachen, hungrige Zombies oder berstende Deiche sind. Hier ist die Natur nicht nur ein Gegner der einem im Weg steht, sie ist DER Gegner. Die Mitspieler kommen uns nur selten in die Quere obwohl man auch hier aufpasen muss aber wer dem Wetter keine Beachtung schenkt, kann ziemlich sicher in ein paar Jahrhunderten bei einem Ötzi-look-a-like Wettbewerb mitmachen.

Meine Wertung muss ich teilen… Das Grundspiel ist für mich ein solides Spiel mit Tendenz zu einem guten Spiel. Es fehlt mir auf Dauer aber der Wiederspielreiz obwohl ich die Stimmung ziemlich gelungen finde. Hat man die aktuelle deutsche Version mit der Erweiterung (zum gleichen Preis) ist es ein gutes Spiel und bekommt ordentlich mehr Wumms.

Empfehlung

Für Gelegenheitsspieler die sich nicht zu sehr in Quere kommen wollen und die das Thema interessant finden ist es eine Empfehlung. Dieses Gefühl zwischen Hoffen und Bangen ob man das ersehnte Ziel erricht oder nicht wird hier sehr gut vermittelt.

Es ist aber kein Spiel das jeden Tag gespielt werden will.

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Die Quacksalber von Quedlinburg

Heute sehen wir uns vor der Sommerpause einen weiteren Nominierten zum Kennerspiel des Jahres 2018 an. Der Autor ist derselbe wie beim letzten Mal aber der Titel hat sich geändert. Dieses Mal versuchen wir seltsame Tränke an nichtsahnende Passanten zu verkaufen.

Eckdaten

Autor: Wolfgang Warsch
Illustrationen: Dennis Lohausen
Verlag: Schmidt Spiele (Verlagsseite)
Erscheinungsjahr: 2018
Spieleranzahl: 2 – 4
Dauer: 40 – 60min
Schachtelgröße: 29,5cm x 29,5cm x 7,3cm
Preis: ca 30€

Ausstattung

Viel Pappe. Tableaus, Plättchen und die „Bücher“. Dazu noch Beutel und ein paar Karten. Die Qualität stimmt bei allem.

Grafische Gestaltung

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Die gefällt mir richtig gut. Das Tableau vor einem wirkt dreidimensional. Die Bücher sehen gut aus und der Rest ebenso.

Aufbau

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Der Aufbau

Spielfeldgröße: Spielfeld 50cm x 50cm + 25cm x 27cm pro Spieler
Aufbauzeit: 2min

Thema

Der Quedlinburger Basar öffnet einmal im Jahr für 9 Tage seine Tore. Da spielt es sich natürlich ab. Wir sind „Wunderheiler“ die hier gutgläubigen Passanten ein Tränkchen gegen alle möglichen Wehwehchen brauen. Aber vorsicht. Dabei kann uns auch der Kessel um die Ohren fliegen.

Besonderheiten

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Unser Tableau mit dem zentralen Kesselbereich, dem Platz für Rubine, Rattenschwänze, die Trankflasche und der Beschreibung des Ablaufes.

Jeder Spieler bekommt seinen Beutel aus dem man Zutaten zieht die in den Kessel kommen.

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Um Punkte und Geld zu bekommen wollen wir vom inneren der Kesselspirale nach außen kommen.

Von Beginn an haben wir da einige Knallerbsen drin. Die lassen den Kessel später in die Luft gehen (oder nicht).

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Wenn man mehr als 7 Knallerbsen hat fliegt einem der Kessel um die Ohren und man muss sich zwischen Geld oder Punkten entscheiden und den Bonuswürfel darf man auch nicht würfeln.

Das Spiel geht über 9 Runden. Zu Beginn wird eine Ereigniskarte aufgedeckt.

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Manche Karten haben einen sofortigen Effekt – andere werden zu einem bestimmten Zeitpunkt aktiv.

Dann ziehen alle (der Reihe nach oder gleichzeitig Plättchen aus dem Beutel. Hier ist das Ziel, dass wir soweit in der Kesselspirale vorankommen wie möglich. Ein Plättchen wird auf dem 1. Feld platziert. Plättchen mit höheren Zahlenwerten lassen einen weiter nach vorne hüpfen. Zusätzlich hat jede Farbe eine andere Funktion.

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… 3er Plättchen machen 3er Schritte usw. Wenn ich jetzt aufhöre bekomme ich 8 Geld und 1 Punkt. Dh. den „Ertrag“ des nächsten freien Feldes.

Wie lange geht das? Bis man freiwillig aufhört oder einen höheren Wert als 7 bei den Knallerbsen hat. Dann fliegt einen der Trank um die Ohren. Was ist die Folge? Man muss sich zwischen Punkten und Geld entscheiden und bekommt keinen Bonus wenn man der ist, der den wertvollsten Trank gebraut hat.

Je nachdem wie weit man gekommen ist, bekommt man Punkte und kann mit Geld 1-2 weitere Chips kaufen.

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später sieht das ganze Mal so aus…

Das war ein grober Überblick

Einstieg & Wiedereinstieg

Regelumfang: 7-8 Seiten
Einarbeitungszeit: Der grundlegende Spielablauf ist sehr schnell klar. Die Anleitung ist gut geschrieben. In einem Extraheftchen werden alle Zutatenbücher genau beschrieben. Sehr lobenswert.

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Preis/Leistung

Knapp über 30€. Dafür bekommt man einiges. Es sieht gut aus und ist variabel.
Ich kann mir auch gut vorstellen, dass es irgendwann eine kleine Erweiterung für das Spiel gibt. Die Kosten für diese, schätze ich als nicht so groß ein. 5 zusätzliche doppelt bedruckt Pappbücher würden die Wiederspielbarkeit in die Höhe schießen lassen. Eventuell ein paar Marker dazu, die bestimmte Fähigkeiten abändern (Möglichkeiten für Rubine z.B.) … mehr würde es nicht brauchen.

Meine Meinung

Negatives? Das einzige Negative, dass mir einfällt sind die Holzmarker. Die Qualität stimmt aber ich finde die Farben sind seltsam gewählt. Warum? Sie passen nicht wirklich zu den Farben auf den 50er Plättchen und den Kesseln. Ich denke man wollte nicht, dass die Spieler da irgendwie sich mit den Farben der Zutaten vertun aber dann hätte man auch die Kessel und 50er in dieser Farbe halten können.

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Neutrale Punkte? Es kann kurzzeitig frustrierend sein, wenn man 3 Mal hintereinander den Kessel in die Luft jagt. Das Gefühl ist kein Gutes aber man sollte sich nicht täuschen lassen. Es ist nicht so spielentscheidend wie man glauben mag (außer es passiert einem in der letzten Runde). Andere haben auch Mal Pech und der Aufholmechanismus ist auch noch da.

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Einen Kürbis macht immer das gleiche. Es ist einfach ein Plättchen mehr.

Neutral sehe ich auch einiges auf der Vorderseite. Die Planrückseite mit den Reagenzgläsern macht die Tropfen interessanter und nimmt ein wenig Glück raus. Der Führendenbonus wird erwürfelt und wenn man auf der Vorderseite in der letzten Runden einen Tropfen bekommt ist das ziemlich unnötig.

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Bei schwarzen Plättchen (Totenkopffalter) vergleicht man mit den Mitspielern.

Die Interaktion ist etwas, wo ich zwiegespalten bin. Ja. Man schaut immer wieder Mal was die anderen machen aber wenn man gleichzeitig die Züge macht, bekommt man kaum mit was sie machen. Ob sie den Kessel in die Luft jagen oder nicht ist für einen selber nur indirekt von Relevanz.  Höchstens wenn es darum geht, ob jemand anders mehr Punkte / Falter ausliegen hat. Da wäre ich etwas mehr nicht abgeneigt. Grade dann, wenn man mehrere Partien hintereinander spielt..

Kurz noch etwas zu den gleichzeitigen Zügen. Man kann die Züge der Reihe nach machen. Das würde ich vor allem zu Beginn machen, da es sonst schon Mal vorkommen kann, dass manche beim Legen der Plättchen Fehler machen. In der letzten Runde soll man gemeinsam Plättchen ziehen. Dh. alle ziehen das 1. Plättchen, danach alle gemeinsam das 2. usw. Das hat in den Testrunden eigentlich immer zu lange gedauert, und wir sind in ein jeder zieht wie es ihm passt gewechselt, was wir auch so immer spielen. Ja … theoretisch kann man schummeln aber dafür sollte man seine Mitspieler schon soweit kennen, und wissen ob es wirklich etwas ist das auftreten kann.

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Mit dem Trank darf man eine Knallerbse wieder in den Beutel werfen. Ihn aufzufüllen kostet aber 2 Rubine.

Das Thema findet man nicht soooo stark im Spiel. Es ist kein Drama, weil das Zocken schon unterhaltsam genug und die optische Gestaltung sehr gelungen ist aber wenn man es genau betrachtet ist es doch recht abstrakt, vor allem die Rubine oder der Aufholmechanismus mit den Rattenschwänzen.

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Gelb ist einen Rattenschwanz hinter dem Führenden und darf in der nächsten Runde den Rattenmarker 1 Feld nach dem Tropfen palatzieren und startet von dort.

Apropos Rattenschwänze … Auf zu den guten Dingen. Ich mag den Aufholmechanismus. Ich habe zwar das Gefühl, dass der erst später eingebaut wurde (Balance und so) aber er funktioniert richtig gut. Vor allem gegen Ende hin, kann man noch Boden gut machen, wenn man Pech beim Ziehen hatte.

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Hier einmal die grünen Marker. An den Lesezeichen erkennt man das Set.

Die Abwechlsung bei den Büchern ist ein ganz großes Plus. 2 Bücher sind immer gleich aber bei den anderen 5 kann man wechseln. Von jedem Buch gibt es 4 Versionen und die Rückseite des Kessels hat auch noch eine Spielvariante. Das ist wirklich gut. Da ist es fast schon Schade, dass die Rückseite des zentralen Tableaus nur Ratten darauf hat. Wenn da noch ein anderes Spielfeld darauf wäre, wäre das noch die Punktlandung in der Kategorie gewesen und auch sonst wären ein paar andere Elemente interessant, wie variable Reagenzgläser. Aber fassen wir uns kurz. Wiederspielbarkeit: oberes Feld.

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… und hier das ganze nochmal für die Krähenschädel

Kommen wir zum Zockerelement des Spiels. Denn dieses darf nicht unterschätzt werden. Das Spiel wird zwar oft als Bag Building Spiel betitelt aber es ist zumindest zu gleichen Teilen ein Zockerspiel, wenn nicht sogar zu mehr als 50%. Dh. Glück kann auch schon Mal spielentscheidend sein.
Wenn man mehr als 7 Knallerbsen gezogen hat, ist es vorbei und man muss sich entscheiden ob man entweder Geld oder Punkte nimmt (meistens eher das Geld). Das sorgt immer wieder für Spannung und man hofft das richtige aus dem Beutel zu ziehen. Was noch wichtig ist und wo man auch mitzittert ist die Reihenfolge in der die Plättchen aus dem Beutel kommen. Es gibt dem Bag-Building/Deckbaudingens eine angenehm andere Komponente. Hier fühlt man mehr mit. Obs jetzt Freude oder Schadenfreude ist.

Nochmal ganz kurz zurück … Wenn man den Kessel in die Luft jagt ist es aber nicht das Ende der Welt (letzte Runde ausgeschlosse). Man hat nicht alles komplett in den Sand gesetzt und hat das Spiel verspielt. Man ärgert sich zwar ein wenig aber nicht zu sehr.

Am Ende gefällt mir Die Quacksalber von Quedlinburg gut aber ich muss wie schon beim Ganz schön clever eine zweite Wertung abgeben. Also irgendwas zwischen gut und solide. Wieso? Die 1. Partie die wir in den Testrunden gespielt haben, hat mir immer gut gefallen. Eine Revanche wurde meistens gefordert. Die 2. Partie war auch gut aber für mich nicht mehr ganz so. Einmal haben wir dann auch eine 3. Partie nachgelegt und danach dachte ich schon … ja für heute reichts. Die 1. Partie fühlte sich immer sehr gut an. Was liegt diesmal interessantes aus und was probieren wir? In den Folgepartien fehlt mir dann eben die Interaktion oder die Planbarkeit. Deswegen nehm ich es meistens als schönen Einstieg in den Abend.

Empfehlung

Das Spiel ist gut geeignet für Leute die schon ein bisschen Spielerfahrung haben. Dh. wenn man schon 1-2 andere Spiele kennt, kann man mit den Quacksalbern schon was anfangen. Es bewegt sich was Kennerspiele angeht eher im unteren Bereich.
Was man sich bewusst machen sollte ist, dass es sich um ein Zockerspiel mit strategischen Elementen handelt. Nicht umgekehrt.
Man kann zwar auf bestimmte Kombos spielen aber durch das Ziehen und die zufälligen Ereigniskarten ist der Erfolg nicht vorausplanbar.
Man darf auch nicht Erwarten, dass es besonders interaktiv ist. Man freut sich, wenn der andere seinen Kessel in die Luf jagt und bei einem Buch gibts eine Mehrheitenwertung aber mehr Einfluss hat man nicht auf die anderen Spieler. Ob man des jetzt gut oder schlecht findet, ist Geschmackssache. Viele klassische Zockerspiele wie z.B Can’t Stop haben auch kaum Interaktion und sind trotzdem gut.

Vielen Dank an Schmidt Spiele für das Rezensionsexemplar!

Heckmeck am Bratwurmeck

Heute sehen wir uns einen Klassiker unter den Würfelspielen an. Nein … es ist kein Ableger von Würfelpoker oder Kniffel sonder etwas anderes .. .also da bleiben und weiterlesen 🙂

Eckdaten

Autor: Reiner Knizia
Illustrationen: Doris Matthäus
Verlag: Zoch (Verlagsseite)
Erscheinungsjahr: 2005
Spieleranzahl: 2 – 7
Dauer: ca 20 – 45min.
Schachtelgröße: 13,2cm x 13,2cm x 4,4cm
Preis: ca 13€

Ausstattung

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Im Spiel sind Holzwürfel und schwere Steine aus wasweißich für einem Material 🙂

Grafische Gestaltung

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Sehr süß gestaltet.

Aufbau

Spielfeldgröße: nicht der Rede wert
Aufbauzeit: ca 1min

Besonderheiten

Zentral liegen Steine mit den Werten von 21 bis 36 aus. Darunter sind Würmer abgebildet. Unser Ziel ist es bei Spielende die meisten Würmer zu sammeln.

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Wenn man am Zug ist würfelt man.

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Man sucht sich eine Zahl aus (z.B. 4) und legt alle Würfel mit dieser Augenzahl auf die Seite. Mit den restlichen Würfeln darf man jetzt weiterwürfeln, wenn man will. Man darf aber keine Würfelwerte verwenden, die man schon auf die Seite gelegt hat. In unserem Fall darf ich nun keine Vierer mehr verwenden. Für einen gültigen Wurf, muss man zusätzlich irgendwann mindestens 1 Wurmsymbol auf die Seite gelegt haben.

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Ich lege die zwei Dreier auf die Seite und höre danach auf … Ich darf mir nun den Stein (4+4+2+5+5+3+3 = 26) nehmen

Man nimmt sich den Stein der dem Würferergebnis entspricht oder den nächstniedrigen und legt ihn vor sich auf einem Stapel ab. Neue Steine werden auf die alten gelegt. Macht man einen Fehlwurf so landet der oberste wieder im Vorrat. und der höchste Stein in der Auslage kommt aus dem Spiel. Mitspieler können einem auch den obersten Stein klauen, wenn sie das exakte Ergebnis erwürfeln.

Einstieg & Wiedereinstieg

Regelumfang: sehr gering
Einarbeitungszeit: sehr schnell

Preis/Leistung

Die Steine sind sehr gut gemacht und sind das zentrale Element des Spiels. für 13€ kann man sich da nicht beschweren.

Meine Meinung

Neutral. Ich bin kein großer Fan von Holzwürfeln aber man sieht schon, dass ich ziemlich ausholen muss um da Kritikpunkte zu finden.

Das Spiel ist so ein schönes, einfaches Würfelspiel. Der Ablauf ist sehr simpel, hat aber doch seine Tücken und lädt einen dazu ein sich zu zerzocken … Wenn du noch mindestens eine 2 würfelst bekommst du einen Wurm mehr … na … na..

Das alles sorgt dafür, dass man auch am Zug der Mitspieler interessiert ist. Nicht so wie bei Qwixx wo man auch tatsächlich was davon hat, sondern weil man mitfiebert. DAS funktioniert so viel besser als z.B. bei Würfelpoker. Hier haben die Spieler etwas zu verlieren. Wenn du die 35 erwürfelt hast, kann der nächste Zug zu einer emotionalen Achterbahn werden, wenn man nur niedrige Ergebnisse bekommt. Da kann es auch vorkommen, dass man einen Würfel übrig hat und genau 1 Ergebnis erwürfeln muss. Da sind alle gespannt. Einer Mitspielerin gings so und als auf dem letzten Würfel der heiß ersehnte Wurm gefallen ist, bin ich tatsächlich aufgesprungen und hab die Hände in die Luft geschmissen. Das passiert nicht oft.

Das Spiel geht aber auch nicht ewig weiter. Irgendwann sind alle verfügbaren Steine futsch. Sehr schön. Der Würfelmechanismus ist auch interessant. Man kann immer nur eine Augenzahl auf die Seite legen und von der alle Würfel. Manchmal denkt man sich .. .aber ich will mehr als 2 Würmer … ich werd schon noch welche würfeln … ratet mal was dann passiert?

Durch die Schachtelgröße und die Art des Spielmaterials ist es auch sehr gut geeignet um mitgenommen zu werden oder um es draußen zu spielen, da es nur schwere Steine und ein paar Würfel sind. Man muss keine Angst vor im Wind wehenden Zetteln haben.

Mir gefällt weiters, dass die Spieler ihrer Spielerpersönlichkeit freien Lauf lassen können. Einer versucht immer bei anderen zu klauen. Ein anderer würde das nie machen und  nimmt lieber einen niedrigeren Stein, als jemand anders seinen wegzunehmen. Einer spielt auf Nummer sicher und bunkert kleinere Werte und der Nächste zockt bei jeder Gelegenheit. Go Big or Go Home.

Heckmeck am Bratwurmeck ist ein Klassiker für die ganze Familie und alle Spielergruppen, wenn man auch ein einfaches Würfelspiel genießen kann. Im letzten Jahr wurde es viel öfter gespielt als jedes andere Würfelspiel und ich hab noch immer Lust es zu spielen.

Sehr Gut

Empfehlung

Es passt gut in die Reihe anderer einfacher Spiele die man zumindest gespielt haben sollte 🙂