Schlagwort-Archive: Dauer: durchschnittlich

Valletta

Heute fahren wir nach Malta … Packt den Fotoapperat und die Sonnenbrillen weg … wir sind zum Arbeiten hier … obwohl…Eigentlich sind wir mehr auf der Organisationsseite … vielleicht ist eine Sonnenbrille also doch nicht so verkehrt.

Eckdaten

Autor: Stefan Dorra
Illustrationen: Klemens Franz
Verlag: Hans im Glück (Verlagsseite)
Erscheinungsjahr: 2017
Spieleranzahl: 2 – 4
Dauer: ca 15-20 min / Spieler
Schachtelgröße: 21,7cm x 22,8cm x 7,3cm
Preis: ca 32-35€

Ausstattung

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Das Spiel beinhaltet Karten von sehr guter Qualität etwas Pappe und viel Holz. Die Schachtel ist dabei trotzdem für Hans im Glück Verhältnisse sehr leicht, wenn ich es Mal mit Stone Age oder Marco Polo vergleiche. Karten und kein Spielplan macht sich da schon bemerkbar 🙂
Aber das Schachteformat find ich ja immer noch sehr gut.

Grafische Gestaltung

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Die Gestaltung hat Klemens Franz gemacht. Die Personen finde ich gut gelungen und was spannend ist, ist dass jedes der Häuser einzigartig illustriert ist. Sowohl auf der normalen als auch auf der aufgewerteten Seite. Schade ist, dass trotzdem irgendwie nicht dieses Stadtflair aufkommt. Die Häuser sind sehr freistehend mit viel Platz dazwischen. Es wirkt eher wie eine Kleinstadt oder sogar ein Dorf.

Aufbau

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Das Spielfeld ist für vier Spieler aufegbaut.

Spielfeldgröße: Auslage zwischen 55cm x 46cm und 55cm x 68cm. Zusätzlich 35cm x 10cm pro Spieler
Aufbauzeit: ca 7-8min

Thema

Wir befinden uns im 16. Jhdt. Der Malteserorden unter Jean de la Valette ist die wichtigste Kraft die für die Gründung der Stadt Valletta verantwortlich ist. Wir beteiligen uns da natürlich gerne daran.

Besonderheiten

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Die Startkarten. Mit 5 kann man sich Rohstoffe holen, ein Baumeister zum Bauen und Aufwerten von Gebäuden. Der Lehrling kopiert den Effekt einer zuvor ausgespielten roten oder grünen Karte und mit dem Valette kann man Karten loswerden, bzw. aus dem Vorrat neue bekommen.

Jeder Spieler hat zu Beginn denselben Satz von 8 Karten, nimmt sich sein Tableau und seine Häuschen. Man mischt und nimmt 5 Karten auf die Hand. Die restlichen bilden einen Nachziehstapel.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Links – Nachziehstapel. Rechts – Ablagestapel. Ist man am Zug so spielt man 3 Karten aus.

Wenn man an der Reihe ist spielt man drei Karten aus und macht das was drauf steht. Danach zieht man wieder so viele Karten bis man 5 auf der Hand hat. Ist der Nachziehstapel leer, so mischt man den Ablagestapel und verwendet ihn als neuen Nachziehstapel.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Errichtet man das Wohnhaus des Steinmetzes so gibt man 1 Gold, 1 Stein und 1 Ziegel ab, nimmt die Karte auf die Hand und platziert ein Haus. Die benachbarten Gebäude kosten jetzt 1 Gold weniger.

Das ist der grundsätzliche Ablauf. Schön und gut werdet ihr sagen, aber wozu das ganze. Berechtigte Frage. Wir errichten Gebäude und heuern neue  hilfreiche Personen an und da ist auch noch Jean de la Valette der das ganze Bauunternehmen begutachtet.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Befindet sich die Figur des Valette auf den Feldern 1-5 so bekommt man für den Gebäudebau in Spalte 1, zwei Bonuspunkte.

Wie gesagt – Gebäude sind ein wichtiger Teil. Um so eins zu errichten, muss man einen Baumeister oder eine andere Karte, die einen ein Gebäude bauen lässt, ausspielen. Man gibt die Rohstoffe ab nimmt die Person auf dem Gebäude auf die Hand und setzt eins der eigenen Häuschen drauf.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Grüne Karten liefern Rohstoffe in Abhängigkeit von Symbolen (links unten auf den Gebäudekarten). die man kontrolliert.

Dabei sollte man beachten, dass man einen Bonus bekommt, je nachdem wo der Valette ist und einen Rabatt, wenn man neben eigenen Häuschen baut.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Blaue Karten machen alles mögliche. Ein paar davon knöpfen den Mitspielern Ressourcen ab.

Im Prinzip macht man das bis das Spielende eingeläutet wird. Dafür gibt es 3 verschiedene Bedingungen aber ich will nicht zu sehr ins Detail gehen.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Gelbe Karten liefern auf unterschiedliche Art und Weise Siegpunkte.

Wichtig ist nur noch folgendes. Sobald das Spielende eingeläutet wurde mischen alle ihren Ablage- und Nachziehstapel zusammen. Das Spiel geht so lange, bis alle Spieler nochmal das komplette Deck durchgespielt haben.

Einstieg & Wiedereinstieg

Regelumfang: Die Regeln sind gar nicht so umfangreich. Bei den Karten traten bis jetzt auch kaum Fragen auf.
Einarbeitungszeit: nicht so lange aber in den ersten Partien wird man beim Betrachten der Auslage eine Weile brauchen.

Preis/Leistung

Grade wenn man Valletta im unteren 30er Bereich bekommt, halte ich den Preis für in Ordnung. Bei Mitte 35+ muss man schon überlegen. Man hat hier genug Abwechslung in der Auslage (vor allem wenn man mit weniger als vier Spielern spielt) und das Holzmaterial ist von guter Qualität. Die Karten haben helle Ränder und nutzen sich nicht sehr stark ab. Da hat man lange was davon.
Apropos lange was davon haben. Das Spiel hat richtig viel Potential für Erweiterungen, die in die unterschiedlichsten Richtungen gehen könnten und trotzdem wahrscheinlich nicht sehr viel Material beeinhalten … dh. eher nur einen kleineren Geldbetrag kosten könnten. Reine Spekulation meinerseits aber wenn ich ich, sagen wir… 10 neue Personen einfügen würde, wären das nur 20 Karten aber das Spiel würde komplett anders sein.

Meine Meinung

Was gefällt mir an Valletta nicht: Die Aufbauzeit. Dabei ist sie mit unter 8 Minuten nicht Mal sooo hoch. Orléans braucht da noch ein Weilchen länger. Aber es fühlt sich lang an. Die Fässer auszulegen zieht sich. Ich bin mittlerweile soweit, dass ich die Plättchen das nächste Mal in einen Beutel gebe. Das spart ungefähr 1 min!
Ein weiterer Punkt ist die Optik der Karten. Einerseits finde ich jede Karte für sich ganz nett, da man hier Personen im Tagesablauf sieht und jedes Gebäude ist auch etwas anders aber irgendwie kommt für mich kein Stadtflair auf. Für meinen Geschmack hätten die aufgewerteten Gebäude größer und pompöser sein können.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Der einzige Grund um nochmal in die Anleitung zu schauen.

Neutral finde ich, dass es dem Spiel nicht geschadet hätte, wenn noch ein kleines Kärtchen dabei gewesen wäre, wo steht von welcher Farbe wieviele Gebäude bei welcher Spielerzahl verwendet werden. Das würde den Blick in die Anleitung komplett sparen.

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Zurück zur Optik. Das die Holzhäuschen ein Dach haben, es in Valetta aber eigentlich Flachdächer gibt ist ein wenig störend aber fällt nicht großartig ins Gewicht.
Weiter geht es mit der Figur des Valette. In unseren Runde war es so, dass er vor allem bei weniger als vier Spielern nicht in die Nähe des Spielendes gekommen ist. Im Bild oben sieht man das Ende eine Dreispielerpartie. Er befindet sich noch recht weit vom Spielende entfernt und das nachdem alle nochmals das Deck durchlaufen haben. Das finde ich Schade. Nicht, dass ich jetzt am Boden zerstört bin … aber es ist Schade.
Der Autor selber hat zum Zweispielerspiel und für den Startspieler zwei kleine Varianten veröffentlicht (hier). Dafür gibts von mir gleich zwei Daumen nach oben. Eine davon passt die Fässer im Zweispielerspiel an … DAS ist sehr zu empfehlen. Ich hoffe, das es in zukünftigen Auflagen den Weg in die Anleitung findet.

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Was gefällt mir. Das Spiel hat schon seinen Charme. Zentral geschieht das durch  die Figur des Jean de la Valette. Sowohl historisch als auch im Spiel ist er eine wichtige Person. Er ist immerhin der Einzige der Personen entlassen und vom allgemeinen Bereich einstellen kann. Das gibt ihm mehr Gewicht. Ebenso wie die anderen realen, gelben Personen. Die haben zwar nicht die Tragweite des Namenspatrons aber es macht das Spiel eigenständiger als wenn da nur „Bischof“ stünde.

Hans im Glück hat sich diesmal bei den Personen mehr einfallen lassen. War es bei Auf den Spuren von Marco Polo so, dass dort historische Personen einfach so reingegeben wurden ohne irgendeinen Text dazu, so gibt es hier zu allen oben Genannten ein paar Zeilen. Dh. Wer sie waren und was sie gemacht haben. Sehr schön. Das gibt nochmal eine Prise „Realität“ in ein sonst eher abstraktes Strategiespiel.

Die Mechanik gefällt mir gut. Wo andere Aufbauspiele riesige Spielertableaus haben, bleibt hier das Hauptaugenmerk auf dem Spielfeld (ganz großes Plus). Durch den Deckbau Mechanismus schränkt man angenehm die Optionen ein und sorgt aber auch für einige taktische und strategische Herausforderungen. Nur 3 Karten kann ganz schön knackig sein. Da entschließt man sich doch nicht zu bauen, weil man auf den Lehrling warten und gleich zwei Gebäude hochziehen will und zack … war ein Mitspieler schneller oder auf einmal ist der Valette im anderen Teil und die Bonuspunkte sind futsch und wie man weiß: Kleinvieh macht auch Mist 🙂

Wie schon gesagt, der Fokus liegt immer auf dem Spielfeld. Welche Person will man? Wo will man ein Haus errichten? Wo ist der Valette? Welche Waren will man produzieren? Wie kann ich mich am besten ausbreiten oder wo muss ich den anderen zuvor kommen? Grade im 1. Zug sorgt das gerne Mal für längere Nachdenkpausen. Bis man die Auslage sondiert dauert es ein Weilchen aber sobald die 1. Häuschen auf dem Plan gelandet sind, läuft es eigentlich wie geschmiert. Erst in den letzten Zügen vor Spielende, wenn alle versuchen das Maximum rauszuholen, wird es wieder ein wenig langsamer.
Das man nochmal das ganze Deck durchläuft gefällt mir richtig gut. So kann ich auch mit einen größeren Deck nochmal punkten und das Feld von hinten aufrollen.

Trotz der weiter oben genannten Schwächen hat es mir Spaß gemacht. Mir gefällt besonders das Spiel zu dritt, weil es da oberhalb und unterhalb der Straße unterschiedlich viele Reihen gibt. Da überlegt man noch mehr, wo man seine Rohstoffe investiert.
Mal sehen wie es sich über das Jahr hinweg entwickelt. Valletta ist ja sehr bekannt für seine Befestigungen … Na Hans im Glück … da kann man doch noch ein paar Karten nachschießen, oder 😉

Gut-

Empfehlung

Wer nach einem zugänglichen Aufbauspiel sucht, dass über Karten gesteuert wird, sollte sich Valletta einmal ansehen.

Valletta ist aber kein Schwergewicht.

Vielen Dank an Hans im Glück für das Rezensionsexemplar!

Advertisements

Sag’s mir: Personen

Heute schauen wir uns ein etwas klassisches Spielekonzept an und wie man etwas besonders daraus macht … oder auch nicht?

Eckdaten

Autor: Peter Sarett
Illustrationen: Peter Sarett
Verlag: Repos. Im Vertrieb von Asmodee (Verlagsseite)
Erscheinungsjahr: 2013
Spieleranzahl: ab 4
Dauer: ca 60min.
Schachtelgröße: 20cm x 13,6cm  x 6,5cm
Preis: ca 17€

Ausstattung

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Das Spiel besteht aus Karten. Die sind qualitativ in Ordnung. Dann hat man in der Schachtel noch einen Block, eine Sanduhr und zwei Anleitungsheftchen.

Grafische Gestaltung

Ja … Das schreit nach 90ern und ist Geschmackssache. Ich find es zu sehr auf „Party!“ getrimmt.

Aufbau

Spielfeldgröße: 🙂
Aufbauzeit: Karten mischen

Besonderheiten

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Je nach Spieleranzahl erhalten die Spieler Karten. Zwei dürfen sie wieder ablegen. Die restlichen Karten werden zusammengemischt und bilden einen Stapel. Man einigt sich auf die blaue oder gelbe Seite der KArten und die erste Runde beginnt.

Die Spieler treten in Teams gegeneinander an. Am besten bildet man Zweierteams.
Ist man an der Reihe so hat man 30 Sekunden Zeit so viele Begriffe wie möglich auf der Karte zu erklären. Fast ohne irgendwelche Einschränkungen. Man darf die Begriffe aber nicht überspringen.

Nach 30 Sekunden wandert der Stapel zu einem anderen Team. Usw. Wurden alle Begriffe erklärt, liest jedes Team noch einmal alle Namen vor und man notiert wer wieviele Punkte hat.

Jetzt startet die 2. Runde. Ab jetzt darf man beim Erklären nur 1 Wort verwenden. Aber man darf Karten überspringen.

Achja es gibt noch eine 3. Runde. Hier darf man gar nicht mehr sprechen. Ja … nur Pantomime.

Einstieg & Wiedereinstieg

Regelumfang: Ähm eigentlich war es das.
Einarbeitungszeit: … siehe oben

Preis/Leistung

Eigentlich sind in der Box viele Begriffe und das ganze ist für unter 20 Euro zu haben. Theoretisch ist es das Geld wert … mehr dazu im nächsten Abschnitt.

Meine Meinung

Fangen wir wie immer mit den negativen Punkten an. Teilweise findet man in der Anleitung Rechtschreibfehler. Das Spiel ist immer noch spielbar (hat ja auch kaum Regeln) aber das tut an einer Stelle schon in den Augen weh.
Theoretisch gibt es auch ein kleines Heftchen, dass nochmal in einem Satz etwas wichtiges zu der Person steht. Warum nur theoretisch? Es ist nicht vollständig! Zumindest in der Auflage die ich hier habe. Online findet man die Biographien und sie sieht vollständig aus. Aber selbst wenn alles da wäre. 1 Satz ist meiner Meinung nach zu wenig.

Hier ein Zitat aus der „Biographie“
Draghi Mario – Italienischer Bankmanager und Präsident der Europäischen Zenralbank.
Wer das nicht wusste, weiß jetzt natürlich alles, oder?

Kommen wir jetzt zum größten negativen Punkt …. Die Begriffe. Ich finde man sollte schon Mal von Rene Descartes gehört haben aber ob er tatsächlich in ein Partyspiel gehört … puh … eher nein von meiner Seite. Selbiges gilt für Mario Draghi, Ban Ki-Moon uä. Wie erkläre ich diese Personen jemanden der sie nicht kennt? Bzw. Wie stelle ich sie pantomimisch dar? Ernsthaft. Wie stelle ich Rene Descartes oder Pythagoras pantomimisch dar? Vor allem dann, wenn sich mehrere Wissenschaftler, Politiker oä. im Pool befinden.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Ganz besonders schlimm finde ich die Schriftsteller, WEIL es da besser ginge! Angenommen ich habe Arthur Conan Doyle und H.P. Lovecraft im selben Stapel. Wie stelle ich diese unterschiedlich dar? Ich kann doch nicht nur einen Mann am Schreibtisch spielen. Natürlich geht man da den Weg über Figuren die von ihnen geschaffen wurden. Also warum nicht gleich die Figur darstellen. Das ist interessanter und ich kann sie auch kennen, wenn ich die Literatur nicht gelesen habe.
Da fällt mir noch ein negativer Punkt ein. Die erste Runde kann zäh sein, da laut Regeln, keine Karte übersprungen werden darf. Was tust du also wenn du keine Ahnung hast wer das sein soll? Dumm in die Luft schauen oder versuchen irgendwie Einzelteile des Namens zu erklären.
Das alles fliegt jetzt wie ein Bumerang zurück auf die Auswahl der Begriffe und die zu kurzen Erklärungen. Hier scheint es so als ob man einfach: wichtige Personen aus der …… (hier Begriff einsetzen) gegooglet und genommen hat.
Wenn ich irgendeinen berühmten Wissenschaftler, Schriftsteller oder was auch immer nicht kenne, kann das schnell in das Gegenteil von Spaß umschlagen. Man kann sich schon dumm fühlen und das sollte nicht der Fall sein. Das ist ja auch kein Quizspiel sondern hier sollte man mit seinen Freunden lachen nicht über ihre Wissenslücken.

Letzter negativer Punkt. Es macht in dem Spiel überhaupt keinen Sinn mit mehr als 2 Personen pro Team zu spielen. Vorausgesetzt man hält sich an die Regeln. Die Anleitung schlägt eine Sitzordnung vor, wo abwechselnd immer ein Mitglied eines Teams dann das eines anderen usw. sitzt. Dh. du sitzt nicht bei den anderen Teammitgliedern. In Runde 1 ist das noch kein Problem. Aber in Runde 2 und 3 darfst du nur eine Antwort geben. Wie spricht man sich bei 3 Teams zu je 3 Mitgliedern mit seinem Partner ab wenn 2 andere Personen dazwischen sitzen? … Nicht vergessen 30 Sekunden sind insgesamt Zeit.

Einziger neutraler Punkt. Das 30 Sekunden Limit ist manchmal echt hart. Da wäre mir ein höheres Limit lieber gewesen.

Gut … Bei so viel Kritik kann nicht viel übrig bleiben, oder?
Doch … es gibt ja nicht nur eher suboptimal gewählte Begriffe sondern es kann auch richtig gut Klick machen. Vor allem in Runde 2 und ganz besonders Runde 3 kann man viel Spaß haben. Aber warum ist das so? Da man vor allen anderen erklärt, bekommen alle mit was man sagt. So passiert es gerne, dass man ihre Erklärungen teilweise aufgreift und irgendwie verfälscht. Da wird aus Angus Young mal gerne Mal in der ganzen Partie ein Rind (Angus Rinder).

Besonders gut gefällt mir die Pantomime Runde. Hier werden viele seufzen. Aaah … Pantomime. Normalerweise macht man sich da immer zum Affen. Hier ist es nicht so, weil man ja weiß (wenn man aufgepasst hat) welche Begriffe vorkommen. Das macht es für den Mimen wesentlich angenehmer. Man versucht im Geist das gespielte mit den Begriffen abzugleichen und ist über weitere Hinweise dankbar, denn die Zeit tickt gnadenlos.

Alles in allem haben wir hier eine richtig gute Grundidee aber es gibt hier auch sehr viel verschenktes Potential die dem Spiel den Wind aus den Segeln nehmen.

Genügend

Empfehlung

Ich würde empfehlen zu hoffen, dass Monikers (so eine Art Neuauflage des Konzepts) auf deutsch rauskommt.
Die Begriffe sind besser auf jeder Karte findet man nur einen mit 2-3 Sätzen als Erklärung! Achja … die Regeln wurden auch verbessert und das obwohl sie noch kürzer ist.

Bohnanza: 20 Jahre

Hurra, hurra Bohnanza ist jetzt 20 Jahr 🙂
Passenderweise werde ich heute am Gründonnerstag über Bohnen reden.

Eckdaten

Autor: Uwe Rosenberg
Illustrationen: Björn Pertoft
Verlag: Amigo (Verlagsseite)
Erscheinungsjahr: 1997 (Original), 2017
Spieleranzahl: 3-5
Dauer: ca 45min
Schachtelgröße: 12,4cm x 9,5cm x 3,3 cm
Preis: ca 10€

Ausstattung

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Das Spiel besteht aus Karten und Tableaus aus Papier.

Grafische Gestaltung

Für die Jubiläumsausgabe hat man nochmal die Grafiken etwas erneuert und alle Böhnchen in Feierstimmung versetzt.

Aufbau

Spielfeldgröße: ca 25cm x 17cm pro Spieler und etwas Platz für Nachzieh- bzw- Ablagestapel
Aufbauzeit: Karten mischen.

Thema

In Bohnanza versuchen wir möglichst viel Profit beim Anbau von Bohnen zu machen.

Besonderheiten

Erste Regel von Bohnanza: Nicht die Reihenfolge der Handkarten verändern.
Zweite Regel von Bohnanza: Nicht die Reihenfolge der Handkarten verändern.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Die neuen Bohnenfelder Tableaus

Ok … ein paar weitere Regeln gibt es dann doch.
Jeder Spieler hat 2 (bzw. 3) Bohnenfelder. Dazu dreht man die Papierauslage auf die richtige Seite. Auf jedem Feld kann nur eine Bohnensorte eingepflanzt werden.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Auf der Vorderseite sieht man eine Bohne. Auf der Rückseite 1 Münze. Hat man vier blaue Bohnen eingepflanzt so kann man sie abernten. 3 landen auf dem Ablagestapel und eine legt man verdeckt als Münze vor sich ab.

Zu Beginn des Zuges, muss der aktive Spieler die vorderste Handkarte einpflanzen. Wenn man will, kann man auch eine zweite einpflanzen.

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Dann beginnt die Handelsphase. Man deckt zwei Karten vom Nachziehstapel auf. Die gehören jetzt einem. Mit ihnen und den Handkarten darf man nun handeln und mit anderen Mitspielern Karten anbieten und sogar schenken – wenn sie wollen. Danach pflanzen alle Spieler die erhaltenen Karten ein.

Will man Felder abernten und Taler bekommen, so kann man das jederzeit tun.

Am Ende zieht der aktuelle Spieler 3 Karten und der nächste ist dran. Das Spiel geht so lange bis der Nachziehstapel 3 Mal verbraucht wurde.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Die Springbohne

In der Jubiläumsausgabe findet man die Springbohne. Man verwendet sie oder die Gartenbohne in einem Spiel (später dazu mehr). Hat man mindestens 2 Springbohnen eingepflanzt und ernetet ab, so zieht man bei 3 Spielern 4 Karten. Davon sucht man sich eine aus, pflanzt sie ein oder legt die Bohne auf den Ablagestapel. Die restlichen Karten gibt man an den nächsten Spieler weiter … usw. die übrig gebliebene Karte legt man als Taler vor sich ab.

Einstieg & Wiedereinstieg

Regelumfang: Wenig
Einarbeitungszeit: Das Spiel ist sehr schnell gelernt.

Preis/Leistung

Ja was soll ich sagen. Diese Jubiläumsausgabe kostet ungefähr genausoviel wie das normale Bohnanza – hat aber noch eine zusätzliche Bohnensorte und es gibt Bohnenfelder Tableaus, die schön gestaltet sind.

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Wer die Wahl zwischen beiden hat – das hier nehmen

Meine Meinung

Was gefällt mir nicht? Ich bin nicht wirklich glücklich damit das die Anleitung sagt man soll mit der Spring- oder der Gartenbohne spielen und die eine Sorte aussortieren. Das finde ich umständlich. Dafür gibt es aber eine einfache Lösung. Beide Karten drin lassen 🙂

Was gibst für neutrale Punkte? Anfangs fand ich es seltsam, dass sie die Möglichkeit für ein 3. Bohnenfeld aus dem Spiel genommen haben. Stört es mich? Nein. Ich habe selten eines gekauft.
Was ich schade finde, ist die Nachziehregel. Ich spiele meistens mit der Nachziehregel aus dem Ableger Bohn To Be Wild. Dort ist es so, dass alle Spieler eine Karte nachziehen und nicht wie im normalen Bonhnanza 1 Spieler 3 Karten. Das gefällt mir persönlioch irgendwie besser, weil dann immer jeder mindestens eine Karte auf der Hand hat.

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Ansonsten: Es hat schon seinen Grund warum es dieses Spiel 20 Jahre lang gibt. Es ist einfach ein Spaß für groß und klein.

Der Mechanismus mit den Handkarten ist sehr interesant, der Ablauf eingängig. Die neuen Bohnentableaus sind schön gestaltet. Die Illustrationen sind niedlich. Das Verhandeln und Feilschen sorgt für gute Laune am Tisch.  Kurz gesagt:

Ein richtig schönes Spiel für alle Altersklassen und passend für die unterschiedlichsten Spielerunden. Es hat auch noch nach 20 Jahren nichts von seinem Charme eingebüßt.

Gut+

Empfehlung

Eigentlich sollte man Bohnanza in der Sammlung haben. Es gibt einfach Klassiker, den ich schon des Öfteren am Ende eines anstregenden Spieleabends oder mit der Familie ausgepackt habe.