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Citadels

Die Köpfe hinter den Neuauflagen von Spielen wie Samurai, Euphrat und Tigris und Ra haben sich nun Ohne Furcht und Adel (engl. Titel Citadels) vorgeknöpft. Aus dem doch eher dunkel und düster ausschauenden Setting haben sie eine bunte kleine Welt geschaffen. Aber taugt das Spiel auch heute noch was?

Eckdaten

Autor: Bruno Faidutti
Illustrationen: diverse
Verlag: Hans im Glück (Verlagsseite)
Erscheinungsjahr: 2017; Erstauflage 2000
Spieleranzahl: 2 – 8
Dauer: ~30-60min
Schachtelgröße: 25,4cm x 25,4cm x 5,1cm
Preis: ~25€

Ausstattung

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Karten, Marker und Plastikteile. Alles von sehr guter Qualität.

Grafische Gestaltung

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Wirklich hervorragend. Mir gefallen alle Illustrationen. Obs jetzt die Vorderseiten oder die Rückseiten sind.

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Aufbau

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Spielfeldgröße: nicht der Rede wert
Aufbauzeit: hängt davon ab ob man die einzigartigen Gebäude und die Charakterkarten schon ausgesucht hat. Dann braucht man nur mischen.

 

Besonderheiten

Ziel des Spiels ist es 7 bzw. 8 Gebäude zu errichten. Dann wird das Spielende eingeläutet. In jeder Partie stehen 8 Charaktere mit unterschiedlichen Zahlenwerten zur Verfügung

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Die 8 Personen des Standardsets

Wie läuft jetzt eine Runde ab?

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4 Personen Spiel. 1 Karte liegt verdeckt in der Mitte und 2 offen. Von den restlichen 5 such ich mir eine aus.

Eine Runde besteht aus 2 Phasen. In Phase 1 werden fast alle Charakterkarten an die erste Person weitergegeben. Die nimmt eine. Dann gibt man die wieder weiter … usw. Solange bis jeder 1 Karte hat.

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Eine der 8 Spielerkarten (mit dem Rücken). Da findet man alle wichtigen Infos.

Jetzt werden die Spieler nach der Zahl in aufsteigender Reihenfolge aufgerufen. Ist man an der Reihe nimmt man sich Einkommen in Form von Gold oder neuen Karten und/oder man baut ein Gebäude indem man die Goldkosten bezahlt und/oder man setzt die Fähigkeit des gewählten Charakters ein.

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Ich hab bereits 5 Gebäude

Die Charakterauswahl kann man variieren. Hier findet man den kompletten Satz des ursprünglichen Ohne Furcht und Adel und zusätzlich auch jenen der Erweiterung Die dunklen Lande. Ein dritter, neuer Satz von Personenkarten, Die dunklen Gestalten ist auch dabei. Die Aktionskarten gibt es auch als Variante und bei den einzigartigen Gebäuden gibt es auch Abwechlsung da man immer nur 14 der 36 Karten verwendet.

Einstieg & Wiedereinstieg

Regelumfang: Recht gering. Die Anleitung erklärt die Schritte genau.
Einarbeitungszeit: Nicht der Rede wert.

Preis/Leistung

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Goldmünzen und Krone

Das Spiel ist für ungefähr 25€ zu haben. Damit ist es ungefähr doppelt so teuer wie das Original Ohne Furcht und Adel, hat aber im Gegenzug auch wesentlich mehr Inhalt und wurde vom Material und der Gestaltung her, sehr aufgewertet.

Meine Meinung

Zuerst wie immer das Negative. Hier fällt mir nur die Schachtel ein. Sie ist zwar nicht sooo riesig aber immer noch weniger transportabel als der Vorgänger.

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Ein paar sehr gute, alte Bekannte.

Neutrales? Jaaaa … Manche Charakterkarten sind ein weeenig destruktiv. Es ist eben ein Faidutti Spiel 🙂 Das hat ein paar Mitspielern schon in meinen Runden Ohne Furcht und Adel nicht gefallen. Hier gibts jetzt aber eine einfache Lösung. Die Karten einfach austauschen. Simpel.

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Kommen wir zu den positiven Punkten. Das Spiel sieht im Vergleich zum Vorgänger gewaltig besser aus. In allen Bereichen. Wow. Viel heller und freundlicher und auch familientauglich. Das passt einfach zum Spiel weil es im Prinzip sehr einfache Abläufe hat.

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Der nächste offensichtliche Punkt. Es ist viel abwechlsungsreicher als der Vorgänger. Man kann sich so seine eigenen Sets zusammenschustern und das nehmen was einem am gefällt. In der Anleitung findet man auch Vorschläge für Sets mit einer Beschreibung, was der Fokus ist. Zwei Daumen hoch dafür.

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Ein nicht ganz so offensichtlicher Punkt. Die Spieldauer. Hier haben sie die Regeln tatsächlich verändert (zumindest ist es mir hier aufgefallen). Früher musste man 8 Gebäude errichten und grade die Nr. 8 war manchmal recht … schwierig. 7 reduziert die Dauer des Spieles angenehm.

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Nun lassen wir die Vergleiche und kommen zu dem was das Spiel auszeichnet. Die Charakterauswahl ist einfach, interaktiv und hat doch so seine Kniffe. Wer könnte was genommen haben? Kann man aus der Auslage der Spieler darauf schließen? Das Spiel hat zwar auch Ärgerelemente aber ich persönlich finde die richtig gut umgesetzt. z.B. Der Dieb. Sein Bonus ist, dass man einen Charakter bestehlen kann.  Der Clou dabei. Man bekommt das Gold nicht sofort, sondern erst wenn dieser Charakter aufgerufen wird und an der Reihe wäre. Bis dahin sollte niemand das kommentieren oder darauf reagieren….was nicht immer leicht ist.
Jetzt sitzt man dann da als Dieb und überlegt: Ok. Wenn ich, wie geplant, Markus beklaue, kann ich mir nächste Runde mit der Baumeisterin 3 Gebäude leisten. Aber was ist, wenn Markus einen anderen Charakter hat? Naja sinnvoll wäre die Händlerin, immerhin hat er 3 Handelsgebäude. Ja in Ordnung … Risiko. Neeein. Den Charakter hat Philipp gewählt und der hat kein Gold … oh mist.
Entgegen meiner anfänglichen Annahme finde ich das Zwei- und Dreipersonen Spiel auch recht gelungen. Man spielt mit 2 Charakteren.

Wie sieht mein Fazit aus?  SO SOLLTE EINE NEUAUFLAGE AUSSEHEN!
Material: besser, Grafische Gestaltung: besser, Inhalt: wesentlich mehr.

Gut+

Empfehlung

Hier haben wir ein einsteigerfreundliches Aufbauspiel. Wer Kartenspiele mit Ärgerelementen wie z.B. UNO mag findet hier etwas mit mehr Anspruch aber auch mit mehr Spaß!

Wer etwas dagegen hat, wenn einem die Mitspieler in die Suppe spucken können, sollte einen Bogen um das Spiel machen.

 

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Wild Shots

Ja im Wilden Westen ging es wahrlich wild zu. Sogar um ein Gesetzeshüter zu werden, muss man sich mit den Mitbewerbern duellieren. Obwohl es schlimm ist hört es sich sich trotzdem sinnvoller an als manche Fragen in einem Bewerbungsgespräch heute.

Eckdaten

Autor: Dennis Kirps, Christian Kruchten
Illustrationen: fiore gmbH
Verlag: Piatnik (Verlagsseite)
Erscheinungsjahr: 2017
Spieleranzahl: 2 – 4
Dauer: 20-30 min
Schachtelgröße: 17cm x 12,3 cm x 3,5cm
Preis: <10€

Ausstattung

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In der Schachtel findet man knapp über 50 Karten von guter Qualität.

Grafische Gestaltung

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Die Kartenrücken und Übersichtskarten finde ich sehr schön gestaltet. Die Vorderseite ist zweckmäßig.

Aufbau

Spielfeldgröße:nicht der Rede wert
Aufbauzeit: nicht der Rede wert

Thema

Man will der nächste Sheriff werden und duelliert sich. Derjenige der bei Ende die wenigsten Kugeln, dh. die wenigsten Minuspunkte, abbekommen hat, gewinnt.

Besonderheiten

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Wild Shots ist ein Stichspiel. Es gibt 4 Farben. Auf den Karten finden sich oft auch die Symbole Pistole, Hut, Sheriffstern und Steckbrief. Ein Spiel besteht aus 4 Runden.
Ziel des Spieles ist es möglichst wenig Minuspunkte zu sammeln.

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In Runde 1 bekommt man für jede Pistole (davon gibt es 10) die man gesammelt hat 2 Minuspunkte

Je nach Runde bekommt man für ein anderes Symbol Minuspunkte.

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Die Snake Oil Karten geben an, was in diesem Stich Trumpf ist. Die Einschusslöcher auf den Karten erinnern an die Minuspunkte die man in der entsprechenden Runde dafür bekommt.

Vor jedem Stich deckt der Ausspieler eine Karte vom Snake Oil Stapel auf. Sie zeigt an welches Symbol in diesem Stich Trumpf ist.

Die ausgespielte Farbe muss bedient werden, wenn man kann. Es herrscht aber kein Stichzwang. Hat man die Farbe nicht kann man beliebig reinwerfen. Eine Trumpf ist höher als die höchste Karte der ausgespielten Farbe. Den Stich gewinnt die höchste Karte in der ausgespielten Farbe oder die höchste Trumpfkarte.

Einstieg & Wiedereinstieg

Regelumfang: wenig
Einarbeitungszeit: schnell

Preis/Leistung

Wie ich auch schon bei Voodoo Prince geschrieben habe. Das was da ist, ist dem Preis angemessen. Die Frage ist ob solche Stichspiele etwas für einen sind.

Meine Meinung

Beginnen wir mit den negativen Punkten. Es gibt eine Sache die manchmal stört. Die Vorderseite der Karten ist in jeder Farbe gleich. Dh. der Schriftzug der blauen 3 ist derselbe wie bei der grünen 3. Für Personen die Probleme haben solche Farben zu unterscheiden ist das somit nur schwer spielbar. Wir haben es ein paar Mal in spärlich beleuchteten Bars gespielt … oder solle ich sagen Saloons … und da hab ich mich ertappt wie ich hin und wieder,  „Ist das Blau“, gefragt habe. Da hätte man vielleicht mit einer kleinen Verzierung in den Ecken arbeiten sollen. Das ist sooo schade.

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Solala ist irgendwie das Schachtelformat. Die Schachtel fühlt sich so relativ leicht an und es sieht nach wenig aus. Obwohl man nicht weniger bekommt als bei anderen Kartenspielen in dieser Preisklasse. Trotzdem verstehe ich warum es in so einer Schachtel ist… Die Anleitung: Die ist nämlich so groß wie das Schachtelformat und verhältnismäßig dick. Sie ist nämlich in richtig vielen Sprachen verfasst. Ich habs nicht gezählt aber mehr als nur deutsch, englisch, französisch. Das alles auf Faltblätter zu packen, würde sich nicht ausgehen.

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Wenn wir schon von der Spielregel sprechen, gehen wir gleich zum Positiven. Sie ist gut geschrieben. Etliche Beispiele und manche Dinge sind fett hervorgehoben. Da sollten eigentlich keine Fragen offen bleiben. Sehr schön. Die positive Entwicklung die ich bei Yangtze gesehen habe wurde beibehalten. Grade  wenn ich es mit Pacal’s Rocket desselben Verlags vergleiche. Ich finde es heute noch Schade, dass ein gutes und interessant anderes Spiel eine schlechte Anleitung bekommen hat, die den Einstieg unnötig erschwerte. Zurück zu Wild Shots, bevor ich mir ein paar Kugeln einfange. Anleitung: Zwei Daumen nach oben.

Abgesehen vom obigen Kritikpunkt gefällt mir das Kartendesign. Ich kann die Karten halten wie ich will und die Symbole sind immer sichtbar. Ebenso wie die Einschusslöcher die zeigen, wie viele Minuspunkte es dafür gibt.

Der Spannungsbogen des Spiels ist auch gut gemacht. So sind die ersten zwei Runden noch verhältnismäßig harmlos. In Runde 3 hagelts dann die ersten großen Minuspunktezahlen. In Runde 4 gibts dann den finalen Showdown.

Es ist schön, dass hier ein Symbol Trumpf ist. Das mit dem Trumpfwechsel nach jedem Stich ergibt eine tolle Mischung, die gut zum Gesamtkonzept passt. Ebenso wie der größere Glücksfaktor.

Hier haben wir eine Schachtel „unböser Schadenfreude“, wenn das irgendwie Sinn macht. Man arbeitet an seinem „Plan“ den anderen die Minuspunkte zuzuwerfen aber mindestens genauso oft wie das funktioniert geht das auch total in die Hose. Wenn dann der Trash Talk am Tisch passt, ist das unbezahlbar.
Es passiert auch gerne, dass jemand vergisst, dass das Symbol sich in diesem Stich geändert hat. Manch einer könnte behaupten, das Design dahinter ist schlecht aber ich halte es für sehr gut gelungen, weil es auch in diese „unböse Schadenfreude“ hineinspielt. Da macht einer dann einen Stich, den er gar nicht wollte oder macht einen nicht, den man wollte (was nicht so oft passiert) – weil … wos liegt des pickt 🙂 … schau net dauernd aufs Handy…. Revanche … noch einmal.

In Summe haben wir hier ein geselliges und kurzweiliges Stichspiel, dass auch gut mit Neulingen des Genres spielbar ist. Man kommt sehr schnell hinein. Es gefällt mir gut. Sogar so gut, dass ich die Ecken mittlerweile zusätzlich markiert habe, damit man’s auch bei schlechtem Licht unterscheiden kann. Für mich ist es eben ein Spiel für ein Pub, Wirtshaus, Heurigen, Buschenschank (zur Not auch ein Kaffeehaus). Eher so als ein Spiel für einen klassischen Spieleabend bei mir. Deswegen schwanke ich zwischen Gut und Befriedigend.

Empfehlung

Für wen ist Wild Shots nichts? Alle die es mit Ernst und viel Taktik spielen wollen. Da ist man hier falsch. Dafür gibt es andere Stichspiele.  Es wird nie jemand ein Buch über „101 Tipps um Wild Shots zu gewinnen“ verfassen.

Es ist ein Spiel für eine lustige Runde, die sich auch gerne Mal gegenseitig ein wenig ärgert und das nicht zu ernst sieht. Auch Spieler, die bis dahin keine Stichspiele gespielt haben werden hier gut rein kommen. Die Ansätze sind sehr schnell verinnerlicht.

Dominion (2. Edition)

Dominion bekommt eine neue Auflage. Heureka. Also hab ich endlich einen Grund, um … Spoileralarm  … über eines meiner Lieblingsspiele zu schreiben.

Eckdaten

Autor: Donald X. Vaccarino
Illustrationen: viele
Verlag: RioGrande Games im Vertrieb bei ASS Altenburger (Verlagsseite)
Erscheinungsjahr: Erstauflage 2008, Neuauflage 2017
Spieleranzahl: 2 – 4
Dauer: 25- 45 min
Schachtelgröße: 29,7cm x 29,7cm x 7,6cm
Preis: 35 – 40€

Ausstattung

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Das Spiel besteht aus Karten und noch mehr Karten. Insgesamt 500 Stück.

Grafische Gestaltung

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Die Karten wurden von unterschiedlichen Illustratoren gestaltet. Sehr schön ist, dass jede Karte sehr gut von den anderen Karten unterscheidbar ist. Das Cover gefällt mir auch richtig gut.

Aufbau

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Spielfeldgröße: 60cm x 37cm + ca 37cm x 15cm pro Spieler
Aufbauzeit: ca 2:30 min

Thema

Wir sind Monarchen die sich ihr Königreich zusammenzimmern.

Besonderheiten

Ziel des Spieles ist es die meisten Punkte zu machen. Welche Karte Punkte bringt, erkennt man ganz leicht an der Farbe. Das sind nämlich die grünen Karten.

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Da wären Anwesen die 1 Punkt bringen, Herzogtümer bringen 3 und Provinzen die satte 6 Punkte liefern. Diese Karten bekommt man indem man sie kauft. Mit Geldkarten (gelb) geht das am einfachsten.

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Hier gibt es Kupfer (Wert: 1), Silber (Wert: 2) und Gold (Wert: 3). Aktionskarten (grau) machen allerhand verrücktes Zeug.

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Eine Auswahl von Aktionskarten.

Erlauben z.B. das Ziehen von weiteren Karten, liefern zusätzlich etwas Extrageld oder interagieren mit den anderen Spielern indem sie z.B. Karten aus der Hand abwerfen müssen.

Das ist ein grober Überblick über die Karten. Kommen wir jetzt zum Kern.

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Zu Spielbeginn haben wir 7 Kupfer und 3 Anwesen. Man  mischt die Karten und zieht seine Hand von 5 Karten

Jeder Spieler hat einen eigenen Satz an Startkarten. Die werden gemischt und bilden den Nachziehstapel des Spielers. Jeder Spieler zieht seine Starthand.

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Ok. 2 Kupfer und 3 Anwesen. Aktionskarte haben wir keine und überspringen die Aktionsphase. Es geht also in die Kaufphase…

Die Spieler sind abwechselnd am Zug.
Ein Zug besteht aus 3 Phasen. Zuerst kommt die Aktionsphase. Hier kann man 1 Aktionskarte spielen.

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…Für 2 Geld kauf ich mir einen Keller. Der landet auf dem Ablagestapel. Mehr kann ich jetzt nicht mehr machen und auch alle ausgespielten Karten + Handkarten landen ebenfalls auf dem Ablagestapel…

Dann kommt die Kaufphase. Dazu spielt man Geldkarten aus der Hand aus. Man kann dann eine Karte aus der Auslage kaufen. Die gekaufte Karte legt man offen in den eigenen Ablagestapel. Phase 3 ist die Aufräumphase. Alle eigenen Karten im Spiel und die restlichen Handkarten legt man offen auf den Ablagestapel und zieht wieder Karten nach.

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Nun habe ich 5 Geld und kaufe mir den Markt. Der Nachziehstapel ist leer. Also mische ich den Ablagestapel und lege ihn als neuen Nachziehstapel hin.

Muss man zu einem Zeitpunkt Karten ziehen und hat keinen Nachziehstapel mehr, so mischt man den Ablagestapel und legt ihn als neuen Nachziehstapel hin.

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Oh … sieh einer an. Meine vorhin gekauften Karten habe ich nun auf der Hand.

Das Spiel geht so lange bis entweder der Provinzstapel oder 3 beliebige Stapel leer sind.
Das Spiel endet sofort.

Änderungen zur vorigen Auflage

Die größte Änderung zur vorigen Auflage sind die Karten. 6 Karten wurden entfernt und 7 neue hinzugefügt. Entfernt wurden Karten die nur sehr wenig nützlich und recht einseitig waren und es wurden ein paar vielseitige Karten hinzugefügt, was den Wiederspielreiz im Vergleich dazu erhöht.
Was noch auffällt ist, dass die Geld- und Punktekarten durch die mit den Illustrationen ersetzt wurden. Ein Upgrade.

Ansonsten wurden die Karten ein wenig aufgehellt und die Texte wurden teilweise angepasst

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Rechts ist die 2. Edition. Etwas heller und die Karte ist klarer.

Die etwas nutzlose Müllkarte würde durch ein Mülltableau ersetzt. Hier kann man tatsächlich mehrere Karten ablegen. Auch ein Upgrade

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Zu guter letzt. Im Vergleich zur ganz alten Hans im Glück Auflage wurden die Kartenrücken aufgehellt. Gefällt mir eigentlich auch besser. Beim Spielen fällt der Farbunterschied überhaupt nicht auf.

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Kartenrücken von links nach rechts: Dominion Basisspiel (HiG), Mixbox, 2. Edition

 

Einstieg & Wiedereinstieg

Regelumfang: Eigentlich gibt es wenige Regeln aber wenn man mit dieser Art von Spielen keine Erfahrung hat, kann der Einstieg etwas dauern.
Einarbeitungszeit: 2 Partien

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Es gibt eine Spieregel + ein Beiblatt wo nochmal alles kurz zusammengefasst steht und einer Beschreibung aller Karten. Den Thronsaal möchte ich noch extra erwähnen. Der ist die Karte, die am schwersten zu verstehen ist. Die sollte man sich genau anschauen.

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Am linken Rand findet man die wichtigsten Infos.

Es werden mehrere Kombinationen von Karten vorgeschlagen. Die finde ich recht gut ausbalanciert. Ich würde auch immer empfehlen mit jeder Auslage mehrere Partien zu spielen.

Preis/Leistung

Gut … wie soll ich das in ein paar Worte fassen: Eines der Spiele mit der höchsten Wiederspielbarkeit die es da draußen gibt.

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26 verschiedene Königreichkarten sind in der Schachtel. 10 braucht man in einer Partie und man merkt, wenn eine bestimmte Karte fehlt. Das lädt einen immer wieder zum ausprobieren ein.
Hat man mal 20-30 Partien gespielt, wird man wahrscheinlich mehr wollen. Hier gibt es eine riesige Menge von Erweiterungen die sich leicht integrieren lassen. Ich schreibe gerade  an einer Übersicht über alle und werde die bald veröffentlichen.
Es ist aber nicht notwendig, gleich nach der ersten Partie aufzuhüpfen und eine weitere Schachtel zu kaufen. Wenn man nur gelegentlich spielt, reicht das Grundspiel eine ganze Weile.
Als Zuckerl findet man auf der Anleitung einen Code mit dem man das Spiel online + 1 Erweiterung 1 Jahr gratis spielen kann.
Für ~35€ ist das ein gutes Angebot.

Meine Meinung

Zuerst wie immer das Negative….

Auf zu den neutralen Punkten. Tja … Thema ist nicht viel da werden einige sagen. Das Grundspiel ist auch nicht ganz so interaktiv wie andere Erweiterungen. Stört mich aber alles nicht so. Mehr dazu weiter unten.
Last but not least. Die Texte wurden zwar ein wenig angepasst aber grade bei 3 Karten die angepasst werden sollten hat man die Texte der 1. Edition eingefügt. Das wären: Der Geldverleiher, der Thronsaal und die Mine. Hier fehlt der Zusatz, dass man die Effekte nicht ausführen muss, sondern darf. Ist kein Drama aber irgendwie doch ein klein wenig störend.

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Lasset das Lob beginnen! Dominion ist ein wunderbares Puzzle. Es ist eines der modularsten Spiele die ich kenne, weil die 10 Königreichkarten beliebig austauschbar sind. So schaut man immer, welche Karten wie interagieren damit man eins der Zeile erreicht. Wenn einem eine Karte nicht gefällt, verwendet man sie einfach nicht. So einfach ist das. Bei uns gibts einen in der Runde, der hasst es mit Flüchen zu spielen. Ok … kein Problem. Dann nehmen wir einfach die Hexe raus und die Welt ist wieder in Ordnung. Da braucht man keine Hausregeln oder sonst was. Das Grundgerüst ist da. Mit welchen Karten man es füllt, bleibt einem selbst überlassen.

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Hier kommt noch ein anderer wichtiger Aspekt dazu. Das Spiel ist im Herzen ein Wettrennen. Man stelle sich folgendes Szenario vor. Vor einem Rennen schrauben alle an ihren Maschinen herum. Was für ein Motor? Welche anderen Bauteile? Welche Extras? Dann kommt der Zeitpunkt an dem der erste auf die Piste geht und startet. Bist du auch schon soweit um das Rennen mitzumachen oder wartest du noch ein wenig, weil du glaubst du musst noch volltanken.
Professionell ausgedrückt ist das der „WTF du kaufst schon Provinzen?!“ Zeitpunkt.

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Das ist einer der Gründe warum es für mich doch interaktiver ist als manche behaupten. Es ist nicht auf die Art interaktiv wie es ein Einsetzspiel oder Mehrheitenspiel ist. Sofern man nicht gerade Mario Kart spielt, berühren sich die Wagen in einem Rennen auch nicht wirklich. Was machen die anderen? Was können sie damit machen? Ist das besser als das was ich mache? Als Anfänger achtet man da nicht so drauf aber das kommt mit der Erfahrung 🙂

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Wenn ich schon dabei bin. Reden wir über die anderen Kritikpunkte: Ja, es ist nicht großartig thematisch. Ich finde die Deckbaumechanik an sich ist auch schwer thematisch einzubinden.. Aber… die Spieler finden sich in dieser Mittelalter-mit-ein-bisschen-Fantasy Einbettung zurecht. Kartennamen sind leicht merkbar und wir können uns etwas darunter vorstellen. Ich muss niemandem erklären was ein Dorf oder eine Schmiede ist, sondern kann mich gleich auf die Effekte konzentrieren. Ich habe einige andere Deckbauspiele gespielt wo das wesentlich schwerer ist. Mein „Lieblingsbeispiel“ ist ja Tal der Könige. Ungewöhnliche Namen und Grafiken die sich auf Entfernung so ähneln – ich schweife ab – zurück zu Dominion. Eingängige Namen und dazu noch auch auf Entfernung unterscheidbare Karten. Veteranen so wie meiner einer könnten Dominion + ein paar Erweiterungen nur mit den Illustrationen auf den Karten spielen. Texte wären gar nicht notwendig.

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Was noch gerne als Kritipunkt genannt wird ist, dass am Ende nur die grünen Karten Punkte bringen und der Rest des Decks quasi „nutzlos“ ist. Kann ich irgendwie nachvollziehen aber so ist die Endabrechnung wesentlich schneller. Ich mag DC Superhelden aber am Ende bremst das Abrechnen schon sehr, wenn man es mit dem Tempo des Spiels vergleicht. Hier: Ok ich hab 5 Provinzen, 2 Herzogtümer und 3 Anwesen  – fertig.
Ich glaube nicht, dass das Spiel funktionieren würde, wenn alle Karten Punkte bringen würden. Dann hätte man in seinem Zug theoretisch 17 verschiedene Karten zur Auswahl, die unterschiedliche viele Punkte bringen. An dieser Stelle möchte ich alle Grübler recht herzlich grüßen.
Ich denke, dass das Spiel dadurch einfach nur irre langsam werden würde.
So weiß ich meistens gut, was ich in meinem Zug machen will und welche Karte ich kaufe. Ich spiele ein Dorf, eine Schmiede und einen Geldverleiher – 6 Geld – 1 Gold – Zack, nächster!
Das alles sorgt für ein flottes Spiel, wenn man die kleine Anfangshürde genommen hat.

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Aber manchmal kommt es zu gefühlt ewig langen Kettenzügen wo einer 15 Aktionskarten und mehr spielt – sagen einige.
Ja das kommt vor. Grade Anfänger machen Fehler und kaufen z.B. zu viele Dörfer. Aber ich finde in der Neuauflage haben sie dem indirekt entgegengewirkt.  Es gibt jetzt nämlich mehr Karten mit denen man Ketten bilden kann. Das hört sich jetzt irgendwie kontraproduktiv an weil es eigentlich keine langen Kettenzüge verhindert, oder? Wozu also der kleine Exkurs?
Mein Problem sind nicht die Kettenzüge. 1. Weil es sich gut anfühlt die Karten der Reihe nach auf den Tisch zu knallen. 2. Wenn einer einen langen Zug macht und dann am Ende 2 Provinzen und ein Gold kauft ist das schon irgendwie beeindruckend. Wie ein cleveres Überholmanöver eines Fahrers mit dem man nicht mehr gerechnet hat.

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Womit ich ein Problem habe ist, wenn Leute 10 Aktionen spielen, am Ende 4 Geld auf der Hand haben und noch ein Dorf kaufen, was das Deck kein bisschen weiter bringt. Um bei den Rennfahrern zu bleiben. Das ist wie der Rennfahrer der auf einmal den Kurs verlässt, durch das Einkaufszentrum brettert aber nicht checkt, dass er nicht mehr auf der Rennstrecke ist.
Wie ich schon hier gesagt habe. Die Ketten mit den neuen Karten treiben das Spiel voran. Deshalb…das passt schon.

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Sehr unterschiedlich zu dem bei Spielbeginn. Mein Deck (ohne Kupfer) bei Spielende …

Was mir noch gefällt ist die Individualität. Die Decks aller Spieler werden bei Spielende unterschiedlich aussehen. Da gibt es einen der sehr wenige Aktionskarten hat und viel Geld kauft. Ein anderer baut eine Kette von Aktionen. Ein Dritter wertet sein Deck schrittweise auf… Es ist hier sehr viel Platz seine Ideen einzuflechten.

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… Das Deck meines Mitspielers bei Spielende.

Vorletzter Punkt der sich aus vielem was ich geschrieben habe zusammensetzt. Das Spiel belohnt Spieler die es häufig spielen. Anfangs kratzt man ein wenig an der Oberfläche und spielt mit ein paar lustigen Kombos herum…aber je öfter man es spielt, desto mehr treten die Feinheiten hervor. Ist es besser mit einem Dorf oder einem Silber zu eröffnen? Brauch ich noch eine 3. Schmiede damit alles so läuft wie es soll? Kann ich irgendwo noch die Miliz hineinschmuggeln oder verlangsamt die mich doch zu sehr? Wie reagier ich auf Rene´s Banditin? War die überhaupt nützlich für ihn?

Ich bezweifle nicht, dass ich einen Anfänger so gut wie immer vom Platz fegen würde. Grade im Grundspiel, da ich mit dem alleine sicher eine 3stellige Anzahl von Partien gespielt habe… aber in seltenen Fällen kommt es vor, dass man trotzdem verlieren würde Manchmal kommen die Karten eben in der ganz falschen Reihenfolge und das finde ich auch gut. Das wirft hier ein wenig Glück rein, das einen dazu zwingt seine Taktik abzuändern…Man nennt das auch die Mist-ich-hab-7-Geld Hypothese. Mit viel viel Glück kann so auch ein Anfänger einen Veteranen besiegen. SUPER!

Das macht das Spiel unberechenbarer, gleicht das Niveau etwas an und sorgt für Emotionen am Tisch. Thomas hat grade 1 Laboratorium gekauft, mischt den Stapel und zieht es sofort wieder und das Laboratorium zieht ihm das entscheidende Gold oder ich zittere weil ich in diesem Zug keine Provinz kaufen konnte, auf der neuen Hand 9 Geld habe aber nur mehr 1 Provinz da ist.

Das Dominion Basisspiel ist mittlerweile ein Klassiker und es ist eines der einflussreichsten Spiele der letzten 10 Jahre. Die Änderungen in der Neuauflage haben die Schwächen des Spieles restlos beseitigt. Keine Nieten unter den Karten, keine Ausfälle bei den Illustrationen, eine schöne Spieltiefe…Einfach eine runde Sache – auch ohne eine Erweiterung. Herz was willst du mehr…wie wärs mit einem Code mit dem man das Grundspiel mit einer Erweiterung deiner Wahl online spielen kann? … hört sicht gut an … ist auch dabei 🙂

Sehr gut

Empfehlung

Wem es gefällt Karten unterschiedlich zu kombinieren, kann ich nur zu Dominion raten. Es ist relativ einfach in das Spiel hineinzufinden und es bietet echt viel Wiederspielbarkeit für viele Partien. Jetzt ist die beste Zeit um mit dem Spiel zu beginnen.

Wer nicht mag, vor Spielbeginn einmal 1-2 Minuten auf die Auslage zu schauen um die Ausgangslage zu sondieren, sollte Abstand nehmen.

Vielen Dank an ASS Altenburger für das Rezensionsexemplar!