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Dominion Nocturne

Eigentlich wollte ich diese Erweiterung in einer Kurzrezension präsentieren aber es ist dann doch ausgeartet 🙂

Eckdaten

Verlag: RioGrande Games im Verbrieb von ASS Altenburger
Erscheinungsjahr: 2018
Preis: ca 30€

Besonderheiten

Ich werde hier nur ganz kurz die neuen Mechanismen erwähnen. Für Details. Bitte hier 🙂

Es gibt die Nachtphase in der man entsprechende Karten spielen kann. Die ist nach der Kaufphase. Erbstücke ersetzen Startkupfer. Gaben und Plagen bekommt man durch Karten. Die sind ein Stapel mit verschiedenen Karten die gemischt werden und von denen man zieht. Da sind unterschiedliche positive und negative Effekte drauf.

Meine Meinung

Bevor ich anfange über das Spiel selbst du reden noch ein paar Punkte die sich an den Verlag richten. RioGrande Games … bitte bitte … klatscht bitte Infos auf die Schachtelückseite an wen sich die Erweiterung richtet. Ich stell mir vor wie Nocturne, Empires und die Intrige in einem Geschäft nebeneinander im Regal liegen und da ein Fan des Grundspiels steht, der keine Anhnung hat. Eigentlich ist das bei über 10 Erweiterungen schon fahrlässig „Neulinge“ so ins kalte Wasser zu schmeissen.
Noch was Negatives. In der Anleitung ist wieder nur ein kleiner Abschnitt mit empfohlenen 10er Sets dabei (und selbst da ist ein Druckfehler Karawanenwächter sollte Karawane heißen) aber es wird auf die Dominion Welt Homepage verwiesen und dass dort weitere Setvorschläge zum Download bereit stehen.  Hmm … ja … tun sie zum derzeitigen Zeitpunkt nicht.  Oben im Erweiterungsmenü haben sie zwar den Punkt Nocturne eingerichtet aber wenn ich auf die allgemeine Übersicht der Erweiterungen schaue fehlt sie, genau so wie Empires oder die 2. Edition der Intrige oder das Ergänzungsset. Diese Übersicht hat offensichtlich schon lange keiner mehr aktualisiert.
Was mir gefällt ist, dass mittlerweile wieder die eingedeutschten englischen Klappentexte verwendet werden.

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Um gleich die Katze aus dem Sack zu lassen. Entgegen meiner Eindrücke der Vorschau ist diese Erweiterung nicht was für Experten sondern eher eine die man mit Leuten spielen kann, die das Grundspiel und z.B Seaside oder die Intrige kennen. Also nicht die 1. Erweiterung nach dem Grundspiel aber die 2. Erweiterung, denn  obwohl die eingeführten Mechanismen nicht sonderlich komplex sind, ist es schon viel wenn man nur das Grundspiel kennt. Warum zähle ich sie dann nicht zur oberen Liga was die Komplexität angeht? Die Effekte sind ziemlich einfach gehalten und diese Erweiterung hat einen höheren Glücksfaktor als alle anderen vor ihr

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Plagen und Gaben sind der größte Glücksfaktor den man hier findet. Ebenso ist es kein Fehler zu Spielbeginn das richtige Erbstück und die richtige Kartenverteilung zu haben. Zusätzlich gibt’s auch noch ein paar Karten wo man eine gerade oder ungerade Anzahl oder überhaupt eine bestimmte Kartenanzahl braucht.

Was noch in das solala Lager fallen könnte ist dass Partien mit Nocturne länger dauern. 30min ist eher eine Untergrenze für das Zweispielerspiel. Zu viert ist 60 Minuten nicht schockierend (je nachdem wieviele Nocturne Karten dabei sind). Empires hat auch länger gedauert aber da lags am tatsächlichen durchplanen. Hier liegt es teilweise am Managementaufwand. Gaben ziehen, Zustände austauschen. Mit Nachtkarten herumtüfteln, mehr mischen usw. Für mich ist es  eher eine 2-3 Spieler Erweiterung.

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Das alles macht Nocturne in Summe zu einer Erweiterung die schon stark polarisiert. Der klassische strategisch denkende Dominion Spieler kann sich an den Ecken und Kanten dieser Erweiterung stoßen. Man wurde ja fast gedrillt auf Effizienz und Punktemöglichkeiten in allen Bereichen zu achten.

Nocturne ist ganz anders. Es ist eher was für die Leute die nicht vor Beginn einer Partie minutenlang auf die Karten starren, sondern sagen: Ich kauf das, weil es sich gut anhört. Das macht es als Ganzes zu keiner guten Erweiterung für Turniere und solche die es recht „seriös“ spielen wollen aber für alle anderen die es locker angehen ist es einen Blick wert. Von der Komplexität her liegt es irgendwo zwischen Hinterland und Dark Ages. Manchmal auch recht dicke Decks und zweigeteilte Karten wie in Hinterland und extra Kartenstapel wie in Dark Ages aber es ist bei den Effekten simpler als eben die Karten aus Dark Ages.

Gut. Hätten wir also den Rahmen abgesteckt.

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Was ist es dann?

Diese Erweiterung ist von allen Erweiterungen die, die am meisten Wert auf die Geschichte legt. Grade die Plagen finde ich spitze.
Befällt einen die Gier nimmt man sich sogar ein Kupfer oder unser Reich verfällt in Armut und wir müssen Karten ablegen.

Die Nachtphase finde ich spannend. Zugegeben der Start war holpriger als erwartet. Eine dreistellige Anzahl Partien mit 3 Phasen statt 4 ist schwer aus den Knochen zu bekommen und es fühlt sich … seltsam … an. Es zeigt aber eine ganze neue Ebene von Möglichkeiten auf, weil es sind eben keine Aktionskarten sind obwohl man irgendwie doch Aktionen macht …aaah. Kurz: Die Deckvielfalt erhöht sich und man hat hier genug Möglichkeiten herum zu experimentieren. Anfangs wird man aber dem Spieler nach einem das eine oder andere Mal sagen müssen: „Ich bin noch nicht fertig. Ich hab noch Nachtkarten“

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Was mir gut gefällt sind die Erbstücke. Sie ersetzen jeweils 1 der Startkupfer. Die Unterschlüpfe aus Dark Ages waren … nett. Nichts wirklich aufregendes aber eine nette Abwechslung und mit der Totenstadt hatte man einen den man sich vielleicht sogar behalten hat. Die Erbstücke aber haben es in sich. In der letzten Partie habe ich mit der Weide am Ende 10 Punkte extra gemacht, weil mein Mitspieler die Anwesen ignoriert hat.. Nur um ein Beispiel zu nennen.

Die neuen Zufallselemente haben auch was Positives. Sie ebenen das Spielfeld ein wenig. Grade wenn es einen in der Runde gibt, der wesentlich besser in Dominion ist, lässt das das Spielfeld etwas näher zusammenrücken oder man kann es auf das Kartenpech schieben.  Es passiert wesentlich seltener, dass einer nach der Reihe seine Kombos auf den Tisch knallt und Punkte noch und nöcher macht während die anderen zuschauen.

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In Summe gefällt mir die Erweiterung. Ich hab auch Online recherchiert und sie hat von einigen eins auf den Deckel bekommen. Das kann ich so nicht unterschreiben. Sie ist ganz anders als andere Erweiterungen aber das macht sie nicht unbedingt schlecht. Es erinnert mich an eine experimentelles Album einer Band. Es hebt sich von den anderen Werken ab, was die Urfans vielleicht die Nase rümpfen lässt. Zu viel Zufall, zu fummelig, zu lang. Viele haben eben eine gewisse Erwartung an eine Dominion Erweiterung und Nocturne tut viel um diese Erwartungen nicht zu erfüllen aber punktet dafür in anderen Bereichen.

Empfehlung

So hier die wichtigste Frage. Wollt ihr einen Wettbewerb um die meisten Punkte und so strategisch wie möglich spielen? Dann lasst Nocturne wahrscheinlich besser aus. Bzw. müsst ihr dann die witzigsten Karten rausnehmen.

Wenn ihr euch aber nicht an einer etwas längeren Spielzeit und einem höheren Taktikanteil stört werdet ihr mit mehr Flair als bei anderen Erweiterungen belohnt (vorausgesetzt man mag Mittelalter Fantasiewesendingens). Nekromanten die Müllaktionen temporär verwenden können. Die Vampirin die ihr Gefolge ausbaut, sich dann in eine Fledermaus verwandelt und sich quasi Nahrung beschaffen muss bevor sie sich zurückverwandelt. Der tragische Held der wenn er sein Ziel erreicht stirbt. Der treue Hund der immer wieder den Weg nach Hause findet. Der Narr der sich im Wald verirrt und die beste Zeit seines Lebens hat indem er einem Irrlicht folgt. Der harmlose Schmied der nachts nicht mehr ganz so harmlos ist. Der Attentäter der Bezahlung aus geheimnisvollen Quellen erhält und danach die Mitspieler plagt. Die Krypta aus der man Nacht für Nacht Schätze bergt. Die Exorzistin die uns den Weg in die Geisterwelt zeigt. Die einzig entscheidende Frage ist, wie sich das für euch anhört.

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Besuch aus dem Rheingau / Die Sucher

Heute gibt es was Neues! Kurzrezensionen. Ich habe etliche Erweiterungen daheim herumliegen zu denen ich noch meinen Senf dazugeben will. Manche davon sind richtig umfangreich aber andere sehen so aus: Ein paar Karten mehr.
Dafür den Slot eines ganzen Beitrags zu verbraten scheint mir eine Verschwendung zu sein. Deswegen gibt’s zu diesen kleinen Erweiterungen nun kleine Rezensionen.

Heute stell ich euch Erweiterungen für zwei Strategiespiele vor, die bei mir hoch im Kurs stehen. Viticulture und 51st State.

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Viticulture: Besuch aus dem Rheingau

Ausstattung & Preis

Verlag: Feuerland (Verlagsseite)
Preis: ca 13€
Inhalt: 80 Karten

Was bringt die Erweiterung?

Ein alternatives Set von Besucherkarten für Viticulture. Sie funktionieren genauso wie die normalen Besucherkarten aber sie haben eine anderen Fokus. Man kommt leichter an Trauben und an Wein und hat Synergien mit ein paar Gebäuden. Dh. viele Extra Siegpunkte bekommt man über die nicht.

Was ist meine Meinung?

Einerseits hat man einen großen Teil der Illustrationen des Spiels wiederverwendet, was schade ist. Andererseits finde ich den Preis für 80 Karten sehr gut. Es sind auch einige wenige Karten dabei die nur mit der Tuscany Erweiterung einsetzbar sind. Die überzeugen mich aber nicht wirklich. Da kann man eigentlich nur Einflussmarker verschieben oder vom Feld nehmen. An sich ist das nichts verkehrtes aber da es nur 3 Karten sind, ist es ziemlich zufällig wer das darf. Zum Beispiel von einem Spieler 3 Einflussmarker vom Spielfeld zu nehmen halte ich für Viticulture richtig fies. Vor allem, wenn das nur eine Karte kann. Die Karte hat auch keinen alternativen Effekt wie es bei den meisten anderen Besuchern der Fall ist.

Ich finde es toll, dass mehrere Karten dabei sind mit denen man an diverse Trauben- oder Weinmarker kommen kann (selbst ohne den entsprechenden Keller) und es gibt auch ein paar Karten die Synergien mit der Weinprobe und der Windmühle haben. Zwei Gebäude die in unserer Runde eher ein Schattendasein führen.

In Summe. Nettes Set.

Ist sie empfehlenswert?

Die Erweiterung ist meiner Meinung nach vor allem was für Spieler die Tuscany nicht wollen, weil es ihnen zu viel wäre. Warum? Die Tuscany Besucherkarten dieser Erweiterung finde ich nicht wirklich gelungen und keins der „Probleme“ die „Vielspieler“ mit dem  Grundspiel haben wird durch dieses Kartenset verlässlich gelöst. Dh. wenn es euch stört, dass ihr auf euren Weinen sitzen bleibt, weil ihr nicht die entsprechenden Aufträge habt oder dass ihr mit dem ganzen Geld nicht besonders viel machen könnt und ihr etwas mehr Komplexität vertragt, dann greift auf alle Fälle zu Tuscany.

Besuch aus dem Rheingau liefern genau das was man erwartet. Ein alternatives Set. Nicht mehr und nicht weniger. Wenn ihr euch beim spielen denkt: „Schau schon wieder der. Gibt’s nicht was anderes“ würde ich es euch empfehlen. Die Effekt sind andere und können frischen Wind reinbringen ohne die Komplexität zu erhöhen.

Kann man als Alternative mal reinnehmen aber wenn man Viticulture nicht oft spielt, ist es kein Muss.

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51st State: Die Sucher

Ausstattung & Preis

Verlag: Portal Games Deutschland (Verlagsseite)
Preis: ca 12€
Inhalt: 50 Karten.

Was bringt die Erweiterung?

Viele Karten der Erweiterung beziehen sich auf Ruinen die man ausliegen hat und auf die neue Sorte Kontaktkarten. Jeder Spieler hat jetzt einen eigenen Ablagestapel und durch Effekte können die Mitspieler auf die oberste Karte zugreifen.

Was ist meine Meinung?

Kommen wir gleich mal zu den negativen Dingen. Bei ein paar der Karten haben wir es eher mit einem Konzept zu tun. wie z.B. ohne Wumms kein Rumms. Bis jetzt waren es Orte, Fahrzeuge oder Personen mit denen man interagiert hat. Das passte irgendwie besser. Wie will ich eine Amokfahrt plündern oder mit ihr einen Deal abschließen?

Neutrale Punkte? Dadurch, dass ich auf die obersten Karten im Ablagestapel der Spieler zugreifen kann, muss ich auch ein Auge auf die haben, bzw. überlegen welche bei mir oben liegt. Dh. die Züge dauern ein wenig länger, wenn man diese neuen Möglichkeiten gut ausnutzen will. Bei zwei Spielern fällt das kaum ins Gewicht aber je mehr Spieler, desto mehr Ablagestapel, desto mehr Optionen… hört sich logisch an.

Positive Dinge. Das Meiste bleibt wie gehabt. Die neuen Mechaniken finde ich interessant und sie ändern das Spielgefühl schon mehr als die „Erweiterungen“ im Basisspiels. Wie ich schon bei der Rezension dazu gesagt hab, ist es aber nicht so, dass man immer denkt: „Wow…alles neu!“. Ja es wird Partien geben, da werden sie stark genutzt werden aber auch andere wo man sie kaum bemerkt. Das liegt in der Natur der Sache.

Ist sie empfehlenswert?

Wer viel 51st State spielt, hat hier eine kleine Erweiterung die mechanisch bisher die größten Änderungen bietet. Ich würde diese Erweiterung aber nicht empfehlen, wenn ihr das Spiel erst ein paar Mal gespielt habt. Den normalen Ablauf sollte man ohne Probleme draufhaben, bevor man die neuen Elemente dazugibt.

Für die meisten die das Grundspiel nur selten spielen ist es definitiv kein Muss. Erfahrene 51st State Spieler die mehr wollen können getrost zugreifen. Vor allem da diese Erweiterung recht günstig ist im Vergleich zu anderen Mini-Erweiterungen zum Spiel…wenn sie denn verfügbar wären … was sie derzeit nicht sind. Warum 2 Papptableaus so teuer sind muss mir mal jemand erklären … und dann noch der Versand aus D…es funktioniert auch nicht, dass die einfach ein paar Dinger in die Schachtel packen, wenn der Shop meines Vertrauens mit anderen Spielen beliefert wird … aber das ist eine andere Geschichte.

 

 

Viticulture: Tuscany Essential Edition (englische Version)

Wir sind zurück in der Toskana! Die Professionalisierung ist da und neben unseren Verwandten stellen wir nun auch Facharbeiter ein. Wir erweitern unser Weingut um Cafe’s, ein Weinlager, eine Ausbildungsakademie und alles was der PR Abteilung sonst noch einfällt. Jetzt ist ganzes Jahr was los.

Eckdaten

Verlag: Stonemaier Games (Verlagsseite)
Erscheinungsjahr: 2016
Schachtelgröße: 27cm x 22cm x 5,1cm
Preis: ~30€

Ausstattung

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In der Schachtel (diesmal ohne Inlay) findet man ein neues Spielbrett, Zusätze zu den Tableaus, neues Holzzeug und Karten in unterschiedlichen Größen. Die Qualität stimmt genauso wie beim Grundspiel. Es passt alles in die Schachtel von Viticulture.

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Größenvergleich: Der neue Spielplan ist um die Hälfte länger

Grafische Gestaltung

Auch hier gilt: mehr vom selben.

Überblick

Erweitertes Spielbrett

Das Herzstück der neuen Erweiterung ist das neue Spielbrett. Was ist neu?

Es gibt nun tatsächlich 4 Jahreszeiten und in jeder kann man Arbeiter einsetzen. Das automatische Ziehen von Besucherkarten als „Herbst“ entfällt so.

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Stattdessen gibt es nun eine ganze Tabelle wo man je nach Aufweckreihenfolge in den Jahreszeiten andere Boni bekommt. Wer dann im Winter als erstes passt, darf sich die Startposition für die nächste Runde aussuchen usw.

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Oh und was einem noch auffällt ist die Landkarte links unten. Hier kann man über Aktionen Einflussmarker platzieren. Man bekommt einen sofortigen Boni und wer die Mehrheit in einer Region hat, bekommt bei Spielende Siegpunkte.

Zwei Orte auf die ich mich gefreut habe wie ein Kleinkind stelle ich nun auch vor.

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Auf dem Markt kann man ein Ding gegen ein anderes tauschen. Zur Auswahl gibts 2 beliebige Karten, 3 Geld, 1 Siegpunkt, 1 beliebige Traube. Dh. so kann man z.B. 2 beliebige Karten abwerfen und zieht dann 2 beliebige Karten oder man tauscht 1 Traube gegen 1 Siegpunkt oder 3 Geld gegen 2 Karten usw.

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Der zweite Ort ist der auf dem man Wein für Siegpunkte verkaufen kann ohne einen Auftrag dafür zu haben. Für einen beliebigen Rot- bzw. Weisswein bekommt man 1 Siegpunkt. Ein Rosé bringt 2 Siegpunkte und Sekt sogar 4.

Bauwerkskarten

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Auf der Rückseite des Spielplans oder mit einer Drafting Variante kann man auch mit den Bauwerkskarten spielen. Dafür bekommt jeder einen kleinen Zusatz den man ans Tableau legt. Durch Aktionen kann man an die Bauwerkskarten kommen und bauen. Auf dem Tableau ist Platz für 2 Bauwerke aber man kann auch auf einem leeren Gebiet ein Bauwerk errichten. Was können die?
Das können zusätzliche Aktionsfelder sein die man nur selbst verwenden kann oder passive Boni oder Boni die bei Jahresende ausgeschüttet werden.

Facharbeiter

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Das letzte Modul sind die Facharbeiter. Aus den 11 Karten wählt man zwei aus und platziert auf jeder einen der zwei grauen Facharbeitermeeple. Anstatt einen normalen Arbeiter auszubilden, kann man nun auch für ein Geld Extra einen der zwei Facharbeiter ausbilden (die Maximalanzahl bleibt trotzdem 6). Jeden Facharbeiter kannst du einmal haben.
Die haben unterschiedliche Fähigkeiten. Der Bauer z.b. darf sich den Bonus einer Aktion nehmen, egal wo er eingesetzt wird oder in welcher Spieleranzahl.

Preis/Leistung

Die Erweiterung für das Spiel kostet 25-30€. Über die Tiefe die man dadurch bekommt, kann man sich echt nicht beschweren.

Meine Meinung

Das alles bezieht sich hier auf die englische Version aber ich rechne damit, dass sie auch auf deutsch genauso kommt. Das meiste wird man also 1:1 übernehmen können.

Tuscany ist eine der besten Erweiterungen für ein Spiel die ich bisher gesehen habe. Punkt. Viticulture war ein schönes Gesamtpaket aus Thema, Ästhektik, Material und Mechanik hat aber auf längere Sicht ein bisschen bei der Spieltiefe geschwächelt.

Diese Erweiterung setzt genau da an und zieht hier die Schrauben merklich fester. 4 verschiedene Jahreszeiten mit unterschiedlichen Einsetzfelder und Aufweckboni. Da muss man sich zu Beginn des Jahres schon einige Gedanken machen. Dann gibts die grandiosen neuen Orte auf denen man Dinge tauschen und Wein ohne Aufträge verkaufen kann. Das eröffnet einem ganz neue Strategien oder verhindert, dass man durch Pech beim Ziehen auf seinen Weinen hocken bleibt.

Was mich überrascht hat ist die Auswirkung davon, dass man nicht automatisch einen Besucher bekommt. Jetzt muss man richtig daran arbeiten oder tatsächlich das Cottage oder den Markt nutzen.

Da das noch zu einfach wäre gibt es die Landkarte auf der man um Einfluss in Gebieten konkurriert. Dafür kanns auch eine Menge Punkte geben. Ich finds genial, dass man jetzt die Weinproduktion fast kompett beiseite legen kann und sich auf PR durch Einflussmarker und Touren durchs Weingut konzentiert.  Ob das klappt? Keine Ahnung aber es ist nicht von Haus aus eine schlechte Idee, wie es das beim Grundspiel war. Such da alle Aufträge für die man keinen ausgebauten Keller braucht. Ich glaub es sind 3 oder 4.

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Aber die Erweiterung hört da ja nicht auf. Die Gebäude bringen einen richtig ins Schwärmen. Da ist richtig gutes Zeug darunter und jedes der rund 30 Gebäude ist einmalig. Dh. was man selbst baut, kann kein anderer haben. Da sind so Dinge dabei wie eine Erntemaschine mit der man automatisch alle Felder statt einem aberntet oder eine Schule bei der man sogar Geld bekommt, wenn man einen Arbeiter ausbildet und ihn auch im selben Jahr einsetzen kann oder eine „dezente“ Statue die am Ende jeden Jahres automatisch einen Siegpunkt generiert. Interessant ist auch, dass man mit denen auch Weinbaugebiete überbauen kann, solange dort noch keine Reben sind. Kann man auf alle Weinbaugebiete verzichten? Keine Ahnung aber ich habe die Freiheit es auszubprobieren…genügend Kleingeld vorausgesetzt.

Ich mag auch die neue Art die Spielerreihenfolge festzulegen. Wer als Erster passt darf sich als Erster aussuchen. Macht Sinn.

Wenn es etwas zu bekriteln gibt sind es die Facharbeiter … die sind nicht ganz nach meinem Geschmack. Da sie alles können was ein normaler Arbeiter kann + noch mehr, stellt sich nicht die Frage ob, sondern wann ich sie mir hole und welchen zuerst. Den Spielspass / die Spieltiefe die man dafür bekommt ist für mich nicht so groß wie der Mehraufwand an Sonderregeln die man lernen muss.

Ein kleiner Kritikpunkt … ach das ist mehr ein Wunsch … wären neue Mama + Papa Karten gewesen die Bezug auf die Gebäudekarten oder Einfluss haben. Zwei Mamakarten die einem Bauwerkskarten und irgendwas geben und zwei Papakarten die mit Einfluss in einer 1er oder 2er Siegpunktregion (ohne Bonus) starten würde vollkommen reichen.

Tuscany ist für mich essentiell für das Spiel. Jetzt kann ich Trauben einkaufen oder verkaufe eingelagerten Wein auch so auf dem Markt oder eröffne eine Weinbar. Das bereichert nicht nur das Thema und erzählt immer andere Geschichten sondern liefert auch tolle strategische Optionen.

Empfehlung

Hast du Viticulture? Willst du mehr Tiefe? Dann brauchst du Tuscany!