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Saboteur: Das Duell

Heute gibt es Familienzwist. Wir Zwerge gehen in den Stollen und schauen wer der König unter dem Berg ist…

Eckdaten

Autor: Frederic Moyersoen
Illustrationen: Andrea Boekhoff
Verlag: Amigo (Verlagsseite)
Erscheinungsjahr: 2017
Spieleranzahl: 1 – 2
Dauer: ca 30min.
Schachtelgröße: 12,2 cm x 9,8cm x 2,3cm
Preis: 8€

Ausstattung

Das Spiel besteht hauptsächlich aus Karten und ein paar Pappmarkern. Alles von guter Qualität.

Grafische Gestaltung

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Erinnert sehr an das Grundspiel. Gefällt mir.

Aufbau

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Spielfeldgröße: ca 60cm x 55cm
Aufbauzeit: 2 min.

Thema

Wir sind zwei Zwerge die darum konkurrieren, wer das meiste Gold aus dem Stollen holt.

Besonderheiten

Diese Zweispielervariante funktioniert im Grunde genauso wie die Mehrspielervariante + Erweiterung. Das was wegfällt sind natürlich die verborgenen Rollen. Man spielt also immer eine Karte aus und zieht eine neue, kann Karten abwerfen um neue nachzuziehen oder reduziert seine Handkartenzahl dauerhaft um eine Karte die vor einem ausliegt zu entfernen.

Kommen wir jetzt aber zu den Unterschieden. Es gibt 6 verschiedene Zielkarten die ausliegen und hinter mehreren kann sich Gold verbergen. Es kann sogar sein, dass auf normal ausliegenden Geländekarten Gold zu finden ist. Hat man einen durchgehenden Weg zu einem Goldstück, legt man einen Marker mit seiner Seite auf das Gold. Am Ende einer Runde (3 werden gespielt) legt man alle Karten mit seinem Marker darauf vor sich ab. Dort bleiben sie bis nach Spielende

Was noch auffällt ist, dass jeder Spieler einen eigenen Eingang hat. Man kann als nicht einfach Sackgassen vor den Gegner platzieren. Jeder baut so lange an seinem eigenen Stollen bis ein Spieler entscheidet, die Stollen zu verbinden. Am besten durch eine Tür, durch die nur er kann. Will man durch die Tür eines anderen Spielers muss man eine Türkarte gespielt haben.

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Der Troll ist neu. Er lässt uns nur durch, wenn wir ihn bestechen.

Was noch neu ist, ist der Troll. Er blockiert einen Weg und wenn man an ihm vorbei will, muss man ihn bestechen. Es kostet 1 Gold, dass man am Ende der Runde abgeben will. Wurde er bestochen so ist der Weg für beide frei.

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Wie gesagt, Aktionskarten gibt es genauso wie im Grundspiel. Nur die Schlüsselkarte ist neu. Mit ihnen blockiert man den Mitspieler oder schaut unter Zielkarten.

Einstieg & Wiedereinstieg

Regelumfang: ca 2 Seiten
Einarbeitungszeit: man ist schnell drin

Preis/Leistung

Für 8€ bekommt man ein taktisches Zwei bzw. Einspielerspiel. Das ist ein guter Preis.

Meine Meinung

Fangen wir gleich Mal mit dem negativen an. Ein paar der Karten sind vom Farbton ein wenig anders (ich weiß nicht ob man es bei der mittleren Karte darunter sieht). Auch die Trolle an den Wegkreuzungen passen nicht immer perfekt in den Stollen.  Das ist nur eine optische Kleinigkeit aber mir fällt es auf.

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Neutral finde ich die Tatsache, dass ich das Spiel nicht als Erweiterung verwenden kann. Ja das könnte die Balance total durcheinander hauen aber zumindest den Troll würde ich gerne einbauen. Vielleicht geht das doch irgendwie.
Ein weiterer neutraler Punkt ist der Fokus des Spieles auf die Ärgerelemente. Es ist in meinen Testpartien nicht so gut angekommen. Normalerweise spiele ich mit diesen Leuten aber auch eher wenig konfrontative Zweispielerspiele wie Lost Cities oder Patchwork. Dazu sei noch gesagt, dass diese Leute das normale Saboteur mögen. Das Problem waren nur die Ärgerelemente im Zweispielerkontext.

Ich finde gut, dass es vom Ablauf her, sehr an das „normale“ Saboteur erinnert. Das macht das erklären und hineinfinden einfacher. Ja man kann auch mal Pech haben mit seinen Karten aber eine Partie dauert auch nicht zu lange.
Was ich schön finde ist, dass die beanspruchten Karten dauerhaft aus dem Spiel draußen sind und die limitierten Marker. Da überlegt man schon mal ob man 1 Gold beansprucht oder doch hofft, dass unter der nächsten Karte mehr liegt.
Den Solomodus finde ich auch ganz in Ordnung. Grade für den Preis findet man kaum ein Spiel, dass man mal so gut alleine spielen kann.

Hier haben wir eine Zweispieler/Solovariante für Fans von Saboteur oder jene die es noch werden wollen. Mir gefällt der große Bruder (mit Erweiterung) aber doch um einiges besser.

Befriedigend (im Solomodus gibts noch ein + dazu)

Empfehlung

Wenn euch Ärgerelemente im Zweispielerspiel nicht stören und ihr ein taktisches und günstiges sucht schaut auch Saboteur: Das Duell an.
Das gleiche gilt für Solospieler.

Vielen Dank an Amigo für das Rezensionsexemplar!

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Isle of Skye

Nachdem mich das anderer große Werk der beiden Autoren, Broom Service, nicht wirklich überzeugt hat, schauen wir uns heute Isle of Skye an. Wie kann man das Spiel einfach beschreiben?
Man stelle sich vor Kingdom Builder, Carcassonne und Alhambra leben in einer offenen Beziehung und bekommen dank der Genetik ein Kind.

Eckdaten

Autor: Andreas Pelikan, Alexander Pfister
Illustrationen: Klemens Franz
Verlag: Lookout Spiele (Verlagsseite)
Erscheinungsjahr: 2015
Spieleranzahl: 2 – 5
Dauer: 45 – 60 min
Schachtelgröße: 28xm x 19,3cm x 6,8cm
Preis: ca 25€

Ausstattung

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Mitgeliefert werden Plättchen, ein schön großer Beutel, Pappmünzen, Sichtschirme und ein Spielplan. Das Material ist gut gewählt. Was nicht enthalten? Plastikbeutel. Man sollte aber unbedingt welche verwenden um die Münen zu verstauen. Das spart Zeit.

Grafische Gestaltung

Die Gestaltung ist typisch Klemens Franz. Gut gelungen.

Aufbau

Spielfeldgröße: ca 30 x 20 für die zentrale Auslage und ca 40xm x 20cm pro Spieler
Aufbauzeit: ca 2min.

Thema

Ja … puh … ähm … Die Isle of Skye exportiert tatsächlich Whisky 🙂

Besonderheiten

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Spielablauf auf de Rückseite des Sichtschirmes.

Eine Partie gliedert sich in 5 bzw. 6 Runden.

Zu Beginn einer Runde bekommen alle Spieler Geld. Der Geldbetrag hängt davon ab wie viele Whiskyfässer über Straßen mit der Burg verbunden sind. bzw. wie viele Spieler sich auf der Punkteleiste vor einem befinden.

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Bei Rundenbeginn würde ich 6 (5 für die Burg und 1 für die Whiskyfässer) Geld bekommen

Danach ziehen alle Spieler der Reihe nach 3 Plättchen aus dem Beutel und legt sie vor den Sichtschirm. Hinter eines der Plättchen legt man eine Axt. Dieses Plättchen wandert zurück in den Beutel. Hinter die anderen muss man mindestens 1 Goldmünze legen.

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Das Plätchen ganz links wandert zurück in den Beutel

Haben das alle gemacht, stellt man die Sichtschirme zur Seite. Die Plättchen vor den Äxten kommen zurück und jetzt haben die Spieler der Reihe nach die Chance genau 1 Plättchen von den anderen Mitspielern zu kaufen. Das Geld für den Kauf geht sofort an den Spieler. Das Geld das dieser als Preis dafür festgelegt hat geht auch wieder an ihn zurück.

Nachdem alle gepasst oder gekauft haben müssen die Spieler vor ihnen liegende Plättchen selber kaufen, dh. das Geld wandert in den Vorrat.

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Ja das Plättchen wurde korrekt angelegt.

Danach werden die Plättchen eingebaut. Einbauregeln sind recht simpel. Da wo man an bestehende Plättchenarten anlegt muss das Gelände übereinstimmen. Geländearten sind Berge, Wiesen und Seen. Straßen können im nichts auftauchen und auch wieder verschwinden.

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Die unterschiedlichen Plättchen

Jetzt wird gewertet. In jeder der 5/6 Runden wird nach anderen Kriterien gewertet. Dabei wählt man zu Spielbeginn 4 der Plättchen aus und platziert sie auf dem zentralen Tableau.

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Die vorgschlagenen Wertungsplättchen für die erste Partie. Wir befinden uns gerade in der ersten Runde. Fenster A wird bei Rundenende gewertet.

Jedes Plättchen liegt in einem Fenster und darüber ist ein Buchstabe. Auf dem Tisch wird die Runde angezeigt. In der ersten Runde wertet man also Fenster A usw.

Nach 6 Runden ist das Spiel vorbei

Einstieg & Wiedereinstieg

Regelumfang: Wenig
Einarbeitungszeit:Leicht gelernt, schwer zu meistern

Preis/Leistung

Das Spiel ist für ca 25€ zu haben. der Preis geht meiner Meinung nach vollkommen in Ordnung.

Meine Meinung

Gut … Fangen wir gleich mit dem Negativen an. Hier veweise ich auf meine abschließenden Worte von Yangtze. Ich finde zu überlegen „soll das jetzt 12 oder 13 kosten“ eher nicht so spannend. Dieses Element ist aber entscheidend. Eine Münze mehr oder weniger zu haben, kann in einer Runde schon mal zu einem Schneeballeffekt führen.Wenn ich dieses Plättchen kaufen kann bedeutet das für mich Punkte und für den Mitspieler einen Haufen Geld, was wiederum Einfluss darauf hat was er kaufen kann usw. Es ist eben nicht so wie in anderen Spielen, dass das Geld in den Vorrat kommt. So kann es sein, dass ein Spieler haufenweise Geld hat aber nur 1 Plättchen kaufen kann. Ach ja … Das fühlt sich dann irgendwie unbefriedigend an.

 

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es kann eben nur einen geben 🙂

Kommen wir zu den neutralen Punkten. Ich finde den Aufholmechanismus notwendig. Ist das was schlechtes? Jein, weil man ohne ihn gefühlt aufgeschmissen wäre. Manchmal sind die guten Plättchen eben schon weg oder man ist der Startspieler der zwar eine Riesenauswahl, aber eher wenig Geld hat, falls er die eigenen Plättchen nicht verramscht.
Weiterer neutraler Punkt. Die gebaute Landschaft finde ich nicht so schön anzusehen wie in anderen Legespielen. Vielleicht auch deswegen weil man eben nur eine kleine Landschaft vor sich selbst baut. Da liegen dann eben nur ungefähr 12 Plättchen.
Noch ein neutraler Punkt. Man muss die Plättchen die bei den anderen ausliegen gut im Kopf rotieren. Es ist in den Partien schon Mal vorgekommen, dass einer ein Plättchen gekauft hat, es anlegen wollte und irgendwie die Straße doch anders verlaufen ist als er sich das vorgestellt hatte.

Ansonsten ist es ein gutes Beispiel für die Kennerspiel Kategorie. Man könnte meinen, dass es so simpel ist aber der Kniff ist hier das Festsetzen der Preise. Das ist nicht so einfach, wie es aussieht. Welche Runde haben wir? Was wird gewertet? Was haben die anderen gebaut? Wieviel Geld will man selbst noch zum Einkaufen übrig haben? Was schmeißt man wieder zurück? Will man die eigenen Plättchen notfalls auch haben?
Fragen über Fragen.

Was mir noch gut gefällt ist die (meist) niedrige Wartezeit und das doch interaktive Spielgefühl. Die Phase wo am meisten überlegt wird, verläuft nämlich für alle Spieler gleichzeitig. Richtig gut. Später beim Kauf geht es dann doch ziemlich zackig dahin und ehe man sich versieht ist das Spiel um.

Die Spielzeit ist nämlich der nächste Pluspunkt. Mit eher bis zu  einer Stunde ist es nicht zu lang aber auch nicht zu kurz. Richtig schön. Da hängt man gerne noch eine Revanche dran.

Mein persönliches Highlight sind die Wertungsplättchen. Hier ist genug Abwechslung für einige Partien drin, weil die Reihenfolge der Wertungen auch Auswirkungen auf das Spiel hat und auch gleichzeitig ändert, was welche Plättchen wert sind. Simpel und richtig elegant.

Ich finde das Spiel in der Kategorie Kennerspiel ganz gut aber muss auch sagen, dass es nicht so ganz mein Geschmack ist aber die Wertungsplättchen, die Interaktivität und kurze Spieldauer reißen es heraus.

Gut-

Empfehlung

Wer ein Legespiel sucht mit flexibler Preisgestaltung, schöner Spieldauer und Wiederspielbarkeit -> Pflichtkauf.

Wer aber glaubt Isle of Syke ist ein komplexeres Carcassonne -> hier seid ihr falsch. Abgesehen davon dass man Plättchen rotieren darf, wars das mit den Gemeinsamkeiten.

Arboretum

Heute machen wir einen Spaziergang an der frischen Luft und flanieren durch den Park … richtig entspannend im Schatten der Magnolien herumzuspa … was zum?! Wieso ist der Weg blockiert? Aha ein Schild…Ich mag Magnolien lieber als ihr alle und hab mir die Wegerechte gesichert … seht zu, dass ihr wo anders entlang wandert, ihr Penner!
Wie unhöflich …

Eckdaten

Autor: Dan Cassar
Illustrationen: Chris Quilliams; Philippe Guérin
Verlag:Abacusspiele (Verlagsseite)
Erscheinungsjahr: 2016
Spieleranzahl: 2-4
Dauer: ca 30 min.
Schachtelgröße: 16,3cm x 11,8cm x 3,7cm
Preis: ca 12€

Ausstattung

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Das Spiel besteht aus 80 Karten. Diese Karten sind von hervorragender Qualität und sogar die Anleitung greift sich richtig gut an.

Grafische Gestaltung

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Die Bäume sind einfach wunderschön anzusehen. Die Schachtelgrafik ist auch sehr gut gelungen und glänzt teilweise golden.

Aufbau

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Spielfeldgröße: Die einzelnen Spieler brauchen doch recht viel Platz. Wie sich so ein Arboretum entwickelt kann man nur schwer vorhersagen
Aufbauzeit: Karten mischen

Thema

Jeder pflanzt ein Arboretum. Für all jene die bis heute noch nichts mit dem Begriff anfangen konnten (wie ich selbst): Das ist ein Park aus Bäumen. Derjenige der am Ende den schönsten Park hat gewinnt … vielleicht 😉

Besonderheiten

Jeder Spieler erhält zu Beginn ein paar Handkarten mit Werten von 1-8. Jeder Spieler hat einen eigenen Ablagestapel und es gibt den gemeinsamen Nachziehstapel.
Ist man an der Reihe zieht man 2 Karten von irgendeinem Stapel, spielt eine Karte in sein Arboretum und wirft eine auf seinen Ablagestapel.

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Die Karten können horizontal oder vertikal an bisher gelegte eigene Karten ausgelegt werden. Diagonal ist nicht erlaubt.

Das passiert so lange bis der Nachziehstapel leer und das Spiel vorbei ist.

Jetzt kommt der eigentliche Clou. Die Wertung. Man geht Baumtyp für Baumtyp durch und jeder Spieler zeigt alle Handkarten in dieser Farbe her. Der der, die höchste Summe an Werten auf der Hand hat, darf einen Weg in dieser Farbe werten. Trickreich wird es, wenn jemand eine 8 und jemand eine 1 in derselben Farbe hat. Die 1 neutralisiert nämlich die 8 und verringert ihren Wert auf 0.

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Wie wertet man einen Weg? Ein weg startet mit der Farbe eines Baumes und endet mit einem Baum in derselben Farbe. Dabei müssen die Zahlenwerte aufsteigend sein. Lücken dürfen vorhanden sein. Pro Karte die dieser Weg lang ist gibt es einen Punkt. Startet er mit einer 1 gibt es einen Bonuspunkt endet er mit einer 8 gibt es 2 Bonuspunkte. Besteht ein Weg nur aus Karten einer Farbe und hat er mindestens eine Länge von 4 so bekommt man nochmal pro Karte einen Bonuspunkt.

Einstieg & Wiedereinstieg

Regelumfang: Das vorhin waren 90% der Regeln
Einarbeitungszeit: Die erste Partie kann etwas holprig sein. Es gibt den einen oder anderen „Stoperstein“. Manche vergessen, dass man Lücken lassen darf. Andere versuchen mehrere Wege zu werten andere wieder Vergessen das Zurückhalten von Handkarten. Aber spätenstens nach der 2. Partie sollte es kaum mehr Fragen geben.

Preis/Leistung

Es ist es wirklich wert. Da muss man gar nicht darüber diskutieren. Tolle Kartenqualität und sogar das Papier der Anleitung greift sich schön an. Aber wie ist jetzt das Spiel?

Meine Meinung

Als ich zum ersten Mal ein Video zu diesem Spiel gesehen habe, dachte ich mir … Aha … Bäume setzen. Hört sich nicht grade spannend an. Die Videoqualität war auch nicht berauschend so haben die Illustrationen auch nicht genau gesehen. Aber hat sich das bestätigt?
Als negativen Punkt kann man anführen, dass man bei 2 und 3 Spielern Karten raussortieren muss aber das muss man auch bei anderen Spielen also kann man das nicht gelten lassen …  neutral könnte man das Thema nennen. Die Bäume sind zwar echt hübsch aber ich fühle mich jetzt nicht so als ob ich durch ein Arboretum gehe. Sie sehen in der Auslage trotzdem schön aus. Ein anderer neutraler Punkt ist der Einstieg. Die Regeln sind zwar echt nicht schwer aber trotzdem ist es noch allen Mitspielern schwer gefallen die 1. Auslage zu planen. Vor allem die große Frage: „Womit anfangen?“ Das erinnert schon ein wenig an an leeres Go Brett. Man hat als Neuling einfach das Gefühl, dass man jetzt schon was falsch machen kann, obwohl es eigentlich noch kein Drama ist.

Ansonsten. Das Spiel hat das Zeug ein echter Klassiker zu werden. Es erinnert an den Ablauf und emotional von Lost Cities. Hier wie dort steht man vor den kniffligen Entscheidungen, wo man in den meisten Fällen keine 100% richtige Antwort weiß. Welche Karte behält man auf der Hand, um überhaupt einen Weg werten zu können. Wieviel Risiko geht man ein? Warum zum Geier hat noch keiner außer mir Eichen eingepflanzt? Haben sie keine oder hat die jemand auf der Hand. Sicher der Christian. Der schaut schon ganze Zeit so komisch auf meine Auslage. Wie lege ich mein Arboretum an? Riskiert man echt einen Weg in nur einer Farbe? Richtig schöne Dilemmas. Entscheidungen, die wirklich eine Tragweite haben. Wenn man die falsche Karte wegwirft, kann das schon Mal eine ganze Farbe kosten, was einen das ganze Spiel kosten kann.

Man könnte denken, das ist zu drastisch. Sieg und Niederlage so nahe beieinander? Ja ja und ja. Man überlegt bei jeder Karte … Was abwerfen. Das darf nicht weg, das will ich nicht weg, wenn das verteilt wäre könnte ich die weg – aber was ist wenn nicht? Es wäre übertrieben zu sagen, dass mich das ins Schwitzen bringt aber manchmal würde man schon gern schreiend aufspringen … wieder eine Parallele zu Lost Cities.

Besonders gut gefallen hat es mir mit mehr als zwei Spielern (obwohl es in dieser Besetzung auch gut funktioniert). In den höheren Zahlen ist der Showdown am Spielende spannender, weil man nicht genau weiß wie …sagen wir mal … „kritische“ Farben verteilt sind. Bei zwei Spielern ist das bei Spielende klar (außer man hat vergessen was auf dem Ablagestapel liegt). Da zittert man nur bis zur letzten Karte des Nachziehstapels, denn im Gegensatz zu Lost Cities – wo die letzte Karte eigentlich eine tote Karte ist – kann hier die letzte Karte nochmal richtig entscheidend sein.

Arboretum ist ein schönes, taktisches Sammel- und Legespiel. Es ist simpel – und auch wieder nicht. Sanft wie eine Brise – und auch wieder nicht. Ein Spiel der Gegensätze die es ziemlich reizvoll macht. Derweil kann ich noch nicht abschätzen, wie es sich auf Dauer halten wird. Für mich bleibt es zwar hinter Lost Cities  in meinem Ranking, weil es doch recht stark davon inspiriert wurde aber noch immer ein gutes (+) Spiel, dass sehr gerne auf meinen Tisch kommt.

(Wow … wieder eine recht gute Wertung. Wie sagt man so schön: Wenn’s laft, dann lafts 😀 )

 

Empfehlung

Wer Lost Cities schon nicht mochte, weil es zu glückslastig und simpel war wird auch mit Arboretum nicht glücklich werden.

Wer kleine, schnelle Kartenspiele mag die eher abstrakt sind sollte es sich unbedingt anschauen.

 

Vielen Dank an Abacus für das Rezensionsexemplar!