Korsaren der Karibik + Ruhmreiche See

Diese verdammte Gier.
Du gehst langsam durch die Mannschaftsräume. Musik und Gesang der Matrosen sind schon von Weitem hörbar. Seit Monaten seid ihr schon auf See unterwegs und hinter der SeaSpirit her.

Du betrittst den Mannschaftsraum. Es wird ruhig. Alle blicken dich mit einer Mischung aus Hoffnung und Angst an.

„Ay Käptn‘ ham wir die SeaSpirit schon gefunden“

Du schüttelst den Kopf.

„Ah verdammt. So schwer können sie doch nicht zu finden sein“

„Wieso müssen wir eigentlich unsere Freunde jagen Käptn?“

Es wird laut.

„RUHE. Wir werden die SeaSpirit finden. Freunde? Aye … Sie waren Freunde. Bis sie sich in Port Royal dafür entschieden haben uns und den König zu hintergehen. Diese Hunde. Vergesst nicht was sie seit dem getan haben. Sie terrorisieren die Händler in der Region, rauben und plündern was sie finden, haben ein Marineschiff versengt und haben alle Verfolger abgehängt!

Zustimmendes Rauen.

Wir sind die einzigen die ihnen im Weg stehen bevor  sich diese gierigen Geier ungestraft absetzen. Kann ich auf euch zählen Männer!“

„AAAAAYYE“

Plötzlich ertönt die Schiffsglocke.

„Schiff gesichtet“

„Worauf wartet ihr. Die Pause ist vorbei! AUF EURE POSTEN. Fürchtet keine Finsternis und habt keine Zweifel. FÜR GOTT, KÖNIG UND VATERLAND!“

„AAAAYE“

Die Männer stürmen auf ihre Posten während du langsam die Mannschaftsräume verlässt. Du denkst an das enorme Kopfgeld, dass auf die SeaSpirit ausgesetzt ist und ab den angenehmen Ruhestand den du dir dann leisten kannst….Kurz darauf verfluchst du diese Gedanken und empfindest Scham, für diesen Ruhm deine Freunde zu verraten. Doch diese Scham hält nicht lange an.

Diese verdammte Gier.

Eckdaten

Autor: Christian Marcussen; Kasper Aagaard
Illustrationen: Ben Nelson; Chris Quilliams
Verlag: ZMan Games im Vertrieb von Asmodee (Verlagsseite)
Erscheinungsjahr: 2016
Spieleranzahl: 2 – 4
Dauer: Pi Mal daumen 45 – 60 min pro Spieler
Schachtelgröße: 29,5cm x 29,5 cm x 7cm
Preis: ca 50-60 für das Grundspiel und 30 – 40 für die Erweiterung

Ausstattung

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Das Inlay des Grundspiels noch ohne die Erweiterung. Mit Erweiterung bekommt man kaum den Deckel zu.

Hunderte Karten, etliche Miniaturen, Pappzeug und ein großer Spielplan.

Grafische Gestaltung

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Also Teile wie die Karte gefallen mir ziemlich gut aber manche Kapitäne sehen seltsam aus.

Aufbau

Spielfeldgröße: also ~1m x 55cm für das Spielbrett und das Material (weniger ohne Erweiterung) und dann noch ca. 40cm x 17cm pro Spieler.
Aufbauzeit: ca 10min

Thema

Wir sind Kapitän eines Schiffes in der Karibik zur Blütezeit der Piraterie. Unser Ziel ist es der ruhmreichste Kapitän zu werden. Wie wir das machen bleibt uns überlassen.

Besonderheiten

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Unser Kapitän startet in Tortuga und ist Franzose. Er ist gut beim Manövrieren der Schiffe, Im Suchen und Einfluss nehmen solala und obwohl er ein Messer in der Hand hat sollte er eher den Nahkampf vermeiden.

Jeder Spieler startet mit einem Kapitän und hat die Wahl zwischen zwei Schiffen, die sich in ihren Werten unterscheiden.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Unser Tableau – Sieht etwas verwirrend aus aber es ist nicht so schlimm 🙂

Was ist das Ziel des Spiels?

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Die Auswahl der zwei Startschiffe

Wir wollen alle der berühmteste Kapitän in der Karibik werden. Dafür sammelt man Ruhm.

Gut …was kann man machen?

Man hat 3 grundlegende Aktionen. Bewegen. Man bewegt sich aus einem Hafen oder sofern man sich auf See befindet auf das nächste Feld. Ok.

Man kann suchen. So findet man eventuell auf See Schiffe von anderen Spielern oder neutralen KI Händlern, die als Plättchen in jedem Sektor exisitieren.

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Ok … und dann wäre da noch die Hafenaktion. Man kann Waren kaufen und verkaufen. Crew anheuern, sich Gerüchte anhören, Schiffe reparieren und und und.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Zwei Nahrung gibt’s auf dem Markt. Dh. auf Grund des vorhandenen Angebots sind sie günstiger. Jetzt wäre es nur gut, wenn in der Nähe ein Hafen wäre der eine Nachfrage nach Nahrung hat.

Findet man das Schiff eines anderen Spielers oder ein NSC Schiff. Dann kommt es zum Kampf. Man kann versuchen zu entkommen, mit den Kanonen draufballern oder Enterversuche starten. Der Verlierer des Kampfs ist seinen Kapitän los.

Wenn man neu startet bekommt man einen neuen Kapitän. Man behält prinzipiell nur das Geld dass man in seinem Sparschwein hat.

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Zu beginn jeder Runde wird eine Ereigniskarte aufgedeckt. Dadurch kommen Marineschiffe der 4 Fraktionen oder von Piraten ins Spiel, die einem das Leben schwer machen oder es kommt zum Krieg zwischen Fraktionen und und und.

Hat man mit gebunkertem Gold (maximal 5 Ruhm) und so gesammeltem Ruhm die 10 kann man das offenlegen und beendet das Spiel.

Elemente der Erweiterung

Marker

Ganz wichtig. Es gibt Marker für Heimathäfen, auftauchende NSC Schiffe und Aufträge. Superdupidu.

Schiffe

Es gibt eine Variante für die Galeone mit 1 Manövrierbarkeit und einen komplett neuen Schiffstyp – die Brigg. Sie ist ein recht flexibles Schiff, dass schon für 20 Gold gekauft werden kann aber im Gegenzug keinen Ruhmpunkt einbringt. Achja die NSC Piraten können auch ein größeres Schiff bekommen.

Karten, Karten, Karten

Es gibt 16 zusätzliche Ereignisse und die Anzahl der Gerüchte, Aufträge und Kapitäne wird verdoppelt.

Verbesserungen und Spezialwaffen

Es gibt zusätzliche Schiffsverbesserungen und Spezialwaffen….achja man kann jetzt auch mit zufälligen Verbesserungen für NSC Schiffe spielen.

Schmuggelwaren

Es gibt Schmuggelwaren, die in den Warenstapel gemischt werden. Man kann die entweder als normale Ware einlagern oder entscheidet sich für die Schmuggelware. Auf einem normalen Schiff hat 1 Platz. Die ist wesentlich mehr Geld wert und pro 2 Schmuggelwaren die man abgeliefert hat bekommt man  1 Ruhm. Aber sollte man von einem NSC Schiff mit einer Schmuggelware erwischt werden so muss man entweder die Schmuggelware abgeben oder man greift diese Nation an.

Spanische Schatzgaleone

Es gibt ein weiteres neutrales Schiff, dass zu Spielbeginn schon auf dem Feld ist. Die spanische Schatzgaleone. Immer wenn die sich bewegt sammelt sie Gold aus den Kolonien ein und man legt 5 Gold darauf.

Wind

Ja es gibt jetzt Wind durch den man sich schneller bewegt, wenn man mit dem Wind fährt…achja und eine Sturmwolke

Orte

Es gibt zusätzlich Ortsplättchen die man auslegen kann. Und auf diesen Orten gibt es weitere Aktionsmöglichkeiten und als Pirat kann man die auch überfallen (zum großen Teil)

Gefallen

Man kann im Hafen jetzt Leute bestechen um einen Gefallen zu bekommen oder man bekommt ihn durch Aufträge. Diesen Gefallen kann man dann ausgeben um Nicht-Kampfwürfe zu wiederholen.

Loyalität

Ja man muss seine Mannschaft nun auch bei Laune halten, sonst meutern sie irgendwann. Ist die Moral hoch, kann man seine Mannschaft überstrapazieren und 1 zusätzliche Aktion pro Zug machen.

Varianten

Eine handvoll Varianten rundet das ganze ab … ich hoffe ich hab nichts vergessen.

Einstieg & Wiedereinstieg

Regelumfang: Doch so an die 15 Seiten
Einarbeitungszeit: Es geht

Das Spiel ist in seiner Fülle nicht so einfach zu erklären. Ich habe oben wirklich nur Konzepte angeschnitten. Nicht weil es so kompliziert ist, sondern weil es viel ist. Es versucht eine offene Spielwelt zu simulieren, je detaillierter die Simulation desto mehr Regeln…ist ja logisch. Ich lasse beim Erklären den Kampf gegen andere Spieler und Marine schiffe komplett aus und betone nur, dass man dabei draufgehen kann und welche Werte wichtig sind.

Einige Elemente der Erweiterung kann man auch gleich mit reinmischen wie die Extra Kapitäne und co. … Die Marker sollte man gleich verwenden. Die anderen Dinge … hängt von euch ab

Preis/Leistung

Das Spiel kostet 50-60€. Dafür bekommt man auch eine ganze Menge an Zeug und die Qualität des Materials passt.

Die Erweiterung für 30 – 40€ fügt nochmal eine ganze Menge hinzu, sodass man die Box kaum zu bekommt. Also wenn man eine Runde für das Spiel hat, finde ich den Preis gerechtfertigt, weil keine Partie der anderen gleichen wird.

Meine Meinung

Ok … was kann negativ sein? Die Hafenaktion. Die kann unter Umständen ziemlich lange dauern. Es gibt zwar auf BGG eine Variante von einem der Autoren die sagt, dass man die Hafenaktion nur als letzte Aktion im Zug machen kann und die anderen derweil weitermachen aber irgendwie … das passt für mich nicht. Man muss halt damit leben ober hausregelt es sich selber zurecht.

Hier ist ein vielleicht negativer Punkt … Er zählt nur wenn man die Erweiterung nicht hat.: Die Übersicht kann ziemlich bald flöten gehen. Wo ist mein Heimathafen? Wo erscheinen bei Zugende Marineschiffe? Was gibt’s in der Region besonderes? Praktische Infos aber es sind keine Marker dabei. So vergisst man gerne Mal darauf aber es gibt auch eine einfache Abhilfe. Ein paar Meeple aus Carcassonne oder Siedlungen aus Catan usw. Selbiges gilt für die Aufträge. Die Karten auf das Spielfeld zu legen nimmt doch recht viel Platz weg und diesen Platz wird man brauchen.

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Neutrales: Es dauert dann doch recht lange. Von allen Spielen in meiner Sammlung hat es die längste Spieldauer und doch stört mich das nicht so, weil es kein anspruchsvolles Strategiespiel ist, wo mir stundenlang der Kopf raucht. Das Grundkonstrukt ist simpel, wenn man es mal verstanden hat. Ja es gibt genug Details, die ich nicht angesprochen habe aber selbst wenn man es nur einmal pro Jahr spielt, ist es mit den Regeln nicht so schlimm (denk ich mir). Man schlägt einfach kurz nach. Das Merkblatt für die Spieler ist gut gemacht und auch die Anleitung ist recht gut geschrieben. Bei 3 Stunden Spielzeit kommt es auf 2 Minuten auch nicht mehr an. Außerdem kann man so die Hafenphase eines anderern Spielers gut nutzen.

Letzter neutraler Punkt, den ich nur erwähnen will, weil es sich anbietet. Das Spiel setzt im Prinzip auf Mechaniken wie man sie aus einem Rollenspiel kennt. Der Kapitän hat gewisse Fähigkeiten und man versucht einen gewissen Erfolg dabei zu erzielen. Es ist aber kein Rollenspiel. Ein Rollenspiel bietet mehr Freiheiten. Hier habe ich eigentlich nur die Unterscheidung zwischen Erfolg und Misserfolg. Wenn ich z.B. versuche eine Gerücht aufzuschnappen, kann mir das gelingen oder eben nicht. Ich kann hier nicht aus Versehen eine Kneipenschlägerei anzetteln oder bekomm nicht nur ein Gerücht sondern auch ein Bier spendiert. Sowas in der Art. Das lässt sich aber mit Hausregeln beheben wenn man das denn will 🙂

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Dieser Hafen hat eine Nachfrage nach Holz. Hier Holz zu verkaufen bringt mehr Gold ein.

Positiv. Einen der größten Pluspunkte hau ich gleich als erstes raus, weil es irgendwie mit der Spieldauer zusammenhängt. Als ich überlegt habe ob ich mir das Spiel zulege, haben ein paar Leute in Foren als kürzere Alternative Black Fleet empfohlen. Das hab ich auch Mal besessen. Das Spiel ist ganz in Ordnung aber ein wichtiger Punkt wird übersehen.
Korsaren der Karibik lässt mir (entgegen seinem Namen) die Wahl ob und wann ich Pirat werde.
Das ist der essentielle Knackpunkt. Diese Wahl, die ICH treffe birgt eine Menge Konsequenzen. Das macht es meiner Meinung nach zu so einem guten „Piratenspiel“. Man fährt nicht wie ein Wilder in der Gegend herum und kapert gemütlich alles, ohne wirkliche Konsequenzen. Es ist so ein gutes Piratenspiel, weil man die Konsequenzen zu tragen hat. Man wird von der Marine gejagt, versucht von Versteck zu Versteck zu kommen, hofft auf gutes Wetter und freundlich gesinnte Mitspieler usw.
So kann es zu Partien kommen, in denen alle friedliche Händler sind und andere in denen links und rechts die Fetzen fliegen. Die Art wie sich das Spiel entwickelt hängt von den Mitspielern und was auf der Karte passiert ab.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Wenn man Ruhm erhält bekommt man auch eine entsprechende Karte. Das können Ereignisse oder Personen sein.

Ich mag das Element des Entdeckens. Zu Beginn weißt du nur, wo die Spieler starten und wo welche Waren gebraucht werden. Der Rest ist noch unbekannt. Welche neutralen Kauffahrer schippern wo herum? Wo kann ich welches Upgrade kaufen? Wann tauchen die ersten Marineschiffe auf? All diese Möglichkeiten…uuuuh.

Das Glückselement passt zur Stimmung. Mit Glück zerlegt das Handelsschiff die zwei Piraten oder einer bekommt günstig Waren die er für einen Haufen Zaster um die Ecke verscherbelt und sein Schiff quasi vergolden kann. Ein anderer fährt in einen Hafen ein in der im nächsten Zug ein Vulkan explodiert. Das passiert. Manche stört das aber ich finde das angebracht. Das sind die Dinge die einem im Gedächtnis bleiben. Irgendwie erinnert mich das an Catan. Da gabs eine Partie vor mittlerweile fast 10 Jahren. Dort hat ein läppisches 12er Erzfeld dreimal hintereinander produziert, wodurch einer dann seine Stadt bauen konnte und gewonnen hat. Bitte wie hoch sind die Chancen, dass sowas passiert. Sowas erlebt man wahrscheinlich nur einmal in seinem Leben. … Sowas bleibt im Gedächtnis. Womit wir zum Kampf kommen.

Viele moderne Spiele setzen Kämpfe anders um. Mit Karten und Spezialwürfeln und komplexeren Regeln. Wenn’s zum Spiel passt, ok aber hier? Ich versuch das Mal in einen verständlichen Kontext zu bringen:
Die Schlacht bei dein Thermophylen. Da kann man die Sicht haben wie in der Comic Verfilmung 300. Eine Handvoll halbnackter Spartaner hält heroisch die Position und stirbt am Ende gegen eine Übermacht. Eine Möglichkeit… oder man sieht sich das Ganze eher historisch an. Die Position war strategisch grandios, die persischen Pfeile waren kaum imstande die schweren Rüstungen der Griechen zu durchbrechen …fast so als ob man mit einem Stock auf eine Mauer eindrischt und achja … die Spartaner waren nicht allein und mM. das spektakulärste war, wie die Perser ihre Armee überhaupt dahin gebracht haben. Meine Frage: Was ist die epischere Geschichte?
Ziel ist es nicht der effizienteste und strategisch am besten positionierteste Kapitän zu werden… nein … wir wollen nichts geringeres als Legenden werden, denen der Ruhm bei den Ohren raustropft … ja im Prinzip gehört dazu Strategie, Intrige, Technologie, Schiffsbauweise, Ernährung der Matrosen und Windrichtung … aber damit sollen sich Historiker auseinander setzen. Unser interessiert die Geschichte wie der Schatz auf der Insel gefunden wurde oder man Waren an mehreren Marineschiffen vorbeigeschmuggelt hat oder die eine Schaluppe ein Kriegsschiff gekapert hat. Genau dafür sind Würfel die einfachste und beste Wahl. Das Ergebnis kann unerwartet sein. Das macht nichts. Füllt die Lücken einfach mit Fantasie. Das Glückselement passt einfach zum Ziel des Spiels.

Noch ein Punkt zum Kampf. Er kann eine ganze Weile dauern im Gegensatz zum Plündern der Kauffahrer aber ich finde, dass er diesen Platz braucht. In jeder Seeschlacht geht es immerhin um sehr viel und es ist ziemlich wahrscheinlich, dass einer der beiden Kapitäne das Zeitliche segnet. Da nur ein paar Karten umzudrehen würde, meiner Meinung nach, fehl am Platz wirken.

Ich mag das Chaos im Spielverlauf, weil es doch einen so starken Kontrast zu anderen Spielen in meiner Sammlung bildet. Viele Spiele haben einen gewissen Rhythmus. z.B. Dominion: Du baust dein Deck bis zu einem Punkt auf und springst dann auf den Kauf von Provinzen um.
Hier ist das nicht so. Natürlich läuten die Alarmglocken, wenn der 1. Spieler zum Pirat wird aber wann das der Fall ist, ist nur schwer vorherzusagen. Wenn dann noch Ereignisse wie Kriege oder auftauchende Marineschiffe hinzukommen, kann es sich in wenigen Zügen von „Alles ist friedlich“ zu „WIR WERDEN ALLE STERBEN!“ entwickeln. Das kann aber auch dazu führen, dass man die eine oder andere Partie hat die vor der Ziellinie eher mau ist, weil klar ist wer gewinnt und andere die wirklich mit einem Highlight enden. Das kennt man von anderen Spielen mit so einfachen Mechaniken auch wie Cosmic Encounter z.B.

Korsaren der Karibik ist ein „Event“ Spiel und schlägt für mich in eine Nische wie T.I.M.E Stories. Diese Abende plane ich eigentlich immer im voraus, weil sie anders funktionieren als ein normaler Spieleabend. Das Spiel ist schon aufgebaut (was viel Zeit spart), ich hab die Regeln nochmal gelesen, etwas Hintergrundmusik ist vorbereitet und die wichtigsten Dinge … ich lasse mir Zeit bei allem und ich spiele nicht „seriös“. Zwar irgendwie schon auf Sieg aber irgendwie auch nicht. Bei Korsaren der Karibik kann es sein, dass ich einen Umweg fahre nur um Christian zu ärgern, weil er das letzte Salzstangerl gegessen hat. Das würde ich sonst nicht machen (und auch nicht bei allen Spielern aber dazu wann anders mehr).

Kurz noch ein, zwei Sätze zur Erweiterung. Ein paar Module gehören für mich einfach zum Pflichtprogramm. Neben den Standarddingen wie – mehr Karten, Upgrades und Marker – wären das die spanische Schatzgaleone, die mit ihrem Reichtum den Spielern vor der Nase rumwedelt und die Schmuggelwaren, die den Handel wesentlich interessanter macht….Achja und Gefallen. Die sind sehr praktisch um Würfelpech entgegen zu wirken und sind ein schönes Storyelement.

Ist es perfekt? Nein. Es gibt noch Bereiche die man verbessern könnte. Ist es ein gutes Piratenspiel. Da könnt ihr verdammt noch mal euer Holzbein darauf verwetten. Wenn man mit den richtigen Erwartungen reingeht und nicht Agricola – Piraten Edition erwartet, ist es einfach toll. Es ist ziemlich weit oben in meinen Favoriten.

Gut +

Empfehlung

Für dieses Spiel braucht man Zeit. 1 Stunde pro Spieler ist eine gute Schätzung. Es kann auch schneller gehen, wenn es bei jemand sehr gut läuft aber davon würde ich nicht ausgehen. Es hängt aber auch davon ab ob man tatsächlich das Spielende voranbringt oder einfach nur Blödsinn macht.

Wenn ihr ein Spiel mit fein abgestimmten Mechaniken sucht, seid ihr hier auch falsch. Es ist hier klassisch. Würfeln und Karten mit Texten. Zufall sollte euch auch nicht stören. Es geht darum zu sehen wie sich diese offene Spielwelt entwickelt und nicht wie man seine Strategie optimiert.

Man kann viel im Spiel auch selber hausregeln wenn man mag. Dieser Sandkasten ist beliebig erweiterbar. Ich erlaube z.B. auch den Austausch von Waren, Gold und Gerüchten zwischen Spielern auf hoher See. Dazu muss der eine Spieler den anderen wie vor einem Kampf suchen. Dh. es wird gesucht und wenn das andere Schiff gefunden wird, geben die Spieler bekannt was sie machen. Nicht dass man permanent zu Verrat kommt aber es reicht schon, dass es die Möglichkeit gibt. Wenn es zum Verrat kommt, erhält dieser Spieler durch diese Aktion keinen Ruhm.

Werbeanzeigen

Keyforge: Ruf der Archonten – Starter Set

Die erste Rezension im neuen Jahr. Soviel kann ich sagen…es wird eine lange Rezension zu einem Spiel um dass man als Fan von Kartenspielen in allen Formen und Farben eigentlich nicht herumkommt … Keyforge.

Eckdaten

Autor: Richard Garfield
Illustrationen: Diverse
Verlag: Fantasy Flight im Vertrieb vom Asmodee (Verlagsseite)
Erscheinungsjahr: 2018
Spieleranzahl: 2
Dauer: 30 – 45min
Preis: ca 35 – 40€

Ausstattung

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Karten von guter Qualität, ein paar Marker und das wars.

Grafische Gestaltung

Sehr cartoonhaft und bunt.

Aufbau

Spielfeldgröße: sehr unterschiedlich … ein mittelgroßer Tisch. 6-7 normalgroße Karten breit. und ebenso ca 6-7 Karten tief.
Aufbauzeit: ca. 2 Minuten

Thema

Ja das gibt’s 🙂 Wird sind Archonten … irgendwie unsterbliche Wesen und dann ist da was mit einem Schmelztiegel wo mehrere Welten aufeinandertreffen. So irgendwie halt 🙂

Besonderheiten

In diesem Spiel treten 2 Spieler gegeneinander an. Ziel des Spiels ist es 3 Schlüssel zu schmieden. Um einen Schlüssel zu schmieden muss man 6 AEmber haben, wenn man der Zug beginnt.

Jedes Deck stellt einen Archon dar und besteht aus Karten die zu einem von 3 Häusern gehören. Im Spiel gibt es insgesamt 7 Häuser

Kartentypen. Es gibt Kreaturen. Die bleiben auf dem Feld und können andere Kreaturen angreifen und zum AEmber sammeln geschickt werden. Man spielt sie nebeneinander in einer Reihe aus. Manche Karten haben Einfluss auf benachbarte Kreaturen.

Aufwertungen mit denen man Kreaturen verstärken kann, Artefakte die auch auf dem Feld bleiben und Effekte haben und Aktionen, die nach dem Ausspielen auf dem Ablagestapel landen runden das ganze ab

Nun gut. Wenn man seinen Zug startet wählt man 1 Haus. Dann darf man Karten dieses Hauses verwenden. Sprich man spielt Karten aus, verwendet welche auf dem Feld oder darf sie ohne Effekt von der Hand abwerfen, falls sie nutzlos sind.

Dann aktiviert man alle erschöpften eigenen Karten.

Dann zieht man wieder auf 6 Karten und der Gegenspieler ist dran. Im Prinzip wars das. Sollte der Nachziehstapel leer werden mischt man einfach den Ablagestapel und legt ihn wieder hin…so einfach.

Ziel ist es Schlüssel zu schmieden. Immer wenn man zu Beginn des eigenen Zuges mindesten 6 AEmber hat, muss man 6 abgeben und einen Schlüssel schmieden. Man kann immer nur einen Schlüssel auf einmal schmieden. Wer zuerst 3 hat, hat gewonnen.

SAMSUNG CAMERA PICTURES
Ich hab 2 Schlüssel geschmiedet und 6 AEmber gesammelt. Wenn ich meinen nächsten Zug anfange darf ich den 3. Schlüssel schmieden und hab gewonnen

Einstieg & Wiedereinstieg

Regelumfang: Relativ kurze Schnellspielanleitung
Einarbeitungszeit: Man ist in den Schnellspielregeln sehr schnell drin, wenn man sowas wie Magic schon kennt. Das Starterset ist auch ziemlich einfach gehalten und da werden auch wenige Regelfragen auftreten…aaaaber…wenn man die Decks öffnet und weitere kauft kann es schon sein, dass man den einen oder anderen Stolperstein zu überwinden hat.

Preis/Leistung

Zuerst werde ich auf das Starterset eingehen und dann auf den Rest.

Das Starterset kostet so ca 35€. Manchmal mehr und manchmal weniger, aber ich nehme das Mal als Durchschnittswert. Hier hat man 2 Starterdecks die entgegen der Bezeichnung nicht schlecht sind. Ja sie sind recht einfach gehalten und die extravaganten Karten sind, aus offensichtlichen Gründen, nicht da aber das macht sie nicht schlecht. Außerdem spielen sie sich gut gegeneinander und haben unterschiedliche Herangehensweisen.
Zusätzlich sind hier noch zwei weitere Decks. Was da drin ist? Keine Ahnung. Ein paar Marker und extra Karten gibt’s dazu. Als Einsteiger in solche Duellspiele kann man sich nicht beklagen.

Wer aber schon Erfahrung hat, muss nicht unbedingt das Starterset kaufen. Ein einzelnes Deck kostet Pi mal Daumen 10€. Wenn du Freunde hast die das Spiel auch spielen wollen und ihr irgendwas anderes als Marker verwendet, braucht jeder nur so eines und es kann losgehen.

Meine Meinung – Keyforge Starter Set

Auch hier muss ich eine Unterscheidung zwischen dem Starterset und Keyforge an sich machen. Fangen wir mit dem Starterset an:

Kommen wir zu den negativen Dingen. Das „Drumherum“ der Schachtel. Das Inlay sieht ganz nett aus und ist aus robustem Karton aber eigentlich kann man es gleich wegwerfen. Achja … Nicht einmal ein kleines Beutelchen liegt bei, um wenigstens die Marker aufzubewahren. Nervig…einfach nur nervig.

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Einen negativen Punkt hab ich noch der auch zum Drumherum gehört. Die Anleitung ist nur eine Schnellspielanleitung. Keine Angst, damit kann man zwar gut losspielen aber der Teufel liegt wie immer im Detail. Die komplette Anleitung, wo alle Schlüsselwörter genau beschrieben sind usw. findet man Online.
Ich verstehe warum das so gelöst wurde. Falls eine neue Regelversion rauskommt (was bei TCG/LCGs immer der Fall ist), lädt man einfach ein neues PDF hoch, alle haben die aktuellste Version und die Welt ist wieder in Ordnung. Schön und gut aber wenn ich mit einem PDF oä arbeite, warum muss ich den umständlichen Weg über die Homepage gehen? Das ist für mich einfach nicht zeitgemäß. Viele werden sich die Master Vault App herunterladen. Mittlerweile sind die Regeln auch verlinkt (obwohl der Link nicht auf die deutschen Regeln geht). Ich hätte mir viel lieber gewünscht das ganze in der App zu haben. Dh. sowas wie ein Glossar. Man klickt auf ein Schlüsselwort und hat dort eine detaillierte Erklärung mit einem Beispiel…optimiert für die Darstellung auf einem Smartphone.
So hat man zwar den Link auf das aktuelle PDF aber ein A4 PDF auf einem Handy anzuschauen ist kann einen schon mal Geduld kosten.

Was ist solala? Es ist zwar nett, dass da +1 Stärke Karten dabei sind aber ich hätte nichts dagegen gehabt wenn da auch 1-2 +3 Stärke und 1 +5 Stärke oder welche mit +1 Rüstung dabei gewesen wären. Wenn ich an eine Kreatur 5 +1 Stärke Karten hänge, sieht das affig aus.

Positives am Starter Set? Wer nicht vorhat in Keyforge die Bäume auszureißen und gelegentlich ein paar Partien spielen wird, hat hier kein Geldgrab vor sich. Für einen gelegentlichen Spaß ist das Starterset und evtl. noch 1-2 Decks ausreichend, wenn überhaupt. Dazu gibt’s noch eine Schachtel die nicht zu groß aber auch nicht zu klein ist (es haben dann sogar noch ein paar Decks von irgendwelchen zu erwartenden Erweiterungen Platz). Vorausgesetzt man verabschiedet sich vom Inlay.

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Meine Meinung – Keyforge

Auch hier starten wir wieder mit den negativen Dingen. Die Packungen in denen die Einzeldecks drin sind, sehen zwar hübsch aus aber sie sind Mist, weil man sie nicht wieder verschließen kann. Ich glaub ich muss Fantasy Flight die Schachteln meiner alten Magic Decks schicken, da sieht man wie man das macht. Kurz. Man sollte sich sehr bald Gedanken über die Aufbewahrung der Decks machen.

Neutral. Die Decks sind wie schon oft erwähnt einzigartig und halb zufällig generiert. In der Werbung weist man oft darauf hin wie viele unterschiedliche Kombinationsmöglichkeiten es gibt. Diese Zahl halte ich nicht für haltbar. Ja…das mag die Anzahl aller Kombinationsmöglichkeiten sein aber nicht jede Kombination macht Sinn. Aber selbst wenn nur 1% davon Sinn macht ist es noch immer eine vollkommen irre Zahl, deswegen verzeihe ich diesen kleinen Zahlenmisthaufen.

Weiterer neutraler Punkt. Wie schon gesagt einzigartige Decks … Ich habe mit den 2 Starterdecks, 8 Stück. Eine Fraktion ist in 7 Decks enthalten! Nicht, dass ich die nicht mag. Ich find sie sogar super aber in jedem Deck brauch ich sie nicht. Die Karten sind zwar bis auf 1-2 Ausnahmen andere und nachdem was ich so in der Vault gesehen hab, gibt’s noch einige andere die ich gar nicht hab aber trotzdem… Jetzt muss ich eben schauen, dass ich die Decks eintausche, weil mehr Decks brauch ich wirklich nicht. Eigentlich wollte ich nur 6 Decks haben aber dann dachte ich mir: Irgendwann bekommst du schon andere Häuser auch … Na … eher net.
Was will ich damit sagen. Es ist eben Zufall was für Hauskonstellationen man bekommt. Wenn man was bestimmtes will, ist das nicht so einfach. Wie schon auf der Homepage gesagt wird: Versuche nicht, den Schmelztiegel an deine Bedürfnisse anzupassen. Lass ihn dich verändern. Das sollte man beherzigen.

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Pro Forma sag ich noch. Die Karten sind nicht alle auf einem Level. Manche sind stärker als andere. Das sollte ich bei einem Spiel mit hunderten Karten nicht dazu sagen müssen aber ich tu es trotzdem. 1. gewinnt eine einzelne Karte keine Partie, zweitens ist es vielleicht besser „schwächere“ Karten oft zu haben als eine Gute die man nie zieht und drittens gibt es die Mechanik mit den Ketten mit denen man nachbessern kann.

Letzter neutraler Punkt. Das Thema ist nicht so greifbar wie z.B. bei Magic, Android: Netrunner und Konsorten. Es stört mich aber nicht besonders, weil es was positives gibt, dass das überwiegt. Mehr dazu weiter unten.

Was gefällt mir am Spiel?

Ich hab ein Interview mit Richard Garfield zum Spiel gesehen, wo es darum ging was seine Motivation war. Es ging darum, dass bei Magic es im „Meta“ einfach Karten gibt die nicht zu gebrauchen sind, was schade ist. Jeder der Magic „Constructed“ gespielt hat weiß – jep – ooh ja …. Keyforge versucht dem entgegenzuwirken.

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Jedes Deck ist einzigartig mit einzigartigem Namen, der auch auf dem Kartenrücken vorhanden ist. Dabei ist es nicht zufällig generierter Blödsinn sondern es hat Sinn und Karten interagieren auf bestimmte Art miteinander. Wie genau das funktioniert? Keine Ahnung. Richard Garfield ist Dr. auf dem Gebiet der Kombinatorik. Ich glaub der weiß was er macht. Die Karten werden wahrscheinlich Kategorien zugeordnet und je nach Zusammensetzung ändert sich die Gewichtung für andere Karten … ich schweife ab …

Ich hab schon viele Spiele versucht die ähnlich wie Magic sind und die mit meinen Freunden zu Spielen die es nicht ganz so sehr interessiert. Zum Beispiel Ashes und Smash Up. Ersteres spiel ich nur ganz selten, weil da kein anderer wirklich tief drin steckt. Letzteres spiel ich nur mehr mit der Stammgruppe, weil es für Neulinge richtig schwer sein kann, wenn man die Fraktionen nicht kennt und einer ca 30 Fraktionen auf den Tisch packt. Keyforge könnte genau das besser machen und tatsächlich DAS Spiel im Genre für Gelegenheitsspieler sein, die nicht unbedingt so viel Zeit mit Planung verbringen wollen sondern sich auf das Spiel konzentrieren.

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Das Deck ist fixiert und kann nicht verändert werden. Ich schalte mal alle Scheinwerfer und Warnlichter ein und richte die Hinweisschilder aus, denn das ist der wichtigste Punkt! Was drin ist, ist drin. Gedanken die ich in ähnlichen Spielen habe wie „An der Stelle kann man noch schrauben“ oder „Gibt’s vielleicht eine Karte in einer Erweiterung die diesen Typ verbessert“ gibt es hier nicht. Es geht darum, dass eigene Deck besser zu verstehen.  Aber dann hat man doch nur wenige Entscheidungen?

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Hier kommt der nächste Punkt, der mir gut gefällt. Zu Beginn jedes Zuges trifft man eine wichtige Entscheidung. Welches Haus aktiviert man? Diese Entscheidung ist so elegant. Einfach zu verstehen und doch zeigt diese Wahl, ob man gut in Keyforge ist oder nicht. Es kann vorkommen, dass man Aktionen einer Fraktion auf der Hand aber Kreaturen anderer Fraktionen auf dem Feld hat. Wofür entscheidet man sich? Spielt man die Aktion, erntet man AEmber um dem nächsten Schlüssel näher zu kommen oder greift man mit den anderen Kreaturen den Mitspieler an.

Das greift wieder in den vorigen Punkt. Es geht darum das eigene Deck gut zu verstehen und um das Timing. Es geht nicht um Deckarchetypen und zu wissen, was grade im „Meta“ gespielt wird. Es gibt keine Online Foren wo über optimierten Decklisten gebrütet wird. Verstehe dein Deck und das des Mitspielers.

Den Kampf finde ich auch ganz interessant, weil die Positionierung der Einheiten für einige Decks wichtig ist. Das Element könnte so direkt aus Hearthstone sein (nur eben wichtiger als dort).

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Apropos Hearthstone. Ich mag die Optik des Spiels. Es sieht aus wie eine Mischung aus … eben … Hearthstone und Smash Up. Cartoonhaft aber auch nicht ganz so absurd wie teilweise bei Smash Up…Ja ihr Omas, Elvis Imitatoren und co ich meine euch.

Mir gefällt auch die Siegbedingung. Endlich mal so ein 1v1 Spiel wo mein Ziel nicht ist, mein Gegenüber aus den Latschen zu hauen. Diese Bedingung würde in diesem Spiel gar nicht funktionieren…zumindest wäre es langfristig nicht interessant, weil eben die Planung bei der Konstruktion des Decks verloren geht. Was mein ich damit? Manche Decks in Magic spielen sich quasi von alleine und man hat kaum wichtige Entscheidungen während des Spiels, dafür aber umso mehr bei der Planung. Welche Karten / welche Synergien / welche und wieviele Ressourcen…usw. Wenn die Teile gut ineinander greifen wirkt es wie … Magie (der musste sein).
Bei Keyforge muss man AEmber sammeln und dadurch ergeben sich viel mehr interessante taktische Entscheidungen, welche Karte man spielen will. Das erinnert mich an Klong!, das durch die 3. Ressource „Bewegung“ wesentlich interessanter ist als andere taktische Deckbauer.
Ja das Schlachtfeld mit einer Armee zu kontrollieren ist nicht schlecht aber auch eine Themenverfehlung wenn der Gegner derweil brav AEmber sammelt. Das ist das oberste Ziel und das geht auf vielfältige Weise. Durch das Ausspielen gewisser Karten, Einheiten zum Ernten schicken, vom Gegner klauen, vom Gegner erbeuten und verstecken und durch etliche Sondereffekte…Zack …schon sind wir wieder bei der Auswahl des Hauses zu Rundenbeginn.

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Was gefällt mir noch? Ich mag die App. Über einen QR Code kann man sein Deck scannen und hat dann die komplette Kartenliste zur Verfügung. Dh. ich muss nicht das Deck auspacken und nachsehen und was noch besser ist. Man kann alle registrierten Decks nach Namen suchen. Wenn du weißt wie das Deck deines Freundes heißt, gegen dass du immer verlierst, such es einfach (wenn er es registiert hat) und du kannst dich besser darauf einstellen, welche Asse er aus dem Ärmel zaubern könnte (gilt natürlich auch umgekehrt). Es ist noch ausbaufähig wie schon oben beschrieben aber es könnte ziemlich gut werden. Am Handy/Tablet meine komplette Sammlung zu haben ohne irgendwelche Ordner durchblättern zu müssen würde ich mir auch für andere Spiele wünschen. Für Ashes hab ich mir zum herumprobieren mit Deckideen eigene Karten gebastelt. Das sollte nicht notwendig sein. Ich will auf der Couch faulenzen und wenn ich spontan eine Idee zu einem Deck habe, Handy raus…herumprobieren und anschauen ob das Ergebnis gut aussieht. Das betrifft Keyforge nicht wirklich aber ich wollte es nur gesagt haben. Wie ich im Play Store gesehen hab gibt es für das Arkham Horror LCG sowas in der Art als Beta. Sowas will ich sehen.

Was finde ich noch gut? Wenn du zu einem Keyforge Event als Gelegenheitsspieler gehst ist das alles ziemlich gechillt. Natürlich hilft es, wenn du ein paar Decks gesehen hast aber wenn nicht ist es auch kein Beinbruch. Es gibt z.B. Sealed Events. Da kauft jeder ein Deck und muss mit dem gegen andere spielen. In dem Video der Entwickler hab ich gelesen, dass man wenn man bei Events gewinnt der gespielte Archon an Stärke gewinnt…die verliert er auch nicht. So kann man z.B. sagen, dass bei bestimmten Events nur Archons bis bzw. ab einem bestimmten Level zugelassen sind. So werden überdurchschnittlich starke Decks nicht gegen schwächere antreten. Tolle Sache. Ich stell mir vor, dass man dann wie ein Coach ist der seine Sportler managt 🙂

Apropos Gelegenheitsspieler. Ich glaube, dass das was im Hintergrund abläuft anders ist als bei anderen Spielen dieser Art. Da gibt es einige die wirklich dutzende Decks gekauft haben und ich frage mich nur … wozu? Bei Magic war es normal ein ganzes Boosterdisplay zu kaufen. Ich sehe nicht was das bei Keyforge bringen soll. Ich glaube auf Biegen und Brechen hier eine bestimmte Kombination haben zu wollen ist ein unsinniges oder sehr teures Unterfangen. Das heißt nicht, dass ich mir nicht irgendwann wieder ein neues Deck kaufen werde…warum? Es ist nicht die Gier etwas Bestimmtes haben zu wollen (damit hab ich abgeschlossen), sondern die Neugier was denn dieses Mal drin ist. eine Coole Kombo, endlich ein Deck dass Archivieren oft einsetzt, ein total bescheuerter Name für den Archon oder wie die Figur auf dem Kartenrücken aussieht. Ich glaube, dass das der einzig sinnvolle Motor dieses Spiels ist. Wenn in meiner Nähe ein Turnier stattfindet werde ich teilnehmen. Nicht weil ich gewinnen will … blablabla Championship…blablalba Preisgeld sondern weil ich sehen will, was die anderen so für Decks haben…und weil ich bessere Marker will 😉

Obwohl das Thema des Spieles auf der Strecke bleibt – bleibt es das nicht. Der Archon … das Deck selbst ist das Thema. Nicht ich als Besitzer des Decks bin allmächtig und bastele mir mein Frankenstein Deck aus unterschiedlichsten Dingen zusammen die tolle Synergien haben und optimiere meinen Rot/Grün Gruul Archetyp. Der Archon ist eben wie er ist. Manches kann er gut, manches schlecht. Verdammt er/sie hat sogar einen einzigartigen Namen. Selbst wenn ich Decks habe die sich von den Fraktionen und sogar der Grundhaltung her ähneln, sind sie eben nicht gleich. Ein Deck räumt eben das ganze Spielfeld ab, während das andere mit einem ähnlichen Einheitenspektrum auf Heilung, Rüstung und Betäubungseffekte setzt.

Apropos Decks. Hier ein kleiner Querschnitt von Decks die ich  habe. Eines setzt auf viele kleine hinterhältige Viecher und recycelt sie immer, eines setzt auf eine starke Hand und kann richtig mächtige Züge hinlegen, eines hat viele mittelgroße Kreaturen die besonders gut darin sind Massen an Kleingetier links und rechts niederzumähen aber vorsichtig bei den großen sein muss. Ein anderes ist recht wackelig aber wenn die richtigen Artefakte draußen sind geht es ziemlich ab. Ein Deck hat nur sehr wenige starke Kreaturen und setzt auf Kontrolleffekte. Ein anderes, ebenso mit großen Kreaturen ist hier weniger subtil.

Bringen wir diese doch recht lange Rezension zu einem Ende.

Keyforge ist ein gutes Spiel und die Zeit wird zeigen, wie es sich entwickelt. Aber selbst wenn es so bleibt wie es ist, kann man sich über das Endprodukt eigentlich nicht beschweren.

Empfehlung

Wer Interesse an Keyforge hat sollte es sich einfach anschauen. Es gibt kaum ein anderes Spiel in dem Genre mit so niedriger Einstiegshürde. Besorgt euch ein Deck (kostet 10€) lest auch die Regeln online durch (oder schaut euch ein Video an) und es kann schon losgehen.

Wer komplett neu in dem Genre ist, sollte meiner Meinung nach, in das Starter Set investieren. Wenn man immer mit derselben Person spielt kann man sich auch hier die Kosten teilen. Das sind nicht mal 20€ und ist auch vollkommen vertretbar.

Top 10+10 Update #2 2019

Heute geht es mit der zweiten Top10 Liste weiter. Hier der Link zum Beitrag von letzter Woche. Dieses Mal mit den Spielen wo Erweiterungen für mich Pflicht sind. Dieses Jahr ist nicht viel passiert.

Knapp daneben

Knapp an der Top10 kratzen:

Alhambra

Wie auch letztes Jahr kann ich es nicht ganz nach oben setzen. Ich spiel es immer wieder gerne und hab auch Lust dazu aber ich habe das Gefühl zu viele Module zu haben. Es ist schon ein paar Mal passiert, dass ich mir im Vorfeld eines Spieleabends gedacht hab… Ja Alhambra wär mal wieder gut. Welche Module nehm ich…mich dann nicht entscheiden konnte und was anderes gespielt hab.

Carcassonne

Jo … Ich hab schon letzte Woche was bei Lost Cities dazu gesagt. Das trifft teilweise hier auch zu und teilweise das was ich bei Alhambra geschrieben hab. Man könnte immer mit den gleichen Modulen spielen aber das will man auch nicht, weil warum hat man sie sonst und bevor ich lange überlege hol ich doch Azul raus

King of Tokyo

Ich mag es noch immer sehr aber im Vergleich zu anderen Spielen ist es dieses Jahr etwas zurück gefallen. Andere Spiele mit ähnlicher Dauer sind derzeit einfach höher im Kurs.

Neuzugänge

Cosmic Encounter

Da hat ein Spiel wohl die Liste gewechselt. Na sowas. Ja was soll ich sagen. Ohne den Belohnungsstapel aus Kosmischer Angriff und Kosmische Herrschaft will ich mittlerweile nicht mehr spielen.

SAMSUNG CAMERA PICTURES

 

Korsaren der Karibik

Ein Sandkastenspiel in der Karibik. Wir landen hier mit unserem Schiff in der Karibik und können uns als Pirat, Händler, Kopfgeldjäger, Mietheld, Schmuggler und ein großes Mischmasch davon versuchen. Richtig gut. Aber ich finde die Erweiterung Ruhmreiche See gehört dazu. Einfach mehr Zeug dass einem in der Karibik passieren kann und zusätzlich ein paar Dinge die die Übersichtlichkeit im Vergleich mit dem Grundspiel verbessern

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Stammensemble

Arkham Horror: Das Kartenspiel

In den letzten Monaten hab ich’s seltener gespielt, weil ich Solo die ersten beiden Zyklen durch hab. Zyklus 3 und den angekündigten 4. lass ich solange aus, bis ich mit der kooperativen Gruppe aufgeschlossen hab 🙂
Was vom Spiel hat mir bisher am besten gefallen? Ich finde Carcosa schon interessanter als Dunwich. Die erste der  Rückkehr zu Boxen gefällt mir auch sehr gut. In der ersten wird die Kampagne des Grundspiels aufgemotzt und abwechslungsreicher gemacht. Was auch nicht zu verachten ist, ist dass man diese Box als Aufbewahrung für Szenariokarten verwenden kann. Ich hab in der Box alle Karten des Mythos Decks und solche die die Spieler bekommen können gesleevt und die normalen Szenariokarten. Alles passt wunderbar rein und braucht nur einen Bruchteil der Schachtel (die wird man dann sicher mit den Zyklen ausfüllen). Die Spielerkarten habe ich sowieso in einem Ordner.

Catan

Ist noch immer hoch im Kurs. Ich konnte es dieses Jahr ein paar Neulingen erklären (dass ich eigentlich im Bekanntenkreis noch immer Neulinge hab…), die alle sehr vom Spiel angetan waren. persönlich spiel ja sehr selten mit den großen Erweiterungen sondern halte mich eher an Mini Erweiterungen wie die Helfer von Catan, Hafenmeister oder das beste Freunde Szenario. Siegpunkte lass ich trotzdem bei 10. So verändert sich die Spieldauer nicht wirklich aber man hat mehr Optionen. Seit kurzem hab ich auch noch die ziemlich guten Viking Figuren also kann es gerne wieder losgehen mit der Siedelei.

Dominion

Grandioses Strategiespiel. Das Spielprinzip ist einfach zu erlernen hat aber einiges an Tiefe. Ja es gibt viele Erweiterungen und nein man braucht definitiv nicht alle aber dafür hab ich dieses Jahr einen Guide geschrieben (den ich mal aktualisieren sollte).  Es ist im Prinzip ein sehr variables Puzzle mit etwas Interaktion und einem Wettrennaspekt. Was sind meine Lieblingserweiterungen: Da hat sich nicht viel getan. Empires ist ganz klar vorne. Mehr indirekte Interaktion, Abwechslung mit Landmarken, mehr Möglichkeiten Punkte zu machen, Ereignissen und auf der anspruchsvollen Seite. Nach Partien in dreistelliger Höhe schadet das nicht. Dahinter wird es schwierig.

Kingdom Builder

Kingdom Builder ist Dominion als Brettspiel aber zugänglicher. Dieses Jahr war es die 1. Wahl wenn ich mit meinem Vater gespielt habe. Er ist nicht unbedingt ein Fan davon jede Woche ein neues Spiel zu lernen und KB hat aber genug Abwechlsung um immer was Neues zu bieten und ist auch für Gelegenheitsspieler leicht zu spielen. Eine Zweierpartie geht auch richtig flott und ist in unter einer halben Stunde gespielt. Da legt man gerne noch 2-3 Partien nach. Lieblingserweiterung: Crossroads. Obwohl die Kingdom Builder Karten aus Marshlands richtig gut sind. Harvest hätte auch welche aber die Erweiterung hab ich nicht.

Port Royal

Sehr schönes interaktives Zockerspiel mit mehr Tiefgang als man glaubt. Die Erweiterung Ein Auftrag geht noch ist für mich Pflicht. Nicht weil man es kooperativ spielen kann, das ist mir bei Port Royal egal, sondern weil es mehr interaktive Personen und die Aufträge hat.

T.I.M.E Stories

Tolles Spiel aber meine Einstellung zu einigen Dingen hat sich verändert. War ich früher der Meinung, dass ich mehr von einer übergreifenden Story will, bin ich jetzt anderer Ansicht. Gebt mir einfach gute Episoden und gut ist…und das machen sie. Jeder Fall ist anders. Hier nochmal der Link zu meinem spoilerfreien Überblick über die ersten 5 Fälle. Mein Überblick über die nächsten 5 Fälle kommt hoffentlich auch bald aber dafür muss das Hadal Projekt erst erschienen 🙂

Viticulture

Tuscany ist endlich auf deutsch da… Na bitte. Überraschend thematisches Strategiespiel mit toller Optik. Tuscany liefert für mich noch die richtigen Drehs an den richtigen Stellen.

Abgänge

Cyclades

Schönes Spiel aber was „Dudes on a Map“ Spiele angeht liegt es gleichauf mit Wikinger 878. Cyclades ist cleverer was die Mechanik angeht und passt sich gut an die Spieleranzahl an aber Wikinger 878 hat den wirklich unterhaltsamen Teammodus. Bis mein innerer Konflikt ausgefochten wurde landet keins auf einer Liste. Mal schauen wie es nächstes Jahr aussieht.