Schlagwort-Archive: Hans im Glück

Citadels

Die Köpfe hinter den Neuauflagen von Spielen wie Samurai, Euphrat und Tigris und Ra haben sich nun Ohne Furcht und Adel (engl. Titel Citadels) vorgeknöpft. Aus dem doch eher dunkel und düster ausschauenden Setting haben sie eine bunte kleine Welt geschaffen. Aber taugt das Spiel auch heute noch was?

Eckdaten

Autor: Bruno Faidutti
Illustrationen: diverse
Verlag: Hans im Glück (Verlagsseite)
Erscheinungsjahr: 2017; Erstauflage 2000
Spieleranzahl: 2 – 8
Dauer: ~30-60min
Schachtelgröße: 25,4cm x 25,4cm x 5,1cm
Preis: ~25€

Ausstattung

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Karten, Marker und Plastikteile. Alles von sehr guter Qualität.

Grafische Gestaltung

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Wirklich hervorragend. Mir gefallen alle Illustrationen. Obs jetzt die Vorderseiten oder die Rückseiten sind.

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Aufbau

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Spielfeldgröße: nicht der Rede wert
Aufbauzeit: hängt davon ab ob man die einzigartigen Gebäude und die Charakterkarten schon ausgesucht hat. Dann braucht man nur mischen.

 

Besonderheiten

Ziel des Spiels ist es 7 bzw. 8 Gebäude zu errichten. Dann wird das Spielende eingeläutet. In jeder Partie stehen 8 Charaktere mit unterschiedlichen Zahlenwerten zur Verfügung

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Die 8 Personen des Standardsets

Wie läuft jetzt eine Runde ab?

SAMSUNG CAMERA PICTURES
4 Personen Spiel. 1 Karte liegt verdeckt in der Mitte und 2 offen. Von den restlichen 5 such ich mir eine aus.

Eine Runde besteht aus 2 Phasen. In Phase 1 werden fast alle Charakterkarten an die erste Person weitergegeben. Die nimmt eine. Dann gibt man die wieder weiter … usw. Solange bis jeder 1 Karte hat.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Eine der 8 Spielerkarten (mit dem Rücken). Da findet man alle wichtigen Infos.

Jetzt werden die Spieler nach der Zahl in aufsteigender Reihenfolge aufgerufen. Ist man an der Reihe nimmt man sich Einkommen in Form von Gold oder neuen Karten und/oder man baut ein Gebäude indem man die Goldkosten bezahlt und/oder man setzt die Fähigkeit des gewählten Charakters ein.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Ich hab bereits 5 Gebäude

Die Charakterauswahl kann man variieren. Hier findet man den kompletten Satz des ursprünglichen Ohne Furcht und Adel und zusätzlich auch jenen der Erweiterung Die dunklen Lande. Ein dritter, neuer Satz von Personenkarten, Die dunklen Gestalten ist auch dabei. Die Aktionskarten gibt es auch als Variante und bei den einzigartigen Gebäuden gibt es auch Abwechlsung da man immer nur 14 der 36 Karten verwendet.

Einstieg & Wiedereinstieg

Regelumfang: Recht gering. Die Anleitung erklärt die Schritte genau.
Einarbeitungszeit: Nicht der Rede wert.

Preis/Leistung

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Goldmünzen und Krone

Das Spiel ist für ungefähr 25€ zu haben. Damit ist es ungefähr doppelt so teuer wie das Original Ohne Furcht und Adel, hat aber im Gegenzug auch wesentlich mehr Inhalt und wurde vom Material und der Gestaltung her, sehr aufgewertet.

Meine Meinung

Zuerst wie immer das Negative. Hier fällt mir nur die Schachtel ein. Sie ist zwar nicht sooo riesig aber immer noch weniger transportabel als der Vorgänger.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Ein paar sehr gute, alte Bekannte.

Neutrales? Jaaaa … Manche Charakterkarten sind ein weeenig destruktiv. Es ist eben ein Faidutti Spiel 🙂 Das hat ein paar Mitspielern schon in meinen Runden Ohne Furcht und Adel nicht gefallen. Hier gibts jetzt aber eine einfache Lösung. Die Karten einfach austauschen. Simpel.

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Kommen wir zu den positiven Punkten. Das Spiel sieht im Vergleich zum Vorgänger gewaltig besser aus. In allen Bereichen. Wow. Viel heller und freundlicher und auch familientauglich. Das passt einfach zum Spiel weil es im Prinzip sehr einfache Abläufe hat.

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Der nächste offensichtliche Punkt. Es ist viel abwechlsungsreicher als der Vorgänger. Man kann sich so seine eigenen Sets zusammenschustern und das nehmen was einem am gefällt. In der Anleitung findet man auch Vorschläge für Sets mit einer Beschreibung, was der Fokus ist. Zwei Daumen hoch dafür.

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Ein nicht ganz so offensichtlicher Punkt. Die Spieldauer. Hier haben sie die Regeln tatsächlich verändert (zumindest ist es mir hier aufgefallen). Früher musste man 8 Gebäude errichten und grade die Nr. 8 war manchmal recht … schwierig. 7 reduziert die Dauer des Spieles angenehm.

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Nun lassen wir die Vergleiche und kommen zu dem was das Spiel auszeichnet. Die Charakterauswahl ist einfach, interaktiv und hat doch so seine Kniffe. Wer könnte was genommen haben? Kann man aus der Auslage der Spieler darauf schließen? Das Spiel hat zwar auch Ärgerelemente aber ich persönlich finde die richtig gut umgesetzt. z.B. Der Dieb. Sein Bonus ist, dass man einen Charakter bestehlen kann.  Der Clou dabei. Man bekommt das Gold nicht sofort, sondern erst wenn dieser Charakter aufgerufen wird und an der Reihe wäre. Bis dahin sollte niemand das kommentieren oder darauf reagieren….was nicht immer leicht ist.
Jetzt sitzt man dann da als Dieb und überlegt: Ok. Wenn ich, wie geplant, Markus beklaue, kann ich mir nächste Runde mit der Baumeisterin 3 Gebäude leisten. Aber was ist, wenn Markus einen anderen Charakter hat? Naja sinnvoll wäre die Händlerin, immerhin hat er 3 Handelsgebäude. Ja in Ordnung … Risiko. Neeein. Den Charakter hat Philipp gewählt und der hat kein Gold … oh mist.
Entgegen meiner anfänglichen Annahme finde ich das Zwei- und Dreipersonen Spiel auch recht gelungen. Man spielt mit 2 Charakteren.

Wie sieht mein Fazit aus?  SO SOLLTE EINE NEUAUFLAGE AUSSEHEN!
Material: besser, Grafische Gestaltung: besser, Inhalt: wesentlich mehr.

Gut+

Empfehlung

Hier haben wir ein einsteigerfreundliches Aufbauspiel. Wer Kartenspiele mit Ärgerelementen wie z.B. UNO mag findet hier etwas mit mehr Anspruch aber auch mit mehr Spaß!

Wer etwas dagegen hat, wenn einem die Mitspieler in die Suppe spucken können, sollte einen Bogen um das Spiel machen.

 

Advertisements

Manhattan

Es gibt ja Menschen die behaupten: „Früher war alles besser“. Gut, dass es von Brettspielen Neuauflagen gibt. Heute schau ich mir ein Spiel an, dass über 20 Jahre alt ist. Auf geht’s nach Manhattan und Honkong und Buenos Aires … glaub ich halt 🙂

Eckdaten

Autor: Andreas Seafarth
Illustrationen: Jacqui Davis
Verlag: Hans im Glück im Vertrieb von Schmidt Spiele (Verlagsseite)
Erscheinungsjahr: Neuauflage 2017. Erstauflage 1994
Spieleranzahl: 2 – 4
Dauer: <45min
Schachtelgröße: 27cm x 27cm x 6cm
Preis: 35 – 40€

Ausstattung

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Ein Spielplan, ca 100 Plastikteile und ca 50Karten. Alles von sehr guter Qualität.

Grafische Gestaltung

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Gefällt mir eigentlich ganz gut.

Aufbau

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Spielfeldgröße: 70cm x 70cm
Aufbauzeit: ca 2min

Thema

Wir errichten in mehreren Städten der Welt Wolkenkratzer und versuchen da am besten abzuschneiden.

Besonderheiten

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Der Spielplan ist in mehrere Städte zu je 9 Bauplätzen aufgeteilt. Hier errichten wir unsere Wolkenkratzer. Dafür benötigt man Bausteine. Die gibt es in der Größe von 1 – 4 Stockwerken.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Mit dieser Karte kann ich auf einem Blauplatz links oben bauen.

Zusätzlich gibt es noch Baukarten. Diese zeigen wo man bauen kann. Die Spieler sollten an jeder Seite des Spielbretts sitzen, weil die Baukarte immer so vor einen ausgespielt wird, dass man die Illustration „richtig“ sehen kann.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Wenn die anderen dieselbe Karte spielen, sind es aus meiner Sicht andere Bauplätze.

Gespielt wird über mehrere Runden. Man hat seine 4 Baukarten auf der Hand und wählt nun die Bausteine (6 bzw. 4) aus die man in dieser Runde verwendet.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Meine Teile für diese Runde.

Danach baut, beginnend mit Startspieler, jeder Spieler ein Bauteil bis alles verbaut wurde.

Wie wird nun ein Bauteil gebaut? Dazu spielt man 1 Baukarte vor sich aus und zwar hochkantig. Diese gibt einen Bauplatz vor. Die Stadt wählt man selber aus. Man kann auf einem freien Platz und einem Platz wo ein eigenes Stockwerk steht ohne Probleme bauen.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Rot platziert 1 Stockwerk auf dem Gebäude von blau. Beide kontrollieren ein Stockwerk aber rot ist am weitesten oben dh. rot kontrolliert das Gebäude.

Man kann aber auch Bauteile auf Bauteile anderer Spieler platzieren. Dazu muss man danach mindestens genau so viele Stockwerke des Gebäudes besitzen als der Spieler der zuvor ganz oben war.
Der Spieler der das oberste Stockwerk eines Wolkenkratzers besitzt ist der Besitzer des Gebäudes.

Nach dem setzen eines Bauteils zieht man eine neue Baukarte und der nächste ist dran.

Am Ende einer Runde bekommt man Punkte für den höchsten Wolkenkratzer auf dem Spielplan, für die Mehrheit in den einzelnen Städte und für jedes eigene Gebäude.

Einstieg & Wiedereinstieg

Regelumfang: sehr einfach. Das waren vorhin fast alle Regeln.
Einarbeitungszeit: Gering

Preis/Leistung

Das Spiel kostet derzeit ca. 40€. Wenn man nur so liest, was in der Schachtel ist denkt man sich schon … naja…schon teuer. Aber wenn man das Material anfasst, wird man wissen wieso. Die Qualität stimmt hier einfach.

Meine Meinung

Richtig große Kritikpunkte hab ich keine … aber ein paar Anmkerungen. Das Spiel heißt zwar Manhattan aber man errichtet auf der ganzen Welt Wolkenkratzer. Das stört beim Spielen zwar nicht, hat mich aber anfangs etwas verwirrt.
Das neue frabenfrohe Design gefällt mir eigentlich ganz gut, lediglich bei den Charakter „Tableaus“ hätte man noch andere Charaktere auf die Rückseite geben können, so bleibt die eben weiß…Detail am Rande.

Apropos Detail am Rande. Bei so einsteigerfreundlichen Spielen und auch Neuaflagen finde ich es eigentlich ganz gut, wenn man ein paar Varianten mit reinpackt. Bei einem Spiel das über 20 Jahre alt ist gibts da sicher ein paar Ideen. Das wäre für die Wiederspielbarkeit noch ein kleiner Sprung nach vorne.

Kommen wir zu den Spielerzahlen. Zu viert finde ich es am besten. Zu dritt ist es auch gut aber 6 Städte bei 3 Spielern teilt sich schon gern auf 2 – 2 – 2 auf. Da ist die Anfangsphase etwas vorprogrammiert. Zu zweit spielt jeder mit 2 Farben. Das reizt mich persönlich nicht wirklich.

Letzte Anmerkung, die der Form halber dabei ist. Es ist ein Spiel bei dem es um Gebietskontrolle geht. Dh es kann zu Situationen kommen, wo ein Spieler ein Stockwerk in einer Stadt platziert und einem von 2 Spielern die Mehrheit nimmt und dort zum Königsmacher wird.

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Kommen wir zu den positiven Dingen. Man merkt dem Spiel das Alter nicht wirklich an. Auch in voller Besetzung spielt es sich in weit unter einer Stunde. Im Gegensatz zu anderen älteren Brettspielen ist das echt gut. Das passt eher zu aktuelleren Titeln im Gelegenheitsspielerbereich die auch ungefähr die gleiche Spieldauer haben. Ich hatte nie das Gefühl das es länger dauert als es dauern sollte.

Die Regeln sind auf einem Blatt zusammengefasst. Also echt knapp und Fragen gabs keine. Dadurch ist es auch gut geignet um es spontan aus dem Schrank zu holen.

Die Haptik der Bauwerksteile finde ich sehr schön. Einen Turm in die Landschaft zu setzen oder Stockwerke auf die Gebäude der Mitspieler macht schon Laune und am Ende sehen die Syklines gar nicht mal schlecht aus.

Das Material finde ich auch toll. Die Karten sind dick, die Stockwerke robust und lassen sich ohne Probleme zusammenbauen und auseinander nehmen. In der Schachtel hat auch alles seinen Platz und wer will kann sogar alles in Beutel packen.

Die Gestaltung des Spielplans ist anfangs gewöhnungsbedürftig. Ich dachte, naja konkrete Städte wären besser blablabla…Mittlerweile gefällt es mir gut. Ist es wirklich wichtig, welche Stadt man ausbaut?  Da gäbe es nur Stimmen die sagen: Aber Stadt X ist doch viel besser geeignet als Y. Wenn ich mir die Spielpläne der alten Auflagen ansehe ist es ein gewaltiger Sprung nach vorne. Obs jetzt die seltsame alte Leiste oder der, mM nach, doch sehr hässliche Spielplan ist. Hier hat man eine angedeutete Erde mit allen Kontinenten als Hintergrund, was es natürlich viel bunter macht als Großstadt-Grautöne.
Ja … die wären realistischer aber seien wir ehrlich. Das ist nicht wirklich relevant für das Spiel, die Farbe macht mehr Laune und gibt dem Spiel eine Leichtigkeit die es hat. Es ist ein unterhaltsames, lockeres Spiel, dass man mit so ziemlich jedem spielen kann. Die Grautöne lassen es doch abschreckender und komplexer wirken als es ist.

Obwohl das Spiel so einfache Regeln hat, merkt man doch die unterschiedlichen Spielertypen. Da gibts die die am Anfang jeden Konflikt scheuen und leere Bauplätze verbauen um massig Punkte über Gebäude zu machen. Es gibt den der schnell versucht das höchste Gebäude zu kontrollieren und den, der die Bauwerke anderer Spieler einkassiert sobald er die Möglichkeit hat…und natürlich ein Mischmasch aus allem. Sowas gefällt mir auch gut. Es zwingt einen nicht nach einem bestimmten Schema zu spielen.

Das Spiel hat natürlich einen nicht geringen Glücksfaktor. Immerhin zieht man die Baukarten von einem Stapel und da kann es auch blöd laufen. Ich habe z.B. in einer Partie 3 gleiche Karten auf der Hand gehalten, die ich aber nicht wirklich einbauen konnte. Trotzdem. Ich kann je nach Handkarten und Positionen der Mitspieler planen, welche Bauteile ich einbauen will. Die Entscheidung ist nicht so leicht.

Noch ein großer Pluspunkt. Das Spiel ist interaktiv. Wenns es auch nur halbwegs so abläuft wie bei uns wird geredet werden … viel. Da diskutieren zwei wie man am besten die Mehrheit von Andreas knackt, weil er in der letzten Wertung ziemlich davon gezogen ist…ja … wieder Mal nicht aufgepasst… und die Situation auf dem Spielbrett kann sich zwischen den Wertungen auch sehr schnell ändern. Oder man streitet sich mit seinem Gegenüber der sein Gebäude ausgebaut hat und nun 2 Stockwerke höher ist. Buttert man auch weitere Ressourcen hinein oder ist man sogar froh darüber, dass Christian dort hingebaut hat anstatt wo anders?  Der Faktor Mensch spielt eine große Rolle.

Manhattan ist ein einsteigerfreundliches, kurzweiliges Spiel mit tollem Material. Das erinnert an moderne Spiele wie Splendor oder Century. Im Gegensatz zu denen setzt es viel mehr auf Interaktion.

Gut

Empfehlung

Um es nochmal zu betonen. Es gibt im Spiel recht viel interaktion, weil die Bauplätze nun mal beschränkt sind. Bei uns in der Runde passt das und mein Vater hat mehr Spaß daran mir die Gebäude zu klauen als er eigentlich haben sollte aber ich kann mir auch vorstellen, dass es Runden gibt die genau das nicht mögen.

Ansonsten. Wenn man kein strategisches Schwergewicht erwartet bekommt man hier ein unterhaltsames Spiel, das auch für Einsteiger geeignet ist.

Vielen Dank am Schmidt Spiele für das Rezensionsexemplar!

Valletta

Heute fahren wir nach Malta … Packt den Fotoapperat und die Sonnenbrillen weg … wir sind zum Arbeiten hier … obwohl…Eigentlich sind wir mehr auf der Organisationsseite … vielleicht ist eine Sonnenbrille also doch nicht so verkehrt.

Eckdaten

Autor: Stefan Dorra
Illustrationen: Klemens Franz
Verlag: Hans im Glück (Verlagsseite)
Erscheinungsjahr: 2017
Spieleranzahl: 2 – 4
Dauer: ca 15-20 min / Spieler
Schachtelgröße: 21,7cm x 22,8cm x 7,3cm
Preis: ca 32-35€

Ausstattung

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Das Spiel beinhaltet Karten von sehr guter Qualität etwas Pappe und viel Holz. Die Schachtel ist dabei trotzdem für Hans im Glück Verhältnisse sehr leicht, wenn ich es Mal mit Stone Age oder Marco Polo vergleiche. Karten und kein Spielplan macht sich da schon bemerkbar 🙂
Aber das Schachteformat find ich ja immer noch sehr gut.

Grafische Gestaltung

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Die Gestaltung hat Klemens Franz gemacht. Die Personen finde ich gut gelungen und was spannend ist, ist dass jedes der Häuser einzigartig illustriert ist. Sowohl auf der normalen als auch auf der aufgewerteten Seite. Schade ist, dass trotzdem irgendwie nicht dieses Stadtflair aufkommt. Die Häuser sind sehr freistehend mit viel Platz dazwischen. Es wirkt eher wie eine Kleinstadt oder sogar ein Dorf.

Aufbau

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Das Spielfeld ist für vier Spieler aufegbaut.

Spielfeldgröße: Auslage zwischen 55cm x 46cm und 55cm x 68cm. Zusätzlich 35cm x 10cm pro Spieler
Aufbauzeit: ca 7-8min

Thema

Wir befinden uns im 16. Jhdt. Der Malteserorden unter Jean de la Valette ist die wichtigste Kraft die für die Gründung der Stadt Valletta verantwortlich ist. Wir beteiligen uns da natürlich gerne daran.

Besonderheiten

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Die Startkarten. Mit 5 kann man sich Rohstoffe holen, ein Baumeister zum Bauen und Aufwerten von Gebäuden. Der Lehrling kopiert den Effekt einer zuvor ausgespielten roten oder grünen Karte und mit dem Valette kann man Karten loswerden, bzw. aus dem Vorrat neue bekommen.

Jeder Spieler hat zu Beginn denselben Satz von 8 Karten, nimmt sich sein Tableau und seine Häuschen. Man mischt und nimmt 5 Karten auf die Hand. Die restlichen bilden einen Nachziehstapel.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Links – Nachziehstapel. Rechts – Ablagestapel. Ist man am Zug so spielt man 3 Karten aus.

Wenn man an der Reihe ist spielt man drei Karten aus und macht das was drauf steht. Danach zieht man wieder so viele Karten bis man 5 auf der Hand hat. Ist der Nachziehstapel leer, so mischt man den Ablagestapel und verwendet ihn als neuen Nachziehstapel.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Errichtet man das Wohnhaus des Steinmetzes so gibt man 1 Gold, 1 Stein und 1 Ziegel ab, nimmt die Karte auf die Hand und platziert ein Haus. Die benachbarten Gebäude kosten jetzt 1 Gold weniger.

Das ist der grundsätzliche Ablauf. Schön und gut werdet ihr sagen, aber wozu das ganze. Berechtigte Frage. Wir errichten Gebäude und heuern neue  hilfreiche Personen an und da ist auch noch Jean de la Valette der das ganze Bauunternehmen begutachtet.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Befindet sich die Figur des Valette auf den Feldern 1-5 so bekommt man für den Gebäudebau in Spalte 1, zwei Bonuspunkte.

Wie gesagt – Gebäude sind ein wichtiger Teil. Um so eins zu errichten, muss man einen Baumeister oder eine andere Karte, die einen ein Gebäude bauen lässt, ausspielen. Man gibt die Rohstoffe ab nimmt die Person auf dem Gebäude auf die Hand und setzt eins der eigenen Häuschen drauf.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Grüne Karten liefern Rohstoffe in Abhängigkeit von Symbolen (links unten auf den Gebäudekarten). die man kontrolliert.

Dabei sollte man beachten, dass man einen Bonus bekommt, je nachdem wo der Valette ist und einen Rabatt, wenn man neben eigenen Häuschen baut.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Blaue Karten machen alles mögliche. Ein paar davon knöpfen den Mitspielern Ressourcen ab.

Im Prinzip macht man das bis das Spielende eingeläutet wird. Dafür gibt es 3 verschiedene Bedingungen aber ich will nicht zu sehr ins Detail gehen.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Gelbe Karten liefern auf unterschiedliche Art und Weise Siegpunkte.

Wichtig ist nur noch folgendes. Sobald das Spielende eingeläutet wurde mischen alle ihren Ablage- und Nachziehstapel zusammen. Das Spiel geht so lange, bis alle Spieler nochmal das komplette Deck durchgespielt haben.

Einstieg & Wiedereinstieg

Regelumfang: Die Regeln sind gar nicht so umfangreich. Bei den Karten traten bis jetzt auch kaum Fragen auf.
Einarbeitungszeit: nicht so lange aber in den ersten Partien wird man beim Betrachten der Auslage eine Weile brauchen.

Preis/Leistung

Grade wenn man Valletta im unteren 30er Bereich bekommt, halte ich den Preis für in Ordnung. Bei Mitte 35+ muss man schon überlegen. Man hat hier genug Abwechslung in der Auslage (vor allem wenn man mit weniger als vier Spielern spielt) und das Holzmaterial ist von guter Qualität. Die Karten haben helle Ränder und nutzen sich nicht sehr stark ab. Da hat man lange was davon.
Apropos lange was davon haben. Das Spiel hat richtig viel Potential für Erweiterungen, die in die unterschiedlichsten Richtungen gehen könnten und trotzdem wahrscheinlich nicht sehr viel Material beeinhalten … dh. eher nur einen kleineren Geldbetrag kosten könnten. Reine Spekulation meinerseits aber wenn ich ich, sagen wir… 10 neue Personen einfügen würde, wären das nur 20 Karten aber das Spiel würde komplett anders sein.

Meine Meinung

Was gefällt mir an Valletta nicht: Die Aufbauzeit. Dabei ist sie mit unter 8 Minuten nicht Mal sooo hoch. Orléans braucht da noch ein Weilchen länger. Aber es fühlt sich lang an. Die Fässer auszulegen zieht sich. Ich bin mittlerweile soweit, dass ich die Plättchen das nächste Mal in einen Beutel gebe. Das spart ungefähr 1 min!
Ein weiterer Punkt ist die Optik der Karten. Einerseits finde ich jede Karte für sich ganz nett, da man hier Personen im Tagesablauf sieht und jedes Gebäude ist auch etwas anders aber irgendwie kommt für mich kein Stadtflair auf. Für meinen Geschmack hätten die aufgewerteten Gebäude größer und pompöser sein können.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Der einzige Grund um nochmal in die Anleitung zu schauen.

Neutral finde ich, dass es dem Spiel nicht geschadet hätte, wenn noch ein kleines Kärtchen dabei gewesen wäre, wo steht von welcher Farbe wieviele Gebäude bei welcher Spielerzahl verwendet werden. Das würde den Blick in die Anleitung komplett sparen.

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Zurück zur Optik. Das die Holzhäuschen ein Dach haben, es in Valetta aber eigentlich Flachdächer gibt ist ein wenig störend aber fällt nicht großartig ins Gewicht.
Weiter geht es mit der Figur des Valette. In unseren Runde war es so, dass er vor allem bei weniger als vier Spielern nicht in die Nähe des Spielendes gekommen ist. Im Bild oben sieht man das Ende eine Dreispielerpartie. Er befindet sich noch recht weit vom Spielende entfernt und das nachdem alle nochmals das Deck durchlaufen haben. Das finde ich Schade. Nicht, dass ich jetzt am Boden zerstört bin … aber es ist Schade.
Der Autor selber hat zum Zweispielerspiel und für den Startspieler zwei kleine Varianten veröffentlicht (hier). Dafür gibts von mir gleich zwei Daumen nach oben. Eine davon passt die Fässer im Zweispielerspiel an … DAS ist sehr zu empfehlen. Ich hoffe, das es in zukünftigen Auflagen den Weg in die Anleitung findet.

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Was gefällt mir. Das Spiel hat schon seinen Charme. Zentral geschieht das durch  die Figur des Jean de la Valette. Sowohl historisch als auch im Spiel ist er eine wichtige Person. Er ist immerhin der Einzige der Personen entlassen und vom allgemeinen Bereich einstellen kann. Das gibt ihm mehr Gewicht. Ebenso wie die anderen realen, gelben Personen. Die haben zwar nicht die Tragweite des Namenspatrons aber es macht das Spiel eigenständiger als wenn da nur „Bischof“ stünde.

Hans im Glück hat sich diesmal bei den Personen mehr einfallen lassen. War es bei Auf den Spuren von Marco Polo so, dass dort historische Personen einfach so reingegeben wurden ohne irgendeinen Text dazu, so gibt es hier zu allen oben Genannten ein paar Zeilen. Dh. Wer sie waren und was sie gemacht haben. Sehr schön. Das gibt nochmal eine Prise „Realität“ in ein sonst eher abstraktes Strategiespiel.

Die Mechanik gefällt mir gut. Wo andere Aufbauspiele riesige Spielertableaus haben, bleibt hier das Hauptaugenmerk auf dem Spielfeld (ganz großes Plus). Durch den Deckbau Mechanismus schränkt man angenehm die Optionen ein und sorgt aber auch für einige taktische und strategische Herausforderungen. Nur 3 Karten kann ganz schön knackig sein. Da entschließt man sich doch nicht zu bauen, weil man auf den Lehrling warten und gleich zwei Gebäude hochziehen will und zack … war ein Mitspieler schneller oder auf einmal ist der Valette im anderen Teil und die Bonuspunkte sind futsch und wie man weiß: Kleinvieh macht auch Mist 🙂

Wie schon gesagt, der Fokus liegt immer auf dem Spielfeld. Welche Person will man? Wo will man ein Haus errichten? Wo ist der Valette? Welche Waren will man produzieren? Wie kann ich mich am besten ausbreiten oder wo muss ich den anderen zuvor kommen? Grade im 1. Zug sorgt das gerne Mal für längere Nachdenkpausen. Bis man die Auslage sondiert dauert es ein Weilchen aber sobald die 1. Häuschen auf dem Plan gelandet sind, läuft es eigentlich wie geschmiert. Erst in den letzten Zügen vor Spielende, wenn alle versuchen das Maximum rauszuholen, wird es wieder ein wenig langsamer.
Das man nochmal das ganze Deck durchläuft gefällt mir richtig gut. So kann ich auch mit einen größeren Deck nochmal punkten und das Feld von hinten aufrollen.

Trotz der weiter oben genannten Schwächen hat es mir Spaß gemacht. Mir gefällt besonders das Spiel zu dritt, weil es da oberhalb und unterhalb der Straße unterschiedlich viele Reihen gibt. Da überlegt man noch mehr, wo man seine Rohstoffe investiert.
Mal sehen wie es sich über das Jahr hinweg entwickelt. Valletta ist ja sehr bekannt für seine Befestigungen … Na Hans im Glück … da kann man doch noch ein paar Karten nachschießen, oder 😉

Gut-

Empfehlung

Wer nach einem zugänglichen Aufbauspiel sucht, dass über Karten gesteuert wird, sollte sich Valletta einmal ansehen.

Valletta ist aber kein Schwergewicht.

Vielen Dank an Hans im Glück für das Rezensionsexemplar!