Zug um Zug Europa

Worum geht es?

Keine Ahnung … Echt nicht … Züge … Europa …Punkte… Tschutschu …

Was ist das Ziel?

Punkte. Um Punkte zu bekommen, beanspruchen wir Strecken auf dem Plan um unsere Streckenkarten zu erfüllen. Je nach Länge einer gesetzten Verbindung bekommt man sofort Punkte. Die längste zusammenhängende Verbindung bringt bei Spielende Punkte ebenso wie Bahnhöfe die man nicht verwendet hat

Warum macht das Spass?

Es ist ein außerordentlich einsteigerfreundliches Spiel wo man immer zwischen abwarten und riskieren abwägen muss. Wann beansprucht man ein Strecke und wo fängt man am besten an? Das Platzieren der Waggons macht auch immer wieder Spaß. Am Ende des Spiels kann man schön sein eigenes „Werk“ betrachten.

Besonderheiten

Zu Spielbeginn erhält jeder Spieler 4 Streckenkarten. 1 lange und 3 kurze Strecken. Mindestens 1 davon muss man behalten. Später kann man weitere Kurzstrecken nachziehen.
So eine Karte gibt immer an von wo nach wo man eine Verbindung aus Waggons der eigenen Farbe haben muss um sie zu erfüllen. Streckenkarten die man nicht erfüllt zählen bei Spielende denselben Wert als Minuspunkte.

Wie baut man jetzt diese Strecken? Dafür sammelt man Waggonkarten in 8 verschiedenen Farben. Zusätzlich gibt es die Lok die ein Farbenjoker ist. Welche Farbe man für eine Strecke benötigt ist am Spielplan ersichtlich. Will man z.B eine grüne Strecke bestehend aus 4 Karten bauen muss man in einem Zug genau 4 grüne Karten ablegen.
Zusätzlich zu normalen Strecken gibt es auch Tunnel … wo es nicht sicher ist wie viele Waggons man genau benötigt und Fähren für die definitiv eine Lok notwendig ist.

Jeder Spieler bekommt auch 3 Bahnhöfe. In jeder Stadt kann genau 1 Bahnhof stehen. Er dient dazu um genau eine an den Bahnhof angrenzende Strecke eines Mitspielers mit zu verwenden.

Einstieg & Wiedereinstieg

Regelumfang: Es gibt sehr wenige Regeln die eigentlich schnell erklärt sind.
Einarbeitungszeit: In der ersten Partie werden hin und wieder Fragen aufkommen. Vor allem „Wie funktionieren Tunnel genau“.

Preis/Leistung

Das Spiel kostet so ca 30€. Für das was man bekommt vollkommen angemessen. Die Kartenqualität ist gut, es gibt einen Haufen Waggons, die Illustrationen sind stimmig.

Meine Meinung

Was gefällt mir am Spiel nicht?

So wie beim ähnlich komplexen Carcassonne muss ich auch hier das Thema kritisieren, was ich sonst mittlerweile eher selten tue. Was mache ich und wieso? Ja keine Ahnung. Eigentlich will man ja seine Zugtickets erfüllen. Also nehme ich an ich als Spieler fahre in dem Zug. Aber warum kann ich dann in einem Zug in Spanien sein und nicht mal eine Minute später irgendwo in Osteuropa? Warum können die meisten Strecken auch nur von einer Person verwendet werden?

Was sind solala Punkte?

Der Punkt ist sehr persönlich und deswegen im neutralen Segment weil das Spiel eigentlich allen mit denen ich es gespielt habe, gut eher sogar sehr gut gefallen hat. Das waren vor allem Leute die eher selten Spiele spielen. Mir persönlich ist das Spiel auf Dauer zu statisch. Die Karte ist fix, was man macht ist fast immer dasselbe. Von den langen Streckenkarten gibt es 6 Stück. Davon hat man schnell alle gesehen. Es hat aber auch Vorteile. Mehr dazu später. Ich bin aber ein sehr großer Fan von Spielen die einem immer wieder Situationen vor die Füße schmeißen wo ich sagen kann: Ah das hab ich so noch nicht gesehen

Das Spiel hat einen recht hohen Managementaufwand für den Spieler der die Karten für die Auslage aufdeckt, weil die Auslage sofort aufgefüllt wird und nicht erst wenn der Zug beendet ist. Genauso wie das mischen des Ablagestapels. Das sollte man sehr gründlich machen, da man ja Karten einer Farbe ablegt. Deswegen mische ich ihn zwischendurch immer mal wieder. Vielleicht ärgert mich das auch nur deswegen weil eigentlich immer ich das mache.

Was gefällt mir?

Beginnen wir bei der grafischen Gestaltung. Ich finde den Spielplan richtig gut gelungen. Die einzelnen Kartenfarben haben zusätzliche Symbole und unterscheiden sich von der Waggonart sodass auch Personen mit Sehschwächen das Spiel spielen können.

Apropos Karten. Die sind irre simpel. Sogar simpler als bei einem Pokerdeck, weil es hier nur Farben gibt.

Dann wäre da die Haptik. Dinge auf einen Spielplan zu setzen hat was. Das fühlt sich immer gut an. Die Waggons bleiben auch da. Bei Spielende kann man schön betrachten was man in diesem Spiel gemacht hat … Da kann man sehr zufrieden sein … obwohl es eher evorkommen wird, dass man denkt: Da dieeeeese Ecke. Da war ich zu langsam …. daaaa sind mir die Waggons ausgegangen usw.

Heiter geht es weiter. Die Regeln sind simpel. Ja die Funktionsweise der Tunnel ist in jeder Partie mit Neulingen anfangs unklar aber kein Drama. Ich könnte auch das normale Zug um Zug vorstellen das ist von den Regeln klarer aber erstens kenne ich hier wenigstens die meisten Städte und zweitens:

Die kleinen zusätzlichen Mechanismen mit den Tunnels und den Bahnhöfen sind irre wichtig für das Spiel. Die Tunnel unterbrechen den normalen Spielfluss auf angenehme Art und Weise. Es ist erfrischend zwischendurch ein bisschen zu zocken. Das bringt etwas mehr Spannung ins Spiel.

Die Bahnhöfe… auch eine tolle Sache. Zug um Zug kann ein echt fieses Spiel sein. Man nimmt Karten die jemand anders will und baut Strecken die jemand anders braucht. Ob absichtlich oder unabsichtlich liegt an den Spielern. Bahnhöfe in Zug um Zug Europa entschärfen das und liefern eine interessante Entscheidung gratis dazu. Will man wirklich auf die Punkte durch den Bahnhof verzichten? Findet man vielleicht eine alternative Route?

Ich mag auch die Zockerelemente beim Ziehen der Karten, ob es jetzt der Waggonstapel oder der Streckenstapel ist. Das Spiel verleitet einen auch dazu vom verdeckten Waggonstapel zu ziehen, weil wenn man eine Lok aus der Auslage nimmt, darf man im Gegensatz zu sonst keine zweite Karte ziehen. Zieht man aber eine Lok direkt vom Nachziehstapel, darf man noch eine Karte nehmen.

Zieht man neue Streckenkarten nimmt man 3 und behält sich 1 – 3 Karten. Hier kann man echt Glück haben und zieht welche die man indirekt schon erfüllt hat oder aber man hat Pech und nicht mal eine ist irgendwo in der Nähe … da kann man sich schön über sich selbst ärgern. Hätte ich das früher gewusst hätte ich diese Strecke so gebaut …

Kommen wir zu den Vorteilen meiner Kritik aus den neutralen Punkten. Im Spiel selbst gibt es schnell nicht viel Neues zu entdecken.
Der Vorteil davon: Man ist schnell da angekommen wo es darum geht besser zu werden und man Feinheiten im Spiel erkennen kann, wenn man denn will. Schon nach ein paar Partien kann man anfangen zu optmieren, Routen umzuplanen, die Mitspieler zu analysieren und zu versuchen ihre Pläne zu durchkreuzen … oder man spiel spielt es gemütlich nebeneinander runter ohne auch nur an die Regeln zu denken. Hat beides seine Berechtigung.

Es ist auch ein Spiel das kaum Interaktion zwischen den Mitspielern hat aber man kann die Interaktion trotzdem permanent spüren. Eine witzige Mischung. Einerseits wäre es ja am logischsten dass man zuerst soviele Streckenkarten wie möglich sammelt um auf einmal alles der Reihe nach auf den Tisch zu knallen. Dumm nur, wenn ein Mitspieler schneller die Strecke setzt. Wann ist also der beste Zeitpunkt mit dem setzen anzufangen und wo fängt man an, damit es nicht gleich offensichtlich ist wo man hinwill. Je nach Mitspielern kann das fatal sein.

Der letzte Punkt vor dem Fazit. Das Spiel fühlt sich für die meisten vertraut an. Es ist wie ein Vertreter der Rommé Familie wo man Karten unterschiedlicher Art sammelt und ablegt, nur dass es hier ein Spielbrett dazu gibt…vereinfacht ausgedrückt.

Machen wir es kurz. Ich finde Zug um Zug Europa gut. Zugänglich und hat doch seine Feinheiten. Es ist nicht meine erste Wahl aber ich finde es auch nicht langweilig. Wirklich tolles Spiel um auch in moderne Gesellschaftsspiele einzusteigen.

Empfehlung

Die Frage ist wer ihr seid und wofür ihr das Spiel wollt, denn ich finde das geht hier ganz weit auseinander. Spielt ihr nicht so viel und seid eher mehr in den klassichen Spielen beheimatet und sucht etwas „frisches“, dann bitte schlagt zu. Man macht mit diesem Spiel eigentlich nichts falsch.

Kennt ihr schon mehr Spiele und habt aus irgendeinem Grund noch nie von diesem gehört, ist die Sache schon eine andere. Ich finde nämlich, dass es viele andere Spiele gibt die ähnlich sind aber mehr Fleisch auf den Rippen haben. Ja das ist meist mit etwas mehr Regelaufwand verbunden oder dass man z.B. Kartentexte lesen muss oder das das Spiel dynamischer ist, was aber für Spieler die ein paar Spiele auf dem Buckel haben kein Problem darstellen sollte.
Nicht falsch verstehen, unterhalten werdet ihr hier auch. Die Frage ist ob ihr langfristig nicht wo anders mehr unterhalten werden würdet.

Aber du hast es doch auch und bist ein erfahrener Spieler? Ich habs mir gekauft weil ich noch ein Spiel gesucht habe, dass ich mit der ganzen Familie dh auch meiner Nichtspieler Mutter und meiner Wenigspieler Frau spielen kann. Es hat ziemlich gut funktioniert. Alle sind zufrieden.
Werde ich es mit meinen erfahrenen Zockern spielen? Eher … nein. Für die habe ich etliche Spiele zu denen ich eher greifen würde.

Anhang

Eckdaten

Autor: Alan R. Moon
Illustrationen: Cyrille Daujean, Julienh Delval
Verlag: Days Of Wonder/ Asmodee (Verlagsseite)
Erscheinungsjahr: 2005
Spieleranzahl:  2  – 5
Dauer: irgendwas unter 1 Stunde
Schachtelgröße: 30 x 30 x 10
Preis: ca 30€

Aufbau

Spielfeldgröße: Spielbrett mit Kartenauslage 80 x 64 + ein bisschen Platz für die Figuren der Spieler
Aufbauzeit: ca 3 Minuten … geht recht zügig

Dog Deluxe / Rummikub Special Edition

Kurzrezensionen die nächste Runde. Diese mal mit zwei Urgesteinen. Coronebedingt kamen ja die komplexeren Spiele nur recht wenig auf den Tisch und deshalb gibt es zwei Kandidaten aus dem Wenigspieler Bereich. Was haben beide gemeinsam? Bekannten Vorgängerspielen wurde ein schöner Twist verpassst.

Dog Deluxe

Was ist das Ziel?

Ziel ist es vor dem anderen Team, alle eigenen Figuren im Ziel zu haben

Warum macht das Spass?

Teamwork, Teamwork, Teamwork und eine Portion Schadenfreude

Besonderheiten

Ganz einfach gesagt ist Dog und alle Vorgänger Tock, Tac und wie sie heißen eine Variante von Mensch ärgere dich nicht. Anstatt zu würfeln spielt man Karten aus und man spielt in Teams statt alleine.

Einstieg & Wiedereinstieg

Regelumfang: So ziemlich jeder kennt Mensch ärgere dich nicht. Ein paar Minuten Sonderkarten erklären und wie das mit den Teams funktioniert und fertig.

Preis/Leistung

Das Spiel kostet ca 25 – 30€. Ich habe extra zur Deluxe Edition gegriffen. Größere Figuren + Holz ist eben stabiler als die kleinen Pastikteile und macht wesentlich mehr her.

Meine Meinung

Was gefällt mir am Spiel nicht?

Obwohl die Frustmomente minimiert wurden, sind sie trotzdem manchmal da, wenn man in einer Runde gar nichts machen kann.

Was sind solala Punkte?

Es gibt schon Zeitpunkte im Spiel wo man einfach die Karten runterspielt ohne zu überlegen. Ein großer Hirnverzwirbler ist es nicht grade.

Im Spiel gibt es auch Varianten für 2,3 und 5 Spieler. Die hab ich nicht ausprobiert. Für mich liegt hier der Reiz im Teamspiel.

Was gefällt mir?

Wenn man über Dog redet muss man auch über Mensch ärgere dich nicht reden. Die Erfinder des ursprünglichen Spiels mussten echt frustriert über den Glücksfaktor von Mensch ärgere dich nicht gewesen sein, weil sie auf einfache Art Art versucht haben ihn rauszubekommen und haben dabei etwas Tolles geschaffen. Karten statt Würfel … Ich weiß irgendwann MUSS diese Karte im Stapel sein. Dann noch das Teamspiel. Der Spielpartner gibt einem eine seiner Karten zu Beginn, was auch Pech ausgleichen kann.

DAS … das ist das Schlüsselelement das den Reiz von Dog für mich ausmacht. Es fühlt sich so gut an wenn man dem Partner eine Spitzenkarte zustecken kann. Ja ok, mir selbst bleibt dann eher nur Murks übrig aber der Nina hilft das ungemein. 1…2…3…Teamspirit.
Oh und wie toll ist es erst, wenn man z.b. geglaubt hat in der Runde gar nichts machen zu können, weil man keine Figur auf dem Feld hat und dann kommt die rettende Karte…oder die passende Karte um ins Ziel zu kommen. So einfach bekommst du da ein „WIR“ Gefühl. Ich kenne andere Teamspiele…Stichspiele und Geschicklichkeitsspiele aber auch größere Strategietitel. Aber so simpel wie hier … da hast du eine Karte … bekommst du kaum wo das Gefühl von Zusammenarbeit mit dem Teampartner.

Material. Holz ist immer schöner als Plastik. Vor allem bei so einfachen Formen. Durch die Wahl, dass man sich das Spielfeld wie ein Puzzle zusammenbaut, spart das ganze auch Platz. Tac Bretter sind da um einiges teuerer. Das hat genau die Größe die es haben muss. Was gut für den Preis ist.

Abschließend … es ist irre simpel. Es baut auf einem bekannten Konzept auf aber durch die Twists ist es um so vieles mehr als Ätschi Bätsch ich hab Glück gehabt und ihr nicht. Keine Frage. Glück spielt noch immer eine Rolle aber man gewinnt oder verliert als Team. Man taktiert mehr, beglückwünscht sich zu einem guten Zug und verflucht gemeinsam das Kartenpech. Dadurch gibt das Spiel viel mehr als man auf den ersten Blick annehmen möchte.

Empfehlung

Dog ist zwar taktischer als Mensch ärgere dich nicht aber man darf sich keinen Illusionen hingeben. Obwohl man jetzt mehr überlegen muss bleibt es simpel. Dh. würde ich das Spiel mit meinen Hobbyspielern spielen die ansonsten Dominion, Race for the Galaxy oder Concordia rauf und runterspielen … eher nein … außer zur Entspannung.
Für Leute die wenig spielen und oft zu viert oder zu sechst sind empfehle ich es blind.

Anhang

Eckdaten


Verlag: Schmidt Spiele
Spieleranzahl: 2 – 6
Preis: ca 25 – 30€

Rummikub Special Edition

Hier kommt die Special Edition eines alten Spiel des Jahres Preisträgers

Was ist das Ziel?

Vor den Mitspielern alle eigenen Steine abzulegen.

Warum macht das Spass?

Die Steine greifen sich haptisch schön, da macht es auch Spass nur im Beutel herum zu wühlen. Je mehr Kombinationen auslegen desto mehr kann man sich hineindenken wie man wo etwas umordnen kann.

Eine Auslage

Besonderheiten

Rummikub ist eine Rommè Variante die mit Steinen gespielt wird. Ziel ist es noch immer Sets und Folgen auszulegen. Der Clou. Man darf die Steine aller Spieler neu anordnen und verwenden.

Einstieg & Wiedereinstieg

Regelumfang: Eigentlich waren das fast alle Regeln…achja eins hab ich vergessen…man zieht entweder einen Stein oder spielt beliebig viele aus … 🙂

Preis/Leistung

Das Spiel kostet um die 30€. Finde ich gerechtfertigt. In der Special Edition gibt es robuste Ständer für die Steine, die sind auch groß und die Zahlen sind ordentlich lesbar.

Meine Meinung

Was gefällt mir am Spiel nicht?

Grade bei 3 oder 4 Spielern kann es eine Weile dauern bis man wieder dran ist

Was sind solala Punkte?

Ja man kann mit Timer spielen und die „Profis“ machen das so. Ich finde das aber blöd.

Was gefällt mir?

Rummikub ist ein richtig nettes „Sonntag Nachmittag auf der Terrasse mit der besseren Hälfte“ -Spiel. Ob es jetzt sonnig oder verregnet ist. Wind ist dank der schweren Steine auch kein Thema. Ich habe es auch mit mehr als 2 Spielern ausprobiert aber da ist mir die Wartezeit zu lang. Timer will ich wie gesagt keinen verwenden, weil es für mich ein entspanntes Spiel ist. Das macht künstlich Zeitdruck. Deshalb kommt man eher nicht auf die angegebenen 20 Minuten.

Das interessanteste am Spiel ist ja, dass man die Kombinationen der anderen Spieler wiederverwenden, zerlegen und neu anordnen kann, solange am Ende eine gültige Kombo rauskommt und man mindestens einen neuen Stein eingebaut hat. Das ist der Dreh- und Angelpunkt aus dem sich die Entscheidungen ableiten.

Manchmal nimmt man Steine obwohl man schon ablegen könnte. Soll man ablegen? … damit kann man aber dem Mitspieler Optionen eröffnen die davor nicht da waren…aber zurückhalten? … wenn man das alles als Minuspunkte schreibt ist es auch bitter. Dieses Gefühl kennen einige sicher z.b. aus der Zug um Zug Reihe, wo es theoretisch auch am besten ist wenn man zuwartet aber man riskiert, dass andere davor ihre Strecken absichern oder einen blockieren.

Man versucht die Ideallösung für dieses Problem zu finden, was aber unmöglich ist, da man zu wenige Faktoren kennt. Deshalb geht man da mit Bauchgefühl ran, schaut sich die Steine an und überlegt verzweifelt ob man diese rote 8 nicht doch noch irgendwo einbauen kann…Nein… ich sehe nichts … Weiter … Zack … doch was übersehen.

Das Material gefällt mir auch. Davor hat sich meine bessere Hälfte eine Reiseversion vom Spiel gekauft (weil sie keine Ahnung hat was Spiele kosten)… die war ja ein ziemlicher Reinfall. Das machte gar keinen Spaß mit diesen Ministeinchen zu hantieren. Das hier ist was ganz anderes. Die Ständer sind keine wackeligen Konstrukte, die Steine fühlen sich gut an. Materialtechnisch gibt es nichts zu beanstanden.

Ich finde auch für ältere Personen oder Jüngere ist das Spiel etwas, da man nicht mit großen Kartenhänden hantieren muss. Die Steine legt man einfach ab und hat einfach den Überblick. Deshalb…für alle Altersgruppen gut geeignet.

Ich mag Rummikub in dieser Ausgabe. Material passt. Spiel passt auch. Vor allem wenn ich mit Wenigspielern spiele die, ähnlich wie bei Dog vorhin, eigentlich immer jammern, dass das alles so schwierig und kompliziert ist. Schöne Grüße an meine Mutter an dieser Stelle 😀
Ist es jetzt in meinen Top 10? Nein. Bin ich froh, dass ich es zu Hause hab … Ja…und wie. Der Dreh mit der gemeinsamen Auslage ist richtig, richtig stark und hat bis jetzt noch allen gefallen.

Empfehlung

Als ruhiges Spiel für den Feierabend / Wochenende mit Wenigspielern kann ich es empfehlen. Eine bekannte Kartenspielfamilie bekommt einen Twist, wodurch es sich ähnlich aber doch anders anfühlt. Wird man mit dem Spiel andere evangelisieren können … nein … aber wer Rommè, Jolly und co kennt wird hier überrascht werden.

Anhang

Eckdaten

Verlag: Piatnik
Spieleranzahl: 2 – 4
Dauer: je nachdem wie lange man überlegt. 🙂


Ein Fest für Odin + Erweiterungen

Auf geht’s tu den schweren Geschützen. Heute rezensiere ich Ein Fest für Odin + die Norweger Erweiterung + die 2 Mini Erweiterungen.

Worum geht es?

Wir begleiten unseren Wikingerstamm durch die Zeiten, häufen Reichtümer an, betreiben Viehzucht, bauen Häuser und Schiffe, besiedeln Inseln, schmieden Dinge … ja und was nicht noch alles

Was ist das Ziel?

Eigentlich Punkte … aber irgendwie ist man auch schon ziemlich zufrieden wenn einem das gelingt was man sich vorgenommen hat.

Warum macht das Spass?

Sagt euch der Begriff Sandbox-Games etwas. So etwas wie Korsaren der Karibik oder Xia-Legends of a Drift System. Da kann man verschiedenste Richtungen einschlagen. Ein Fest für Odin ist das für „Eurogames“. Mach worauf die Lust hast. Es ist ein Strategietitel deswegen ist es weniger chaotisch als z.B. bei den Korsaren, manche Sachen synergieren besser… wie zB. jagen mit Waffen macht mehr Sinn als jagen ohne Waffen und doch fühlt man sich … freier … als bei anderen Titeln dieser Art.

Besonderheiten

Jeder der Einsetzspiele kennt wird den großen Unterschied zu denen feststellen. Normalerweise hat man ja ein paar Orte … Hier … über 40 Aktionsmöglichkeiten und trotzdem ist das Tabelau sehr gut aufgebaut und nachvollziehbar.

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Spalten zeigen an wie viele Wikinger man an den Ort schicken muss. Zeilen gruppieren sie nach Funktion

Wie ich jetzt das Spiel kurz zusammenfassen soll, ist mir schleierhaft. Du bekommst durch Aktionen Warenplättchen in 4 Farben und unterschiedlichen Formen…die man grob gesagt in Lebensmittel und Waren unterteilen kann. Die Waren kommen auf das persönliche zentrale Tableau und stellen das Eigentum des Clans dar. Da spielt man dann Wikingertetris und erhöht das Einkommen oder bekommt Warenprämien. Lebensmittel braucht man vor allem um die Wikinger zu ernähren. Das Essen legt man auf die Festtafel und braucht soviel wie dort Platz ist. Wichtig. Da muss auf Abwechlsung geachtet werden. Auf Fleisch muss Gemüse folgen und Abwechslung wollen die Wikinger auch haben. Sehr anspruchsvolle Zeitgenossen.

Wenn man jagen oder plündern geht kommen die Würfel zum Einsatz. Man würfelt 3 Mal und kann das Ergebnis durch Abgabe von Waffenkarten oder Rohstoffen die man evtl. hat erhöhen. Beim Plündern darf man dann eine Ware mit den entsprechenden Wert aus der Auslage nehmen. Die haben unterschiedliche Formen als die normalen Waren. Alternativ kann man sie auch für Geld kaufen oder selbst schmieden. Da ist auch die englische Krone dabei die nochmal 2 Punkte extra bringt… die lässt sich nicht schmieden und ist auch unverkäuflich, da sind die Engländer konsequent.

Was bringen die Erweiterungen. Die große Norweger Erweiterung ändert den Spielplan vollkommen, bringt neue Tiere, einen persönlichen Handwerksschuppen, neue Beutegegenstände … und ein paar andere Dinge.
Eine Mini Erweiterung bringt neue Inseln … kann nicht schaden und die andere bringt neue Waren und ändert die Ernte von einer fixen Abfolge zu einer zufälligeren … Dafür darf man sich aber noch ein Bonusplättchen aussuchen und bekommt 1 Bonus wenn man eine Ernte hat und einen wenn sie ausfällt. Der reicht von Geld zu bestimmten Waren zu speziellen Waffenkarten oder Rohstoffen.

Einstieg & Wiedereinstieg

Regelumfang: Ähm … ja … da gibt es einiges. Die Anleitung ist auch super duper und selbst wenn man das Spiel eine Weile nicht mehr gespielt hat kommt man schnell wieder rein und schlägt einfach den Abschnitt an den man sich nicht erinnern kann nach.
Einarbeitungszeit: Man braucht anfangs bis man sich mal auf dem Tableau zurecht findet. 1-2 Einspielpartien sollte man einplanen.

Preis/Leistung

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Das Material … für bis zu 2 Spieler. Eine Box mit etwas Zeug habe ich wo anders verstaut.

Mit der großen und den beiden Mini-Erweiterungen kostet das dann so um die 100€. Dh. ein Spiel dass man sich nicht jeden Tag kauft und auch ein Spiel das definitiv nicht für alle Gruppen geeignet ist.

Meine Meinung

Was gefällt mir am Spiel nicht?

Der Aufbau dauert schon lange und braucht auch dementsprechend Platz.

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Die Solopartie startet.

Was sind solala Punkte?

Sowas wie eine Jokerregel wäre gut. Du kannst zwei Waffenkarten einer Art wie eine beliebige einer anderen abwerfen oder ein direkter Tausch mit Mitspielern. Sonst kann man mit viel Pech nicht das bekommen was man brauchen würde.

Was gefällt mir?

Ein Fest für Odin ist ein absolute geniales Spiel aber um es gleich vorweg zu nehmen: Ich habe es bislang nur Solo gespielt und ich habe auch keine Ambitionen es mit mehr Leuten zu spielen. Es ist so in richtiges … Sonntag Nachmittag. Die bessere Hälfte will sich irgendwas anschauen, interessiert mich nicht … ja da pack ich doch Ein Fest für Odin aus… Spiel
Wenn ich den Mehrwert von mehr als einem Spieler vergleiche mit der ansteigenden Spieldauer … wenn da alle so lang für ihren Zug brauchen wie ich … dann zahlt sich das für mich persönlich nicht aus.

Gut hätten wir das geklärt. Was finde ich toll? Da muss ich es mit anderen Spielen vergleiche. Wie z.B. Agricola. Das hab ich nicht wirklich oft gespielt aber ein paar Mal. Ich fand es gut aber irgendwie auch hart. Das passte zwar zur Geschichte aber traf nicht so ganz meinen Geschmack.

Hier hast du die Freiheit zu tun was du willst. Die Pflichtaufgabe Essen ranschaffen ist meistens einfach erledigt. In 4 der 7 Runden bekommst du eine automatische Gemüseernte in unterschiedlicher Höhe. Wenn dir dann noch wer am Markt eine Milch und ein Schnitzel in die Hand drückt passt das vielleicht schon. Man will aber trotzdem eher knapp kalkulieren, weil man die Plättchen lieber für was anderes verwenden will, das einem am Ende Punkte bringt.

Was das tolle an diesem Sandbox spielt ist, dass du so viele Möglichkeiten hast, dass du mit manchen Elementen das Spiels gar nicht interagieren wirst. Wer unterwegs ist andere Länder zu besiedeln wird nicht viel Zeit haben, Häuser zu bauen oder sich um die Viehzucht zu kümmern. Wenn man jetzt noch die 3 dicken Kartenstapel mit Ausbildungskarten hernimmt, ist keine Partie wie die andere.

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Ein Spiel endet und sieht so aus… hier hab ich viel geplündert, eine Schwertschmiede gehabt und ein weiteres Haus für Beute angelegt. Meine Drachenboote sieht man im Bild leider nicht.

Was die treibende Kraft des Spiels ist, ist dass es einen auf unterschiedlichen Ebenen anspricht und mit Abwechslung richtig gut arbeitet. Das verhindert, dass es sich monoton anfühlt und der Kopf nur mehr aus Zahlen besteht. Ich wette die meisten kennen solche Spiele die sich eher wie Arbeit anfühlen. Das ist hier anders obwohl es mit den 40+ Aktionsfeldern locker das Potential dazu hätte. Man jongliert mit ein paar Zahlen, dann nimmt man wieder die Tetristeile, jongliert wieder mit ein paar Zahlen, schaut auf die Kartenhand, puzzelt eine Weile und inzwischen wird gewürfelt. Dein Gehirn bekommt Abwechlsung und das braucht ein Spiel in dieser Größenordnung. In meinen ca 15 Partien dachte ich eigentlich immer: Was schon vorbei? Schade … Wäre es verrückt noch eine Partie dranzuhängen? Das bei einem Spiel mit ca 1 Stunde (solo wohlgemerkt) zu schaffen, ist schon eine Leistung.

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einmal kommt sowas raus, mit besiedelten Inseln, Handel und Jagd

Die Würfel. Einige habe in ihren Rezensionen darüber gemeckert. Ich finde sie grandios obwohl der Würfelmechanismus an sich nicht grade grandios ist. 1 Würfel mit 8 oder mit 12 Seiten. Bis zu 3 Mal darf man würfeln. Eigentlich simpel… ja genau … das ist es! Wenn der Würfelmechanismus komplexer wäre, würde er gar nicht ins Spiel passen. Jede der einzelnen Aktionen im Spiel ist für sich alleine gesehen einfach. Gib 1 Holz ab und nimm dir ein Fischerboot ist auch keine Raketenwissenschaft. Beim Würfeln hast du natürlich das Zockerelement dabei. Je nachdem ob du im Wald jagen, fischen oder Plündern gehst kannst du unterschiedliche Waffenkarten oder Rohstoffe abgeben um z.B. bei der Jagd das Ergebnis zu erreichen oder höhere Plünderwerte zu bekommen. Wann du das Risiko eingehst bleibt ganz dir überlassen.
Mir gefällt diese Pause für die grauen Zellen. Einfach nur ein paar mal würfeln. Da gibt es nichts zu optimieren. Entweder kommst du auf die Zahlen oder eben nicht. Es geht mehr in die emotionale Richtung. Positiv wie negativ. Da hab ich schon ordentlich geflucht…Ja die Würfel geben und die Würfel nehmen…
Ich mag das Würfeln auch vom Thema her. Es ist nicht so wie…da steht ein Baum … den hack ich um. Auf die Jagd zu gehen hat eben einen unsicheren Ausgang, ebenso wie wenn ich Plündern gehe.

Jetzt habe ich länger über das Würfeln geschrieben als ich eigentlich wollte. So könnte ich noch seitenweise weitermachen. Warum die Tierzucht super ist oder ich das Auswandern effizient finde oder dass man mit den Ausbildungskarten tolle Synergien und Sondereffekte bekommen KANN oder eben nicht und der Wiederspielreiz überhaupt sehr sehr groß ist.

Ich mag auch Wikingertetris. Du hast dieses Riesenbrett und kannst, im Gegensatz zum echten Tetris, anfangen wo du willst. Anfangs legt man nach irgendwie planlos hin, nur um dann über ungeschickt gelegte Teile zu stolpern…wo passt dieses Teil rein? Wer hat das da hingelegt … achja … ich…Sich selber eine Grube graben finde ich gut. Da würde man gerne eine Zeitmaschine besteigen und das vergangene ich kräftig durchschütteln.. Ist ja egal? Es ist so viel Platz? Reiß dich zusammen! … so halbernst.

Biegen wir langsam auf die Zielgerade ein. Das dürfte jetzt für jene interessant sein, die nicht Solo spielen wollen. In der Erweiterung haben sich noch etwas ganz schönes eingefügt. In der letzten Spalte gibt es dort tolle Felder die man mit 1 oder 2 Personen aktivieren kann aber die sind das letzte was du in deinem Zug machen kannst. Da kann ich mir schon vorstellen, dass das mehr Interaktion reinbringt. Ich glaub der Christian schielt auch auf die Elchjagd. Wenn ich dem zuvorkommen will, muss ich 2 einsetzen. Hier wird schön mit der „Angst“, dass man das nicht bekommt was man will, gespielt. Du kannst es früher haben, dafür verlierst du Effizienz, weil du dasselbe Feld auch nur mit einer Person haben könntest. Es stellt nicht nur die Frage, „willst du diese Aktion haben, sondern, willst du sie auch zu einem höheren Preis, der vielleicht gar nicht notwendig wäre, weil kein Mitspieler eigentlich das Feld will, haben.

Ich will es aber kurz machen (sagte er nach ~1500 Wörtern). Ein Fest für Odin ist für mich das beste Einsetzspiel ach was sag ich … eines der besten Spiele die ich kenne. Top 10 Material. Punkt.

Empfehlung

Wenn ihr euch dazu entschließt das Spiel zu kaufen würde ich auch gleich alle Erweiterungen mitnehmen. Zumindest die große Norweger Erweiterung. Es gibt zusätzliche interessante Felder, dann noch ein einzigartiger Handwerksschuppen, der einem zusätzliche Boni bringt und mehr Tiere. Normalerweise wäre das viel für so ein Spiel. Aber bei diesem freien Design dieses Spiels, fügt sich das nahtlos ein.

Anhang

Eckdaten

Autor: Uwe Rosenberg
Illustrationen: Dennis Lohausen
Verlag: Feuerland ( Verlagsseite)
Erscheinungsjahr: 2016
Spieleranzahl:  1  – 4
Dauer: ca 1 Stunde / Spieler
Schachtelgröße: 31,5 x 22,5 x 12,5
Preis: mit allem Drum und dran ca 100

Aufbau

Spielfeldgröße: Es braucht viel Platz. Richtig viel Platz. Solo spiele ich auf einem 160 x 80 Tisch. Dort geht es sich gut aus… Für 2 Spieler müsste ich ihn ausziehen.
Aufbauzeit: ca 10 Minuten