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Condottiere

Heute stelle ich euch wieder ein Spiel vor, dass zum Zeitpunkt der Rezension nicht auf deutsch im Handel erhältlich ist (eine Schande btw.). Ich gehen davon aus, dass das irgendwann wieder in Druck kommen wird und da das Material sprachneutral ist, ist es ja egal ob die Spielanleitung auf französisch, russisch, polnisch oder in meinem Fall auf chinesisch ist.

Eckdaten

Autor: Dominique Erhard
Illustrationen: Tomas Jedruszek, David Palumbo, Scott Nicely, John Goodenough
Verlag: diverse
Erscheinungsjahr: 1995
Spieleranzahl: 2 – 6
Dauer: irgendwas zwischen 30 und 60 Minuten.
Schachtelgröße: 19,4cm x 10,2cm x 4cm
Preis: derzeit nicht zu bekommen ( damals ~15-20€)

Ausstattung

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Ein Spielplan, ein paar Holzwürfel und Figuren und natürlich Karten, Karten, Karten. Meine Holzwürfel sind jetzt nicht Hammerqualität aber erfüllen ihren Zweck. Die Karten sind ganz gut.

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Unter dem Schacteleinsatz findet man das Holzmaterial.

Grafische Gestaltung

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Das Cover meiner chinesischen Ausgabe.

Aufbau

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Spielfeldgröße: kaum der Rede wert
Aufbauzeit: <2min.

Thema

Renaissance. Italien. Viele kleine Stadtstaaten streiten um die Vorherrschaft. Die Zeit der Condottieri. Anführer von Söldnerarmeen, die ihre Dienste den Stadtstaaten anbieten.

Besonderheiten

Condottiere ist ein Spiel wo es um die Kontrolle von Gebieten geht. Je nach Spieleranzahl verändert sich das Spielziel ein wenig. Bei vier Spielern gewinnt der Spieler der zuerst 5 beliebige oder 3 benachabarte Regionen kontrolliert.

Das Spiel läuft in mehreren Runden ab. Eine Runde sieht wie folgt aus:

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Man bekommt Karten + extra Karten für jede Region die man kontrolliert. Der Condottiere stellt den Marker in die Stadt einer Region die noch nicht erobert wurde. Dort findet die Schlacht statt. Er kann jetzt eine Karte ausspielen und fügt sie seiner Schlachtreihe hinzu oder passt.

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Die Schlacht ist zu Ende und die Armeen messen sich.

Das geht jetzt nach der Reihe so weiter, bis alle gepasst haben und die Armeen quasi aufmarschiert sind. Dann schaut man wer die stärkste Armee hat. Der gewinnt und kontrolliert die Region. Der Sieger ist neuer Condottiere und bestimmt den Ort der nächsten Schlacht. Es können nur Regionen gewählt werden, die nicht kontrolliert werden. Die Karten in den Schlachtlinien werden abgelegt. Jeder Spieler der keine Söldner mehr auf der Hand hat, kann sich dazu entscheiden, seine Hand abzulegen.

Hat nur einer oder kein Spieler mehr Karten auf der Hand, so endet die Runde und eine neue Runde beginnt. Erst jetzt bekommt man neue Karten.

Das geht solange weiter bis das Spielende eintritt.

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Gelb kontrolliert 3 benachbarte Regionen.

 

Einstieg & Wiedereinstieg

Regelumfang: Recht wenig
Einarbeitungszeit: schnell

Die Spielregeln sind im großen und ganzen ziemlich einfach mit 1-2 Ausnahmen. Achtet darauf, dass allen Spielern klar ist wie sich der Trommler in welcher Jahreszeit auswirkt und das die Jahreszeiten erst bei Schlachtende einen Effekt haben.

Preis/Leistung

Das Spiel ist derzeit nicht im Handel erhältlich. Hat aber damals 15 – 20€ gekostet. Ich habe eine gebrauchte chinesische Version, die mich 10€ gekostet hat. Also das Geld ist es auf alle Fälle wert. Mehr als 20€ würde ich dafür aber niemals bezahlen. Achja das Material ist sprachneutral (mit Ausnahme der Anleitung).

Meine Meinung

Minuspunkte gibt es für die angegebene Spieleranzahl. Das Zweipersonenspiel hat mir nicht gefallen, weil die Absprachen wegfallen und es hier einfach keinen Grund gibt, sich Karten aufzusparen. Wenn einer alle Karten verbrät, werden neue Karten gezogen und es ist auch wesentlich unspannender wo die nächste Schlacht stattfindet. Mit den Varianten könnte es interessanter werden. Das habe ich aber zu zweit nicht probiert und irgendwie auch keine Lust dazu.

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Söldnerkarten (erkennbar am gelben Rand) sind am häufigsten vertreten. Sie besitzen eine Stärke von 1,2,3,4,5,6 oder 10.

Neutral. Der Spielplan liegt nicht 100%ig flach auf. Da kann man machen was man will.
Nächster Punkt: Laut Spielregel soll man nach jeder Runde den gesamten Ablagestapel wieder in den Nachziehstapel mischen. Das ist mir zu viel Mischerei. Wir spielen immer den kompletten Nachziehstapel durch bevor neu gemischt wird. Das macht es auch ein wenig strategischer, weil man, wenn man aufgepasst hat, weiß ob schon alle Winterkarten oä. gespielt wurden.
Nächster Punkt. Das Spiel finde ich richtig gut aber irgendwie bekomm ich beim spielen auch Lust wieder El Grande auf den Tisch zu bringen 🙂 Das bleibt für mich einfach der Genreprimus.
Letzer neutraler Punkt. Obwohl die Regeln ziemlich klar sind kommt es bei den Jahreszeiten zu einem Wirrwarr. Bei Winter + Trommler haben alle Söldner einen Wert von 2. Im Frühling wird zuerst der Effekt des Trommlers ausgeführt und danach der des Frühlings. Also umgekehrt. Was auch noch gerne vergessen wurde, war, dass die Jahreszeiten erst bei Schlachtende in Kraft treten. Also ein im Winter gespielter Bischof führt nicht dazu, dass alle Söldner abgeworfen werden. Ist nicht schlimm aber man sollte bei der Erklärung darauf achten.

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Karten mit rotem Rand werden auch in die Schlachtreihe gespielt.  Die roten Zahlen geben an, dass sie durch nichts verändert werden können. Wer die Mehrheit an Kurtisanen hat wird nächster Condottiere und nicht der Spieler der die Schlacht gewinnt. Die Heldin ist stark und der Trommler verdoppelt am Ende der Schlacht die Gesamtstärke aller eigenen Söldner (gelber Rand)

Positive Dinge. Das Spiel ist schnell verstanden. Karten spielen bis man nicht mehr mag/kann. Ziemlich simpel … oder? Wieviel ist zuviel? Welche Sonderkarten hebt man sich am besten auf? Wann ist es besser zu passen und die anderen sich verausgaben zu lassen? Kann man vielleicht irgendwelche Bündnisse schmieden um ganz offen den Sieg eines Spielers zu verhindern? Immerhin sagt das Spiel ganz deutlich das Absprachen erlaubt sind und es ist auch erlaubt seine Handkarten herzuzeigen. Was ist ein guter Ort um im Regionen TicTacToe andere blockieren zu können? Welche Region ist für manche Spieler eher uninteressant? Wie bringt man die anderen dazu ihren „Einsatz“ zu erhöhen, um dann loszuschlagen?
Das hat irgendwie was von Poker. Jede gespielte Karte zeigt einem mehr was die anderen haben aber mit jeder Karte erhöht man auch das eigene Investment und je mehr man  investiert hat, desto schwerer fällt das Passen. Es heißt ja nicht automatisch, dass man nach dem Passen keine Chance mehr auf den Sieg hat aber die großen fetten Finisher hebt man sich gerne auf (oder man tut so als ob).

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Die rosa/lila umrandeten Karten haben einen sofortigen Effekt. Wird der Bischof gespielt müssen alle Söldner mit der aktuell höchsten Stärke abgelegt werden und man darf die Gunst der Kirche in eine unbesetzte Region setzen oder vom Spielfeld nehmen. Dort darf keine Schlacht stattfinden. Kapitulation beendet sofort die Schlacht und die Vogelscheuche tauscht man mit einer beliebigen eigenen Söldnerkarte aus und nimmt sie wieder zurück

Wie man vielleicht rausgelesen hat, ist das Spiel sehr interaktiv. Man muss schon sehr darauf achten was die anderen machen und versucht voraus zu ahnen was sie tun werden. Angenommen ich sitze mit einer Hand von hauptsächlich schwachen Söldnern da. Da überlegt man schon ob man nicht so viele wie möglich in die nächste Schlacht buttert, damit man neue Karten bekommt….aber…wenn die anderen hier nicht mitziehen, kann man in der nächsten Schlacht zuschauen. Nicht unbedingt was man will – wahrscheinlich – weil wenn man diese Schlacht gewinnt, platziert man den Condottiere einfach in einer Region die einen sowieso nicht interessiert und die gefährlichsten Konkurrenten auch nicht oder man platziert ihn grade in einer Region die zwei interessiert, damit die sich verausgaben.

Noch kurz zur Spieleranzahl. Abgesehen vom Spiel zu zweit ist es wahrscheinlich in allen Zahlen gut. Zu 6. hab ich es nicht  versucht aber zu dritt, viert und fünft hat es mir gefallen. Zu dritt gibt es weniger Absprachen aber man muss trotzdem sehr darauf achten, dass kein Spieler davonzieht. Wenn einer durch 3 Siege, 3 Extrakarten in jeder Runde ziehen darf ist das schon nicht ohne. Vor allem zu fünft gab’s bei uns schon Absprachen. Einmal z.B. haben die Spieler die die Schlusslichter waren,  sich die Karten gezeigt und der eine hat sich seine Karten aufgespart und auch der andere hat sich Karten zurückgehalten damit die Runde noch nicht beendet war. Die anderen 3 Mitspieler hatten zu dem Zeitpunkt kaum mehr Karten und hatten eigentlich gehofft, dass die Runde beendet wird, damit sie neue bekommen und konnten da nicht mithalten. So haben die letzten recht einfach jeder eine Region erobert. Danach war es mit dem Bündnis auch wieder zu Ende aber als Mechanismus um auf dem Brett eine Balance herzustellen hat es ziemlich gut funktioniert.

Die Aufteilung der Sonderkarten ist sehr clever gewählt und alle haben ihre Berechtigung. Trommler die die Schlachtreihe verdoppeln sind irre. Kurtisanen wirken schwach aber das nächste Schlachtfeld bestimmen zu können ist, vor allem im späteren Spielverlauf mächtig. Frühling pimpt die stärksten Söldner und die Winterkarte lässt fast alle am Tisch aufseufzen…Bis auf Mitspieler die eine Heldin auf der Hand haben. Der Bischof ist praktisch um Expansionen einzuschränken und mächtige Konkurrenten zu schwächen. Kapitulation bestraft die, die sich mit ihrer Stärke zurückhalten und die Heldin metzelt im Winter links und rechts alles nieder.

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Last but not least. Jahreszeiten. Sie bleiben solange auf dem Spielfeld bis die andere Jahreszeit gespielt wird. Frühling erhöht bei Schlachtende die Stärke aller aktuell stärksten Söldner um 3. Winter reduziert bei Schlachtende die Stärke aller Söldner AUF 1.

Das Spiel kommt mit einer ganzen Reihe von Varianten daher. Ob man jetzt mehr Bluffen möchte, über mehrere Partien hinweg Punkte sammelt oder einfacher an neue Karten kommt. Für alle Vorlieben ist was dabei.

Das Spielt spielt sich für so ein Gebietskontrolle/Konflikspiel ziemlich flott. Eines der flottesten die ich bis jetzt gespielt habe. Um wieder auf El Grande zurück zu kommen. In der Zeit wo man eine Partie davon spielt, schafft man mindestens 2 Partien Condottiere. Abgesehen vom 2 Spieler Spiel. Da geht El Grande auch in max 30. Minuten (und ist auch besser).

Falls es noch niemandem aufgefallen ist. Die Spieleschachtel ist itzibitzi klein, der Platzbedarf auf dem Tisch ist gering und es ist ziemlich rasch aufgebaut. Das macht es  zu einem guten Mitbringspiel (ich pack es immer ein). Condottiere ist auch schön um, einen Spieleabend anzufangen oder zu beenden.
Wenn ich mit der Stammgruppe spiele hab ich meist ein großes Hauptspiel und danach oder davor noch was anderes (je nachdem wieviel Zeit wir haben). Wenn das Hauptspiel ein eher indirekt interaktives Spiel mit viel Ressourcenmanagement ist, wo der Schädel etwas raucht, dann liebe ich danach etwas dass mehr Rumms hat.
Es ist jetzt nicht banal, nicht falsch verstehen aber wesentlich lockerer und man lacht auch viel.

In seiner Nische ist Condottiere im oberen Feld. Gutes Kartenspiel mit Zocker- und Bluffelementen. Dazu noch der geringe Platzbedarf und wenn man es bekommt (und keine Mondpreise zahlt) auch noch recht günstig. Zumindest auf englisch steht eine Neuauflage vor der Haustür. Die hat eine etwas größere Schachtel, einen Spielplan der tatsächlich aufliegt (die kleinen Freuden des Alltags), laut Angabe des Verlags eine 2 Spieler Variante und noch etwas mehr. Man darf gespannt sein.

Für die Auflage wie man sie auf den Fotos sieht gibt’s ein Gut.

Empfehlung

Mögt Ihr Kartenspiele? Mit Taktik, Bluffen und etwas Strategie? Schimpft ihr gerne darüber, was für Mist ihr wieder gezogen habt? Mögt ihr kleine transportable Spiele?Schaut euch Condottiere an.

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Vampire Queen

Der Tag bricht an. Vampirjäger drehen die Runde. Es wird Zeit seine 7 Sachen zusammen zu packen und in die Dunkelheit zu entfliehen…oder so.

Eckdaten

Autor: Wolfang Kramer
Illustrationen: Irene Bressel
Verlag: Schmidt Spiele (Verlagsseite)
Erscheinungsjahr: 2016
Spieleranzahl: 3 – 12
Dauer: 20 – 45min
Schachtelgröße: 12,2cm x 9,5cm x 2,5cm
Preis: ~5€

Ausstattung

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Im Spiel findet man einen Haufen Karten. Qualität passt.

Grafische Gestaltung

Die Illustrationen gefallen mir nur einen Kritipunkt hab ich. Ich mag das Thema nicht so.

Aufbau

Spielfeldgröße: nicht der Rede wert
Aufbauzeit: nicht der Rede wert

Thema

Wir versuchen unsere Vampire in Sicherheit zu bringen.

Besonderheiten

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Jeder Spieler hat eine gewisse Anzahl Handkarten. Ist man am Zug, so spielt man eine oder mehrere gleiche Handkarten aus. Jeder nachfolgende Spieler muss die gleiche Anzahl aber mit höheren Werten ausspielen oder passen.
Der Spieler der die Karte(n) mit höchstem Wert ausgespielt hat spielt die nächste Karte aus usw.

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Eine Ausnahme findet statt wenn ein Spieler einen der 2 Vampirjäger ausspielt. Jeder Spieler spielt jetzt genau eine Vampirkarte aus. Hier dürfen mehrere Spieler die gleiche Karte abwerfen. Der Spieler der die höchste Karte ausgespielt hat, muss den Vampirjäger und alle in diesem Zug ausgespielten Karten auf die Hand nehmen.

Hat am Ende einer Runde keine Karten mehr auf der Hand, endet diese. Jeder bekommt Minuspunkte für seine Handkarten. Eine neue Runde beginnt.

Nach 5 Runden ist das Spiel vorbei.

Einstieg & Wiedereinstieg

Regelumfang: einfach
Einarbeitungszeit: sehr kurz

Preis/Leistung

Das Spiel ist recht günstig für ungefähr 5-7€ zu haben. Für die Kartenzahl kann man sich nicht beschweren.

Meine Meinung

Beginnen wir bei den negativen Dingen.

Ich mag das Thema nicht sonderlich und dieses Vampirzeugs ist auch nicht jedermanns Sache…was halt blöd ist, wenn man bedenkt, dass das Spiel für bis zu 12 Spieler geht. Da hast du bald jemanden dabei der sagt: Gefällt mir nicht. Da hätte mir etwas Abstrakteres oder Allgemeineres besser gefallen. Tier vor Jägern in Sicherheit bringen z.B.

Solala finde ich die Rundenanzahl. Je nachdem wie flott die Mitspieler sind, können 5 Runden gefühlt auch eine Weile dauern. Vor allem, wenn man in einer großen Runde nebenbei vielleicht tratscht.

Was gefällt mir gut

Der Mechanismus des Spiels ist angelehnt an das Spiel Abluxxen vom selben Autor. Dort konnte man mit höheren Werten Karten abluchsen. Hier in dem Spiel ist es so, dass man versucht viele hohe Karten auf einmal abzulegen, damit die anderen keine Karten ablegen können oder damit man sich das Ausspielrecht erkämpft. Das interagiert natürlich schön mit dem Vampirjäger. Wenn du hohe Karten ansparst, kann der dir sehr ins Handwerk pfuschen. Vor allem dann, wenn die anderen alle unterschiedliche Werte ausspielen. Aber vielleicht bekommst du so auch mehr Karten von solchen die du auf der Hand hast. Dadurch kannst du dann leichter andere zum Passen bringen.

Sonst ist das Spiel eine relativ lockere Angelegenheit. Ganz nettes, solides Kartenablegespiel. Mir persönlich gefällt Abluxxen besser.

Befriedigend

Empfehlung

Habt ihr Leute die eigentlich keine Spieler sind aber die regelmäßig bei Treffen dabei sind wo normalerweise Spiele gespielt werden? Seid ihr 6+ Leute. Keine Kreativspiele, nichts mit Deduktion oder Quizelementen. Versucht Vampire Queen. Es ist günstig, einfach, hat seine Kniffe und geht auch gut mit großen Spielerzahlen. Jeder der Uno kennt wird auch damit zurecht kommen und man kann es ebenso locker runterspielen. Dabei ist Vampire Queen eleganter und kommt ohne diese großen Ärgerelemente aus.

Heckmeck am Bratwurmeck

Heute sehen wir uns einen Klassiker unter den Würfelspielen an. Nein … es ist kein Ableger von Würfelpoker oder Kniffel sonder etwas anderes .. .also da bleiben und weiterlesen 🙂

Eckdaten

Autor: Reiner Knizia
Illustrationen: Doris Matthäus
Verlag: Zoch (Verlagsseite)
Erscheinungsjahr: 2005
Spieleranzahl: 2 – 7
Dauer: ca 20 – 45min.
Schachtelgröße: 13,2cm x 13,2cm x 4,4cm
Preis: ca 13€

Ausstattung

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Im Spiel sind Holzwürfel und schwere Steine aus wasweißich für einem Material 🙂

Grafische Gestaltung

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Sehr süß gestaltet.

Aufbau

Spielfeldgröße: nicht der Rede wert
Aufbauzeit: ca 1min

Besonderheiten

Zentral liegen Steine mit den Werten von 21 bis 36 aus. Darunter sind Würmer abgebildet. Unser Ziel ist es bei Spielende die meisten Würmer zu sammeln.

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Wenn man am Zug ist würfelt man.

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Man sucht sich eine Zahl aus (z.B. 4) und legt alle Würfel mit dieser Augenzahl auf die Seite. Mit den restlichen Würfeln darf man jetzt weiterwürfeln, wenn man will. Man darf aber keine Würfelwerte verwenden, die man schon auf die Seite gelegt hat. In unserem Fall darf ich nun keine Vierer mehr verwenden. Für einen gültigen Wurf, muss man zusätzlich irgendwann mindestens 1 Wurmsymbol auf die Seite gelegt haben.

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Ich lege die zwei Dreier auf die Seite und höre danach auf … Ich darf mir nun den Stein (4+4+2+5+5+3+3 = 26) nehmen

Man nimmt sich den Stein der dem Würferergebnis entspricht oder den nächstniedrigen und legt ihn vor sich auf einem Stapel ab. Neue Steine werden auf die alten gelegt. Macht man einen Fehlwurf so landet der oberste wieder im Vorrat. und der höchste Stein in der Auslage kommt aus dem Spiel. Mitspieler können einem auch den obersten Stein klauen, wenn sie das exakte Ergebnis erwürfeln.

Einstieg & Wiedereinstieg

Regelumfang: sehr gering
Einarbeitungszeit: sehr schnell

Preis/Leistung

Die Steine sind sehr gut gemacht und sind das zentrale Element des Spiels. für 13€ kann man sich da nicht beschweren.

Meine Meinung

Neutral. Ich bin kein großer Fan von Holzwürfeln aber man sieht schon, dass ich ziemlich ausholen muss um da Kritikpunkte zu finden.

Das Spiel ist so ein schönes, einfaches Würfelspiel. Der Ablauf ist sehr simpel, hat aber doch seine Tücken und lädt einen dazu ein sich zu zerzocken … Wenn du noch mindestens eine 2 würfelst bekommst du einen Wurm mehr … na … na..

Das alles sorgt dafür, dass man auch am Zug der Mitspieler interessiert ist. Nicht so wie bei Qwixx wo man auch tatsächlich was davon hat, sondern weil man mitfiebert. DAS funktioniert so viel besser als z.B. bei Würfelpoker. Hier haben die Spieler etwas zu verlieren. Wenn du die 35 erwürfelt hast, kann der nächste Zug zu einer emotionalen Achterbahn werden, wenn man nur niedrige Ergebnisse bekommt. Da kann es auch vorkommen, dass man einen Würfel übrig hat und genau 1 Ergebnis erwürfeln muss. Da sind alle gespannt. Einer Mitspielerin gings so und als auf dem letzten Würfel der heiß ersehnte Wurm gefallen ist, bin ich tatsächlich aufgesprungen und hab die Hände in die Luft geschmissen. Das passiert nicht oft.

Das Spiel geht aber auch nicht ewig weiter. Irgendwann sind alle verfügbaren Steine futsch. Sehr schön. Der Würfelmechanismus ist auch interessant. Man kann immer nur eine Augenzahl auf die Seite legen und von der alle Würfel. Manchmal denkt man sich .. .aber ich will mehr als 2 Würmer … ich werd schon noch welche würfeln … ratet mal was dann passiert?

Durch die Schachtelgröße und die Art des Spielmaterials ist es auch sehr gut geeignet um mitgenommen zu werden oder um es draußen zu spielen, da es nur schwere Steine und ein paar Würfel sind. Man muss keine Angst vor im Wind wehenden Zetteln haben.

Mir gefällt weiters, dass die Spieler ihrer Spielerpersönlichkeit freien Lauf lassen können. Einer versucht immer bei anderen zu klauen. Ein anderer würde das nie machen und  nimmt lieber einen niedrigeren Stein, als jemand anders seinen wegzunehmen. Einer spielt auf Nummer sicher und bunkert kleinere Werte und der Nächste zockt bei jeder Gelegenheit. Go Big or Go Home.

Heckmeck am Bratwurmeck ist ein Klassiker für die ganze Familie und alle Spielergruppen, wenn man auch ein einfaches Würfelspiel genießen kann. Im letzten Jahr wurde es viel öfter gespielt als jedes andere Würfelspiel und ich hab noch immer Lust es zu spielen.

Sehr Gut

Empfehlung

Es passt gut in die Reihe anderer einfacher Spiele die man zumindest gespielt haben sollte 🙂