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Manhattan

Es gibt ja Menschen die behaupten: „Früher war alles besser“. Gut, dass es von Brettspielen Neuauflagen gibt. Heute schau ich mir ein Spiel an, dass über 20 Jahre alt ist. Auf geht’s nach Manhattan und Honkong und Buenos Aires … glaub ich halt 🙂

Eckdaten

Autor: Andreas Seafarth
Illustrationen: Jacqui Davis
Verlag: Hans im Glück im Vertrieb von Schmidt Spiele (Verlagsseite)
Erscheinungsjahr: Neuauflage 2017. Erstauflage 1994
Spieleranzahl: 2 – 4
Dauer: <45min
Schachtelgröße: 27cm x 27cm x 6cm
Preis: 35 – 40€

Ausstattung

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Ein Spielplan, ca 100 Plastikteile und ca 50Karten. Alles von sehr guter Qualität.

Grafische Gestaltung

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Gefällt mir eigentlich ganz gut.

Aufbau

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Spielfeldgröße: 70cm x 70cm
Aufbauzeit: ca 2min

Thema

Wir errichten in mehreren Städten der Welt Wolkenkratzer und versuchen da am besten abzuschneiden.

Besonderheiten

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Der Spielplan ist in mehrere Städte zu je 9 Bauplätzen aufgeteilt. Hier errichten wir unsere Wolkenkratzer. Dafür benötigt man Bausteine. Die gibt es in der Größe von 1 – 4 Stockwerken.

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Mit dieser Karte kann ich auf einem Blauplatz links oben bauen.

Zusätzlich gibt es noch Baukarten. Diese zeigen wo man bauen kann. Die Spieler sollten an jeder Seite des Spielbretts sitzen, weil die Baukarte immer so vor einen ausgespielt wird, dass man die Illustration „richtig“ sehen kann.

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Wenn die anderen dieselbe Karte spielen, sind es aus meiner Sicht andere Bauplätze.

Gespielt wird über mehrere Runden. Man hat seine 4 Baukarten auf der Hand und wählt nun die Bausteine (6 bzw. 4) aus die man in dieser Runde verwendet.

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Meine Teile für diese Runde.

Danach baut, beginnend mit Startspieler, jeder Spieler ein Bauteil bis alles verbaut wurde.

Wie wird nun ein Bauteil gebaut? Dazu spielt man 1 Baukarte vor sich aus und zwar hochkantig. Diese gibt einen Bauplatz vor. Die Stadt wählt man selber aus. Man kann auf einem freien Platz und einem Platz wo ein eigenes Stockwerk steht ohne Probleme bauen.

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Rot platziert 1 Stockwerk auf dem Gebäude von blau. Beide kontrollieren ein Stockwerk aber rot ist am weitesten oben dh. rot kontrolliert das Gebäude.

Man kann aber auch Bauteile auf Bauteile anderer Spieler platzieren. Dazu muss man danach mindestens genau so viele Stockwerke des Gebäudes besitzen als der Spieler der zuvor ganz oben war.
Der Spieler der das oberste Stockwerk eines Wolkenkratzers besitzt ist der Besitzer des Gebäudes.

Nach dem setzen eines Bauteils zieht man eine neue Baukarte und der nächste ist dran.

Am Ende einer Runde bekommt man Punkte für den höchsten Wolkenkratzer auf dem Spielplan, für die Mehrheit in den einzelnen Städte und für jedes eigene Gebäude.

Einstieg & Wiedereinstieg

Regelumfang: sehr einfach. Das waren vorhin fast alle Regeln.
Einarbeitungszeit: Gering

Preis/Leistung

Das Spiel kostet derzeit ca. 40€. Wenn man nur so liest, was in der Schachtel ist denkt man sich schon … naja…schon teuer. Aber wenn man das Material anfasst, wird man wissen wieso. Die Qualität stimmt hier einfach.

Meine Meinung

Richtig große Kritikpunkte hab ich keine … aber ein paar Anmkerungen. Das Spiel heißt zwar Manhattan aber man errichtet auf der ganzen Welt Wolkenkratzer. Das stört beim Spielen zwar nicht, hat mich aber anfangs etwas verwirrt.
Das neue frabenfrohe Design gefällt mir eigentlich ganz gut, lediglich bei den Charakter „Tableaus“ hätte man noch andere Charaktere auf die Rückseite geben können, so bleibt die eben weiß…Detail am Rande.

Apropos Detail am Rande. Bei so einsteigerfreundlichen Spielen und auch Neuaflagen finde ich es eigentlich ganz gut, wenn man ein paar Varianten mit reinpackt. Bei einem Spiel das über 20 Jahre alt ist gibts da sicher ein paar Ideen. Das wäre für die Wiederspielbarkeit noch ein kleiner Sprung nach vorne.

Kommen wir zu den Spielerzahlen. Zu viert finde ich es am besten. Zu dritt ist es auch gut aber 6 Städte bei 3 Spielern teilt sich schon gern auf 2 – 2 – 2 auf. Da ist die Anfangsphase etwas vorprogrammiert. Zu zweit spielt jeder mit 2 Farben. Das reizt mich persönlich nicht wirklich.

Letzte Anmerkung, die der Form halber dabei ist. Es ist ein Spiel bei dem es um Gebietskontrolle geht. Dh es kann zu Situationen kommen, wo ein Spieler ein Stockwerk in einer Stadt platziert und einem von 2 Spielern die Mehrheit nimmt und dort zum Königsmacher wird.

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Kommen wir zu den positiven Dingen. Man merkt dem Spiel das Alter nicht wirklich an. Auch in voller Besetzung spielt es sich in weit unter einer Stunde. Im Gegensatz zu anderen älteren Brettspielen ist das echt gut. Das passt eher zu aktuelleren Titeln im Gelegenheitsspielerbereich die auch ungefähr die gleiche Spieldauer haben. Ich hatte nie das Gefühl das es länger dauert als es dauern sollte.

Die Regeln sind auf einem Blatt zusammengefasst. Also echt knapp und Fragen gabs keine. Dadurch ist es auch gut geignet um es spontan aus dem Schrank zu holen.

Die Haptik der Bauwerksteile finde ich sehr schön. Einen Turm in die Landschaft zu setzen oder Stockwerke auf die Gebäude der Mitspieler macht schon Laune und am Ende sehen die Syklines gar nicht mal schlecht aus.

Das Material finde ich auch toll. Die Karten sind dick, die Stockwerke robust und lassen sich ohne Probleme zusammenbauen und auseinander nehmen. In der Schachtel hat auch alles seinen Platz und wer will kann sogar alles in Beutel packen.

Die Gestaltung des Spielplans ist anfangs gewöhnungsbedürftig. Ich dachte, naja konkrete Städte wären besser blablabla…Mittlerweile gefällt es mir gut. Ist es wirklich wichtig, welche Stadt man ausbaut?  Da gäbe es nur Stimmen die sagen: Aber Stadt X ist doch viel besser geeignet als Y. Wenn ich mir die Spielpläne der alten Auflagen ansehe ist es ein gewaltiger Sprung nach vorne. Obs jetzt die seltsame alte Leiste oder der, mM nach, doch sehr hässliche Spielplan ist. Hier hat man eine angedeutete Erde mit allen Kontinenten als Hintergrund, was es natürlich viel bunter macht als Großstadt-Grautöne.
Ja … die wären realistischer aber seien wir ehrlich. Das ist nicht wirklich relevant für das Spiel, die Farbe macht mehr Laune und gibt dem Spiel eine Leichtigkeit die es hat. Es ist ein unterhaltsames, lockeres Spiel, dass man mit so ziemlich jedem spielen kann. Die Grautöne lassen es doch abschreckender und komplexer wirken als es ist.

Obwohl das Spiel so einfache Regeln hat, merkt man doch die unterschiedlichen Spielertypen. Da gibts die die am Anfang jeden Konflikt scheuen und leere Bauplätze verbauen um massig Punkte über Gebäude zu machen. Es gibt den der schnell versucht das höchste Gebäude zu kontrollieren und den, der die Bauwerke anderer Spieler einkassiert sobald er die Möglichkeit hat…und natürlich ein Mischmasch aus allem. Sowas gefällt mir auch gut. Es zwingt einen nicht nach einem bestimmten Schema zu spielen.

Das Spiel hat natürlich einen nicht geringen Glücksfaktor. Immerhin zieht man die Baukarten von einem Stapel und da kann es auch blöd laufen. Ich habe z.B. in einer Partie 3 gleiche Karten auf der Hand gehalten, die ich aber nicht wirklich einbauen konnte. Trotzdem. Ich kann je nach Handkarten und Positionen der Mitspieler planen, welche Bauteile ich einbauen will. Die Entscheidung ist nicht so leicht.

Noch ein großer Pluspunkt. Das Spiel ist interaktiv. Wenns es auch nur halbwegs so abläuft wie bei uns wird geredet werden … viel. Da diskutieren zwei wie man am besten die Mehrheit von Andreas knackt, weil er in der letzten Wertung ziemlich davon gezogen ist…ja … wieder Mal nicht aufgepasst… und die Situation auf dem Spielbrett kann sich zwischen den Wertungen auch sehr schnell ändern. Oder man streitet sich mit seinem Gegenüber der sein Gebäude ausgebaut hat und nun 2 Stockwerke höher ist. Buttert man auch weitere Ressourcen hinein oder ist man sogar froh darüber, dass Christian dort hingebaut hat anstatt wo anders?  Der Faktor Mensch spielt eine große Rolle.

Manhattan ist ein einsteigerfreundliches, kurzweiliges Spiel mit tollem Material. Das erinnert an moderne Spiele wie Splendor oder Century. Im Gegensatz zu denen setzt es viel mehr auf Interaktion.

Gut

Empfehlung

Um es nochmal zu betonen. Es gibt im Spiel recht viel interaktion, weil die Bauplätze nun mal beschränkt sind. Bei uns in der Runde passt das und mein Vater hat mehr Spaß daran mir die Gebäude zu klauen als er eigentlich haben sollte aber ich kann mir auch vorstellen, dass es Runden gibt die genau das nicht mögen.

Ansonsten. Wenn man kein strategisches Schwergewicht erwartet bekommt man hier ein unterhaltsames Spiel, das auch für Einsteiger geeignet ist.

Vielen Dank am Schmidt Spiele für das Rezensionsexemplar!

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El Grande: Big Box

Heute rezensiere ich etwas Altes … für Spiele … nicht für Menschen. Aber wenn ein Spiel über 20 Jahre alt ist, kann man es getrost alt nennen. Warum schau ich es mir grade jetzt an? Vor kurzem kam es in meiner Top 10+10 vor und ich dachte: „Hey, wäre gut eine ganze Rezension dazu zu haben“.

(Hier stelle man sich die Eröffnungsmusik von 2001: Odyssee im Weltraum vor)

Eckdaten

Autor: Wolfgang Kramer, Richard Ulrich
Illustrationen: Doris Matthäus
Verlag: Hans im Glück (Verlagsseite)
Erscheinungsjahr: 1995 Erstauflage; 2015 Big Box
Spieleranzahl: 2 – 5
Dauer: 60 – 120 min
Schachtelgröße: 44cm x 32cm x 10cm
Preis: ca 50€

Spielmaterial

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In dieser Schachtel findet man viele Karten (echt viele Karten). Kleine Meeple (echt viele Meeple), Pappe und Holz. Der größte Unterschied für Kenner des alten El Grande dürften wohl die Meeple sein, die die Würfel ersetzen. Von den Farben hat sich auch etwas verändert. Ich denke, das dürfte eine Anpassung für Menschen mit Sehschwächen sein. Das Material ist von sehr guter Qualität.

Idealerweise gibt es auch eine Extra Anleitung die schön auflistet wo was in die Schachtel einsortiert gehört. Auf den Fächern sieht man nochmal die Symobole der Erweiterungen. Langes Suchen entfällt.

Grafische Gestaltung

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Die Illustrationen gefallen mir sehr gut. Das Spielbrett mit den Burgen in den Regionen – toll. Es erinnert an eine alte Landkarte. Die Symbole sind auch klar. Die Gesichter auf den alten Karten wurden durch Meeple ersetzt und die Provinznamen eingespanischt. Das sorgt für zusätzliches Flair (obwohl ein Spanier wohl schreiend aufspringen würde, wenn ich manche Provinznamen ausspreche)

Aufbau

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Spielfeldgröße: 60cm x 70 cm und ein wenig Platz wo die Spieler ihre Meeple und Karten platzieren können.
Aufbauzeit: ca 1:30 min

Thema

Worum geht es bei El Grande? Wir sind Adelige (=Granden) die sich im Spanien der Renaissance um die Vorherrschaft streiten. Dabei entsenden wir niedrige Adelige (=Caballeros) in die Provinzen oder besetzen Burgen (=Castillios) um den Einfluss unseres Granden zu stärken.

Besonderheiten

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Grün startet in Valencia. Dort hat er seinen Granden (großer Meeple) und 2 Caballeros (kleine Meeple). Er hat die Mehrheit an Caballeros und würde bei einer Wertung die Punkte ganz links bekommen. Zusätzlich erhält er 2 Extrapunkte weil der Grande in dieser Region steht.

Dreimal im Spiel wird gewertet, wer die Mehrheit an Caballeros in jeder Region hat.
Gesteuert wird das ganze über Handkarten (=Machtkarten). Jeder Spieler hat einen identischen Satz davon mit den Werten von 1 bis 13.

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Handkartenwerte gehen von 1 bis 13. Spielt man eine 1 aus ist man sicher letzter, bekommt aber 6 Caballeros als Nachschub. Bei einer 13 ist man garantiert Erster muss aber auf Nachschub verzichten.

Im Spiel liegen jede Runde 5 Aktionskarten mit unterschiedlichen Aktionen aus. Zu Beginn einer Runde spielen alle der Reihe nach eine Machtkarte aus. Sie muss sich aber im Wert von denen der anderen unterscheiden. Die Höhe der ausgespielten Karten bestimmt einerseits die Reihenfolge bei der Wahl der Aktionskarten (der mit der höchsten Karte beginnt), andererseits bestimmt sie auch wie viele neue Caballeros man aus dem Vorrat (=Provinz) an den eigenen Hof bringen kann. Je höher der Kartenwert desto niedriger die Anzahl der Caballeros die man bekommt.

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3 Beispiele für Aktionskarten der ersten 3 Stapel. Oben ist die Sonderaktion und darunter ist angegeben wieviele Caballeros man aufs Spielfeld setzen kann.

Jetzt dürfen sich die Spieler der Reihenfolge entsprechend eine der ausliegenden Aktionskarten wählen.Mit ihr bringt man die Caballeros vom Hof auf den Spielplan und hat noch eine Sonderaktion zur Verfügung.

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Aktionskarten von Stapel 4 und 5. Stapel 5 besteht nur aus einer Karte.

Die neuen Caballeros dürfen üblicherweise nur in die Nachabarregionen der Königsfigur gestellt, oder in das Castillo geworfen werden. Die Königsregion selbst ist tabu. Dh. in dieser Region darf nichts verändert werden.

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Regel Nr. 1: Die Königsregion ist immer tabu! Hier darf nichts verändert werden.

Der Spieler, der die niedrigste Machtkarte ausgespielt hat wird Startspieler in der nächsten Runde.

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Die Mehrheit im Castillo wird gewertet. Danach entsendet jeder Spieler seine Caballeros in die Provinz die er auf der Geheimscheibe eingestellt hat.

Wie wird gewertet? Ganz einfach. Man arbeitet die Punkte auf der Leiste ab. Zuerst stellen alle Spieler auf ihren Geheimscheiben eine Region ein – Das Geheimnis des Castillos wird gelüftet und hier die Mehrheit gewertet. Dann werden die Caballeros des Castillos in die auf den Geheimscheiben eingestellten Regionen entsandt und diese der Reihe nach abgearbeitet.

Nach der 3. Wertung ist das Spiel vorbei.

Einstieg & Wiedereinstieg

Regelumfang: Wenige Grundregeln
Einarbeitungszeit: Für die ersten Partien sollte man sich Zeit nehmen. Auf alle Fälle so lange kurze Partien spielen bis man merkt, dass es gut von der Hand geht!

Preis/Leistung

In dieser Box findet man alles was je zu El Grande rausgebracht wurde und eine kleine Jubiläumserweiterung. Ich habe das meiste noch nicht ernsthaft verwendet sondern nur angespielt – aber ich hab die Box auch erst ca 1 Jahr- Also noch genug Zeit, wenn ich es mit dem Alter von El Grande vergleiche.

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Jubiläumserweiterung: Ein Caballero wird zum Fahnenträger und entscheidet ein Unentschieden

Die Erweiterungen teilen sich in 3 große Bereiche und die Jubiläumserweiterung, die lediglich einen Caballero zum Standartenträger macht, wodurch er ein Unentschieden in einen Sieg verwandeln kann. Das macht frühe Intrigantenaktionen interessanter aber ansonsten bleibt alles gleich.

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König und Intrigant: Man baut sich seinen Kartensatz aus bis zu 39 Karten zusammen. Zahlenwerte und Aktionen sind kombiniert.

Ein Bereich ist König und Intrigant mit den unterschiedlichen Editionen. Hier wählt jeder Spieler aus bis zu 39 Karten seine 13 Machtkarten aus. Der Clou. Zahlenwerte und Aktion sind miteinander gekoppelt. Die Aktionskarten werden durch andere Karten ersetzt. Dadurch kann man vor dem Spiel seine eigene Strategie forcieren.

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Grandissimo: ein paar Beispiele für den 6. Stapel

Grandissimo erweitert das Grundspiel um zusätzliche Aktionsmöglichkeiten. 2 Weitere Aktionskartenstapel kommen dazu. Durch manche Karten kann man Caballeros ins Gefängnis werfen und nur der Spieler der die Königskarte nimmt kann sie begnadigen.

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Grandissimo: Der 7. Stapel besteht aus einer Karte

Hat man ein Schiff, so kann man eine Invasion der Küstenregionen planen. Portugal kommt als neue Region hinzu, Bündnisse zwischen Regionen werden geschmiedet und und und. Dh. Das Spiel bleibt grundlegend gleich aber durch weitere Stapel gibt es mehr Aktionsmöglichkeiten.

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Großinquisitor und Kolonien. Ein paar weitere Aktionskarten.

Die Erweiterung die das Grundspiel am meisten abändert ist Großinquistior und Kolonien. Neue Regionen, Ämter die Caballeros einnehmen können, Waren die transportiert werden wollen,…Es ist fast ein eigenes Spiel. Hab ich noch nicht ausprobiert. Wirkt so als wäre es echt nur für Kenner von El Grande.

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Großinquisitor und Konlonien: Man spielt auf der Rückseite mit 4 weiteren Regionen. Caballeros können Ämter bekleiden und man transportiert Waren.

Wenn man mich fragt. Echt viel Zeug wenn das Grundspiel gut ist. Aber ist es das?

Meine Meinung

Setzen wir zuerst eine böse Miene auf und fangen mit der Kritk an. Neutral finde ich das Spiel zu zweit. Wie bei 90% (Zahl erfunden) der Area Control Spiele ist das eher mau. Ganz ok aber kein Vergleich zum Spiel mit 3 oder mehr Spielern.
Zu 5. ohne Erweiterung hat der letzte Spieler keine Auswahl bei den Aktionen.Shit happens…Apropos shit happens. Es kann vorkommen ,dass ein Spieler mit dem Sieg davon läuft bzw. ein anderer zurück fällt. In den Partien die ich gespielt habe, hatte ich aber das Gefühl, dass es an den jeweiligen Spielern lag und nicht am Glück. Es ist aber auch kein Familienspiel sondern eher im Kennerbereich anzusiedeln. Da sollte man nicht erwarten, dass man am Ende nochmal alles aufholen kann.

Ich habe die negativen Punkte vergessen? Nein hab ich nicht – mir fallen einfach keine ein. Denn: Ich liebe es!

Wie soll ich das begründen? Es hat so ein einfaches Grundkonstrukt: Karte spielen – Aktion auswählen und fertig. Auf dem Spielbrett ist jederzeit ersichtlich wer wo die Mehrheit und wieviele Caballeros hat und welche Aktionskarten verfügbar sind. So simpel, dass es fast schon banal erscheint, wären da nicht die Konsequenzen aus den einzelnen Aktionen.

Es beginnt beim Ausspielen der Machtkarten. Welche Aktion möchte man machen? Wieviele Caballeros will man aufs Spielbrett bringen? Was möchten wahrscheinlich die anderen machen? Welche Karten wurden schon gespielt? aaaah … Man schaut auf seine Karten … zu den Aktionskarten … auf das Spielbrett… man hat eine Idee. Doch man wird vom Blick eines Mitspielers durchbohrt und der Blick sagt: Ich weiß was du vorhast. Oh Mist! Was tun? Doch höher spielen oder doch was anderes versuchen?

Was noch genial ist, ist der/die/das Castillo. Ist man sich wirklich sicher die Mehrheit dort zu haben? Hat man sich vielleicht doch verzählt? Die Selbstzweifel beginnen zu nagen. Wieviele Caballeros könnten die anderen nach der Wertung in welche Region entsenden?
Da man meistens mehrere Baustellen hat wo die Platzierung nicht sicher ist, überlegt man wo man seine Ressourcen hineinbuttert. Fragen über Fragen auf die man nicht immer eine korrekte Antwort findet…

Im kurzen Spiel hat man es wesentlich leichter alles im Auge zu behalten und auch das Handkartenmanagement ist da nicht so wichtig. Der Glücksfaktor ist hier auch höher, weil nur 6 der 11 Aktionskarten jedes Stapels ins Spiel kommen. Ideal also um das Spiel erstmal kennen zu lernen. Ich würde niemandem empfehlen gleich eine 9 Runden Partie zu spielen. Das Spiel kann doch etwas dauern. So ca 1 – 2h sollte man einplanen.

Da wäre noch ein Kunststück das El Grande schafft. Die Verwendung von Sprache. Ich kenne kein Spiel, in dem sich die Mitspieler ein eigenes Vokabular zulegen. Hier tut man das. Grande, Caballero, Castillo, Provinz, Hof, Region. Dazu noch der riesige Köngismarker (hier wird die Wichtigkeit des Königs sehr „dezent“ betont) und das Pappcastillo. Das alles gibt dem Spiel eine richtig starke Identität.

Abschließend folgendes: Viele Kennerspiele dieses Jahrtausends bieten mehr strategische Tiefe bei ähnlicher oder geringerer Spieldauer und trotzdem würde ich meistens El Grande den Vorzug geben.

Warum? 1. Es ist sehr schnell aufgebaut. 2. Ich spiele immer mit allen Spielern am Tisch. Meine Züge haben Auswirkungen auf die anderen ZU JEDER ZEIT. Dabei empfinde ich die Interaktion aber niemals als frustrierend. Ärgern kann ich mich schon manchmal – aber frustrierend … nein. Wenn Meeple umgesetzt werden, sind sie immer noch auf dem Spielfeld was es nicht so destruktiv macht. Man muss eben den Plan an die neue Situation anpassen. Der „Umsetzer“ darf selbst nur 1 Meeple einsetzen – alles hat seinen Preis. Manchmal kann es passieren, dass Meeple vom Feld entfernt werden müssen. Das trifft dann aber auch die anderen Mitspieler und es kommt zu einer geheimen Abstimmung … was werden wohl die anderen wählen? Ihr seht vielleicht worauf ich hinaus will.

ich denke, plane, bange, ärgere und freue mich, beobachte, beglückwünsche gute Züge, bin mal fair und manchmal fies, erleichtert, steiger mich in meinen Zug hinein, steiger mich in den Zug der anderen hinein usw.

El Grande ist ein Spiel, dass mein Herz und mein Hirn anspricht. Ich glaube, dass genau das seinen Reiz ausmacht. Ich bin voll in das Spiel involviert. Dann wären da noch die ganzen Erweiterungen … zu diesem Preis. Die El Grande Big Box ist ein richtiger (alter) Klassenprimus der aber nicht nur viele Bücher im Regal stehen hat, sondern sich auch ordentlich gegen Schläger zur Wehr setzen kann. Viele neue Kids haben coolere Spielzeuge und ordentlich viel Bling Bling. Man hängt eine Weile mit denen ab aber dann erkennt man, dass die sich nur mit einem angefreundet haben, um mal neben El Grande im Regal zu liegen.

Genug der Lobeshymnen. Sehr Gut … Mit Sternchen. Für mich eines der besten Spiele die es gibt.

Empfehlung

Ihr sucht ein interaktives Strategie/Taktikspiel? Ein Spiel in dem man Gebiete kontrolliert aber ohne Kämpfe? El Grande sollte nicht fehlen. In dem Bereich ist es, meiner Meinung nach, noch immer die Genrereferenz und ein Meilenstein des ganzen Hobbies.

Wer lieber Spiele mag, in denen man nur punktuell mit den anderen interagiert und auf das Durchkreuzen der eigenen Pläne eher ungehalten reagiert, wird keine Freude mit dem Spiel (bzw. dem ganzen Genre) haben.

Rezensionsupdate (09/2017): Wertungstechnisch kann ich gar nicht weiter rauf, deswegen gibts nur ein paar Anmerkungen. Endlich hab ich zumindest 2 der 3 Erweiterungen so oft gespielt um mir ein Bild zu machen. Ich finde die König und Intrigant Version richtig spannend und vielseitig. Es ist wie eine Art einfaches Magic in einem klassischen Strategiespiel. Von den 39 Karten suchst du dir 13 aus und gut is. Hier gibt es so viele Möglichkeiten. Jede Karte hat einen Standardwert der die Anzahl der Caballeros angibt die an den Hof kommen und dazu die Zusatzaktion.
Diese Variante finde ich besonders gut wenn man häufig mit wenigen Spielern spielt… So 2-3 finde ich ideal dafür. Da dauert der Deckbau nicht so lange und man kann versuchen seine Gegenüber besser einzuschätzen. Werden Sie versuchen schnell viele Caballeros auf das Brett zu bringen? Wie kann ich das Abstrafen? Bin ich der einzige der Wertungstafeln ins Spiel bringen kann? Werden sie viele Sonderwertungen verwenden oder mehr Unfug machen? Brauch ich ein Veto? Setz ich den Joker ein um meine Karte erst am Ende auszusuchen? Das braucht aber einen kostbaren Kartenslot. Es sind schon ähnliche Gedankengänge wie bei Magic&Co ohne das ganze ungute Beiwerk. Gefällt mir echt gut.
Die Grandissimo Erweiterung hab ich auch ein paar Mal gespielt und hier ist es fast umgekehrt. Die find ich mit 4-5 Spielern am besten. Zwei weitere Kartenstapel und ein paar zusätzliche Mechanismen wie die Hafenregionen, Portugal, Schiffe und das Gefängnis. Es geht mit den Optionen in die Breite. Spielt man in einer größeren Runde haben auch die Spieler weiter hinten in der Reihenfolge eine größereAuswahl. Auch unterhaltsam. Natürlich weniger strategisch als die andere Erweiterung aber dafür sehr unterhaltsam, wenn man bettelt und seine Caballeros aus dem Gefängnis haben will 🙂

 

Kingdom Builder

„Ich als euer König erlasse die Order, dass im Osten an den Ausläufern des Gebirges auf der Blumenwiese eine neue Siedlung errichtet wird“
„Kommt nicht in Frage. Wir bleiben da!“
„Wie könnt ihr es wagen eurem Herrscher zu widersprechen!“
„Auf einer Blumenwiese? Wissen’s net wie es da von Insekten wimmeln wird? Da muss man sich wahrscheinlich impfen lassen. Übernehmen sie die Kosten dafür?
„Nein…ich bin…“
„Gusch…Jetzt red i. Die ganze Verwandschaft hat si scho hier angsiedelt. I hab Pay TV, a paar Tageszeitungen und Rabattkarten für alle Supermärkte die’s da gibt. Gibt’s das dort a?“
„Nein aber …“
“ Leitln! Wir bleiben do. Im Dominion gibts heute BBQ!“
„YEAH!!!“

Eckdaten

Autor: Donald X. Vaccarino
Illustrationen: Oliver Schlemmer
Verlag: Queen Games (Verlagsseite)
Erscheinungsjahr: 2011
Spieleranzahl: 2-4
Dauer: 30-60 min
Schachtelgröße: 29,8cm x 29,8cm x 8,5cm
Preis: 15 – 40 €

Ausstattung

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Das Spiel besteht aus 8 Planteilen, ca 120 Holzteilen ein wenig Pappe und einigen Karten. Alles von sehr guter Qualität. Was ich noch positiv hervorheben möchte ist die ausreichende Anzahl an Beuteln um die Siedlungen nach Farben getrennt einzusortieren. Da können sich manch andere Spiele eine Scheibe abschneiden.

Grafische Gestaltung

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Ein optisches Highlight ist Kindom Builder nicht unbedingt aber die Grafik ist gut und auf dem Spielplan findet man manchmal kleine Details. Nett. Die Symbolsprache ist auch sehr gut verständlich. Die Zählleiste auf der Rückseite ist nicht unbedingt ein Hingucker.

Aufbau

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Das vorgeschlagene Spielfeld für die 1. Partie

Spielfeldgröße: 64cm x 60cm für das Spielfeld und evtl. ein bisschen was für die Spieler
Aufbauzeit: ca 2:00min

Thema

In Kingdom Builder geht es darum ein Königreich zu bauen . Wer hätte das gedacht 🙂
Das Thema ist aber nicht unbedingt das wichtigste im Spiel. Im Kern ist es eher abstrakt.

Besonderheiten

Ziel des Spieles ist es das meiste Gold zu sammeln. Den Großteil des Goldes bekommen wir bei Spielende für das erfüllen der Kingdom Builder Karten. Von diesen werden zu Spielbeginn 3 gezogen. Jede hat eine andere Bedeutung und liefert für andere Dinge Gold.

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Die drei vorgeschlagenen Kingdom Builder Karten für die 1. Partie

Ist man am Zug so zieht man eine Geländekarte. Auf dieser Geländekarte müssen wir nun 3 eigene Siedlungen errichten. Wenn möglich, muss angrenzend gebaut werden. Dh. haben wir eine Siedlung die an ein freies Geländefeld dieses Typs angrenzt, müssen wir unsere Siedlungen dahin setzen.

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Ich habe einen Wald gezogen. Da neben meinen bereits gesetzten Siedlungen ein freies Waldfeld ist, muss ich meine Siedlungen dorthin setzen.

Neben dieser Pflichtaktion können wir eventuell Nebenaktionen durchführen. Auf jedem der 4 Quadranten befinden sich auch Ortsfelder. Errichten wir eine Siedlung neben einem Ortsfeld nehmen wir eines der 2 Plättchen in unseren Vorrat (sofern vorhanden). Dieses Plättchen können wir nun 1 Mal pro Zug einsetzen um vor oder nach der Pflichtaktion eine entsprechende Bonusaktion durchführen zu können. Das variiert natürlich von Plättchen zu Plättchen. Man kann so zusätzliche Siedlungen platzieren oder sie verschieben.

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Auf jedem Quadranten findet man eine andere art von Ortsfeld. Hier gibt es z.B. Oasen, mit deren Hilfe wir pro Runde eine zusätzliche Siedlunge auf einer Wüste errichten können.

Dann zieht man wieder eine Geländekarte und schon ist der nächste dran. Wenn einer alle Siedlungen verbaut hat gehts noch bis zum Startspieler und danach werden die Kingdom Builder Karten der Reihe nach abgearbeitet.

Einstieg & Wiedereinstieg

Regelumfang: Das waren fast alle Regeln
Einarbeitungszeit: Sehr kurz. Die Regel ist sehr gut geschrieben.

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Für jedes Ortsfeld gibt es noch ein Plättchen, dass an den Spielplan angelegt wird. Es zeigt die Regel und dient so als Erinnerung.

Es gibt im Netz ein paar Regelvarianten die vorschlagen man soll doch zwei Geländekarten ziehen und eine auswählen. „Damit man mehr Optionen hat“. Davon halte ich wenig bis gar nichts. Ich finde es führt nur dazu, dass man schlampiger seine Siedlungen setzt. Bei einer Geländekarte muss man manchmal länger überlegen, wo ich eine neue „Front“ aufmache. Bei zwei – Finger kreuzen und hoffen eine passende Karte zu ziehen.

Preis/Leistung

Dieser Punkt ist nicht ganz so einfach zu beantworten, weil die Preisspanne doch etwas ungewöhnlich ist. Wenn man Glück hat bekomt man es fast nachgeworfen. 15€ ist wirklich ein No Brainer.
Würde ich 40€ dafür bezahlen? Ehrlich gesagt: Nein. Soviel kostet die El Grande Big Box und da ist schon mehr drin.
Nehmen wir einen Preis der irgendwo in der Gegend von 24-28€ liegt. Dort liegen auch Spiele wie Catan oder Carcassonne.
Das würde für mich passen.

Meine Meinung

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Auf der Rückseite jedes Planteils befindet sich eine Zählleiste.

Neutral finde ich das Thema. Einerseits finde ich die Pflicht zum angrenzenden Bauen doch irgendwie thematisch, der Rest aber … naja … es bleibt ein eher abstraktes Spiel. Was für mich aber nichts negatives ist. Was ebenfalls nicht unbedingt „Spiel Mich!“ schreit, ist die Zählleiste. Funktional. Mehr ist dazu nicht zu sagen.

Den Rest finde ich Klasse. Das hatte ich anfangs nicht erwartet. Die meisten Rezensenten haben das Spiel nicht grade mit Lob überschüttet. Durschnittswertungen waren meist an der Tagesordnung (Irgendwas scheint das Spiel doch was an sich zu haben. Immerhin gibt es 4 große Erweiterungen). Meine ersten Erfahrungen mit Kingdom Builder waren auch eher mittelmäßig und ich war etwas enttäuscht. Damals war Dominion mein Spiel Nr. 1 und ein weiteres Spiel vom selben Autor? Wuhu! Aha … man zieht eine Karte und setzt 3 Häuschen auf den Spielplan … Das wars o.O ?
Sehr simpel und auch noch so glückslastig…

Tja. da hab ich mich getäuscht. Ja natürlich ist auch Glück dabei, aber das erleichtert den Einstieg in das Spiel um einiges. Sonst wäre es beinahe wie bei Go beim ersten Zug. Jeder der Go gegen einen erfahreneren Spieler gespielt hat, weiß wahrscheinlich was ich meine. Man hat als Anfänger gar keinen Plan. Dann macht man doch irgendwann seinen Zug und schon hat man das Gefühl einen Fehler gemacht zu haben.
Die Geländekarten schränken diese Auswahl ein, was schon Mal eine große Last von den Schultern nimmt. Das heißt aber nicht, dass es keine Entscheidungen zu treffen gibt..

Durch die Kingdom Builder Karten und die ausliegenden Plättchen ist die Herangehensweise immer eine andere. Manchmal versucht man ein riesigen Siedlunghaufen in der Mitte zwischen den 4 Quadranten zu machen. Dann wieder das komplette Gegenteil.usw. Auch die Kombination der Plättchen ist interessant. Jedes Plättchen kann man normalerweise 2 Mal haben. Das sind theoretisch 8 zusätzliche Aktionen die man hat. Meistens hat man aber eher nur 3-6 Plättchen. Ob man die jetzt vor oder nach der Pflichtaktion einsetzt oder ob es vielleicht besser ist diese Runde auf sie zu verzichten, regt zum Denken an ohne überanzustrengen. Es macht Spaß, weil man richtig gute Züge machen kann. Zuerst ärgert man sich über die Geländekarte aber dann … wenn ich zuerst das einsetze um das zu verschieben, dann das um zuerst ein Plättchen daneben zu setzen, dann setz ich meine 3 Häuschen und jetzt..etc…Grade für Einsteiger die es in Spielen nicht gewohnt sind sich ihren Zug quasi zusammen zu basteln, ist das interessant

Das Spiel ist ein gutes „Gateway Game“. Für mich sind das einsteigerfreundliche Strategie/Taktikspiele die man aber auch mit erfahrenen Spielern spielen kann. Eben weil man es so ernst und so locker spielen kann wie man möchte. Je nach Gruppe fühlt es sich dann anders an. So ähnlich wie bei Carcassonne. Wenn ich das mit meiner besseren Hälfte spiele, ist es meistens ein freundliches nebeneinander. Wenn ich das mit der Stammgruppe spiele, würde ich mich nie trauen eine Kathedrale in meine Stadt zu setzen 🙂 – wenn ihr wisst was ich meine?
So ist es auch hier. Ich kanns locker aus dem Bauch heraus spielen. Das setzen der Häuser an sich hat ja schon was schönes. Ich kann aber auch mehr Hirnschmalz in jeden Zug stecken um das Maximum rauszuholen.

Was mir noch gefällt ist der Humor. Was Humor? Hast du getrunken? … Ja ihr habt mich schon richtig verstanden. Genauso wie für mich die Original Einleitungen in Dominion sagen – nehmt das nicht so ernst und habt Spaß- sind es hier die Geländekarten. Man hätte ohne Probleme alle Geländearten von Catan kopieren können. Wäre nicht das erste Mal und für die meisten Spieler auch nachvollziehbar. Aber nichts sagt so sehr „Pfeif drauf“ wie Blumen und Canyons. Ich stell mir vor wie Donald das dem Verlag vorgeschlagen hat und die gemeint haben: Wie soll man denn eine Stadt in einem Canyon bauen und was bitte sollen Blumen für eine Geländeart sein? … Hey! Immerhin kann man sie farblich gut von den anderen unterscheiden … 🙂 Hach Kopfkino. Jedes Mal wenn ich so eine Blumenwiese ziehe muss ich schmunzeln.

Ich schätze dieses Spiel sehr, weil ich es mit allen Spielergruppen spielen kann. Für die Veteranen nehme ich aber lieber Erweiterungen dazu. Von denen gefällt mir die Crossroads sehr gut. Nomads find ich ein wenig fummelig. Marshlands konnte ich leider noch nicht ausprobieren. Aber für den Anfang reicht das Grundspiel. Wenn man es sehr mag und oft spielt, kann man dann aufstocken.

Das Grundspiel bekommt von mir ein Gut+

Empfehlung

Wen es nicht stört, dass es doch ein ruhiges und abstraktes Spiel ist und wer ein wenig Glück nicht abgeneigt ist, sollte sich es auf alle Fälle mal anschauen.Egal ob man Einsteiger oder Spieleprofi ist.
Wers sich ganz sicher sein will, kann sich für 3€ die App herunterladen und die ausprobieren. Das ist ein recht guter Kennenlernpreis. Vielleicht mach ich dazu auch mal eine Rezension…