Gedanken zu Magic: the Gathering

Vor einer Weile habe ich ja angekündigt zu dem Thema etwas zu zu sagen. Jetzt ist es soweit 🙂

Kurz zur Vorgeschichte.
Ich habe vor … sagen wir 10+ Jahren Magic gesammelt. Gespielt selten… aber gesammelt. Ich fand das Spiel immer faszinierend, was es mit Karten alles gemacht hat.
Es ist in meinen Augen eines der einflussreichsten Spiele … überhaupt. Es hat die Grenzen dessen was Karten alles machen können gesprengt und aus „Nebenprodukten“ wie Drafting und dem Deckbau sind ganze Genres entstanden. Von den ganzen Sammelkartenspielen und in Folge LCG’s reden wir gar nicht. Der Einfluss auf „normale“ Spiele ist auch spürbar. Ich denk da z.b. an die 1. Erweiterung für El Grande. Wo man auf einmal aus einer Auswahl sich sein eigenes Kartenset zusammenstellen konnte. Die Karten schaffen es auch immer wieder stark ein Thema rüberzubringen, mit einer mal mehr oder weniger fixen „Kartenphilosophie“ und die Illustrationen sind, meistens, richtig stimmig.
Nicht schlecht für ein Spiel, dass eigentlich entwickelt wurde, damit die Leute die auf der GenCon auf einen Platz in einer DnD Partie warten, was zu tun haben.

Nachdem ich das Spiel in den Himmel gelobt habe, werden wir jetzt etwas kritischer.
Es ist teuer… richtig teuer … naja teilweise. Damals gab es Booster und Themendecks, Intro Packs oder wie sie gerade geheißen haben.
Draftbooster waren und sind eine Lotterie. Man kauft sie auch nur um Drafting oder ähnliche Formate zu spielen oder um in ein Set reinzuschnuppern. Themendecks waren auf bestimmte Mechaniken zugeschnitten … aber die Decks waren meist zu schwach um sie im Standardformat zu spielen.
Heute gibt es eine Explosion von Produkten. Unterschiedliche Booster mit unterschiedlichen Preisen und mir teilweise unverständlicher Wahrscheinlichkeitsverteilung. (was ich insgesamt etwas dubios finde) Am besten gefallen mir Challenger Decks und das Arena Einsteigerpaket. Die Challenger Decks kosten ca 3 mal soviel wie ein Themendeck gekostet hat. Dafür sind da aber tatsächlich Karten drin, die so oder ähnlich in Standard gespielt werden/wurden. Natürlich kann man noch an manchen Stellen das Deck verbessern. Als Ansatz für jene die sich dafür interessieren ist das eine super Sache.
Das Arena Einsteigerpaket richtet sich genau an jene die das Spiel kennenlernen wollen und 1vs1 mit einem ausgeglichenen Deck spielen wollen. Zusätzlich gibt es die Karten für die App in der beide gegeneinander spielen können. Obwohl mir ein paar Elemente der App sauer aufstoßen finde ich das gut…vor allem zu dem Preis.

Was aber immer noch fehlt, ist ein Produkt um seine Sammlung aufzubauen, das man immer wieder mal hervorholen kann und dem auch ordentliche, gedruckte Regeln beiliegen… vielleicht mit Beispielen oder wo das so wichtige Element des Stapels/stacks gut erklärt wird. Das man im Zug des Mitspielers Dinge machen kann, wenn es ein Zeitfenster dazu gibt ist eines der Dinge die Magic interaktiver machen als z.b. …Hearthstone.
Brettspiele haben hier so gut vorgelegt, dass das bei Magic echt ein wenig peinlich wirkt. Ein Flatblatt mit Werbung und 2 kleine Kärtchen sind da alles. Der Rest ist online.
Die Deckbauboxen wurden eingestellt. Die waren auch so halbgare Produkte. Auf englisch gab es Game Night Boxen für 5 Spieler … mit einfarbigen Decks und die Karten sollen solala gewesen sein.
Worauf will ich hinaus? Wieso schafft Wizards es nicht ein Produkt rauszubringen für jene die gelegentlich locker Magic mit ihren Freunden spielen und nicht ihr Leben danach richten wollen…ja. So jemanden wie mich. Da bin ich egoistisch.

Sie schaffen es Einsteigerpakete für unter 10€ mit 120 Karten rauszuhauen … aber was ich will ist ein ca 40-50€Produkt mit ausreichend Ländern in allen Farben, ein paar Pappmarkern für Spielmarken und genug Karten um für 4 Personen zu draften um jeder gegen jeden oder kleine Turniere oder die Teamvariante 2vs2 zu spielen im Limited Format. Für Draftmuffel sollte es aber auch 4 Decklisten geben für Decks. Ein Inlay mit Platz für die Karten (und mehr falls man welche dazukaufen will, 4 seperaten Fächern für die Decks und eine gute Anleitung darf nicht fehlen. Ein paar Deckbautipps, kleine Referenzkarten, ein Online Freischaltcode und ein Glossar oben drauf um das Ganze abzurunden.
Ein rundes Produkt, dass eben nicht für Standard, für Commander oder 1vs1 PreConstructed ist. Es hat Drafting, Deckbau und man kann ein paar unterschiedliche Casual Formate spielen. So etwas wäre ein Produkt, dass ich mir neben meinem Dominion oder 7 Wonders ins Regal stelle. Ein Spiel zu dem ich hin und wieder gerne greifen würde.
Ob das Wizards/Hasbro aber versteht, dass die Leute für ein gutes Casual Magic Produkt, dass Spass macht auch soviel Geld ausgeben würden? Ich glaube nicht.

Ich habe mir für ein paar Sets, abgewandelte SetDraft Pools zusammengestellt und einen Winston Cube (das ist eine Art Drafting für 2 Spieler). Das reicht mir jetzt eigentlich wieder. Online habe ich das ganze eine Weile mitverfolgt aber um es auf deutsch deutsch zu sagen, sonst würde ich ich im Dialekt zu wild fluchen….ach du meine Fresse, geht mir das Releasetempo auf den Senkel.
Kaum erscheint ein neues Set ist es gefühlt so, dass schon die Vorschau für das nächste Set startet. Das ist doch total absurd.
Zugegeben die Sets sehen auch gut und interessant aus aber ganz ehrlich … das ist doch echt stressig.
In meiner 1. Magic Phase gab es die Block Struktur mit 2 großen und einem kleineren Set. Die hatte auch ihre Schwächen. Jetzt schmeißen sie mit einem Haufen neuer Welten um sich, die alle nicht uninteressant sind und versuchen in einem Set neue Mechaniken einzuführen und einen großen Plot mit dem kompletten Handlungsbogen zu packen. Gerade der Handlungsteil fällt dadurch recht dünn aus.

Handlung ? Die Sets folgen immer einer Handlung. Es ist nicht Shakespeare oder der Herr der Ringe aber das Universum hat was und wenn man sich mehr Zeit nehmen würde um neue Schurken aufzubauen müsste man nicht immer wieder die alten, „galaktischen Bedrohungen“, aus der Schublade hervorholen. In den alten Sets konntest du der Handlung über den Flavor Text gut folgen. Nicht immer zu 100%. Da und dort hat mal die Reihenfolge der Ereignisse nicht gepasst aber es ging. Man konnte auch die Rückkehr eines Bösewichts dezent einfließen lassen. Da die Sets ja schon eine Weile im voraus geplant sind, hattest du gelegentlich einzelne Karten die über den Flavortext oder die Illustration Hinweise gegeben haben. Wenn dann die Enthüllung kam haben einzelne Karten rückwirkend mehr Sinn gemacht. Das fand ich damals schon clever.

Nehmen wir ein neues Set als Gegenbeispiel z.b. Strixxhaven. Dabei handelt es sich um eine Magier Akademie (Harry Potter lässt grüßen). Da gibt es ein geheimes Archiv in dem Zauber aus dem ganzen Multiversum zu finden sind…was dazu führt, dass in jedem Booster eine dieser Zauberkarten drin ist die aus alten Magic Sets stammen, mit alternativem (echt gutem) Artwork. Auch die anderen Spielmechaniken sind interessant aber die Handlung ist so als ob man tatsächlich versucht Harry Potter im Ganzen in einen Film zu packen. Es wirkt gehetzt.

Gut möglich, dass das die meisten nicht stört. Mich stört das gewaltig. Wie anfangs erwähnt, habe ich das Spiel physisch nicht so oft gespielt aber eben gesammelt. Wenn ich gewusst habe, dass ich bald spielen werde habe ich viel Zeit mit dem Bau des Decks verbracht und da war mir nicht nur wichtig, dass es gute Synergien hat sondern auch, dass das Deck thematisch stimmig ist.

Ob ich gewinne oder nicht, war für mich immer zweitrangig. Gewinnen ist schon eine tolle Sache aber ich wollte das auf MEINE Weise. Dafür musste das Deck Sinn ergeben und Spass machen.
Wie mir das in der App auf die Nerven ging wenn ich Standard gespielt hatte und nach ein paar Karten wusste was für ein Deck mein gegenüber spielt. Das … war … so … langweilig. Wie habe ich meine Gegner gefeiert, wenn das Deck frische Ideen hatte. Die sind nicht so „effizient“ wie das was irgendwelche Turniere gewinnt aber zeugen zumindest etwas von Kreativität.

Eines meiner Standard Decks habe ich „Giant Party“ genannt. Rot Grün Blau. Ich mochte das Wortspiel, Kaldheim hatte coole Riesen und einer davon war richtig gut darin, Lifegain Decks das Leben schwer zu machen. Ich habe es zwar immer wieder etwas abgewandelt aber ich weiß nicht über wieviele Seasons ich das gespielt habe und in hunderten Partien habe ich nie gegen ein ähnliches Deck gespielt. Bis heute finde ich das seltsam. Bis Platin kommst du damit auch und bei vielen glaube ich wirklich, dass sie einfach Decklisten kopieren aber die Decks nicht gut spielen können bzw. den Kartenpool nicht kennen und wenn sie was sehen was vom Schema abweicht, keine Ahnung haben worauf das hinauslaufen könnte.

Machen wir ein Mascherl um das Thema. Würde ich anderen Brettspielern die davor aber noch nie Magic gespielt zum Spiel raten?
Jein. So ein Arena Starter Kit kostet ungefähr so viel wie ein 6 nimmt! oder ähnliches. Dh. man kann da nicht viel verhauen und bekommt Codes für die App damit 2 Personen die Decks in ihrem Account haben. Die App kann man sich natürlich auch so herunterladen und sich das Spiel anschauen…Aufpassen muss man nur, weil die einem natürlich auch Booster und anderes Zeug gegen Echtgeld andrehen wollen. Wenn man weiß man ist anfällig dafür, Finger weg. Ich hab in der App 10€ ausgegeben und ca 1 Jahr gespielt und hab eigentliche ein „gutes Plus“ erspielt, falls ich wieder einsteigen will.

Obwohl es ein Tutorial in der App gibt wird manches trotzdem nicht so gut erklärt, wie es sich ein geübter Brettspieler wünschen würde. Dh. am besten wäre es, wenn einem jemand das Spiel erklärt oder wenn man es zusammen lernt.
Lernt man das Spiel zu zweit neu ist die App am besten, weil dort „Regelfouls“ von Haus aus unterbunden werden.

Das große Problem ist, wie man danach als Casual Gamer weitermacht. So ein richtiges „Deckbautool“ gibt es nicht. Draftbooster bitte nur kaufen, wenn man draften will oder für das Limited Format. Die sind eine Lotterie und dazu da eine Zufallsauswahl zu liefern, aus der man dann versucht das beste zu machen. Gezielt hier was zu suchen ist vollkommen falsch. Es gibt Themenbooster in einzelnen Sets die sich auf bestimmte Farben beziehen aber die kommen ohne Länder. Wenn eine neues Set kommt, gibt es immer ein Produkt, dass Länder beinhaltet und Booster in einer Schachtel die sich auch weiter nutzen lässt. Die fand ich auch gut aber als ich letztens reingeschaut hab waren da keine Draftbooster mehr drin sondern andere und da bricht etwas schönes weg. Bei zwei Spielern könnte sich jeder so eine Schachtel kaufen, wenn einen das Set interessiert und man spielt Limited oder man draftet eben … das geht mit den anderen Boostern nicht. Klares Minus.

Für ein gelegentliches Magic Match erscheint es mir am sinnvollsten ein Arena Starter Kit (oder 2 ) zu kaufen. Man hat zwar nur 4 der 5 Farben aber zumindest hat man eine Menge Länder. Wenn man 2 kauft, kann man an den Decks sogar schon ein wenig herumtüfteln. Ergänzen würde ich es evtl. durch Themenbooster, bei denen wenigstens garantiert ist, dass man Karten in der entsprechenden Farbe bekommt. Das erscheint mir die günstigste Lösung für ein flottes Magic Duell für Einsteigerinnen und Einsteiger. Wenn man genug Länder in allen Farben hat, kann man hin und wieder einfach pro Person 3 Booster kaufen und man draftet.
Man kann auch Einzelkarten online z.b. auf Cardmarket kaufen. Die können noch günstiger sein oder man bekommt ganze Pakete (z.b. Länderpakete) . Man muss aber wissen was man sucht. Alle anderen Produkte sind so teuer wo sich ein Brettspieler sagen wird: „Da kann ich mir ein schönes Spiel dafür kaufen, dass von Haus aus für mehrere Spieler ausgelegt ist … und es hat definitiv besser ausformulierte Spielregeln als Magic

PS: Einstieg ins Spiel. Wenn ihr in Österreich seid, und ihr sucht Länderkarten, schreibt mir eine Nachricht. Ich hätte ein paar Sets von Standardländern abzugeben.

Frisch gezockt 29.07.2022

Na gut was haben wir in letzter Zeit alles gepspielt was ich eine Weile nicht erwähnt hab…

Euphrat und Tigris

Endlich habe ich es wieder auf den Tisch bekommen. Das hatte ich schon so lange nicht gespielt, dass ich kurz darüber nachgedacht habe es zu verkaufen. Vollkommen verrückt. Das Spiel ist ein echter Schatz, wenn man die Einstiegshürde nimmt. Das Spiel zu erklären ist irgendwie nicht einfach.
Es gut zu spielen ebenso. Gerade wenn man anfängt hat das leere Spielbrett etwas von Go.
Was mir aber immer noch richtig gut gefällt ist der Glücksfaktor. Wenn du die Konfrontation suchst, kannst es schon passieren, dass der Schuss nach hinten losgeht…Ich könnte weiter Loblieder über die Wertung, Monumente oder auch das „Thema“ singen aber ich will mich kurz fassen. Noch immer eines der perfektesten Spiele die ich je gespielt habe.

Fantastische Reiche

Ich fand das Spiel richtig gut. Zu Beginn hatte ich meine Bedenken, was die Übersicht auf der Kartenhand angeht aber es ging eigentlich. Es ging so flott, dass wir gerne noch die eine oder andere Partie drangehängt haben…aber…aber ich würde das Spiel nicht ohne die „APP“ spielen. Ich glaube wenn man das händisch abrechnet braucht man dafür fast so lange wie die Spieldauer beträgt. Außerdem hat das Spiel, ohne Block, auch bequem in der Hosentasche Platz.

Dog Deluxe

Das Teamspiel Dog kam in der dezent aufgewerteten Deluxe Variante auch wieder auf den Tisch. Für mich die einzige Art wie ich ein Mensch ärgere dich nicht Spielfeld sehen kann ohne schreiend wegzulaufen.

Die Tavernen im Tiefen Thal & Zimmer frei

Noch ein Spiel, dass ich recht gerne habe aber das den Weg auf den Tisch eine Weile nicht mehr gefunden hat. Ja, wenn man irgendwann mal Die Pranken des Löwen durchspielen oder eine ordentliche Rezension zu Eclipse schreiben will, nimmt das viel Zeit in Anspruch 🙂
Wir haben uns an diesem Abend langsam vorgetastet und nur mit dem ersten Modul der Erweiterung gespielt, dass Wein und den Quacksalber hinzugefügt hat.
Diese neuen Elemente fand ich schon ziemlich interessant und sie haben den üblichen Spielfluss gut aufgebrochen. Ich freu mich auf die nächsten Module…ich hab aber Angst wenn ich daran denke wie ich das restliche Material in einem 4 Spieler Spiel auf den Tisch bekomme 😀

Heckmeck am Bratwurmeck

Sommerzeit ist Heckmeck Zeit. Draußen sitzen und kein Windstoß zerstört hier was. Die möglichen Spielerzahlen sind hoch und die Verpackung klein. Es drängt sich schon fast als Urlaubsspiel auf und ist immer wieder gut.

Dominion Hinterland 2E – Vorschau #3

Heute geht es weiter mit der Vorschau

Der edle Räuber geht. Ersetzt wird er durch den Berserker. Der lässt uns eine günstigere Karte nehmen und hat einen Miliz Effekt…Zusätzlich darf man ihn sofort ausspielen, wenn man ihn nimmt und eine Aktionskarte im Spiel hat.

Blutzoll geht…das wundert niemandenl. Dafür bekommt man ein Silber mit Extrakauf das potentiell die Mitspieler verfluchen kann aber dafür muss man durch ein paar Reifen springen.

Interessanterweise geht die Seidenstraße. Sie kann aufgrund des Umfangs eines Upgrade Packs nicht durch eine Punktekarte ersetzt werden. Stattdessen gibt es Trail…Eine banale Karte die +1 Karte und +1 Aktion liefert.

Meinung: Fangen wir gleich mit der banalen Karte Trail an. Die Reaktion ist einfach aber so super. Wenn man die Karte nimmt, entsorgt oder abwirft darf man sie ausspielen. Den Unfug den man mit dieser Fähigkeit machen kann…schööön. Der Ruhestand des edlen Räubers tut mir auch nicht besonders weh. Es war eine Wall of Text, die man nicht lesen möchte. Cauldron ist irgendwie schon anders als Blutzoll. Theoretisch leert er auch den Fluchstapel aber eher unzuverlässig. Da werden eher Aktionskartenstapel leer werden denke ich. Alles in allem gefallen mir die Karten. Genug neue „Nehmen“ Trigger. Zusätzliche Filterkarten. Genau das was man in Hinterland haben will. Durch die neuen Karten sind es noch mehr Kombomöglichkeiten, da z.b. Trail und Berserker sofort gespielt werden können wenn man die Karte nimmt. Freut mich.