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Majesty

Splendor war doch schon sowas wie ein Hit. Barony eher weniger. Es ist nicht Mal auf deutsch erschienen. Jetzt folgt Majesty wo der Autor wieder einen Schritt zurückgeht. Karten, Pokerchips und wir bauen ein kleines Maschinchen. Braucht man das denn überhaupt?

Eckdaten

Autor: Marc André
Illustrationen: Anne Heidsieck
Verlag: Hans im Glück im Verbrieb von Schmidt Spiele (Verlagsseite)
Erscheinungsjahr: 2017
Spieleranzahl: 2 – 4
Dauer: 15 – 30min
Schachtelgröße: 27,4cm x 18,9cm x 6,6cm
Preis: knapp über 30€

Ausstattung

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Karten, Plastikchips und Meeple von ansprechender Qualität. Es ist auch noch Platz in der Schachtel.

Grafische Gestaltung

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3 verschiedene Wächter.

Thematisch ist Mittelalter zwar nichts neues aber die Gestaltung ist gut gelungen. Auf den einzelnen Personenkarten findet man auch Variationen.

Aufbau

Spielfeldgröße: ~50cm x 20cm pro Spieler + ein wenig Platz für die Auslage
Aufbauzeit: ca 1-2min

Thema

Wir stellen Personen ein, die auf unseren Ländereien arbeiten.

Besonderheiten

Jeder Spieler hat 8 Karten vor sich liegen, die die eigenen Ländereien darstellen.

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Unsere ersten 4 Gebäude. Effekte werden von oben nach unten abgearbeitet. Unten rechts sieht man wie viel einem die Mehrheit in diesem Gebäude bei Spielende bringt.

In der linken unteren Ecke ist die Reihenfolge und die Kartenseite aufgedruckt. Auf der Rückseite findet man nämlich eine weitere Variante mit etwas anderen Effekten. Wir konzentrieren uns aber auf die Seite A.

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Personenkarten die durch Ritterangriffe (Kasterne) verletzt werden, landen im Lazarett. Liegen sie dort bei Spielende so bekommt man Abzüge.

Zusätzlich erhält jeder Spieler noch ein Kärtchen auf dem man die Meeple ablegen kann. 5 darf man darauf bunkern.

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Die Karte des Startspielers ist anders gestaltet.

6 Karten werden in der Mitte ausgelegt. Wenn man am Zug ist, nimmt man eine Karte, legt sie unter das entsprechende Gebäude.

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Nimmt man die Karte ganz links, so ist sie gratis. Will ich z.B. die Prinzessin (violett) haben, so muss ich auf die beiden Wächter jeweils 1 Meeple legen.

aus und füllt die Auslage wieder auf, indem man die Lücke nach links schließt.

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Die Wächter sind unsere einzige Karte in der Auslage also bekommen wir 2 Geldstücke.

Das löst die Effekte der Karte aus. Meistens bekommt man einen bestimmten Geldbetrag

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Eine besondere Aktion wird durch einen Ritter ausgelöst. Man greift alle anderen Mitspieler an. Jeder Mitspieler der weniger Wächter hat als man selbst Ritter muss die erste Karte ganz links mit der Rückseite auf das Lazarett legen. Dafür bekommt man bei Spielende Minuspunkte.

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Kurz vor Spielende

Holt man sich eine Hexe, darf man die oberste Karte im Lazarett wieder zurücklegen (ohne den Effekt nochmal auszulösen).

Kann man keine Karte aus dem Stapel mehr aufdecken endet das Spiel.  Jetzt bekommt man noch Punkte für verschiedenen Personen und Mehrheiten in den einzelnen Personengruppen. Ja … das wars auch schon. Karte nehmen. Effekt ausführen und fertig.

Einstieg & Wiedereinstieg

Regelumfang: Ein paar Seiten
Einarbeitungszeit: Man hat das Spiel recht schnell verstanden.

Preis/Leistung

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Majesty kostet so um die 30€. Also auch so ähnlich wie das was Splendor zu Beginn gekostet hat. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich mit dem Kauf gehadert hab: 30€ für ein paar Karten und ein paar Pokerchips … Das is wahrscheinlich eh nur ein Gimmick … naja …
Bereut hab ich es nicht und ich werde auch den Kauf von Majesty nicht bereuen.

Meine Meinung

Ich werde hier mal vom üblichen Prozedere abweichen und offensichtliche Dinge ansprechen. Viele haben und werden das Spiel mit dem anderen doch recht bekannten Werk das Autors … Splendor … vergleichen. Also werde ich das auch gleich machen, damit wir das aus der Welt geschafft hätten.

Ja es gibt Parallelen. Die Verwendung von Chips wie man sie sonst bei pokerähnlichen Spielen hat. Die zweite Parallele ist, dass man auch hier versucht ein Maschinchen zum Laufen zu bringen, dass einem immer mehr Punkte/Geld verschafft. Die letzte Parallele findet man dort wo wir gleich fließend in den solala Kritibereich von Majesty übergehen. Thema ist nicht besonders viel da und mittelalterlicher Städtebau ist doch ein wenig ausgelutscht, genauso wie Händler in der Renaissance.

Punkt Nr. 2. Bei der Spielregel ist ein schöner Patzer unterlaufen. Beim Spielaufbau wird erwähnt, dass man vom grünen Stapel nur die ersten 6 Karten verwenden soll. Das ist ganz nett aber dann geht sich das mit der Spielende Bedingung nicht aus. 27 rote Karten + 6 grüne Karten = 33 Karten … 2*12 Karten + 5 in der Auslage = 29. Kein Drama. Man nimmt halt nur 2 grüne aber in unserer ersten Partie sind wir da erst sehr spät drauf gekommen.

Ein Grafikfehler hat sich auch eingeschlichen. Auf der Schloss B Seite fehlt ein Pluszeichen. Ich hätte es auch gut gefunden, wenn ersichtlich wäre, dass man die Bonusaktion fünf Mal durchführen kann.

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Je nach Spieleranzahl entfernt man eine gewisse Anzahl von Karten vom grünen Stapel…

Das wär auch schon die ganze Kritik. Arbeiten wir die Pluspunkte ab.

Fangen wir mit dem offensichtlichen an. Die Chips sind sehr schön und fühlen sich gut an. Thematisch passen sie als Geldmünzen auch besser als die Edelsteine in Splendor. Ich habe manch einen meckern gehört, der gemeint hat: Wo sind die 5er und 20er Münzen 🙂
Das wurde clever gewählt auf diese zu verzichten. So beschäftigt man sich während des Spiels gerne mit den Münzen (was sich gut anfühlt) Man macht seinen Zug. Die anderen sind an der Reihe. Oh ich wechsel Mal die 2er gegen 10er….Schön diese Stapel hin und her zu schieben) Hmm … wo ist die Prinzessin in der Auslage hin? …was ich bin schon dran?

Die Zeit zwischen den eigenen Zügen vergeht so noch schneller in einem ohnehin schon schnellen Spiel. Wir sprechen hier von ca 15min für 2 Spieler und ungefähr eine halbe Stunde bei 4 Spielern.

Die Tatsache, dass jeder Spieler genau 12 Mal an die Reihe kommt, gibt jeder Aktion aber ein enormes Gewicht. Vor allem in den ersten Partien beginnt man erst mal gechillt bis man drauf kommt: Oh Mist die Hälfte des Spiels ist schon um! Irgendwie hätt ich doch genauer aufpassen sollen.

Die Auslage wurde mit 6 Karten auch gut gewählt. So hat man einen schönen Spielraum und kann ein wenig vorausplanen.  Zu zweit ein wenig weiter aber im Großen und Ganzen bleibt es relativ taktisch. Zu viert habe ich schon ein paar Mal gesehen, wie einer alle 5 Meeple für die neueste Karte verbraten hat, um sich eine Mehrheit zu sichern oder einen verheerenden Angriff auf die anderen zu starten.

Ich finde vor allem die B Seite der Karten spannend. A ist in Ordnung. Da gibt es nichts zu beanstanden aber bei B wird das ganze noch viel besser. Kaserne und Wachturmmehrheiten bringen da nur wenige Punkte und von dort ausgehend bekommt man nach außen mehr Punkte. So bringt die Mühle hier, nach dem Schloss, die zweitmeisten Punkte. Für Personen im Lazarett bekommt man sogar 2 Minuspunkte und wer die meisten Verwundeten hat bekommt nochmal 10 Minuspunkte auf die Mütze. Auch andere Wechselwirkungen sind kniffliger als auf der A Seite.

Apropos … Die Interaktion im Spiel ist auch gut. Ja es gibt die Angriffe. Machmal kann des echt reinhauen aber wenn ein Spieler viele Ritter hat fehlen die Ressourcen eben
an anderer Stelle. Interessanter finde ich Karten wie z.B. die Taverne auf der A Seite. Pro Wirt bekommt man 4 Geld. Ok … Jeder Spieler der min. einen Brauer hat bekommt danach 3 Geld. Dh. wenn man selber keinen Brauer hat und ein anderer Spieler eben einen solchen besitzt bringt einem der erste Wirt nicht besonders viel. 1 Münze Unterschied. Natürlich bringt der Mehrheitenmechanismus nochmal zusätzlich Interaktion rein.

Man kann es flott aus dem Bauch heraus spielen und hat einen schönes Spiel für zwischendurch. Aber irgendwie tut es auch das, was auch schon Splendor geschafft hat. Es scheint mehr dahinter zu sein. Obwohl man in den eigenen Zügen nur die Wahl zwischen 6 Karten (realistischwerweise eher 1-4 Karten) hat, sind die Wechselwirkungen spannend und erlauben auch clevere Züge. Das hätte ich mir zu Beginn so nicht erwartet. Überlegung bei 2 Spielern A Seite: Mein Vater beginnt und nimmt sich die Müllerin ganz außen. Ich bin dran. Jetzt liegt da ein Brauer. Nehme ich gratis den Brauer. Der bringt mir 2 Geld aber ihm auch weil er schon eine Müllerin hat. Dh. netto bekomme ich einen Meeple. Weiter drüben liegt ein Ritter. Dh. ich könnte danach alle Meeple ausgeben und mit einem Ritter seine Müllerin ins Lazarett zu schicken und schon Mal anfangen eine Streitmacht aufzubauen oder hol ich mir gleich die Prinzessin für einen großen Punkteschub und starte mit einer Mehrheit im lukrativen Schloss. Wenn ich sie mir nicht hole, holt er sie sich wahrscheinlich im nächsten Zug…aaaah.

Was will ich damit sagen? Ja man kann es locker spielen aber bis jetzt hatte ich immer das Gefühl, dass der besser Spieler gewonnen hat.

Eleganz wird heute manchmal im Brettspielbereich überstrapaziert aber auf Majesty kann man es wieder anwenden.
Kein Fitzelchen im Spiel ist unnötig oder „zuviel“. Sogar die Meepleablage dient zum bestimmen des Startspielers.

Ich finde es ist kein Spiel, dass man stundenlang jeden Abend spielen kann. Dafür wären die Partien auf Dauer zu ähnlich aber bis jetzt war es noch jedes Mal so, dass es nicht bei einer Partie geblieben ist. Meist schiebe ich es am Ende eines Spieleabends ein, wenn nicht mehr Zeit für was Großes ist. Man spielt es einmal … Jemand blickt auf die Uhr … man merkt wie kurz überlegt wird …  ok … einmal geht sich noch aus.

Für ein Sehr Gut ist es noch zu jung in meiner Sammlung aber ein Gut+ ist auf alle Fälle drinne.

Empfehlung

Wollt ihr ein schnell gespieltes taktisches Spiel, dass einem trotzdem immer wieder wichtige Entscheidungen abverlangt und tolles Material hat? Dann seid ihr hier richtig. Das es nicht unbedingt mit dichtem Thema aufwartet und auch ein kleines destruktives Element dabei ist, sollte einen aber nicht stören.

Was macht man, wenn man Splendor schon besitzt? Ich finde, dass das kein Grund ist um Majesty nicht zu haben, weil sie im Kern recht verschieden sind. Bei Splendor plant man langfristiger. Majesty ist hingegen taktischer, hat weniger Aufbauspielfeeling und mehr Interaktion.

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Citadels

Die Köpfe hinter den Neuauflagen von Spielen wie Samurai, Euphrat und Tigris und Ra haben sich nun Ohne Furcht und Adel (engl. Titel Citadels) vorgeknöpft. Aus dem doch eher dunkel und düster ausschauenden Setting haben sie eine bunte kleine Welt geschaffen. Aber taugt das Spiel auch heute noch was?

Eckdaten

Autor: Bruno Faidutti
Illustrationen: diverse
Verlag: Hans im Glück (Verlagsseite)
Erscheinungsjahr: 2017; Erstauflage 2000
Spieleranzahl: 2 – 8
Dauer: ~30-60min
Schachtelgröße: 25,4cm x 25,4cm x 5,1cm
Preis: ~25€

Ausstattung

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Karten, Marker und Plastikteile. Alles von sehr guter Qualität.

Grafische Gestaltung

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Wirklich hervorragend. Mir gefallen alle Illustrationen. Obs jetzt die Vorderseiten oder die Rückseiten sind.

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Aufbau

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Spielfeldgröße: nicht der Rede wert
Aufbauzeit: hängt davon ab ob man die einzigartigen Gebäude und die Charakterkarten schon ausgesucht hat. Dann braucht man nur mischen.

 

Besonderheiten

Ziel des Spiels ist es 7 bzw. 8 Gebäude zu errichten. Dann wird das Spielende eingeläutet. In jeder Partie stehen 8 Charaktere mit unterschiedlichen Zahlenwerten zur Verfügung

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Die 8 Personen des Standardsets

Wie läuft jetzt eine Runde ab?

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4 Personen Spiel. 1 Karte liegt verdeckt in der Mitte und 2 offen. Von den restlichen 5 such ich mir eine aus.

Eine Runde besteht aus 2 Phasen. In Phase 1 werden fast alle Charakterkarten an die erste Person weitergegeben. Die nimmt eine. Dann gibt man die wieder weiter … usw. Solange bis jeder 1 Karte hat.

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Eine der 8 Spielerkarten (mit dem Rücken). Da findet man alle wichtigen Infos.

Jetzt werden die Spieler nach der Zahl in aufsteigender Reihenfolge aufgerufen. Ist man an der Reihe nimmt man sich Einkommen in Form von Gold oder neuen Karten und/oder man baut ein Gebäude indem man die Goldkosten bezahlt und/oder man setzt die Fähigkeit des gewählten Charakters ein.

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Ich hab bereits 5 Gebäude

Die Charakterauswahl kann man variieren. Hier findet man den kompletten Satz des ursprünglichen Ohne Furcht und Adel und zusätzlich auch jenen der Erweiterung Die dunklen Lande. Ein dritter, neuer Satz von Personenkarten, Die dunklen Gestalten ist auch dabei. Die Aktionskarten gibt es auch als Variante und bei den einzigartigen Gebäuden gibt es auch Abwechlsung da man immer nur 14 der 36 Karten verwendet.

Einstieg & Wiedereinstieg

Regelumfang: Recht gering. Die Anleitung erklärt die Schritte genau.
Einarbeitungszeit: Nicht der Rede wert.

Preis/Leistung

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Goldmünzen und Krone

Das Spiel ist für ungefähr 25€ zu haben. Damit ist es ungefähr doppelt so teuer wie das Original Ohne Furcht und Adel, hat aber im Gegenzug auch wesentlich mehr Inhalt und wurde vom Material und der Gestaltung her, sehr aufgewertet.

Meine Meinung

Zuerst wie immer das Negative. Hier fällt mir nur die Schachtel ein. Sie ist zwar nicht sooo riesig aber immer noch weniger transportabel als der Vorgänger.

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Ein paar sehr gute, alte Bekannte.

Neutrales? Jaaaa … Manche Charakterkarten sind ein weeenig destruktiv. Es ist eben ein Faidutti Spiel 🙂 Das hat ein paar Mitspielern schon in meinen Runden Ohne Furcht und Adel nicht gefallen. Hier gibts jetzt aber eine einfache Lösung. Die Karten einfach austauschen. Simpel.

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Kommen wir zu den positiven Punkten. Das Spiel sieht im Vergleich zum Vorgänger gewaltig besser aus. In allen Bereichen. Wow. Viel heller und freundlicher und auch familientauglich. Das passt einfach zum Spiel weil es im Prinzip sehr einfache Abläufe hat.

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Der nächste offensichtliche Punkt. Es ist viel abwechlsungsreicher als der Vorgänger. Man kann sich so seine eigenen Sets zusammenschustern und das nehmen was einem am gefällt. In der Anleitung findet man auch Vorschläge für Sets mit einer Beschreibung, was der Fokus ist. Zwei Daumen hoch dafür.

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Ein nicht ganz so offensichtlicher Punkt. Die Spieldauer. Hier haben sie die Regeln tatsächlich verändert (zumindest ist es mir hier aufgefallen). Früher musste man 8 Gebäude errichten und grade die Nr. 8 war manchmal recht … schwierig. 7 reduziert die Dauer des Spieles angenehm.

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Nun lassen wir die Vergleiche und kommen zu dem was das Spiel auszeichnet. Die Charakterauswahl ist einfach, interaktiv und hat doch so seine Kniffe. Wer könnte was genommen haben? Kann man aus der Auslage der Spieler darauf schließen? Das Spiel hat zwar auch Ärgerelemente aber ich persönlich finde die richtig gut umgesetzt. z.B. Der Dieb. Sein Bonus ist, dass man einen Charakter bestehlen kann.  Der Clou dabei. Man bekommt das Gold nicht sofort, sondern erst wenn dieser Charakter aufgerufen wird und an der Reihe wäre. Bis dahin sollte niemand das kommentieren oder darauf reagieren….was nicht immer leicht ist.
Jetzt sitzt man dann da als Dieb und überlegt: Ok. Wenn ich, wie geplant, Markus beklaue, kann ich mir nächste Runde mit der Baumeisterin 3 Gebäude leisten. Aber was ist, wenn Markus einen anderen Charakter hat? Naja sinnvoll wäre die Händlerin, immerhin hat er 3 Handelsgebäude. Ja in Ordnung … Risiko. Neeein. Den Charakter hat Philipp gewählt und der hat kein Gold … oh mist.
Entgegen meiner anfänglichen Annahme finde ich das Zwei- und Dreipersonen Spiel auch recht gelungen. Man spielt mit 2 Charakteren.

Wie sieht mein Fazit aus?  SO SOLLTE EINE NEUAUFLAGE AUSSEHEN!
Material: besser, Grafische Gestaltung: besser, Inhalt: wesentlich mehr.

Gut+

Empfehlung

Hier haben wir ein einsteigerfreundliches Aufbauspiel. Wer Kartenspiele mit Ärgerelementen wie z.B. UNO mag findet hier etwas mit mehr Anspruch aber auch mit mehr Spaß!

Wer etwas dagegen hat, wenn einem die Mitspieler in die Suppe spucken können, sollte einen Bogen um das Spiel machen.

 

Manhattan

Es gibt ja Menschen die behaupten: „Früher war alles besser“. Gut, dass es von Brettspielen Neuauflagen gibt. Heute schau ich mir ein Spiel an, dass über 20 Jahre alt ist. Auf geht’s nach Manhattan und Honkong und Buenos Aires … glaub ich halt 🙂

Eckdaten

Autor: Andreas Seafarth
Illustrationen: Jacqui Davis
Verlag: Hans im Glück im Vertrieb von Schmidt Spiele (Verlagsseite)
Erscheinungsjahr: Neuauflage 2017. Erstauflage 1994
Spieleranzahl: 2 – 4
Dauer: <45min
Schachtelgröße: 27cm x 27cm x 6cm
Preis: 35 – 40€

Ausstattung

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Ein Spielplan, ca 100 Plastikteile und ca 50Karten. Alles von sehr guter Qualität.

Grafische Gestaltung

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Gefällt mir eigentlich ganz gut.

Aufbau

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Spielfeldgröße: 70cm x 70cm
Aufbauzeit: ca 2min

Thema

Wir errichten in mehreren Städten der Welt Wolkenkratzer und versuchen da am besten abzuschneiden.

Besonderheiten

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Der Spielplan ist in mehrere Städte zu je 9 Bauplätzen aufgeteilt. Hier errichten wir unsere Wolkenkratzer. Dafür benötigt man Bausteine. Die gibt es in der Größe von 1 – 4 Stockwerken.

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Mit dieser Karte kann ich auf einem Blauplatz links oben bauen.

Zusätzlich gibt es noch Baukarten. Diese zeigen wo man bauen kann. Die Spieler sollten an jeder Seite des Spielbretts sitzen, weil die Baukarte immer so vor einen ausgespielt wird, dass man die Illustration „richtig“ sehen kann.

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Wenn die anderen dieselbe Karte spielen, sind es aus meiner Sicht andere Bauplätze.

Gespielt wird über mehrere Runden. Man hat seine 4 Baukarten auf der Hand und wählt nun die Bausteine (6 bzw. 4) aus die man in dieser Runde verwendet.

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Meine Teile für diese Runde.

Danach baut, beginnend mit Startspieler, jeder Spieler ein Bauteil bis alles verbaut wurde.

Wie wird nun ein Bauteil gebaut? Dazu spielt man 1 Baukarte vor sich aus und zwar hochkantig. Diese gibt einen Bauplatz vor. Die Stadt wählt man selber aus. Man kann auf einem freien Platz und einem Platz wo ein eigenes Stockwerk steht ohne Probleme bauen.

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Rot platziert 1 Stockwerk auf dem Gebäude von blau. Beide kontrollieren ein Stockwerk aber rot ist am weitesten oben dh. rot kontrolliert das Gebäude.

Man kann aber auch Bauteile auf Bauteile anderer Spieler platzieren. Dazu muss man danach mindestens genau so viele Stockwerke des Gebäudes besitzen als der Spieler der zuvor ganz oben war.
Der Spieler der das oberste Stockwerk eines Wolkenkratzers besitzt ist der Besitzer des Gebäudes.

Nach dem setzen eines Bauteils zieht man eine neue Baukarte und der nächste ist dran.

Am Ende einer Runde bekommt man Punkte für den höchsten Wolkenkratzer auf dem Spielplan, für die Mehrheit in den einzelnen Städte und für jedes eigene Gebäude.

Einstieg & Wiedereinstieg

Regelumfang: sehr einfach. Das waren vorhin fast alle Regeln.
Einarbeitungszeit: Gering

Preis/Leistung

Das Spiel kostet derzeit ca. 40€. Wenn man nur so liest, was in der Schachtel ist denkt man sich schon … naja…schon teuer. Aber wenn man das Material anfasst, wird man wissen wieso. Die Qualität stimmt hier einfach.

Meine Meinung

Richtig große Kritikpunkte hab ich keine … aber ein paar Anmkerungen. Das Spiel heißt zwar Manhattan aber man errichtet auf der ganzen Welt Wolkenkratzer. Das stört beim Spielen zwar nicht, hat mich aber anfangs etwas verwirrt.
Das neue frabenfrohe Design gefällt mir eigentlich ganz gut, lediglich bei den Charakter „Tableaus“ hätte man noch andere Charaktere auf die Rückseite geben können, so bleibt die eben weiß…Detail am Rande.

Apropos Detail am Rande. Bei so einsteigerfreundlichen Spielen und auch Neuaflagen finde ich es eigentlich ganz gut, wenn man ein paar Varianten mit reinpackt. Bei einem Spiel das über 20 Jahre alt ist gibts da sicher ein paar Ideen. Das wäre für die Wiederspielbarkeit noch ein kleiner Sprung nach vorne.

Kommen wir zu den Spielerzahlen. Zu viert finde ich es am besten. Zu dritt ist es auch gut aber 6 Städte bei 3 Spielern teilt sich schon gern auf 2 – 2 – 2 auf. Da ist die Anfangsphase etwas vorprogrammiert. Zu zweit spielt jeder mit 2 Farben. Das reizt mich persönlich nicht wirklich.

Letzte Anmerkung, die der Form halber dabei ist. Es ist ein Spiel bei dem es um Gebietskontrolle geht. Dh es kann zu Situationen kommen, wo ein Spieler ein Stockwerk in einer Stadt platziert und einem von 2 Spielern die Mehrheit nimmt und dort zum Königsmacher wird.

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Kommen wir zu den positiven Dingen. Man merkt dem Spiel das Alter nicht wirklich an. Auch in voller Besetzung spielt es sich in weit unter einer Stunde. Im Gegensatz zu anderen älteren Brettspielen ist das echt gut. Das passt eher zu aktuelleren Titeln im Gelegenheitsspielerbereich die auch ungefähr die gleiche Spieldauer haben. Ich hatte nie das Gefühl das es länger dauert als es dauern sollte.

Die Regeln sind auf einem Blatt zusammengefasst. Also echt knapp und Fragen gabs keine. Dadurch ist es auch gut geignet um es spontan aus dem Schrank zu holen.

Die Haptik der Bauwerksteile finde ich sehr schön. Einen Turm in die Landschaft zu setzen oder Stockwerke auf die Gebäude der Mitspieler macht schon Laune und am Ende sehen die Syklines gar nicht mal schlecht aus.

Das Material finde ich auch toll. Die Karten sind dick, die Stockwerke robust und lassen sich ohne Probleme zusammenbauen und auseinander nehmen. In der Schachtel hat auch alles seinen Platz und wer will kann sogar alles in Beutel packen.

Die Gestaltung des Spielplans ist anfangs gewöhnungsbedürftig. Ich dachte, naja konkrete Städte wären besser blablabla…Mittlerweile gefällt es mir gut. Ist es wirklich wichtig, welche Stadt man ausbaut?  Da gäbe es nur Stimmen die sagen: Aber Stadt X ist doch viel besser geeignet als Y. Wenn ich mir die Spielpläne der alten Auflagen ansehe ist es ein gewaltiger Sprung nach vorne. Obs jetzt die seltsame alte Leiste oder der, mM nach, doch sehr hässliche Spielplan ist. Hier hat man eine angedeutete Erde mit allen Kontinenten als Hintergrund, was es natürlich viel bunter macht als Großstadt-Grautöne.
Ja … die wären realistischer aber seien wir ehrlich. Das ist nicht wirklich relevant für das Spiel, die Farbe macht mehr Laune und gibt dem Spiel eine Leichtigkeit die es hat. Es ist ein unterhaltsames, lockeres Spiel, dass man mit so ziemlich jedem spielen kann. Die Grautöne lassen es doch abschreckender und komplexer wirken als es ist.

Obwohl das Spiel so einfache Regeln hat, merkt man doch die unterschiedlichen Spielertypen. Da gibts die die am Anfang jeden Konflikt scheuen und leere Bauplätze verbauen um massig Punkte über Gebäude zu machen. Es gibt den der schnell versucht das höchste Gebäude zu kontrollieren und den, der die Bauwerke anderer Spieler einkassiert sobald er die Möglichkeit hat…und natürlich ein Mischmasch aus allem. Sowas gefällt mir auch gut. Es zwingt einen nicht nach einem bestimmten Schema zu spielen.

Das Spiel hat natürlich einen nicht geringen Glücksfaktor. Immerhin zieht man die Baukarten von einem Stapel und da kann es auch blöd laufen. Ich habe z.B. in einer Partie 3 gleiche Karten auf der Hand gehalten, die ich aber nicht wirklich einbauen konnte. Trotzdem. Ich kann je nach Handkarten und Positionen der Mitspieler planen, welche Bauteile ich einbauen will. Die Entscheidung ist nicht so leicht.

Noch ein großer Pluspunkt. Das Spiel ist interaktiv. Wenns es auch nur halbwegs so abläuft wie bei uns wird geredet werden … viel. Da diskutieren zwei wie man am besten die Mehrheit von Andreas knackt, weil er in der letzten Wertung ziemlich davon gezogen ist…ja … wieder Mal nicht aufgepasst… und die Situation auf dem Spielbrett kann sich zwischen den Wertungen auch sehr schnell ändern. Oder man streitet sich mit seinem Gegenüber der sein Gebäude ausgebaut hat und nun 2 Stockwerke höher ist. Buttert man auch weitere Ressourcen hinein oder ist man sogar froh darüber, dass Christian dort hingebaut hat anstatt wo anders?  Der Faktor Mensch spielt eine große Rolle.

Manhattan ist ein einsteigerfreundliches, kurzweiliges Spiel mit tollem Material. Das erinnert an moderne Spiele wie Splendor oder Century. Im Gegensatz zu denen setzt es viel mehr auf Interaktion.

Gut

Empfehlung

Um es nochmal zu betonen. Es gibt im Spiel recht viel interaktion, weil die Bauplätze nun mal beschränkt sind. Bei uns in der Runde passt das und mein Vater hat mehr Spaß daran mir die Gebäude zu klauen als er eigentlich haben sollte aber ich kann mir auch vorstellen, dass es Runden gibt die genau das nicht mögen.

Ansonsten. Wenn man kein strategisches Schwergewicht erwartet bekommt man hier ein unterhaltsames Spiel, das auch für Einsteiger geeignet ist.

Vielen Dank am Schmidt Spiele für das Rezensionsexemplar!