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Lancaster

Auf geht’s Ins Mittelalter… Die Zeit von Rittern und Knappen, Königen und Kriegen und … Parlamentssitzungen …

Eckdaten

Autor: Matthias Cramer
Illustrationen: Martin Hoffmann, Claus Stephan
Verlag: Queen Games
Erscheinungsjahr: 2011
Spieleranzahl: 2 – 5
Dauer: 60 – 90
Preis: ca 35€

Ausstattung

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Das Spiel beinhaltet viel Holz und dicke Pappe. Sehr gute Qualität.

Grafische Gestaltung

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Das Cover gefällt mir sehr gut aber sonst … Es sieht für meinen Geschmack schon etwas altbacken aus. Die Big Box Version des Spieles hat einen neuen Spielplan der aufgehübscht wurde aber ich finde, dass auch das andere Material einen neuen Anstrich vertragen könnte. Es ist jetzt nichts, wo ich sage: Nein geht gar nicht… nur ich finde so sieht das Spiel etwas langweiliger aus als es ist.

Aufbau

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Spielfeldgröße: 72cm x 56cm + 13cm x 38cm pro Spieler
Aufbauzeit: ca 4min

Thema

Der König befindet sich im Krieg mit Frankreich. Wir sind Adelige die zu dessen rechter Hand werden wollen. Dafür steigen wir in seinem Ansehen. Wir können mit unseren Rittern in den Krieg ziehen, uns Verbündete in den Grafschaften suchen oder unsere Burg ausbauen. Natürlich dürfen wir auch nicht auf die Wahlen im Parlament vergessen. Dort versuchen wir unsere Interessen durchzusetzen.

Besonderheiten

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Unsere Startritter. Daneben sieht man den Ablauf einer Runde.

Jeder von uns hat eine Startburg, zwei Ritter,  2 Knappen und zwei Gold. Für die Wahl haben wir noch einen Stimmarker (der Lord selbst). Ein Teil unserer Burg ist bereits ausgebaut und liefert eigentständig Ertrag. Dieses Startplättchen dürfen wir selbst auswählen.

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Das Tableau. Ein Bereich ist bereits ausgebaut. Um die anderen Erträge zu bekommen, muss man einen Ritter einsetzen.

Was können wir jetzt machen? Der Reihe nach setzt jeder einen Ritter ein. Zur Auswahl stehen die Counties, der Krieg mit Frankreich oder die eigene Burg.

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Rot hat einen Ritter der Stärke 2 und vertreibt Gelb …

Setzt man ihn in ein County so muss er die Stärkevoraussetzung erfüllen. Wird. z.B ein Ritter der Stärke 3 benötigt kann ich keinen der Stärke 1 reinsetzen. Was will man in so einem County? Hier bekommt man je nach County, einen Bonus oder man kann den Lord des Counties als Verbündeten gewinnen. Gegen einen Goldbetrag geht auch beides.

Was aber wenn ein County schon von einem Mitspieler besetzt wurde? Tja … man vertreibt ihn einfach, wenn man stärker ist. Dafür kann man einen Ritter + Knappen verwenden. Dann wirft man ihn einfach raus.

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Gelb kommt mit zwei Knappen zurück und vertreibt nun wieder Rot.

Jede Runde kommen zwei neue Konfliktekarten im Krieg mit Frankreich hinzu. Am Ende einer Runde gilt ess mindestens die aufgedruckte Zahl zu erreichen. Mehrere Spieler können hier ihre Ritter einsetzen. Gelingt das Unterfangen, so bekommt man je nach Stärke der eingesetzten Rittertruppe Punkte. Siegt man nicht, so wandern die Karten nach unten und man bekommt die eingesetzten Ritter nicht zurück. Gelingt ein Sieg auch im 2. Anlauf nicht, muss man Lösegeld für die Ritter bezahlen oder sie … naja … werden einen Kopf kürzer gemacht.

Man kann Ritter auch noch in der Burg auf einem Feld einsetzten, dass man noch nicht ausgebaut hat und so einen Bonus bekommen.

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Oben sieht man die aktuellen Gesetze. Darunter diese über die abgestimmt wird.

Haben alle ihre Ritter eingesetzt geht es zur Abstimmung. Es sind immer 3 Gesetze aktiv und es stehen 3 zur Abstimmung. Das geschieht nacheinander. Verdeckt wählt jeder aus, ob er für oder gegen das neue Gesetz ist. Mit den Stimmwürfeln kann man zusätzliches Gewicht in die Waagschale werfen.

Nach der Abstimmung tritt sofort der Effekt der Gesetze in Kraft.

Jetzt bekommt man Erträge für das Castle, die Counties und die Konflikte werden ausgewertet.

Nach 5 Runden ist das Spiel vorbei. Zusätzliche Punkte bekommt man für die größte Rittermacht, die meisten Burgausbauten und die Verbündeten.

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Hinter dem Sichtschirm bunkert man Knappen und Gold und man sieht auch wofür es bei Spielende nochmal Punkte gibt.

Einstieg & Wiedereinstieg

Regelumfang: ein paar Seiten
Einarbeitungszeit: Den grundsätzlichen Spielablauf hat man recht schnell heraus. Symbole muss man schon noch ein paar Mal nachschauen aber dafür eignet sich die Anleitung gut.

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Preis/Leistung

Was hier materialtechnisch vorhanden ist, ist sehr schön.  Es ist robust und wird sich kaum abnutzen. Das Spiel selbst passt sich sehr an die Spielart der Mitspieler an. Starbonus und Gesetzesreihenfolge ändert sich. Preis/Leistung passt für mich.

Meine Meinung

Was gefällt mir an Lancaster nicht…

Als neutraler Punkt muss man die Optik nennen. Dazu hab ich oben schon etwas gesagt. Ein weiterer Punkt wäre meiner Meinung nach die Spieleranzahl. Am meisten betrifft das, das Spiel zu dritt. Zu zweit finde ich es auch nur solala… weil man auf Sonderregeln zurückgreifen muss. Bei 3 Spielern ist für meinen Geschmack einfach zu wenig auf dem Brett und dem Verhandlungstisch los.

Ansonsten. Tolles Einsetzspiel. Thema gefällt mir und wurde auch gut umgesetzt. Ressourcenmanagement und der Ausbau des eigenen Tableaus ist überschaubar. Das wichtigste spielt sich zentral ab. Hier hat man im Gegensatz zu anderen Spielen des Genres viel Interaktion. In den Counties hat man die Möglichkeit Ritter von besetzten Feldern zu vertreiben, wenn man es sich leisten kann. Im Konflikt hat man ein Mehrheitensystem. Da will man einerseits nicht zu früh reinsetzen, weil man keine Niederlage riskieren will. Andererseits will man auch nicht zu lange warten, weil die besten Sofortboni sonst weg sind oder man bei einem Gleichstand das Nachsehen hat.
Gesetze sind immer wieder spannend. Wer wird wofür stimmen. Wie viele Stimmen soll man verwenden. Hier kann man auch mehr verhandeln und versuchen unschlüssige Wähler auf eine Seite zu ziehen. Du siehst ja, du musst gegen das Gesetz stimmen, weil Philipp als einziger davon profitieren würde. Stimmt doch gar nicht… er hat doch auch schon die Ritter…ja aber das Gesetz wäre besser weil er im nächsten Zug mehr Vorteile davon hat…Blödsinn. Wie sollen diese Vorteile aussehen…ähm… 😉
Wem sowas nicht gefällt. Man muss das ja nicht machen aber es bietet sich an.

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Zwei 1er Scheiben sind genauso dick wie eine 2er Scheibe.

Das Material gefällt mir sehr gut. Die Ritterwürfel sind super.  Die Idee dafür ist richtig genial. Knappen und Münzen sind auch schön. Der Spielplan, die Tableaus, Konflikt- und Gesetzeskarten sind sehr robust.

Gut+

Empfehlung

Für Spieler die schon etwas Erfahrung mit Strategiespielen gesammelt haben und auf Interaktion stehen geb ich eine klare Empfehlung.

Wer ein riesiges Tableau haben und eine große Wirtschaft aufziehen will, ist hier falsch.

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Spiel des Jahres 2017 – Die Nominierten

Gestern wurden wieder einmal die Nominierten und Empfehlungslisten zum Spiel des Jahres Preis vorgestellt. Wie immer sind auch hier wieder ein paar Überraschungen dabei.

Spiel des Jahres

Link zur Originalliste mit Infos zu den Spielen

Nominierte

Kingdomino

Magic Maze

Wettlauf nach El Dorado

Empfehlungslisten

Deja-Vu
Dodelido
Fabelsaft
Klask
Shiftago
Tempel des Schreckens
Word Slam

Meine Meinung:

Da haben sie eine gute Auswahl hinbekommen. Mein Tipp, Kanagawa, ist leider nicht aufgegangen. Naja … Kingdomino ist auch vom gleichen Autor und doch eine, vom Regelwerk her, noch zugänglichere Sache. Magic Maze ist erst vor kurzem auf meinem Radar aufgetaucht und sieht sehr witzig aus. Wettlauf nach El Dorado ist eine einfache Deckbau Geschichte, die soweit ich das beurteilen kann, ganz interessant wirkt.
Auf der Empfehlungsliste findet man etwas für jeden Geschmack. Obs Reaktionsspiele, Geschicklichkeitsspiele, Sammelspiele, Bluffspiele usw. sind.
Fehlt mir was? Naja Flamme Rouge hätte ich auch interessant gefunden. Da bin ich mir aber nicht sicher ob sich das überhaupt schon als möglicher Kandidat qualifiziert hat. Es gab eine internationale Ausgabe aber es wird auch eine deutsche Version geben, die noch nicht am Markt ist.

Mein Tipp: Magic Maze. Deckt viele Spierzahlen ab und sowas in der Art wurde noch nie ausgezeichnet.

Kennerspiel des Jahres

Link zur Originalliste mit Infos zu den Spielen

Nominierte

EXIT – Das Spiel

Räuber der Nordsee

Terraforming Mars

Empfehlungslisten

Captain Sonar
Das Grimoire des Wahnsinns
Great Western Trail
Les Poilus

Meine Meinung
Ich bin überrascht. Die Jury hat die ersten 3 Spiele der EXIT – Reihe für das Kennerspiel nominiert. Finde ich gut. Ich habe zwei der 3 Spiele gespielt und sie sind wirklich gute Rätselspiele.
Gratulation an den Schwerkraft Verlag, der die zwei anderen Nominierten stellt. Gespielt habe ich noch keins davon aber bei Terraforming Mars überlege ich schon eine Weile hin und her. Durch die Nominierung fällt vielleicht der Preis um ein paar Euro, dann schauen wir Mal 🙂 Das es nominiert wurde ist spannend, weil es doch ein komplexeres Spiel zu sein scheint. Aber beim Kennerspiel Preis entscheidet ja nicht die Komplexität sondern wie hoch die Einstiegshürde ist. Vielleicht hat da das realistische Thema auch Einfluss gehabt.
Auch hier findet man auf den Empfehlungslisten interessante Spiele. Ein Team gegen Team Spiel für größere Gruppen, kooperative Spiele und ein doch recht komplexes Spiel.

Fehlt mir hier was? Mit First Class hatte ich irgendwie schon gerechnet.

Mein Tipp: Die EXIT-Reihe. Die Zeit für sich verbrauchende Spiele ist nun reif.

Kinderspiel des Jahres

Link zur Originalliste mit Infos zu den Spielen

Nominierte

Captain Silver

Der Mysteriöse Wald

Ice Cool

Empfehlungslisten

Glupschgeister
Kikeribumm
Kleiner Vogel, großer Hunger
Kullerhexe
Sleeping Queens
Verfuxt
Zauberei hoch drei

Meine Meinung: Hier kann ich nichts dazu sagen.

 

Herzlichen Glückwunsch an alle nominierten und empfohlenen Spiele!

Concordia

Wir sind Händler in der Antike die im Mittelmeerraum Waren kaufen und ver… Moment dageblieben. Ja man hat es vielleicht schon etliche Male gesehen aber versprochen…es rentiert sich.

Eckdaten

Autor: Mac Gerdts
Illustrationen: Marina Fahrenbach, Mac Gerdts
Verlag: PD Verlag (Verlagsseite)
Erscheinungsjahr: 2013
Spieleranzahl: 2 – 5
Dauer: ca 15 – 20 min / Spieler
Schachtelgröße: 28,4cm x 5,5cm x 39,8cm
Preis: ca 40€

Ausstattung

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Das Spiel hat einen doppelseitigen Spielplan, viel Holzmaterial und Karten. Das Material ist auch ein englischer Sprache enthalten. Holzteile sind sehr schön.

Illustrationen

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Die Schachtelgrafik ist zwar in Ordnung aber irgendwie schreit sie nicht grade „Spiel mich“. Wenn ihr wisst was ich meine. Die Spielpläne hingegen finde ich schön und die Farben der Regionen gut gewählt.

Aufbau

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Spielplan Italien: Für 2-4 Spieler

 

Spielfeldgröße:ca 80cm *60 cm + etwas Platz für die Tableaus
Aufbauzeit: ca 3min.

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Anfängliches Tableau des Startspielers. Im Lager sieht man wieviel noch Platz hat. Darüber wieviel Geld welcher Rohstoff wert ist. Dh. Tuch ist der wertvollste Rohstoff.

Thema

In einer Zeit des Friedens verköpern wir eine etwas wohlhabendere römische Familie. Wir gründen Niederlassungen um Handel zu treiben und Güter zu produzieren. Das alles machen wir zum Ruhm der Götter.

Besonderheiten

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Die Provionz Gallia besteht aus 3 Städten. Der wertvollste Rohstoff ist Wein…

Der Spielplan besteht aus Provinzen die farblich voneinander unterscheidbar sind. Jede Provinz besteht aus mehreren Städte. Teilweise zufällig verteilt man, welche Stadt, welche Ressource produziert. In der oberen Ecke sind die Provinzen noch einmal hervorgehoben. Hier platziert man einen Marker des wertvollsten Rohstoffes den diese Provinz erzeugen kann.

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…Also platziert man einen Weinmarker auf der Provinz Gallia

Am oberen Rand findet man noch eine Leiste auf der Karten gelegt werden. Diese können von den Spielern erworben werden und bieten entweder mehr Karten von denen die man schon hat, bessere Versionen davon oder neue Aktionsmöglichkeiten.

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Am oberen Rand kommen Karten hin. Je weiter rechts sie liegen, desto höher die zusätzlichen Kosten

Das war einmal der gröbste Aufbau. Jeder stellt seine übriges Schiff und die Figur nach Rom. Der restliche Ablauf ist total simpel. Man spielt eine Karte offen aus und macht das was drauf steht. Dann ist der nächste dran. Das geht solange bis das Spielende eingeläutet wird.

 

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Mit dem Präfekt kann man in allen Städten einer aktiven Provinz prodzuieren oder aktiviert alle Provinzen wieder und nimmt sich das Geld. Mit Hilfe des Architekten baut man und bewegt Land- bzw. Seekolonisten.

Ich will mit den Karten jetzt nicht ins Detail gehen. Das wäre etwas zu umfangreich.Mit ihnen bewegt man Figuren, errichtet Niederlassungen, produziert in den Provinzen, handelt mit Waren und kauft neue Karten. Wichtig ist nur, dass die verbrauchten Karten auf  den Ablagestapel kommen. Dh. die Kartenhand schrumpft. Eine Karte erlaubt es aber alle wieder auf die Hand zurück zu holen. Der Clou? Je mehr Karten auf dem Ablagestapel sind, desto mehr Geld bekommt man als Bonus.

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Hat man den Maurer gekauft, erhält man bei Spielende 3 Punkte für jede Ziegelstadt die man hat.

Wofür gibt es nun Punkte bei Spielende. Jede Karte ist am unteren Ende farblich markiert und mit dem Namen einer Gottheit versehen. Diese Karten werden bei Spielende auf jeweils andere Art gewertet

Saturn (gelb) – Pro Karte erhält man für jede Provinz in der man eine Niederlassung hat 1 Punkt

Jupiter (blau) – Pro Karte erhält man für jede Niederlassung in einer Nicht-Ziegel-Stadt 1 Punkt

Mars (orange) – Pro Karte erhält man für jeden eigenen Land- oder Seekolonist auf dem Spielfeld 2 Punkte

Merkur (braun) – Pro Karte erhält man für jede Warenart die man produzieren kann 2 Punkte

Minerva (grün) – Das sind besondere Karten. Hier erhält man für jede Niederlassung einer Art einen Punktewert z.B. beim Mauerer erhält man 3 Punkte für jede Niederlassung in einer  Ziegelstadt.

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Die Baukostenübersicht.

 

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Der Spielder der das Spielende einläutet, erhält 7 Bonuspunkte

 

Ist das Spiel vorbei, weil ein Spieler entweder alle Häuschen verbaut hat oder es keine Karten mehr gibt, gibts die Abrechnung. Der Spieler der das Spielende einläutet erhält noch ein paar Bonuspunkte dafür.

Einstieg & Wiedereinstieg

Regelumfang: ca 4 Seiten
Einarbeitungszeit: Das Spiel hat sehr einfache Grundregeln. Die Details, was welche Rolle genau macht, dauern in der 1. Partie aber etwas länger. Wichtiger Hinweis. In der ersten Partie unbedingt die Variante mit Zwischenwertung verwenden. Damit die Spieler ein Gefühl dafür bekommen für was es Punkte gibt. Bei unserer ersten Partie hatten wir eine besonders miese Kombo von voller Besetzung + ein Spieler der komplett neu war + ohne Zwischenwertung … Tja das hat dann 3h gedauert.

Preis/Leistung

Das Spiel ist für ~40€ zu haben. Den Preis halte ich für angemessen. Man hat hier viel Holzmaterial gute Karten und einen sehr schönen Spielplan. Das dieser doppelseitig bespielbar ist, trägt mit den so halbwegs variablen Bonusmarkern zur Wiederspielbarkeit bei.

Meine Meinung

Wie gewohnt beginnen wir mal mit dem was mir nicht gefallen hat. Ich mag das Format der Schachtel nicht und wie ich schon oben geschrieben habe ist das Cover nicht unbedingt der Renner.

Als neutralen Punkt kann ich anführen, dass sich ein Teil vom mir coolere kaufbare Karteneffekte wünschen würde. Was man kaufen kann ist mit ein paar Ausnahmen hauptsächlich das, was man schon zu Beginn hat. Aber ich verstehe warum das so ist. Da die Karten zufällig rauskommen, würde das den Glücksanteil nach oben schrauben.
Was ich noch solala finde ist die Namensgebung der „Kolonisten“. Ich befinde mich in einer friedlichen Zeit und gründe Niederlassungen in römischen Städten. Wo bitte ist da die Kolonisierung…aber naja.. auch egal.

Ansonsten finde ich das Spiel rundum gelungen. Gehen wir es chronologisch durch. Durch den variablen Aufbau verläuft das Spiel immer etas anders und was der wertvollste Rohstoff einer Provinz ist hat großen Einfluss auf das Exansionsverhalten der Spieler. Super. Nicht jeder Bonusmarker ist gleich. Manche haben auf der Rückseite zwei Geld und manche 1 Geld abgebildet. Das kann auch wichtig sein.

Richtig genial sind die Karten und die Mechanismen die da dran hängen. Sie sind so schön ineinander verzahnt. Ich will mich mit Kolonisten bewegen. Die Reichweite meiner Kolonisten kann ich durch weitere Kolonisten erhöhen. Wie komme ich an weitere Kolonisten? Ich will Niederlassungen bauen, benötige aber noch Rohstoffe. Dh. ich produziere. Wo produziere ich? Das hängt wieder davon ab wo ich Niederlassungen habe. Wann nehme ich ausgespielte Karten wieder auf die Hand? Die eine oder andere Sesterze mehr können hier auch nicht schaden. und und und.

Was ich noch schön finde ist, dass der letzte Spieler zum Ausgleich einen zusätzlichen Bonus bekommt. Er bekommt eine Karte mit der er einmalig einen Extra Provinzbonus erhalten kann. Die Karte wandert dann gegen die Spielrichtung weiter. Hier will gut überlegt sein, wann man sie einsetzt.

Das Spielende gefällt mir auch. Ich habe eine Schwäche für alternative Spielendebedingungen. In manchen Spielen gibt es oft eine große Bedingung und eine die alle heiligen Zeiten Mal zum Tragen kommt aber hier habe ich das Gefühl, dass beide gleich häufig vorkommen aber sie fühlen sich anders an.
Die Anzahl der Niedlerassungen der Mitspieler hat man oft nicht ganz so genau im Auge. Da kann es gerne Mal passieren, dass einer in seinem Zug sein ganzes Lagerhaus leer räumt und mehrere Häuschen auf den Plan stellt … Das Spiel ist aus. Das trifft einen dann wie ein Donnerschlag. Aber warum passt man nicht einfach besser auf? Das kann ich einfach beantworten. Das liegt an der zweiten Siegbedingung. Werden die Karten rar, versuchen alle wie die Wahnsinnigen noch ein paar Karten abzustauben – immerhin ist das der Großteil der Punkte. Damit man hier den richtigen Zeitpunkt nicht verpasst sollte man die Kartenleiste immer im Auge behalten.

Aber das beste kommt natürlich zum Schluss. Das Spiel ist ein richtig positives Spielerlebnis. Ich habe nie, auch wenn ich mal letzter geworden bin, das Gefühl nichts sinnvolles machen zu können/gemacht zu haben. Es gibt immer irgendwas Gutes, selbst wenn einem die favorisierte Möglichkeit verwehrt wird. Es ist meist eher so, dass durch die Aktionen der Mitspieler sich neue Wege öffnen.
Z.b. Wenn jemand eine Niederlassung baut ist das eine Einladung für zumindest einen anderen Spieler sich auch dorthin zu setzen. Ja, man muss den doppelten Geldbetrag bezahlen (den man erst mal vorrätig haben musss) aber wenn diese Stadt einmal für einen selbst etwas mitproduziert steigt man noch immer günstiger aus, als wenn man die Ware gekauft hätte.

Selbst wenn es bei einem schlecht läuft merkt man es bis zum Spielende kaum, weil es davor keine Punkte gibt. In anderen Spielen würde das das Spiel total ruinieren, weil dort das Erhalten der Punkte eine Belohnung ist (z.B. Carcassonne) aber hier bekommt man schon während des Spieles so viele Rohstoffe, neue Karten und haufenweise Geld. Das Spiel fühlt sich großzügig an.

Rundum gelungenes Strategiespiel. Schöne Kartenmechanik. Gute Interaktion. Einfache Regeln und doch komplex. Kommt fast ohne Glückselemente aus.

Sehr gut

Empfehlung

Wer ein schönes, friedliches Ausbreitungsspiel sucht, bei dem man trotzdem nicht nebeneinander spielt ist hier schon mal richtig.
Der Aufbau ist immer etwas anders, was das Spiel sehr gut wiederspielbar macht. Das es nicht so viele verschiedene Karteneffekte gibt sorgt dafür, dass man es auch als Gelegenheitsspieler gut spielen kann.