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Valletta

Heute fahren wir nach Malta … Packt den Fotoapperat und die Sonnenbrillen weg … wir sind zum Arbeiten hier … obwohl…Eigentlich sind wir mehr auf der Organisationsseite … vielleicht ist eine Sonnenbrille also doch nicht so verkehrt.

Eckdaten

Autor: Stefan Dorra
Illustrationen: Klemens Franz
Verlag: Hans im Glück (Verlagsseite)
Erscheinungsjahr: 2017
Spieleranzahl: 2 – 4
Dauer: ca 15-20 min / Spieler
Schachtelgröße: 21,7cm x 22,8cm x 7,3cm
Preis: ca 32-35€

Ausstattung

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Das Spiel beinhaltet Karten von sehr guter Qualität etwas Pappe und viel Holz. Die Schachtel ist dabei trotzdem für Hans im Glück Verhältnisse sehr leicht, wenn ich es Mal mit Stone Age oder Marco Polo vergleiche. Karten und kein Spielplan macht sich da schon bemerkbar 🙂
Aber das Schachteformat find ich ja immer noch sehr gut.

Grafische Gestaltung

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Die Gestaltung hat Klemens Franz gemacht. Die Personen finde ich gut gelungen und was spannend ist, ist dass jedes der Häuser einzigartig illustriert ist. Sowohl auf der normalen als auch auf der aufgewerteten Seite. Schade ist, dass trotzdem irgendwie nicht dieses Stadtflair aufkommt. Die Häuser sind sehr freistehend mit viel Platz dazwischen. Es wirkt eher wie eine Kleinstadt oder sogar ein Dorf.

Aufbau

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Das Spielfeld ist für vier Spieler aufegbaut.

Spielfeldgröße: Auslage zwischen 55cm x 46cm und 55cm x 68cm. Zusätzlich 35cm x 10cm pro Spieler
Aufbauzeit: ca 7-8min

Thema

Wir befinden uns im 16. Jhdt. Der Malteserorden unter Jean de la Valette ist die wichtigste Kraft die für die Gründung der Stadt Valletta verantwortlich ist. Wir beteiligen uns da natürlich gerne daran.

Besonderheiten

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Die Startkarten. Mit 5 kann man sich Rohstoffe holen, ein Baumeister zum Bauen und Aufwerten von Gebäuden. Der Lehrling kopiert den Effekt einer zuvor ausgespielten roten oder grünen Karte und mit dem Valette kann man Karten loswerden, bzw. aus dem Vorrat neue bekommen.

Jeder Spieler hat zu Beginn denselben Satz von 8 Karten, nimmt sich sein Tableau und seine Häuschen. Man mischt und nimmt 5 Karten auf die Hand. Die restlichen bilden einen Nachziehstapel.

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Links – Nachziehstapel. Rechts – Ablagestapel. Ist man am Zug so spielt man 3 Karten aus.

Wenn man an der Reihe ist spielt man drei Karten aus und macht das was drauf steht. Danach zieht man wieder so viele Karten bis man 5 auf der Hand hat. Ist der Nachziehstapel leer, so mischt man den Ablagestapel und verwendet ihn als neuen Nachziehstapel.

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Errichtet man das Wohnhaus des Steinmetzes so gibt man 1 Gold, 1 Stein und 1 Ziegel ab, nimmt die Karte auf die Hand und platziert ein Haus. Die benachbarten Gebäude kosten jetzt 1 Gold weniger.

Das ist der grundsätzliche Ablauf. Schön und gut werdet ihr sagen, aber wozu das ganze. Berechtigte Frage. Wir errichten Gebäude und heuern neue  hilfreiche Personen an und da ist auch noch Jean de la Valette der das ganze Bauunternehmen begutachtet.

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Befindet sich die Figur des Valette auf den Feldern 1-5 so bekommt man für den Gebäudebau in Spalte 1, zwei Bonuspunkte.

Wie gesagt – Gebäude sind ein wichtiger Teil. Um so eins zu errichten, muss man einen Baumeister oder eine andere Karte, die einen ein Gebäude bauen lässt, ausspielen. Man gibt die Rohstoffe ab nimmt die Person auf dem Gebäude auf die Hand und setzt eins der eigenen Häuschen drauf.

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Grüne Karten liefern Rohstoffe in Abhängigkeit von Symbolen (links unten auf den Gebäudekarten). die man kontrolliert.

Dabei sollte man beachten, dass man einen Bonus bekommt, je nachdem wo der Valette ist und einen Rabatt, wenn man neben eigenen Häuschen baut.

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Blaue Karten machen alles mögliche. Ein paar davon knöpfen den Mitspielern Ressourcen ab.

Im Prinzip macht man das bis das Spielende eingeläutet wird. Dafür gibt es 3 verschiedene Bedingungen aber ich will nicht zu sehr ins Detail gehen.

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Gelbe Karten liefern auf unterschiedliche Art und Weise Siegpunkte.

Wichtig ist nur noch folgendes. Sobald das Spielende eingeläutet wurde mischen alle ihren Ablage- und Nachziehstapel zusammen. Das Spiel geht so lange, bis alle Spieler nochmal das komplette Deck durchgespielt haben.

Einstieg & Wiedereinstieg

Regelumfang: Die Regeln sind gar nicht so umfangreich. Bei den Karten traten bis jetzt auch kaum Fragen auf.
Einarbeitungszeit: nicht so lange aber in den ersten Partien wird man beim Betrachten der Auslage eine Weile brauchen.

Preis/Leistung

Grade wenn man Valletta im unteren 30er Bereich bekommt, halte ich den Preis für in Ordnung. Bei Mitte 35+ muss man schon überlegen. Man hat hier genug Abwechslung in der Auslage (vor allem wenn man mit weniger als vier Spielern spielt) und das Holzmaterial ist von guter Qualität. Die Karten haben helle Ränder und nutzen sich nicht sehr stark ab. Da hat man lange was davon.
Apropos lange was davon haben. Das Spiel hat richtig viel Potential für Erweiterungen, die in die unterschiedlichsten Richtungen gehen könnten und trotzdem wahrscheinlich nicht sehr viel Material beeinhalten … dh. eher nur einen kleineren Geldbetrag kosten könnten. Reine Spekulation meinerseits aber wenn ich ich, sagen wir… 10 neue Personen einfügen würde, wären das nur 20 Karten aber das Spiel würde komplett anders sein.

Meine Meinung

Was gefällt mir an Valletta nicht: Die Aufbauzeit. Dabei ist sie mit unter 8 Minuten nicht Mal sooo hoch. Orléans braucht da noch ein Weilchen länger. Aber es fühlt sich lang an. Die Fässer auszulegen zieht sich. Ich bin mittlerweile soweit, dass ich die Plättchen das nächste Mal in einen Beutel gebe. Das spart ungefähr 1 min!
Ein weiterer Punkt ist die Optik der Karten. Einerseits finde ich jede Karte für sich ganz nett, da man hier Personen im Tagesablauf sieht und jedes Gebäude ist auch etwas anders aber irgendwie kommt für mich kein Stadtflair auf. Für meinen Geschmack hätten die aufgewerteten Gebäude größer und pompöser sein können.

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Der einzige Grund um nochmal in die Anleitung zu schauen.

Neutral finde ich, dass es dem Spiel nicht geschadet hätte, wenn noch ein kleines Kärtchen dabei gewesen wäre, wo steht von welcher Farbe wieviele Gebäude bei welcher Spielerzahl verwendet werden. Das würde den Blick in die Anleitung komplett sparen.

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Zurück zur Optik. Das die Holzhäuschen ein Dach haben, es in Valetta aber eigentlich Flachdächer gibt ist ein wenig störend aber fällt nicht großartig ins Gewicht.
Weiter geht es mit der Figur des Valette. In unseren Runde war es so, dass er vor allem bei weniger als vier Spielern nicht in die Nähe des Spielendes gekommen ist. Im Bild oben sieht man das Ende eine Dreispielerpartie. Er befindet sich noch recht weit vom Spielende entfernt und das nachdem alle nochmals das Deck durchlaufen haben. Das finde ich Schade. Nicht, dass ich jetzt am Boden zerstört bin … aber es ist Schade.
Der Autor selber hat zum Zweispielerspiel und für den Startspieler zwei kleine Varianten veröffentlicht (hier). Dafür gibts von mir gleich zwei Daumen nach oben. Eine davon passt die Fässer im Zweispielerspiel an … DAS ist sehr zu empfehlen. Ich hoffe, das es in zukünftigen Auflagen den Weg in die Anleitung findet.

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Was gefällt mir. Das Spiel hat schon seinen Charme. Zentral geschieht das durch  die Figur des Jean de la Valette. Sowohl historisch als auch im Spiel ist er eine wichtige Person. Er ist immerhin der Einzige der Personen entlassen und vom allgemeinen Bereich einstellen kann. Das gibt ihm mehr Gewicht. Ebenso wie die anderen realen, gelben Personen. Die haben zwar nicht die Tragweite des Namenspatrons aber es macht das Spiel eigenständiger als wenn da nur „Bischof“ stünde.

Hans im Glück hat sich diesmal bei den Personen mehr einfallen lassen. War es bei Auf den Spuren von Marco Polo so, dass dort historische Personen einfach so reingegeben wurden ohne irgendeinen Text dazu, so gibt es hier zu allen oben Genannten ein paar Zeilen. Dh. Wer sie waren und was sie gemacht haben. Sehr schön. Das gibt nochmal eine Prise „Realität“ in ein sonst eher abstraktes Strategiespiel.

Die Mechanik gefällt mir gut. Wo andere Aufbauspiele riesige Spielertableaus haben, bleibt hier das Hauptaugenmerk auf dem Spielfeld (ganz großes Plus). Durch den Deckbau Mechanismus schränkt man angenehm die Optionen ein und sorgt aber auch für einige taktische und strategische Herausforderungen. Nur 3 Karten kann ganz schön knackig sein. Da entschließt man sich doch nicht zu bauen, weil man auf den Lehrling warten und gleich zwei Gebäude hochziehen will und zack … war ein Mitspieler schneller oder auf einmal ist der Valette im anderen Teil und die Bonuspunkte sind futsch und wie man weiß: Kleinvieh macht auch Mist 🙂

Wie schon gesagt, der Fokus liegt immer auf dem Spielfeld. Welche Person will man? Wo will man ein Haus errichten? Wo ist der Valette? Welche Waren will man produzieren? Wie kann ich mich am besten ausbreiten oder wo muss ich den anderen zuvor kommen? Grade im 1. Zug sorgt das gerne Mal für längere Nachdenkpausen. Bis man die Auslage sondiert dauert es ein Weilchen aber sobald die 1. Häuschen auf dem Plan gelandet sind, läuft es eigentlich wie geschmiert. Erst in den letzten Zügen vor Spielende, wenn alle versuchen das Maximum rauszuholen, wird es wieder ein wenig langsamer.
Das man nochmal das ganze Deck durchläuft gefällt mir richtig gut. So kann ich auch mit einen größeren Deck nochmal punkten und das Feld von hinten aufrollen.

Trotz der weiter oben genannten Schwächen hat es mir Spaß gemacht. Mir gefällt besonders das Spiel zu dritt, weil es da oberhalb und unterhalb der Straße unterschiedlich viele Reihen gibt. Da überlegt man noch mehr, wo man seine Rohstoffe investiert.
Mal sehen wie es sich über das Jahr hinweg entwickelt. Valletta ist ja sehr bekannt für seine Befestigungen … Na Hans im Glück … da kann man doch noch ein paar Karten nachschießen, oder 😉

Gut-

Empfehlung

Wer nach einem zugänglichen Aufbauspiel sucht, dass über Karten gesteuert wird, sollte sich Valletta einmal ansehen.

Valletta ist aber kein Schwergewicht.

Vielen Dank an Hans im Glück für das Rezensionsexemplar!

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El Grande: Big Box

Heute rezensiere ich etwas Altes … für Spiele … nicht für Menschen. Aber wenn ein Spiel über 20 Jahre alt ist, kann man es getrost alt nennen. Warum schau ich es mir grade jetzt an? Vor kurzem kam es in meiner Top 10+10 vor und ich dachte: „Hey, wäre gut eine ganze Rezension dazu zu haben“.

(Hier stelle man sich die Eröffnungsmusik von 2001: Odyssee im Weltraum vor)

Eckdaten

Autor: Wolfgang Kramer, Richard Ulrich
Illustrationen: Doris Matthäus
Verlag: Hans im Glück (Verlagsseite)
Erscheinungsjahr: 1995 Erstauflage; 2015 Big Box
Spieleranzahl: 2 – 5
Dauer: 60 – 120 min
Schachtelgröße: 44cm x 32cm x 10cm
Preis: ca 50€

Spielmaterial

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In dieser Schachtel findet man viele Karten (echt viele Karten). Kleine Meeple (echt viele Meeple), Pappe und Holz. Der größte Unterschied für Kenner des alten El Grande dürften wohl die Meeple sein, die die Würfel ersetzen. Von den Farben hat sich auch etwas verändert. Ich denke, das dürfte eine Anpassung für Menschen mit Sehschwächen sein. Das Material ist von sehr guter Qualität.

Idealerweise gibt es auch eine Extra Anleitung die schön auflistet wo was in die Schachtel einsortiert gehört. Auf den Fächern sieht man nochmal die Symobole der Erweiterungen. Langes Suchen entfällt.

Grafische Gestaltung

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Die Illustrationen gefallen mir sehr gut. Das Spielbrett mit den Burgen in den Regionen – toll. Es erinnert an eine alte Landkarte. Die Symbole sind auch klar. Die Gesichter auf den alten Karten wurden durch Meeple ersetzt und die Provinznamen eingespanischt. Das sorgt für zusätzliches Flair (obwohl ein Spanier wohl schreiend aufspringen würde, wenn ich manche Provinznamen ausspreche)

Aufbau

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Spielfeldgröße: 60cm x 70 cm und ein wenig Platz wo die Spieler ihre Meeple und Karten platzieren können.
Aufbauzeit: ca 1:30 min

Thema

Worum geht es bei El Grande? Wir sind Adelige (=Granden) die sich im Spanien der Renaissance um die Vorherrschaft streiten. Dabei entsenden wir niedrige Adelige (=Caballeros) in die Provinzen oder besetzen Burgen (=Castillios) um den Einfluss unseres Granden zu stärken.

Besonderheiten

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Grün startet in Valencia. Dort hat er seinen Granden (großer Meeple) und 2 Caballeros (kleine Meeple). Er hat die Mehrheit an Caballeros und würde bei einer Wertung die Punkte ganz links bekommen. Zusätzlich erhält er 2 Extrapunkte weil der Grande in dieser Region steht.

Dreimal im Spiel wird gewertet, wer die Mehrheit an Caballeros in jeder Region hat.
Gesteuert wird das ganze über Handkarten (=Machtkarten). Jeder Spieler hat einen identischen Satz davon mit den Werten von 1 bis 13.

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Handkartenwerte gehen von 1 bis 13. Spielt man eine 1 aus ist man sicher letzter, bekommt aber 6 Caballeros als Nachschub. Bei einer 13 ist man garantiert Erster muss aber auf Nachschub verzichten.

Im Spiel liegen jede Runde 5 Aktionskarten mit unterschiedlichen Aktionen aus. Zu Beginn einer Runde spielen alle der Reihe nach eine Machtkarte aus. Sie muss sich aber im Wert von denen der anderen unterscheiden. Die Höhe der ausgespielten Karten bestimmt einerseits die Reihenfolge bei der Wahl der Aktionskarten (der mit der höchsten Karte beginnt), andererseits bestimmt sie auch wie viele neue Caballeros man aus dem Vorrat (=Provinz) an den eigenen Hof bringen kann. Je höher der Kartenwert desto niedriger die Anzahl der Caballeros die man bekommt.

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3 Beispiele für Aktionskarten der ersten 3 Stapel. Oben ist die Sonderaktion und darunter ist angegeben wieviele Caballeros man aufs Spielfeld setzen kann.

Jetzt dürfen sich die Spieler der Reihenfolge entsprechend eine der ausliegenden Aktionskarten wählen.Mit ihr bringt man die Caballeros vom Hof auf den Spielplan und hat noch eine Sonderaktion zur Verfügung.

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Aktionskarten von Stapel 4 und 5. Stapel 5 besteht nur aus einer Karte.

Die neuen Caballeros dürfen üblicherweise nur in die Nachabarregionen der Königsfigur gestellt, oder in das Castillo geworfen werden. Die Königsregion selbst ist tabu. Dh. in dieser Region darf nichts verändert werden.

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Regel Nr. 1: Die Königsregion ist immer tabu! Hier darf nichts verändert werden.

Der Spieler, der die niedrigste Machtkarte ausgespielt hat wird Startspieler in der nächsten Runde.

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Die Mehrheit im Castillo wird gewertet. Danach entsendet jeder Spieler seine Caballeros in die Provinz die er auf der Geheimscheibe eingestellt hat.

Wie wird gewertet? Ganz einfach. Man arbeitet die Punkte auf der Leiste ab. Zuerst stellen alle Spieler auf ihren Geheimscheiben eine Region ein – Das Geheimnis des Castillos wird gelüftet und hier die Mehrheit gewertet. Dann werden die Caballeros des Castillos in die auf den Geheimscheiben eingestellten Regionen entsandt und diese der Reihe nach abgearbeitet.

Nach der 3. Wertung ist das Spiel vorbei.

Einstieg & Wiedereinstieg

Regelumfang: Wenige Grundregeln
Einarbeitungszeit: Für die ersten Partien sollte man sich Zeit nehmen. Auf alle Fälle so lange kurze Partien spielen bis man merkt, dass es gut von der Hand geht!

Preis/Leistung

In dieser Box findet man alles was je zu El Grande rausgebracht wurde und eine kleine Jubiläumserweiterung. Ich habe das meiste noch nicht ernsthaft verwendet sondern nur angespielt – aber ich hab die Box auch erst ca 1 Jahr- Also noch genug Zeit, wenn ich es mit dem Alter von El Grande vergleiche.

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Jubiläumserweiterung: Ein Caballero wird zum Fahnenträger und entscheidet ein Unentschieden

Die Erweiterungen teilen sich in 3 große Bereiche und die Jubiläumserweiterung, die lediglich einen Caballero zum Standartenträger macht, wodurch er ein Unentschieden in einen Sieg verwandeln kann. Das macht frühe Intrigantenaktionen interessanter aber ansonsten bleibt alles gleich.

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König und Intrigant: Man baut sich seinen Kartensatz aus bis zu 39 Karten zusammen. Zahlenwerte und Aktionen sind kombiniert.

Ein Bereich ist König und Intrigant mit den unterschiedlichen Editionen. Hier wählt jeder Spieler aus bis zu 39 Karten seine 13 Machtkarten aus. Der Clou. Zahlenwerte und Aktion sind miteinander gekoppelt. Die Aktionskarten werden durch andere Karten ersetzt. Dadurch kann man vor dem Spiel seine eigene Strategie forcieren.

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Grandissimo: ein paar Beispiele für den 6. Stapel

Grandissimo erweitert das Grundspiel um zusätzliche Aktionsmöglichkeiten. 2 Weitere Aktionskartenstapel kommen dazu. Durch manche Karten kann man Caballeros ins Gefängnis werfen und nur der Spieler der die Königskarte nimmt kann sie begnadigen.

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Grandissimo: Der 7. Stapel besteht aus einer Karte

Hat man ein Schiff, so kann man eine Invasion der Küstenregionen planen. Portugal kommt als neue Region hinzu, Bündnisse zwischen Regionen werden geschmiedet und und und. Dh. Das Spiel bleibt grundlegend gleich aber durch weitere Stapel gibt es mehr Aktionsmöglichkeiten.

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Großinquisitor und Kolonien. Ein paar weitere Aktionskarten.

Die Erweiterung die das Grundspiel am meisten abändert ist Großinquistior und Kolonien. Neue Regionen, Ämter die Caballeros einnehmen können, Waren die transportiert werden wollen,…Es ist fast ein eigenes Spiel. Hab ich noch nicht ausprobiert. Wirkt so als wäre es echt nur für Kenner von El Grande.

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Großinquisitor und Konlonien: Man spielt auf der Rückseite mit 4 weiteren Regionen. Caballeros können Ämter bekleiden und man transportiert Waren.

Wenn man mich fragt. Echt viel Zeug wenn das Grundspiel gut ist. Aber ist es das?

Meine Meinung

Setzen wir zuerst eine böse Miene auf und fangen mit der Kritk an. Neutral finde ich das Spiel zu zweit. Wie bei 90% (Zahl erfunden) der Area Control Spiele ist das eher mau. Ganz ok aber kein Vergleich zum Spiel mit 3 oder mehr Spielern.
Zu 5. ohne Erweiterung hat der letzte Spieler keine Auswahl bei den Aktionen.Shit happens…Apropos shit happens. Es kann vorkommen ,dass ein Spieler mit dem Sieg davon läuft bzw. ein anderer zurück fällt. In den Partien die ich gespielt habe, hatte ich aber das Gefühl, dass es an den jeweiligen Spielern lag und nicht am Glück. Es ist aber auch kein Familienspiel sondern eher im Kennerbereich anzusiedeln. Da sollte man nicht erwarten, dass man am Ende nochmal alles aufholen kann.

Ich habe die negativen Punkte vergessen? Nein hab ich nicht – mir fallen einfach keine ein. Denn: Ich liebe es!

Wie soll ich das begründen? Es hat so ein einfaches Grundkonstrukt: Karte spielen – Aktion auswählen und fertig. Auf dem Spielbrett ist jederzeit ersichtlich wer wo die Mehrheit und wieviele Caballeros hat und welche Aktionskarten verfügbar sind. So simpel, dass es fast schon banal erscheint, wären da nicht die Konsequenzen aus den einzelnen Aktionen.

Es beginnt beim Ausspielen der Machtkarten. Welche Aktion möchte man machen? Wieviele Caballeros will man aufs Spielbrett bringen? Was möchten wahrscheinlich die anderen machen? Welche Karten wurden schon gespielt? aaaah … Man schaut auf seine Karten … zu den Aktionskarten … auf das Spielbrett… man hat eine Idee. Doch man wird vom Blick eines Mitspielers durchbohrt und der Blick sagt: Ich weiß was du vorhast. Oh Mist! Was tun? Doch höher spielen oder doch was anderes versuchen?

Was noch genial ist, ist der/die/das Castillo. Ist man sich wirklich sicher die Mehrheit dort zu haben? Hat man sich vielleicht doch verzählt? Die Selbstzweifel beginnen zu nagen. Wieviele Caballeros könnten die anderen nach der Wertung in welche Region entsenden?
Da man meistens mehrere Baustellen hat wo die Platzierung nicht sicher ist, überlegt man wo man seine Ressourcen hineinbuttert. Fragen über Fragen auf die man nicht immer eine korrekte Antwort findet…

Im kurzen Spiel hat man es wesentlich leichter alles im Auge zu behalten und auch das Handkartenmanagement ist da nicht so wichtig. Der Glücksfaktor ist hier auch höher, weil nur 6 der 11 Aktionskarten jedes Stapels ins Spiel kommen. Ideal also um das Spiel erstmal kennen zu lernen. Ich würde niemandem empfehlen gleich eine 9 Runden Partie zu spielen. Das Spiel kann doch etwas dauern. So ca 1 – 2h sollte man einplanen.

Da wäre noch ein Kunststück das El Grande schafft. Die Verwendung von Sprache. Ich kenne kein Spiel, in dem sich die Mitspieler ein eigenes Vokabular zulegen. Hier tut man das. Grande, Caballero, Castillo, Provinz, Hof, Region. Dazu noch der riesige Köngismarker (hier wird die Wichtigkeit des Königs sehr „dezent“ betont) und das Pappcastillo. Das alles gibt dem Spiel eine richtig starke Identität.

Abschließend folgendes: Viele Kennerspiele dieses Jahrtausends bieten mehr strategische Tiefe bei ähnlicher oder geringerer Spieldauer und trotzdem würde ich meistens El Grande den Vorzug geben.

Warum? 1. Es ist sehr schnell aufgebaut. 2. Ich spiele immer mit allen Spielern am Tisch. Meine Züge haben Auswirkungen auf die anderen ZU JEDER ZEIT. Dabei empfinde ich die Interaktion aber niemals als frustrierend. Ärgern kann ich mich schon manchmal – aber frustrierend … nein. Wenn Meeple umgesetzt werden, sind sie immer noch auf dem Spielfeld was es nicht so destruktiv macht. Man muss eben den Plan an die neue Situation anpassen. Der „Umsetzer“ darf selbst nur 1 Meeple einsetzen – alles hat seinen Preis. Manchmal kann es passieren, dass Meeple vom Feld entfernt werden müssen. Das trifft dann aber auch die anderen Mitspieler und es kommt zu einer geheimen Abstimmung … was werden wohl die anderen wählen? Ihr seht vielleicht worauf ich hinaus will.

ich denke, plane, bange, ärgere und freue mich, beobachte, beglückwünsche gute Züge, bin mal fair und manchmal fies, erleichtert, steiger mich in meinen Zug hinein, steiger mich in den Zug der anderen hinein usw.

El Grande ist ein Spiel, dass mein Herz und mein Hirn anspricht. Ich glaube, dass genau das seinen Reiz ausmacht. Ich bin voll in das Spiel involviert. Dann wären da noch die ganzen Erweiterungen … zu diesem Preis. Die El Grande Big Box ist ein richtiger (alter) Klassenprimus der aber nicht nur viele Bücher im Regal stehen hat, sondern sich auch ordentlich gegen Schläger zur Wehr setzen kann. Viele neue Kids haben coolere Spielzeuge und ordentlich viel Bling Bling. Man hängt eine Weile mit denen ab aber dann erkennt man, dass die sich nur mit einem angefreundet haben, um mal neben El Grande im Regal zu liegen.

Genug der Lobeshymnen. Sehr Gut … Mit Sternchen. Für mich eines der besten Spiele die es gibt.

Empfehlung

Ihr sucht ein interaktives Strategie/Taktikspiel? Ein Spiel in dem man Gebiete kontrolliert aber ohne Kämpfe? El Grande sollte nicht fehlen. In dem Bereich ist es, meiner Meinung nach, noch immer die Genrereferenz und ein Meilenstein des ganzen Hobbies.

Wer lieber Spiele mag, in denen man nur punktuell mit den anderen interagiert und auf das Durchkreuzen der eigenen Pläne eher ungehalten reagiert, wird keine Freude mit dem Spiel (bzw. dem ganzen Genre) haben.

Rezensionsupdate (09/2017): Wertungstechnisch kann ich gar nicht weiter rauf, deswegen gibts nur ein paar Anmerkungen. Endlich hab ich zumindest 2 der 3 Erweiterungen so oft gespielt um mir ein Bild zu machen. Ich finde die König und Intrigant Version richtig spannend und vielseitig. Es ist wie eine Art einfaches Magic in einem klassischen Strategiespiel. Von den 39 Karten suchst du dir 13 aus und gut is. Hier gibt es so viele Möglichkeiten. Jede Karte hat einen Standardwert der die Anzahl der Caballeros angibt die an den Hof kommen und dazu die Zusatzaktion.
Diese Variante finde ich besonders gut wenn man häufig mit wenigen Spielern spielt… So 2-3 finde ich ideal dafür. Da dauert der Deckbau nicht so lange und man kann versuchen seine Gegenüber besser einzuschätzen. Werden Sie versuchen schnell viele Caballeros auf das Brett zu bringen? Wie kann ich das Abstrafen? Bin ich der einzige der Wertungstafeln ins Spiel bringen kann? Werden sie viele Sonderwertungen verwenden oder mehr Unfug machen? Brauch ich ein Veto? Setz ich den Joker ein um meine Karte erst am Ende auszusuchen? Das braucht aber einen kostbaren Kartenslot. Es sind schon ähnliche Gedankengänge wie bei Magic&Co ohne das ganze ungute Beiwerk. Gefällt mir echt gut.
Die Grandissimo Erweiterung hab ich auch ein paar Mal gespielt und hier ist es fast umgekehrt. Die find ich mit 4-5 Spielern am besten. Zwei weitere Kartenstapel und ein paar zusätzliche Mechanismen wie die Hafenregionen, Portugal, Schiffe und das Gefängnis. Es geht mit den Optionen in die Breite. Spielt man in einer größeren Runde haben auch die Spieler weiter hinten in der Reihenfolge eine größereAuswahl. Auch unterhaltsam. Natürlich weniger strategisch als die andere Erweiterung aber dafür sehr unterhaltsam, wenn man bettelt und seine Caballeros aus dem Gefängnis haben will 🙂

 

Erweiterung: Stone Age – Mit Stil zum Ziel

Heute sehen wir uns kurz stilvolle Steinzeithipster an. Zurück in die Steinzeit!

Eckdaten

Hier hat sich nicht viel verändert (siehe Rezension Stone Age)
Spieleranzahl: bis zu 5 Spieler
Jahr: 2011

Ausstattung

Material für den 5. Spieler
Material für den 5. Spieler

In der Schachtel sind einige Plättchen, Karten, Schmuck, ein Satz schwarzer Meeple, Marker in den anderen Farben, ein Spielertableau, 100/200 Marker und einen Spielplanteil beigelegt.

Der Schmuck

Die neuen Karten.
Die neuen Karten.

Schmuck ist eine neue Zutat. Dh. keine Ressource oder Nahrung. Hauptsächlich bekommt man Schmuck beim jagen, genau wie Nahrung. Man hat die Wahl, ob man für 2 Würfelaugen eine Nahrung oder einen Schmuck nimmt. Was kann man mit Schmuck machen? Manche der neuen Gebäude verlangen Schmuck als Bauzutat. Hier wird er genauso wie die anderen Ressourcen verwendet. Weiters gibt es jetzt ein 5. Feld für die Karten. Um Karten von diesem Feld zu kaufen braucht man drei Schmuck und kann für weitere drei Schmuck eine verdeckte Karte vom Kartenstapel ziehen. Die letzte Möglichkeit Schmuck einzusetzen ist zum Tauschen.

Die Händler

Der neue Ort im Dorf sind die Händler. Hier müssen ähnlich wie bei der Hütte zwei Meeple eingesetzt werden. Wenn man die Aktion ausführt bewegt man den Marker auf der Händlerleiste zwei Felder weiter und bekommt sofort zwei Schmuck. Der Platz auf der Händlerleiste gibt an in welchem Verhältnis getauscht werden kann. Einmal pro Zug, darf man beim Kauf eines Gebäudes bzw. einer Karte Zutaten im Verhältnis von 2:1, 1:1 oder 1:2 tauschen.Darf man z.B. 1:1 tauschen kann man beim Gebäudebau einen Schmuck gegen ein Gold eintauschen.

Die neuen Gebäude

Die neuen Gebäude
Die neuen Gebäude

Gebäude haben ab jetzt ein paar interessante Effekte. Z.b. hat man die Möglichkeit an seine eigene unblockierbare Goldmine zu gelangen auf der man schon für 5 Augen ein Gold bekommt.

Die Spielbox Gebäude

Weitere Gebäude
Weitere Gebäude

Diese sechs Gebäude können unabhängig von der restlichen Erweiterung verwendet werden. Sie sind auch so mit dem Grundspiel kombinierbar. Enthalten sind ein paar Hütten die ganz automatisch jede Runde 1 Holz, Lehm oder Stein produzieren und Hütten wo man jeweils 1 Stammesmitgied, Werkzeug oder 1 Grundversorgung bekommt.

Einstieg und Wiedereinstieg

Die Anleitung hat kleinere Macken. Der Hinweis, dass man nur einmal in einem Zug tauschen kann, hätte meiner Meinung nach an den Rand zu den anderen wichtigen Infos gehört. Bei der Erklärung der Kartensymbole steht bei der neuen Würfelleiste sinngemäß „1 Fortschritt auf der Händlerleiste“. Bei der Erklärung der Karte die nur das gleiche Handelsleistensymbol trägt steht „1 Fortschritt + 2 Schmuck“. Weiter vorne in der Anleitung steht, dass man immer 2 Schmuck bekommt, wenn man sich 1 oder 2 Felder auf der Leiste nach vorne bewegt. Diese Beschreibung ist nicht eindeutig. Vom Sinn her schon aber nicht vom Wortlaut. Hat man Perfektionisten am Tisch *hust* kann schon ein Satz wie „Ich dachte ich bekomme mit der Karte 1 Fortschritt und 4 Schmuck“ kommen.
Neutral sehe ich die fehlende Änderung der Endwertung. Bei einem Untenschieden werden die Punkte auf der Händlerleiste nicht dazuaddiert. Die Frage ist, ob das vergessen wurde oder beabsichtigt ist.

Meine Meinung

Wow. Auf dieser Erweiterung steht ganz groß geschrieben: WIR MACHEN GEBÄUDE INTERESSANTER!
Sind im Grundspiel Gebäude nur Lieferanten für sofortige Punkte und evtl. Punkte bei Spielende wenn man ein paar Hüttenbauer hat, so haben sie nun teilweise auch richtig interessante Effekte bzw. permanente Boni. Wenn man früh im Spiel ein Gebäude errichtet, das jede Runde einen Stein produziert ist das nicht zu verachten.
Die Anzahl der Hüttenbauer erhöht sich auch spürbar. Sind im Grundspiel 9 Hüttenbauer dabei, findet man hier nun 14.
Auf anderen Seiten haben sich manche darüber beklagt, dass es im Spiel weniger zu Blockaden kommt. Ja natürlich! Ein Spieler der massiv auf die Händler setzt, wird nicht anfangen Steine und Gold einsammeln. Wozu auch? 2 Meeple sind eine sehr große Investition die an anderen Stellen fehlen. So gleicht sich das ganze wieder aus.

Die Möglichkeit bei der Jagd an Schmuck zu kommen ist sehr schön. Konnte es im Grundspiel passieren, dass man zuviel Nahrung erwürfelt hatte, die man gar nicht brauchte, kann man nun den Überschuss in Schmuck umwandeln. Und selbst wenn man keinen Handel treibt, kann man auf dem 5. Kartenfeld zuschlagen. Für 6 Schmuck bekommt man die Karte und die nächste verdeckte vom Nachziehstapel. Die zählt aber nur für die Endwertung. Zwei Karten zu bekommen ist mächtig aber man weiß natürlich nicht, was da für eine Karte kommt. Sie schadet zwar nicht aber man kann sich fragen ob sie wirklich 3 Schmuck wert war.

Der nicht-perfekt-passende Spielplan
Der nicht-perfekt-passende Spielplan

Was mir an der Erweiterung nicht gefällt, betrifft vor allem die Spielregel (siehe oben) und den Spielplan. Er ist nämlich ein winziges Stückchen zu klein, um perfekt auf den Plan zu passen. Egal wo man versucht anzulegen, etwas überlappt immer. Ebenso unästhetisch ist es, dass der neue Plan auf der Vorderseite anstatt der Rückseite zusammengefaltet wird. So hat man einen kleinen hässlichen weißen Streifen mitten auf dem Spielpan. Spielerisch stört das ganze zwar nicht, aber … es ist einfach nicht hübsch. Aber vielleicht sieht das ja bei einer neueren Auflage anders aus.

Empfehlung

Für wen ist „Mit Stil zum Ziel“ etwas? Alle die Stone Age mögen aber es sich ein bisschen komplexer wünschen, können getrost zugreifen.