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Dominion – Ergänzungsset

Es gibt wieder ein Erweiterung für Dominion. Das ist für einen Fan wie frühes Weihnachten 🙂
Diesmal ist es eine kleine Schachtel … aber die Karten sind ganz groß…

Eckdaten

Autor: Donald X. Vaccarino
Verlag: RioGrande Games im Vertrieb von ASS Altenburger (Verlagsseite)
Erscheinungsjahr: 2017
Schachtelgröße: 29,6cm x 20,2 cm x 7,2cm
Preis: ~28€

Ausstattung

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Dominiontypisch findet man hier nur Karten, Karten und noch mehr Karten. Qualität ist gleich wie immer.

Grafische Gestaltung

Ich finde die neuen Illustrationen gut gelungen. Die Gestaltung hat sich schon zum besseren gewandt. Ausreißer wie in manchen anderen Sets findet man hier nicht.

Die neuen Karten

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In perfekter Harmonie …

Ein paar der Karten spielen auf das Thema der Intrige an.Es gibt eine weitere Hybridkarte (mit tollem Effekt), eine Karte die eine Kreuzung von Späher und Schmiede ist und eine Karte die wieder große Bruder des Handlangers aussieht.

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Günstiger Starter für eine Kette und richtig toller Späher

Weitere Karten erlauben mehr vorauszuplanen und zu kontrollieren welche Karten man als nächstes ziehen wird oder machen ganz was neues.

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Der Goldregen

Preis/Leistung

Im Spiel enthalten sind 14 Königreichkarten. Von denen sind die meisten recht originell und einmalig und ein paar „Upgrades“ von Karten aus der Intrige und dem Basisset ohne direkt so zu wirken…wie z.B. die Patruille. Funktioniert ähnlich wie ein Späher aber sie unterscheidet sich in ein paar wichtigen Punkten oder die Banditin im Vergleich zum Dieb.
Ob der Preis gerechtfertig ist, ist nicht so einfach zu sagen. Die kleinen Boxen sind, meiner Meinung nach, im Verhältnis schon spürbar teuerer als die großen Schachteln. Da man mittlerweile die Alchemisten und die Reiche Ernte in einer großen Box zusammengefasst hat, trifft das nur mehr auf die Gilden und eben das Ergänunzungsset zu. ~28€ für das kleine Set oder doch ~10€ mehr für 10+ zusätzliche Karten? Puh. Es hängt davon ab, ob man dieses Set will.

Meine Meinung

Kommen wir gleich zum einzigen Kritikpunkt. Das wäre der Preis. Darüber hab ich aber schon im vorigen Abschnitt geschrieben also geht’s gleich weiter.

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Tolles Zeug

Sind die neuen Karten gut? Ja und wie! Im Gegensatz zu den anderen kleinen Sets kommt hier keine große neue Komponente ins Spiel (wie z.B. die Münzen, Tränke oder Vielfalt), sondern es werden Bestehende verstärkt und interessante Einzeloptionen hinzugefügt. Das sorgt für mehr Klarheit in der Auslage und die Karten sind ziemlich offen gestaltet, wodurch sie sehr gut mit den anderen Erweiterungen interagieren. Die Herumtreiberin ist in einem normalen Set ganz nett. Mit der Intrige läuft sie zu guter Form auf. Hat man ein paar Karten aus Hinterland oder Dark Ages, kommt es zu richtig coolen Kombos usw.

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Schöner Entsorger und ein Umbau-Angriff mit Vorteilen

Ich mag das. Das sorgt dafür, dass man von Partie zu Partie sondieren muss, wie wertvoll eine Karte ist.
Das Gegenteil wäre eine Karte wie der Holzfäller. Der Wert des Holzfällers hängt nur von der Anzahl der Käufe in der Auslage ab.

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Jep … noch mehr tolles Zeug. Man beachte das „Auf die Hand nehmen“ der Töpferei

Was mir noch sehr gut gefällt ist, dass einige der neuen Karten +1 Aktion haben. Dadurch lassen sich leichter Ketten bilden. Will man das? Ja! Weil diese Ketten, im Gegensatz zu anderen die oft gebildet werden (Dorf+Dorf+Dorf), tatsächlich das Spiel vorantreiben. Ja. Ich kann theoretisch auch 10 Händlerinnen in meinem Deck haben die nichts tun aber ich denke jeder wird hier auch daran denken, das eine oder andere Silber dazu zu packen …taaadaaaa … schon ist die Karte wesentlich nützlicher als zu viele Dörfer.

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Tolles Design im Doppelpack. Einmal extrem flexibel einmal interaktiv

Noch was Gutes. In dieser Erweiterung wurde etwas gegen den Frauenmangel getan. Im Grundspiel + Intrige brauch ich nicht Mal eine Hand um sie abzuzählen. Dadurch wirkt diese Welt … harmonischer und einfach runder. Wenn ihr wisst was ich meine.

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Mir gefällt auch, dass hier 3 Sortierstreifen drin sind. Jep… drei. Einer für die kleine Box und falls man die großen Schachteln auf den Stand der Neuauflagen bringen will, tauscht man einfach die Karten aus und ersetzt den Streifen.

Ein weiterer Pluspunkt ist, dass die Karten dieses Mal auch recht gut für Dominion Wenigspieler geeignet sind. Die Karten haben zwar einige neue Effekte aber ich denke, wenn man das Basisspiel und die Intrige kennt, wird man keinerlei Probleme haben. Der Spielablauf bleibt so wie er ist. Keine Marker, keine Münzen, keine neuen Kartentypen und zusätzliche Tableaus, keine Effekte die zusätzlich ausgelöst werden…ich glaube ihr versteht worauf ich hinaus will 🙂

Das heißt nun also … Karten: toll – Preis: naja … Es hängt davon ab was ihr sucht! Mir gefällt das Set. Wenn ich alle vier kleinen Schachteln betrachte, wäre das mein Favorit.

Empfehlung

Für wen ist diese Erweiterung was? Meiner Meinung nach, sollte man zumindest die Intrige und Geld-/Punktekarten besitzen. Hier gibt es doch einige Karten die sowohl thematisch als auch mechanisch recht gut mit diesem Set harmonieren und umgekehrt. Das Basisspiel ist natürlich kein Fehler und fast alle werden es haben aber meiner Meinung nach nicht „Pflicht“, weil es dort kein so prägnantes Thema in den Karten gibt.

Habt ihr die Intrige so stellt sich ein paar weitere Fragen. Seid ihr begeisterer Dominion Spieler oder Sammler? … tja. dann ist das Ergänzungsset ein No Brainer. Die Auswirkungen sind meiner Meinung nach größer als die der anderen kleinen Schachteln und besser ausbalanciert finde ich die Karten auch.

Besitzt ihr Grundspiel + Intrige und habt bis jetzt nie eine Erweiterung gekauft weil ihr Marker, Münzen und Tableaus für eure Art zu spielen, unpassend findet? Dann würde ich euch auch zum Ergänzungsset raten. Mit keinem anderen bleibt es so „puristisch“ und fügt trotzdem einzigartige Inhalte hinzu die frischen Wind reinbringen.

Wollt ihr aber eine Erweiterung die den Spielablauf gehörig umkrempelt und andere Inhalte liefert? Sucht euch eine große Box.

PS: Wenn ihr euch nur mit dem Gedanken spielt… ja das könnte interessant sein aber ich weiß nicht …. bedenkt folgendes: Im Herbst erscheinen Dominion + Intrige als Neuauflage (soweit ich weiß) und die Karten sind da schon integriert. Ich gehe davon aus, dass dann keine Ergänzungssets mehr gedruckt werden(weil es keinen Sinn macht). Ich würde also nicht zu lange mit einer Entscheidung warten. 28€ für eine kleine Box ist immer noch besser als zwei große Schachteln zu kaufen, nur um an die neuen Karten zu kommen.

Vielen Dank an ASS Altenburger für das Rezensionsexemplar!

 

 

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Kingdom Builder Marshlands

Endlich habe ich die 3. Erweiterung von Kingdom Builder gespielt. Diesmal geht es ab in die Sümpfe. Ob das gut geht?

Eckdaten

Autor: Donald X. Vaccarino
Illustrationen: Oliver Schlemmer
Verlag: Queen Games (Verlagsseite – komischerweise nur auf englisch)
Erscheinungsjahr: 2016
Schachtelgröße: Grundfäche ist die gleiche wie bei Kingdom Builder. Sie ist nur nicht so hoch.
Preis: ca 25€

Ausstattung

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Im Spiel enthalten sind 4 neue Quadranten, neue Plättchen und Karten.

Grafische Gestaltung

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Passt gut zum Grundspiel. Lediglich die Ikonographie stößt mit den neuen Aktionen an ihre Grenzen.

Besonderheiten

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Auf jedem der neuen Quadranten findet sich die neue Geländeart: Sumpf

Gut. Was haben wir für neues Material? Zuerst fällt einem die neue Geländeart auf. Wir können jetzt auch Sümpfe bebauen. Aber wie machen wir das?

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Wenn man eine der 5 neuen Geländekarten zieht hat man die Wahl zwischen zwei Möglichkeiten. Entweder setzt man zwei Siedlungen auf Sumpfland oder drei auf die andere angegebene Geländeart.

Tja es gibt 5 neue Geländekarten die man zu den anderen mischt. Darauf findet man zwei Geländearten. Einmal den Sumpf und eine der anderen. Hat man so eine Karte so muss man sich entscheiden ob man in der Pflichtaktion entweder zwei Siedlungen auf Sumpfland oder wie üblich drei Siedlungen auf der anderen Geländeart baut.

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Auf den neuen Quadranten findet man anstatt einer Burg einen Palast. Der wird anders gewertet. Hier bekommt man satte 5 Gold, wenn man die Mehrheit an Häuschen angrenzend hat.

Kommen wir zu den Plättchen. Darauf warten ja alle 🙂

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Man kann eine Siedlung um 1 Feld versetzen. Mit der Bonusaktion kann man eine Siedlung in einer Reihe versetzen, bis es ein freies Feld gibt.

Es gibt nur vier verschiedene neue Plättchen. Das ist fast schon wenig aber … ABER.
Wenn man von einem Ortsplättchen zwei hat, darf man sich das dazu passende Bonusplättchen nehmen. Das ändert die Aktion ab oder gibt einem noch eine Bonusaktion.

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Das beste kommt bekanntlich zum Schluss. Es gib 6 neue Kingdom Builder Karten.

Preis/Leistung

Für ca 25€ bekommt man diese Erweiterung. Das ist der Standardpreis. Das Material ist gewohnt gut aber nicht so zahlreich wie in den beiden anderen Schachteln. Dort findet man auch eine gute Anzahl von Holzteilen.
Was diese Erweiterung von den anderen abhebt sind die 6 neuen Kingdom Builder Karten. Das ist schone eine Hausnummer und im Gegensatz zu den zusätzlichen Karten in Crossroads und man vergisst nicht andauernd darauf wie die Karten aus Nomads.

Meine Meinung

Was gibt es Negatives zu sagen? Irgendwie … der Preis. Ich glaube gerne, dass in die Entwicklung dieser komplexeren Erweiterung recht viel Zeit geflossen ist aber wie schon erwähnt, das Material darf man nicht vergleichen. Da würden um die 50 Holzteile fehlen.

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Das Kanu: Immer wenn irgendein Spieler das letzte Ortsplättchen eines Ortes nimmt, darf man das Kanu einsetzen um 1 Siedlung auf Sumpf oder Wasser zu setzen. Wenn man beide besitzt, darf man die Plättchen auch ganz normal als Bonusaktion verwenden.

Neutral finde ich irgendwie das Kanu Plättchen. Bei zwei Spielern bleibt es doch gerne Mal richtig mies.
Auf einer der Kingdom Builder Karten hat sich ein Druckfehler eingeschlichen. Palast wurde durch Kastell ersetzt. Ja … nach dem ersten Lesen ist das aber egal.

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Mit dem Brunnen darf man als Bonusaktion eine zusätzliche Siedlung platzieren wenn es nur an eine eigene Siedlung angrenzt und keine Siedlungen von Mitspielern benachbart sind. Hat man beide so darf man diese Siedlung auch auf Bergfelder legen.

Die Ikonographie ist nicht so eindeutig wie es noch im Grundspiel ist. Es ist klar warum. Die Plättchen machen eben ganz andere Dinge, die schwer in einer kleinen Grafik darzustellen sind. Da wäre es evtl. besser gewesen, wenn man auch Text auf die großen Kartonteile platziert hätte.
Letzter neutraler Punkt. In der Anleitung steht, dass man die Geländekarten mit Sumpf drauf im Stapel lassen kann, auch wenn kein Sumpf im Spiel ist. Ich persönlich nehme sie bei einer Zweispielerpartie ohne Sumpf aber immer raus. Ich überlege sogar, ob ich nicht alternativ von jeder Geländeart eine Karte rausnehme. Warum?
Bei zwei Spielern kommt man knapp nicht durch den Stapel. So 20+ der 25 Karten wird man verbrauchen. Da kann man am Ende meistens schon gut einschätzen was noch kommen wird. Wenn ich da weitere 5 Karten reingebe bleibt mehr Raum für Zufall. In meinen Zweierpartien will ich den eigentlich nicht so haben. Bei 3+ Spielern oder mit Plättchen die zusätzliche Karten ziehen lassen, ist es mir aber egal. Wie gesagt, persönlicher Geschmack.

Ein großer Pluspunkt ist die Interaktivität. Es gibt jetzt eine Mehrheitenwertung bei den Palästen und den Kampf um die Plättchen. Hier muss man nicht nur schauen, was man selber will, sondern ob man will, dass jemand anders das Bonusplättchen bekommt. Ich find ja den Tempel richtig stark.

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Der Tempel.

Die normale Aktion ist: Eine Siedlung vom Spielplan entfernen und im nächsten Zug mit der Pflichtaktion einsetzen.Dh. man muss dann 4 statt 3 Siedlungen setzen. Ja …ok. Aber auch nicht so stark … Moment Moment…
Hat man alle zwei Plättchen dann muss die 1. Siedlung der Pflichtaktion nicht angrenzend gebaut werden. Dh. man kann irgendwo auf diesem Geländefeld bauen! Das bricht eine der grundlegenden Regeln des Spieles. Will man wirklich, dass ein Mitspieler für den Rest der Partie Siedlungen irgendwohin in die Landschaft s… etzt? Eher nein. Man wird wahrscheinlich versuchen, dass zu verhindern.
Auch bei den anderen Plättchen werden die Mitspieler miteinbezogen. Die eine Sonderaktion wird immer dann ausgelöst, wenn das letzte Plättchen eines Ortsfeldes genommen wird -egal wer gerade am Zug ist (grade bei mehr als zwei Spielern interessant). Bei einer anderen ist es wichtig, dass es keine angrenzende Siedlung eines Mitspielers gibt und mit der anderen Bonusaktion kann man eine Siedlung in einer Linie bis auf das nächste bebaubare Feld verschieben. Dh. auch die Häuschen der Mitspieler überspringen. Das ist sorgt dafür, dass man mehr Berührungspunkte mit den anderen hat. Sonst ist es vor allem im Zweierspiel eher so, dass sich jeder irgendwie anders ausbreitet und man sich kaum in die Quere kommt. Warum sollte man auch?
Jetzt gibt es hierfür Gründe.

Aber kommen wir zum Highlight…. Tatataratäää. 6 neue Kingdom Builder Karten. Also egal ob man mit den anderen Elementen der Erweiterung spielt, die wird man sicher dazu nehmen. Ich stell euch mal meine 3 Favoriten vor. Adelige lassen jedes Orts- Burgplättchen zusätzlich wie einen Palast werten. Dh. die Mehrheit an so einem Feld bringt 5 Punkte zusätzlich.
Mit den Gelologen bekommt man Bonuspunkte für das verbinden von Gebirgen. Eine Variante des Händlers aber durch die Art wie die Gebirge angelegt sind, spielt es sich doch anders.
Der Späher ist besonders witzig. Man nimmt alle Karten einer Geländeart aus dem Spiel z.B. Wald. Jetzt kann ich nur mehr mit einer Sonderaktion auf Wald bauen und bekomme bei Spielende für jede Siedlung die an Wald angrenzt einen Punkt. Das reduziert das Spielfeld auf interessante Art und Weise.

Diese Erweiterung macht das Spiel um eine Ecke komplexer. Will man die Bonusaktionen? Wie stellt man das an? Setzt man 3 Häuschen oder 2 an einem Sumpf? Wenn man jetzt noch Elemente aus den anderen Erweiterungen wirft, macht man aus dem zugänglichen Aufbauspiel, meiner Meinung nach, schon ein Kennerspiel. Ich stell mir da grade vor: 2 Quadranten Marshlands, 2 Crossroads. Dh. 2 zusätzliche Karten. Unter den Kingdom Builder Karten noch eine aus Nomads und die anderen zwei wiedersprechen sich. Zug 1.

Persönlich gefällt mir diese Erweiterung, trotz des Mangels an Zusatzmaterial am besten. Die 6 neuen Karten werden nie wieder aus dem Stapel genommen und bringen mir auch viel wenn ich nur mit den Wenigspielern spiele. Der Rest bringt interessante Entscheidungen mit sich und man bezieht die anderen Spieler mehr ein als es bisher der Fall war.

Empfehlung

Wer Kingdom Builder gerne spielt und vor allem mehr Karten will, sollte sich die hier besorgen.

Kingdom Builder

„Ich als euer König erlasse die Order, dass im Osten an den Ausläufern des Gebirges auf der Blumenwiese eine neue Siedlung errichtet wird“
„Kommt nicht in Frage. Wir bleiben da!“
„Wie könnt ihr es wagen eurem Herrscher zu widersprechen!“
„Auf einer Blumenwiese? Wissen’s net wie es da von Insekten wimmeln wird? Da muss man sich wahrscheinlich impfen lassen. Übernehmen sie die Kosten dafür?
„Nein…ich bin…“
„Gusch…Jetzt red i. Die ganze Verwandschaft hat si scho hier angsiedelt. I hab Pay TV, a paar Tageszeitungen und Rabattkarten für alle Supermärkte die’s da gibt. Gibt’s das dort a?“
„Nein aber …“
“ Leitln! Wir bleiben do. Im Dominion gibts heute BBQ!“
„YEAH!!!“

Eckdaten

Autor: Donald X. Vaccarino
Illustrationen: Oliver Schlemmer
Verlag: Queen Games (Verlagsseite)
Erscheinungsjahr: 2011
Spieleranzahl: 2-4
Dauer: 30-60 min
Schachtelgröße: 29,8cm x 29,8cm x 8,5cm
Preis: 15 – 40 €

Ausstattung

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Das Spiel besteht aus 8 Planteilen, ca 120 Holzteilen ein wenig Pappe und einigen Karten. Alles von sehr guter Qualität. Was ich noch positiv hervorheben möchte ist die ausreichende Anzahl an Beuteln um die Siedlungen nach Farben getrennt einzusortieren. Da können sich manch andere Spiele eine Scheibe abschneiden.

Grafische Gestaltung

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Ein optisches Highlight ist Kindom Builder nicht unbedingt aber die Grafik ist gut und auf dem Spielplan findet man manchmal kleine Details. Nett. Die Symbolsprache ist auch sehr gut verständlich. Die Zählleiste auf der Rückseite ist nicht unbedingt ein Hingucker.

Aufbau

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Das vorgeschlagene Spielfeld für die 1. Partie

Spielfeldgröße: 64cm x 60cm für das Spielfeld und evtl. ein bisschen was für die Spieler
Aufbauzeit: ca 2:00min

Thema

In Kingdom Builder geht es darum ein Königreich zu bauen . Wer hätte das gedacht 🙂
Das Thema ist aber nicht unbedingt das wichtigste im Spiel. Im Kern ist es eher abstrakt.

Besonderheiten

Ziel des Spieles ist es das meiste Gold zu sammeln. Den Großteil des Goldes bekommen wir bei Spielende für das erfüllen der Kingdom Builder Karten. Von diesen werden zu Spielbeginn 3 gezogen. Jede hat eine andere Bedeutung und liefert für andere Dinge Gold.

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Die drei vorgeschlagenen Kingdom Builder Karten für die 1. Partie

Ist man am Zug so zieht man eine Geländekarte. Auf dieser Geländekarte müssen wir nun 3 eigene Siedlungen errichten. Wenn möglich, muss angrenzend gebaut werden. Dh. haben wir eine Siedlung die an ein freies Geländefeld dieses Typs angrenzt, müssen wir unsere Siedlungen dahin setzen.

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Ich habe einen Wald gezogen. Da neben meinen bereits gesetzten Siedlungen ein freies Waldfeld ist, muss ich meine Siedlungen dorthin setzen.

Neben dieser Pflichtaktion können wir eventuell Nebenaktionen durchführen. Auf jedem der 4 Quadranten befinden sich auch Ortsfelder. Errichten wir eine Siedlung neben einem Ortsfeld nehmen wir eines der 2 Plättchen in unseren Vorrat (sofern vorhanden). Dieses Plättchen können wir nun 1 Mal pro Zug einsetzen um vor oder nach der Pflichtaktion eine entsprechende Bonusaktion durchführen zu können. Das variiert natürlich von Plättchen zu Plättchen. Man kann so zusätzliche Siedlungen platzieren oder sie verschieben.

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Auf jedem Quadranten findet man eine andere art von Ortsfeld. Hier gibt es z.B. Oasen, mit deren Hilfe wir pro Runde eine zusätzliche Siedlunge auf einer Wüste errichten können.

Dann zieht man wieder eine Geländekarte und schon ist der nächste dran. Wenn einer alle Siedlungen verbaut hat gehts noch bis zum Startspieler und danach werden die Kingdom Builder Karten der Reihe nach abgearbeitet.

Einstieg & Wiedereinstieg

Regelumfang: Das waren fast alle Regeln
Einarbeitungszeit: Sehr kurz. Die Regel ist sehr gut geschrieben.

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Für jedes Ortsfeld gibt es noch ein Plättchen, dass an den Spielplan angelegt wird. Es zeigt die Regel und dient so als Erinnerung.

Es gibt im Netz ein paar Regelvarianten die vorschlagen man soll doch zwei Geländekarten ziehen und eine auswählen. „Damit man mehr Optionen hat“. Davon halte ich wenig bis gar nichts. Ich finde es führt nur dazu, dass man schlampiger seine Siedlungen setzt. Bei einer Geländekarte muss man manchmal länger überlegen, wo ich eine neue „Front“ aufmache. Bei zwei – Finger kreuzen und hoffen eine passende Karte zu ziehen.

Preis/Leistung

Dieser Punkt ist nicht ganz so einfach zu beantworten, weil die Preisspanne doch etwas ungewöhnlich ist. Wenn man Glück hat bekomt man es fast nachgeworfen. 15€ ist wirklich ein No Brainer.
Würde ich 40€ dafür bezahlen? Ehrlich gesagt: Nein. Soviel kostet die El Grande Big Box und da ist schon mehr drin.
Nehmen wir einen Preis der irgendwo in der Gegend von 24-28€ liegt. Dort liegen auch Spiele wie Catan oder Carcassonne.
Das würde für mich passen.

Meine Meinung

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Auf der Rückseite jedes Planteils befindet sich eine Zählleiste.

Neutral finde ich das Thema. Einerseits finde ich die Pflicht zum angrenzenden Bauen doch irgendwie thematisch, der Rest aber … naja … es bleibt ein eher abstraktes Spiel. Was für mich aber nichts negatives ist. Was ebenfalls nicht unbedingt „Spiel Mich!“ schreit, ist die Zählleiste. Funktional. Mehr ist dazu nicht zu sagen.

Den Rest finde ich Klasse. Das hatte ich anfangs nicht erwartet. Die meisten Rezensenten haben das Spiel nicht grade mit Lob überschüttet. Durschnittswertungen waren meist an der Tagesordnung (Irgendwas scheint das Spiel doch was an sich zu haben. Immerhin gibt es 4 große Erweiterungen). Meine ersten Erfahrungen mit Kingdom Builder waren auch eher mittelmäßig und ich war etwas enttäuscht. Damals war Dominion mein Spiel Nr. 1 und ein weiteres Spiel vom selben Autor? Wuhu! Aha … man zieht eine Karte und setzt 3 Häuschen auf den Spielplan … Das wars o.O ?
Sehr simpel und auch noch so glückslastig…

Tja. da hab ich mich getäuscht. Ja natürlich ist auch Glück dabei, aber das erleichtert den Einstieg in das Spiel um einiges. Sonst wäre es beinahe wie bei Go beim ersten Zug. Jeder der Go gegen einen erfahreneren Spieler gespielt hat, weiß wahrscheinlich was ich meine. Man hat als Anfänger gar keinen Plan. Dann macht man doch irgendwann seinen Zug und schon hat man das Gefühl einen Fehler gemacht zu haben.
Die Geländekarten schränken diese Auswahl ein, was schon Mal eine große Last von den Schultern nimmt. Das heißt aber nicht, dass es keine Entscheidungen zu treffen gibt..

Durch die Kingdom Builder Karten und die ausliegenden Plättchen ist die Herangehensweise immer eine andere. Manchmal versucht man ein riesigen Siedlunghaufen in der Mitte zwischen den 4 Quadranten zu machen. Dann wieder das komplette Gegenteil.usw. Auch die Kombination der Plättchen ist interessant. Jedes Plättchen kann man normalerweise 2 Mal haben. Das sind theoretisch 8 zusätzliche Aktionen die man hat. Meistens hat man aber eher nur 3-6 Plättchen. Ob man die jetzt vor oder nach der Pflichtaktion einsetzt oder ob es vielleicht besser ist diese Runde auf sie zu verzichten, regt zum Denken an ohne überanzustrengen. Es macht Spaß, weil man richtig gute Züge machen kann. Zuerst ärgert man sich über die Geländekarte aber dann … wenn ich zuerst das einsetze um das zu verschieben, dann das um zuerst ein Plättchen daneben zu setzen, dann setz ich meine 3 Häuschen und jetzt..etc…Grade für Einsteiger die es in Spielen nicht gewohnt sind sich ihren Zug quasi zusammen zu basteln, ist das interessant

Das Spiel ist ein gutes „Gateway Game“. Für mich sind das einsteigerfreundliche Strategie/Taktikspiele die man aber auch mit erfahrenen Spielern spielen kann. Eben weil man es so ernst und so locker spielen kann wie man möchte. Je nach Gruppe fühlt es sich dann anders an. So ähnlich wie bei Carcassonne. Wenn ich das mit meiner besseren Hälfte spiele, ist es meistens ein freundliches nebeneinander. Wenn ich das mit der Stammgruppe spiele, würde ich mich nie trauen eine Kathedrale in meine Stadt zu setzen 🙂 – wenn ihr wisst was ich meine?
So ist es auch hier. Ich kanns locker aus dem Bauch heraus spielen. Das setzen der Häuser an sich hat ja schon was schönes. Ich kann aber auch mehr Hirnschmalz in jeden Zug stecken um das Maximum rauszuholen.

Was mir noch gefällt ist der Humor. Was Humor? Hast du getrunken? … Ja ihr habt mich schon richtig verstanden. Genauso wie für mich die Original Einleitungen in Dominion sagen – nehmt das nicht so ernst und habt Spaß- sind es hier die Geländekarten. Man hätte ohne Probleme alle Geländearten von Catan kopieren können. Wäre nicht das erste Mal und für die meisten Spieler auch nachvollziehbar. Aber nichts sagt so sehr „Pfeif drauf“ wie Blumen und Canyons. Ich stell mir vor wie Donald das dem Verlag vorgeschlagen hat und die gemeint haben: Wie soll man denn eine Stadt in einem Canyon bauen und was bitte sollen Blumen für eine Geländeart sein? … Hey! Immerhin kann man sie farblich gut von den anderen unterscheiden … 🙂 Hach Kopfkino. Jedes Mal wenn ich so eine Blumenwiese ziehe muss ich schmunzeln.

Ich schätze dieses Spiel sehr, weil ich es mit allen Spielergruppen spielen kann. Für die Veteranen nehme ich aber lieber Erweiterungen dazu. Von denen gefällt mir die Crossroads sehr gut. Nomads find ich ein wenig fummelig. Marshlands konnte ich leider noch nicht ausprobieren. Aber für den Anfang reicht das Grundspiel. Wenn man es sehr mag und oft spielt, kann man dann aufstocken.

Das Grundspiel bekommt von mir ein Gut+

Empfehlung

Wen es nicht stört, dass es doch ein ruhiges und abstraktes Spiel ist und wer ein wenig Glück nicht abgeneigt ist, sollte sich es auf alle Fälle mal anschauen.Egal ob man Einsteiger oder Spieleprofi ist.
Wers sich ganz sicher sein will, kann sich für 3€ die App herunterladen und die ausprobieren. Das ist ein recht guter Kennenlernpreis. Vielleicht mach ich dazu auch mal eine Rezension…