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Dominion – Ergänzungsset

Es gibt wieder ein Erweiterung für Dominion. Das ist für einen Fan wie frühes Weihnachten 🙂
Diesmal ist es eine kleine Schachtel … aber die Karten sind ganz groß…

Eckdaten

Autor: Donald X. Vaccarino
Verlag: RioGrande Games im Vertrieb von ASS Altenburger (Verlagsseite)
Erscheinungsjahr: 2017
Schachtelgröße: 29,6cm x 20,2 cm x 7,2cm
Preis: ~28€

Ausstattung

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Dominiontypisch findet man hier nur Karten, Karten und noch mehr Karten. Qualität ist gleich wie immer.

Grafische Gestaltung

Ich finde die neuen Illustrationen gut gelungen. Die Gestaltung hat sich schon zum besseren gewandt. Ausreißer wie in manchen anderen Sets findet man hier nicht.

Die neuen Karten

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In perfekter Harmonie …

Ein paar der Karten spielen auf das Thema der Intrige an.Es gibt eine weitere Hybridkarte (mit tollem Effekt), eine Karte die eine Kreuzung von Späher und Schmiede ist und eine Karte die wieder große Bruder des Handlangers aussieht.

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Günstiger Starter für eine Kette und richtig toller Späher

Weitere Karten erlauben mehr vorauszuplanen und zu kontrollieren welche Karten man als nächstes ziehen wird oder machen ganz was neues.

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Der Goldregen

Preis/Leistung

Im Spiel enthalten sind 14 Königreichkarten. Von denen sind die meisten recht originell und einmalig und ein paar „Upgrades“ von Karten aus der Intrige und dem Basisset ohne direkt so zu wirken…wie z.B. die Patruille. Funktioniert ähnlich wie ein Späher aber sie unterscheidet sich in ein paar wichtigen Punkten oder die Banditin im Vergleich zum Dieb.
Ob der Preis gerechtfertig ist, ist nicht so einfach zu sagen. Die kleinen Boxen sind, meiner Meinung nach, im Verhältnis schon spürbar teuerer als die großen Schachteln. Da man mittlerweile die Alchemisten und die Reiche Ernte in einer großen Box zusammengefasst hat, trifft das nur mehr auf die Gilden und eben das Ergänunzungsset zu. ~28€ für das kleine Set oder doch ~10€ mehr für 10+ zusätzliche Karten? Puh. Es hängt davon ab, ob man dieses Set will.

Meine Meinung

Kommen wir gleich zum einzigen Kritikpunkt. Das wäre der Preis. Darüber hab ich aber schon im vorigen Abschnitt geschrieben also geht’s gleich weiter.

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Tolles Zeug

Sind die neuen Karten gut? Ja und wie! Im Gegensatz zu den anderen kleinen Sets kommt hier keine große neue Komponente ins Spiel (wie z.B. die Münzen, Tränke oder Vielfalt), sondern es werden Bestehende verstärkt und interessante Einzeloptionen hinzugefügt. Das sorgt für mehr Klarheit in der Auslage und die Karten sind ziemlich offen gestaltet, wodurch sie sehr gut mit den anderen Erweiterungen interagieren. Die Herumtreiberin ist in einem normalen Set ganz nett. Mit der Intrige läuft sie zu guter Form auf. Hat man ein paar Karten aus Hinterland oder Dark Ages, kommt es zu richtig coolen Kombos usw.

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Schöner Entsorger und ein Umbau-Angriff mit Vorteilen

Ich mag das. Das sorgt dafür, dass man von Partie zu Partie sondieren muss, wie wertvoll eine Karte ist.
Das Gegenteil wäre eine Karte wie der Holzfäller. Der Wert des Holzfällers hängt nur von der Anzahl der Käufe in der Auslage ab.

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Jep … noch mehr tolles Zeug. Man beachte das „Auf die Hand nehmen“ der Töpferei

Was mir noch sehr gut gefällt ist, dass einige der neuen Karten +1 Aktion haben. Dadurch lassen sich leichter Ketten bilden. Will man das? Ja! Weil diese Ketten, im Gegensatz zu anderen die oft gebildet werden (Dorf+Dorf+Dorf), tatsächlich das Spiel vorantreiben. Ja. Ich kann theoretisch auch 10 Händlerinnen in meinem Deck haben die nichts tun aber ich denke jeder wird hier auch daran denken, das eine oder andere Silber dazu zu packen …taaadaaaa … schon ist die Karte wesentlich nützlicher als zu viele Dörfer.

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Tolles Design im Doppelpack. Einmal extrem flexibel einmal interaktiv

Noch was Gutes. In dieser Erweiterung wurde etwas gegen den Frauenmangel getan. Im Grundspiel + Intrige brauch ich nicht Mal eine Hand um sie abzuzählen. Dadurch wirkt diese Welt … harmonischer und einfach runder. Wenn ihr wisst was ich meine.

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Mir gefällt auch, dass hier 3 Sortierstreifen drin sind. Jep… drei. Einer für die kleine Box und falls man die großen Schachteln auf den Stand der Neuauflagen bringen will, tauscht man einfach die Karten aus und ersetzt den Streifen.

Ein weiterer Pluspunkt ist, dass die Karten dieses Mal auch recht gut für Dominion Wenigspieler geeignet sind. Die Karten haben zwar einige neue Effekte aber ich denke, wenn man das Basisspiel und die Intrige kennt, wird man keinerlei Probleme haben. Der Spielablauf bleibt so wie er ist. Keine Marker, keine Münzen, keine neuen Kartentypen und zusätzliche Tableaus, keine Effekte die zusätzlich ausgelöst werden…ich glaube ihr versteht worauf ich hinaus will 🙂

Das heißt nun also … Karten: toll – Preis: naja … Es hängt davon ab was ihr sucht! Mir gefällt das Set. Wenn ich alle vier kleinen Schachteln betrachte, wäre das mein Favorit.

Empfehlung

Für wen ist diese Erweiterung was? Meiner Meinung nach, sollte man zumindest die Intrige und Geld-/Punktekarten besitzen. Hier gibt es doch einige Karten die sowohl thematisch als auch mechanisch recht gut mit diesem Set harmonieren und umgekehrt. Das Basisspiel ist natürlich kein Fehler und fast alle werden es haben aber meiner Meinung nach nicht „Pflicht“, weil es dort kein so prägnantes Thema in den Karten gibt.

Habt ihr die Intrige so stellt sich ein paar weitere Fragen. Seid ihr begeisterer Dominion Spieler oder Sammler? … tja. dann ist das Ergänzungsset ein No Brainer. Die Auswirkungen sind meiner Meinung nach größer als die der anderen kleinen Schachteln und besser ausbalanciert finde ich die Karten auch.

Besitzt ihr Grundspiel + Intrige und habt bis jetzt nie eine Erweiterung gekauft weil ihr Marker, Münzen und Tableaus für eure Art zu spielen, unpassend findet? Dann würde ich euch auch zum Ergänzungsset raten. Mit keinem anderen bleibt es so „puristisch“ und fügt trotzdem einzigartige Inhalte hinzu die frischen Wind reinbringen.

Wollt ihr aber eine Erweiterung die den Spielablauf gehörig umkrempelt und andere Inhalte liefert? Sucht euch eine große Box.

PS: Wenn ihr euch nur mit dem Gedanken spielt… ja das könnte interessant sein aber ich weiß nicht …. bedenkt folgendes: Im Herbst erscheinen Dominion + Intrige als Neuauflage (soweit ich weiß) und die Karten sind da schon integriert. Ich gehe davon aus, dass dann keine Ergänzungssets mehr gedruckt werden(weil es keinen Sinn macht). Ich würde also nicht zu lange mit einer Entscheidung warten. 28€ für eine kleine Box ist immer noch besser als zwei große Schachteln zu kaufen, nur um an die neuen Karten zu kommen.

Vielen Dank an ASS Altenburger für das Rezensionsexemplar!

 

 

Valletta

Heute fahren wir nach Malta … Packt den Fotoapperat und die Sonnenbrillen weg … wir sind zum Arbeiten hier … obwohl…Eigentlich sind wir mehr auf der Organisationsseite … vielleicht ist eine Sonnenbrille also doch nicht so verkehrt.

Eckdaten

Autor: Stefan Dorra
Illustrationen: Klemens Franz
Verlag: Hans im Glück (Verlagsseite)
Erscheinungsjahr: 2017
Spieleranzahl: 2 – 4
Dauer: ca 15-20 min / Spieler
Schachtelgröße: 21,7cm x 22,8cm x 7,3cm
Preis: ca 32-35€

Ausstattung

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Das Spiel beinhaltet Karten von sehr guter Qualität etwas Pappe und viel Holz. Die Schachtel ist dabei trotzdem für Hans im Glück Verhältnisse sehr leicht, wenn ich es Mal mit Stone Age oder Marco Polo vergleiche. Karten und kein Spielplan macht sich da schon bemerkbar 🙂
Aber das Schachteformat find ich ja immer noch sehr gut.

Grafische Gestaltung

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Die Gestaltung hat Klemens Franz gemacht. Die Personen finde ich gut gelungen und was spannend ist, ist dass jedes der Häuser einzigartig illustriert ist. Sowohl auf der normalen als auch auf der aufgewerteten Seite. Schade ist, dass trotzdem irgendwie nicht dieses Stadtflair aufkommt. Die Häuser sind sehr freistehend mit viel Platz dazwischen. Es wirkt eher wie eine Kleinstadt oder sogar ein Dorf.

Aufbau

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Das Spielfeld ist für vier Spieler aufegbaut.

Spielfeldgröße: Auslage zwischen 55cm x 46cm und 55cm x 68cm. Zusätzlich 35cm x 10cm pro Spieler
Aufbauzeit: ca 7-8min

Thema

Wir befinden uns im 16. Jhdt. Der Malteserorden unter Jean de la Valette ist die wichtigste Kraft die für die Gründung der Stadt Valletta verantwortlich ist. Wir beteiligen uns da natürlich gerne daran.

Besonderheiten

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Die Startkarten. Mit 5 kann man sich Rohstoffe holen, ein Baumeister zum Bauen und Aufwerten von Gebäuden. Der Lehrling kopiert den Effekt einer zuvor ausgespielten roten oder grünen Karte und mit dem Valette kann man Karten loswerden, bzw. aus dem Vorrat neue bekommen.

Jeder Spieler hat zu Beginn denselben Satz von 8 Karten, nimmt sich sein Tableau und seine Häuschen. Man mischt und nimmt 5 Karten auf die Hand. Die restlichen bilden einen Nachziehstapel.

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Links – Nachziehstapel. Rechts – Ablagestapel. Ist man am Zug so spielt man 3 Karten aus.

Wenn man an der Reihe ist spielt man drei Karten aus und macht das was drauf steht. Danach zieht man wieder so viele Karten bis man 5 auf der Hand hat. Ist der Nachziehstapel leer, so mischt man den Ablagestapel und verwendet ihn als neuen Nachziehstapel.

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Errichtet man das Wohnhaus des Steinmetzes so gibt man 1 Gold, 1 Stein und 1 Ziegel ab, nimmt die Karte auf die Hand und platziert ein Haus. Die benachbarten Gebäude kosten jetzt 1 Gold weniger.

Das ist der grundsätzliche Ablauf. Schön und gut werdet ihr sagen, aber wozu das ganze. Berechtigte Frage. Wir errichten Gebäude und heuern neue  hilfreiche Personen an und da ist auch noch Jean de la Valette der das ganze Bauunternehmen begutachtet.

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Befindet sich die Figur des Valette auf den Feldern 1-5 so bekommt man für den Gebäudebau in Spalte 1, zwei Bonuspunkte.

Wie gesagt – Gebäude sind ein wichtiger Teil. Um so eins zu errichten, muss man einen Baumeister oder eine andere Karte, die einen ein Gebäude bauen lässt, ausspielen. Man gibt die Rohstoffe ab nimmt die Person auf dem Gebäude auf die Hand und setzt eins der eigenen Häuschen drauf.

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Grüne Karten liefern Rohstoffe in Abhängigkeit von Symbolen (links unten auf den Gebäudekarten). die man kontrolliert.

Dabei sollte man beachten, dass man einen Bonus bekommt, je nachdem wo der Valette ist und einen Rabatt, wenn man neben eigenen Häuschen baut.

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Blaue Karten machen alles mögliche. Ein paar davon knöpfen den Mitspielern Ressourcen ab.

Im Prinzip macht man das bis das Spielende eingeläutet wird. Dafür gibt es 3 verschiedene Bedingungen aber ich will nicht zu sehr ins Detail gehen.

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Gelbe Karten liefern auf unterschiedliche Art und Weise Siegpunkte.

Wichtig ist nur noch folgendes. Sobald das Spielende eingeläutet wurde mischen alle ihren Ablage- und Nachziehstapel zusammen. Das Spiel geht so lange, bis alle Spieler nochmal das komplette Deck durchgespielt haben.

Einstieg & Wiedereinstieg

Regelumfang: Die Regeln sind gar nicht so umfangreich. Bei den Karten traten bis jetzt auch kaum Fragen auf.
Einarbeitungszeit: nicht so lange aber in den ersten Partien wird man beim Betrachten der Auslage eine Weile brauchen.

Preis/Leistung

Grade wenn man Valletta im unteren 30er Bereich bekommt, halte ich den Preis für in Ordnung. Bei Mitte 35+ muss man schon überlegen. Man hat hier genug Abwechslung in der Auslage (vor allem wenn man mit weniger als vier Spielern spielt) und das Holzmaterial ist von guter Qualität. Die Karten haben helle Ränder und nutzen sich nicht sehr stark ab. Da hat man lange was davon.
Apropos lange was davon haben. Das Spiel hat richtig viel Potential für Erweiterungen, die in die unterschiedlichsten Richtungen gehen könnten und trotzdem wahrscheinlich nicht sehr viel Material beeinhalten … dh. eher nur einen kleineren Geldbetrag kosten könnten. Reine Spekulation meinerseits aber wenn ich ich, sagen wir… 10 neue Personen einfügen würde, wären das nur 20 Karten aber das Spiel würde komplett anders sein.

Meine Meinung

Was gefällt mir an Valletta nicht: Die Aufbauzeit. Dabei ist sie mit unter 8 Minuten nicht Mal sooo hoch. Orléans braucht da noch ein Weilchen länger. Aber es fühlt sich lang an. Die Fässer auszulegen zieht sich. Ich bin mittlerweile soweit, dass ich die Plättchen das nächste Mal in einen Beutel gebe. Das spart ungefähr 1 min!
Ein weiterer Punkt ist die Optik der Karten. Einerseits finde ich jede Karte für sich ganz nett, da man hier Personen im Tagesablauf sieht und jedes Gebäude ist auch etwas anders aber irgendwie kommt für mich kein Stadtflair auf. Für meinen Geschmack hätten die aufgewerteten Gebäude größer und pompöser sein können.

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Der einzige Grund um nochmal in die Anleitung zu schauen.

Neutral finde ich, dass es dem Spiel nicht geschadet hätte, wenn noch ein kleines Kärtchen dabei gewesen wäre, wo steht von welcher Farbe wieviele Gebäude bei welcher Spielerzahl verwendet werden. Das würde den Blick in die Anleitung komplett sparen.

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Zurück zur Optik. Das die Holzhäuschen ein Dach haben, es in Valetta aber eigentlich Flachdächer gibt ist ein wenig störend aber fällt nicht großartig ins Gewicht.
Weiter geht es mit der Figur des Valette. In unseren Runde war es so, dass er vor allem bei weniger als vier Spielern nicht in die Nähe des Spielendes gekommen ist. Im Bild oben sieht man das Ende eine Dreispielerpartie. Er befindet sich noch recht weit vom Spielende entfernt und das nachdem alle nochmals das Deck durchlaufen haben. Das finde ich Schade. Nicht, dass ich jetzt am Boden zerstört bin … aber es ist Schade.
Der Autor selber hat zum Zweispielerspiel und für den Startspieler zwei kleine Varianten veröffentlicht (hier). Dafür gibts von mir gleich zwei Daumen nach oben. Eine davon passt die Fässer im Zweispielerspiel an … DAS ist sehr zu empfehlen. Ich hoffe, das es in zukünftigen Auflagen den Weg in die Anleitung findet.

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Was gefällt mir. Das Spiel hat schon seinen Charme. Zentral geschieht das durch  die Figur des Jean de la Valette. Sowohl historisch als auch im Spiel ist er eine wichtige Person. Er ist immerhin der Einzige der Personen entlassen und vom allgemeinen Bereich einstellen kann. Das gibt ihm mehr Gewicht. Ebenso wie die anderen realen, gelben Personen. Die haben zwar nicht die Tragweite des Namenspatrons aber es macht das Spiel eigenständiger als wenn da nur „Bischof“ stünde.

Hans im Glück hat sich diesmal bei den Personen mehr einfallen lassen. War es bei Auf den Spuren von Marco Polo so, dass dort historische Personen einfach so reingegeben wurden ohne irgendeinen Text dazu, so gibt es hier zu allen oben Genannten ein paar Zeilen. Dh. Wer sie waren und was sie gemacht haben. Sehr schön. Das gibt nochmal eine Prise „Realität“ in ein sonst eher abstraktes Strategiespiel.

Die Mechanik gefällt mir gut. Wo andere Aufbauspiele riesige Spielertableaus haben, bleibt hier das Hauptaugenmerk auf dem Spielfeld (ganz großes Plus). Durch den Deckbau Mechanismus schränkt man angenehm die Optionen ein und sorgt aber auch für einige taktische und strategische Herausforderungen. Nur 3 Karten kann ganz schön knackig sein. Da entschließt man sich doch nicht zu bauen, weil man auf den Lehrling warten und gleich zwei Gebäude hochziehen will und zack … war ein Mitspieler schneller oder auf einmal ist der Valette im anderen Teil und die Bonuspunkte sind futsch und wie man weiß: Kleinvieh macht auch Mist 🙂

Wie schon gesagt, der Fokus liegt immer auf dem Spielfeld. Welche Person will man? Wo will man ein Haus errichten? Wo ist der Valette? Welche Waren will man produzieren? Wie kann ich mich am besten ausbreiten oder wo muss ich den anderen zuvor kommen? Grade im 1. Zug sorgt das gerne Mal für längere Nachdenkpausen. Bis man die Auslage sondiert dauert es ein Weilchen aber sobald die 1. Häuschen auf dem Plan gelandet sind, läuft es eigentlich wie geschmiert. Erst in den letzten Zügen vor Spielende, wenn alle versuchen das Maximum rauszuholen, wird es wieder ein wenig langsamer.
Das man nochmal das ganze Deck durchläuft gefällt mir richtig gut. So kann ich auch mit einen größeren Deck nochmal punkten und das Feld von hinten aufrollen.

Trotz der weiter oben genannten Schwächen hat es mir Spaß gemacht. Mir gefällt besonders das Spiel zu dritt, weil es da oberhalb und unterhalb der Straße unterschiedlich viele Reihen gibt. Da überlegt man noch mehr, wo man seine Rohstoffe investiert.
Mal sehen wie es sich über das Jahr hinweg entwickelt. Valletta ist ja sehr bekannt für seine Befestigungen … Na Hans im Glück … da kann man doch noch ein paar Karten nachschießen, oder 😉

Gut-

Empfehlung

Wer nach einem zugänglichen Aufbauspiel sucht, dass über Karten gesteuert wird, sollte sich Valletta einmal ansehen.

Valletta ist aber kein Schwergewicht.

Vielen Dank an Hans im Glück für das Rezensionsexemplar!

Dominion – Empires

Eigentlich hätte ich in den letzen 14 Tage ja auch etwas anderes spielen sollen, doch irgendwie ist dann doch zum größten Teil nur Empires auf den Tisch gekommen. Aber ist das Spiel gut oder wollte ich nur eine Bestätigung eines negativen Eindrucks haben … tja … wer weiß.

Eckdaten

Erscheinungsjahr: 2016
Dauer: länger als eine normale Dominion Partie. Aber was könnte der Grund dafür sein … hmmm… 🙂
Preis: ca 40€

Ausstattung

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Der Schachtelinhalt

Das Spiel besteht (wie immer) hauptsächlich aus Karten. Zusätzlich sind noch etliche Metallmarker vorhanden.

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Die enthaltenen Metallmarker. Die bronzenen Marker braucht man für die Schulden Mechanik der Rest wird für Siegpunkte benötigt

Manche sehen aus wie die aus Blütezeit und sind diesen auch nachempfunden. Aber sie unterscheiden sich in Größe und Dicke.

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Links Empires – Rechts die Siegpunktmarker aus Blütezeit
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Dicke: Rechts Empires – Links Blütezeit.

Grafische Gestaltung

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Ich finde die Illustrationen sehr gelungen.

Thema

Diemsal hat die Erweiterung römischen Flair. Patrizier, Legionäre, Triumphbögen, Wagenrennen, Gladiatoren usw. Aber es ist nicht so, dass man sich denkt: Das passt überhaupt nicht zu den bisherigen Erweiterungen.

Besonderheiten

Zu den einzelnen Neuheiten bei den Mechanismen hab ich schon eine Übersicht gemacht. Ich will mich nicht nochmal wiederholen 🙂 Deswegen schaut es euch hier an.

Ich werde jetzt einfach mal das vorgeschlagene Königreich „Basis Einführung“ zeigen und ein bisschen drüber quatschen.

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Die günstigen 5 Karten.

Wir haben hier einen geteilten Stapel von Patrizier/Handelsplatz, die Schlösser, den Bauernmarkt, das Wagenrennen. Mit der Villa kann man wieder in die Aktionsphase zurückhüpfen.

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Die nächsten 5 Karten

Für die Ingenieurin und das Stadtviertel kann auch Schulden in Kauf nehmen. Opfer ist ein flexibler Kartenentsorger. Die großen Geschwister von Lagerhaus und Miliz, Forum und Legionär runden die 10 Königreichkarten ab.

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Interessante Option wenn man mal wieder lästige 7 Geld hat oder auch als Eröffnung denkbar

Zusätzlich haben wir noch das Ereignis Hochzeit

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Die Landmarke Turm: Ist ein Nicht-Punktestapel vom Vorrat leer (Also Aktionen, Geld oder Flüche) bekommt man pro Karte von diesem Stapel 1 Punkt. Nicht schlecht.

und die Landmarke Turm.

Dieses Set spielt sich viel interaktiver als man von einem gewöhnlichen Dominion Königreich erwarten würde. Das liegt vor allem an den Schlössern, Wagenrennen, Bauernmarkt und natürlich Turm.

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Du kannst einem Spieler nicht allein alle Wagenrennen überlassen. Nicht nur, weil er dann in einem Zug viele Punkte nur durch das Ausspielen der Karte machen kann (mein Highscore in einer Runde sind 7 Punkte). Er würde auch noch 10 Bonuspunkte durch den Turm bekommen. Ebenso ist es bei den Schlössern. Sollte ein Spieler alle 12 Schlösser bekommen macht er mit den 2 teuersten alleine schon 48 Punkte. Bauernmarkt dasselbe in grün. Mit der Ingenieurin können schnell mal 3 Stapel leer sein. Mit Hochzeit kann man schon in den Anfangszügen ein Gold und einen Siegpunkt bekommen, einen Legionär kaufen und in die Offensive gehen… und und und.

Einstieg & Wiedereinstieg

Regelumfang: Wie immer. Einfache Grundregeln aber die Mischung machts komplexer. Von den Kartentexten find ich es einfacher als Abenteuer aber aus der Interaktion der Elemente her wirds wieder genauso komplex.
Einarbeitungszeit: Spielt die vorgeschlagenen zwei Königreich für den Einstieg und dann sollte alles klar sein.

In der Anleitung sind die Karten auch nochmal detailliert beschrieben. Ein Fehler ist mir aber ins Auge gesprungen. Beim Patrizier steht dort, dass die Karte mehr als 5 Kosten muss – was der Karte wiederspricht.

Preis/Leistung

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Findet wer den Grund warum Empires teurer ist 😉

Empires ist derzeit für ca 40€ im Handel erhältlich. Somit ist sie die teuerste Erweiterung. Der Grund dafür wird auch ganz groß auf der Schachtel angegeben. (Ich denke man wird auf Kritik am Preis gefasst gewesen sein). Die Schachtel enthält nämlich fast 100 Metallmünzen. Es sind bronzenfarbene dabei für die Schulden und viele Siegpunktmarker. Manche werden Siegpunktmarker noch aus Blütezeit kennen aber die hier sind etwas größer und dicker und fühlen sich insgesamt hochwertiger an.

Was die Erweiterung noch einzigartig macht sind die Landmarken. Noch stärker als Ereignisse verändern sie ein Königreich. Achja Ereignisse gibts auch noch. Also ich würde sagen, es ist das Geld wert. Mehr dazu aber im nächsten Abschnitt

Meine Meinung

Puh Dominion hat schon sehr viele Erweiterungen. Braucht man tatsächlich … noch … mehr?

Bevor ich diese Frage beantworten kann, zuerst einmal das Negative.Die Erweiterung ist die Teuerste. Ja sie hat recht viele Metallmarker aber trotzdem lässt einen der Preis schon mal schlucken. Was mir aber viel heftiger aufstößt ist der Sortierstreifen.Nein ich bin nicht verrückt geworden … der Sortierstreifen.

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Der Sortierstreifen und die „Fächer“ für die Marker links und rechts. Die würde ich auf keinen Fall verwenden.

Bis jetzt waren die Karten immer nach Kosten und alphabetisch sortiert. Jetzt sind sie wonach sortiert? Natürlich nur alphabetisch … ist ja nicht so schlimm werdet ihr sagen … doooch, weil man es nach den englischen Kartennamen sortiert hat, der Streifen aber auf Deutsch ist. Hier wurde geschlampt. Dieses Teil ist nicht verwendbar. Ich benutze die Schachteln zwar eh nicht aber sowas regt mich auf. Wie  kann das niemandem Auffallen? Das ist eines der ersten Dinge die man sieht, wenn man die Schachtel aufmacht bzw. spätestens wenn man Karten sucht. Wer also die Schachtel verwendet – schmeisst den Streifen weg. und sortiert es so ein, dass ihr die Karten schnell findet. Dann sind da noch die „Fächer“ für die Marker. Wenn man die Marker dort links und rechts einordnet bekommt man sie nur sehr schwer wieder heraus. Hier würde ich auf die Fächer unter dem Sortierstreifen bzw. Plastikbeutelchen zurückgreifen.

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Verwendet man die Schachtel würde ich die Marker unter den Streifen geben oder einen Plastikbeutelchen nehmen.

So genug geschimpft -auf zu den neutralen Punkten. Der Einleitungstext. Viele beachten ihn wahrscheinlich nicht aber für mich gehören diese Texte dazu und sagen mir: Ja das ist ein etwas ruhigeres Strategiespiel aber … nimm das ganze nicht so ernst. Es ist ein Spiel. Hab Spass. Sei kreativ … sei verrückt … verlass ausgelatschte Pfade … auch wenns in die Hose geht – macht ja nix. Dieser Text wurde wieder nicht aus dem englischen übersetzt. Diesmal ist zwar humorvoller als der von Abenteuer reicht aber nicht an den Wortwitz der Einleitung von Vaccarino heran und erzeugt auch nicht das gleiche Gefühl. Bei den vorgeschlagenen 10er Sets wurde abermals nicht alle Vorschläge übersetzt. Nur Empires mit dem Basisspiel, Intrige und Abenteuer. Das ist zwar kein Beinbruch, da die meisten sowieso zufällig Karten ziehen aber ich verwende die Vorschläge gerne. Sie sind immer um ein paar Grundkonzepte konstruiert und bieten interessante Konstellationen. So interessant, dass man sogar oftmals hintereinander spielen will. Wenn man zufällig zieht, kanns auch mal Sets geben die total langweilig oder frustrierend sind.

Was gibt es Positives? Alles andere.
Fangen wir gleich mit einem meiner Highlights an – Landmarken. Ich war ja schon bei Abenteuer von den Ereignissen begeistert und wie dadurch ein frischer Wind ins Spiel kommt, weil sich die Bedeutung einzelner Aktionskarten verändert. Die Landmarken sind sogar noch stärker, weil sie modifizieren wofür es Punkte gibt. Sie ändern also die Rahmenbedingungen. Einige haben nur einen kleinen Dreh und man bekommt z.B. beim Entsorgen von Karten Siegpunkte. Andere wie der Turm machen das ganze gleich viel Interaktiver.
Man muss abwägen, ob man die Landmarke miteinbezieht oder ob es nicht einen Weg gibt anderweitig mehr Punkte zu machen. Sehr schön.

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Die ganzen neuen Karten die mit Siegpunktmarkern und geteilten Stapeln arbeiten gefallen mir richtig gut. Die Gärnterin finde ich fast schon zu stark. Wenigstens ist sie nicht thronsaalbar (ihr wisst was ich meine).  Hier dürfen die anderen nicht schlafen. Wie schon oben erwähnt, darf man solche Karten den Mitspielern nicht schenken. In vielen Königreichen dieser Erweiterung ist man aktiv daran interessiert was die Mitspieler so treiben.Das geschieht nicht, um eine Kartenkombo zu verhindern, sondern weil es um konkrete Punkte geht. Es macht eben einen Unterschied ob ich mir denke: „Ich kaufe auch ein Laboratorium, weil Philipp sonst bald sein ganzes Deck zieht“ oder „Ich kaufe ein Wagenrennen, weil Philipp vorhin damit in einer Runde 6 Punkte gemacht hat.“ 🙂 Dieser Druck ist spürbarer als der einer guten Kombo. Zusätzlich ist das Erhalten von Siegpunktmarkern so befriedigend. Es fühlt sich immer wie eine kleine Belohnung an. Tolles Gefühl.
Die Metallmünzen sind super und die Illustrationen werden auch immer besser.

Was mich betrifft ist diese Erweiterung mein Favorit und ergänzt Abenteuer wahnsinnig gut. Die eine macht besondere Dinge mit Aktionskarten und der Vorausplanung – Die andere macht vieles mit der Art wie man zu Punkten kommt. Der Kampf um die Punktemarker macht Empires insgesamt aber interaktiver als Abenteuer.

Diese Erweiterung katapultiert Dominion wieder ganz hoch auf meine Must Play Liste.

Empfehlung

Wenn ihr Dominion neue interessante Wege wollt um Punkte zu machen und idealerweise auch etwas Erfahrung habt – auf alle Fälle anschauen.

Wer Dominion prinzipiell mag aber findet, dass man zu sehr nebeneinander spielt, sollte auch einen Blick riskieren. Der Kampf um Punktemarker, Landmarken und geteilte Stapel macht es spürbar interaktiver. Aber nicht auf eine destruktive Weise.

Wer Dominion gar nicht mag, hat diese Rezension wahrscheinlich eh nicht gelesen 🙂