Junta – Las Cartas

Das Leben als Junta Mitglied ist nicht so leicht wie man es sich vorstellt. Es sind wichtige Entscheidungen zu treffen. Reicht das angebotene Geld des Präsidenten aus um das neue Segelboot zu kaufen oder ist es zu wenig? „Wenn es keine 20 Meter lang ist, brauchst du nicht nach Hause kommen, Pedro!“ hat seine Frau noch gesagt. Was! Nur 1 Million Pesos? Das ist eine Unverschämtheit! Was wird Maria sagen? …ohoh …  Da hilft nur eines: Viva la Revolucion!

Eckdaten

Autor: Johannes Krenner, Christoph Reiser, Sebastian Resl
Illustrationen: Claus Stephan, Anna Kersten
Verlag: Pegasus Spiele (Verlagsseite)
Erscheinungsjahr: 2016
Spieleranzahl: 3 – 6
Dauer: ca. 60 min
Schachtelgröße: 13cm x 18cm x 14,3 cm
Preis: ca. 10€

Ausstattung

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Ausstattung

Das Spiel besteht ausschließlich aus Karten. Diese sind von gewohnt guter Qualität

Grafische Gestaltung

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Was soll ich sagen. Die grafische Gestaltung ist teilweise echt komisch und wirklich gelungen. Ich glaube so gut wie jede Gruppierung in dieser Bananenrepublik bekommt ihr Fett weg. Dabei ist es aber nicht zu übertrieben.

Die Ikonographie auf den Karten ist auch ziemlich eindeutig. Keine Beschwerden meinerseits

Aufbau

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Spielaufbau für vier Spieler

Spielfeldgröße: sehr flexibel. Jeder braucht Platz für ein paar Karten.
Aufbauzeit:Karten mischen und austeilen.

Thema

Wir sind alle Mitglieder einer „Regierung“ die durch einen Putsch oä an die Macht gekommen ist und nun „legitim“ regiert. Einer aus unserer Mitte ist der Präsident. Dieser hat die verantwortungsvolle Aufgabe den „Haushalt“ zu planen. Das trifft natürlich nicht immer auf das Wohlwollen seiner Mitkollegen. Also kommt es gerne mal zum Putsch gegen den aktiven Präsidenten.

Besonderheiten

Ein Spieler ist jede Runde Präsident. Seine Aufgabe ist es den Haushalt zu planen. Dazu zieht er Geldkarten mit einem Wert 1,2,3, oder 4 Millionen Pesos. Einen bestimmten Wert davon verspricht er verdeckt jedem Mitspieler. Sich selbst sollte man natürlich nicht vergessen. Dabei muss man nicht die Wahrheit über den Etat dieser Runde oder wieviel man wem versprochen hat sagen. Jeder Spieler darf sich aber seine versprochene Karte anschauen. Ziel ist es das versprochene Geld seinem Mittelsmann zu übergeben. In der nächsten Runde zahlt der das auf ein Schweizer Bankkonto ein.
Jetzt spielen die Spieler reihum Karten von der Hand bis jeder zwei gespielt hat. Insgesamt gibt es drei Arten von Karten.

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Die Drei Kartenarten

Gebäude (orange) und Einflusskarten (gelb) haben einen Stimm- und einen Kampfwert. Mit dem Stimmwert kann man für oder gegen den Haushalt stimmen. Der Kampfwert (Bombe) wird für einen Putsch benötigt.

Gebäude bleiben permanent auf dem Spielplan. Einflusskarten bekommt man nach einer runde auf die Hand und blau Interventionen haben einen einmaligen Effekt.

Wer gegen den Haushalt stimmt, zeigt das durch gedrehte Karten an. Ja … jetzt schaut man ob die Mehrheit der Stimmen für oder gegen den Haushalt gestimmt hat. Ist die Mehrheit dafür – kein Problem. Das Geld das einem versprochen wurde legt man auf den Mittelsmann. Das Geld das dort lag, zahlt man auf das Konto ein. Jetzt sind das fixe Punkte.

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Präsident und Rebellenführer kämpfen um die Macht im Land

Wenn dem Haushalt nicht zugestimmt wird, wirds interessant. Der Spieler der mit den meisten Stimmen gegen den Haushalt gestimmt hat wird Rebellenführer.

Jetzt spielt jeder Spieler Politikarten verdeckt von seiner Hand aus und legt seine Revolutionskarte dazu um zu signalisieren ob der Präsident oder der Rebellenführer unterstützt wird. Hier überprüft man, wer die Mehrheit bei den Kampfwerten vorweist.

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Der Anführer der Siegerseite wird neuer Präsident. Alle Anhänger der Siegerseite dürfen ihr Geld einzahlen. Die Verliererseite verliert das Geld beim Mittelsmann und ihr versprochenes Geld wird unter den Siegern neu aufgeteilt. Das läuft solange bis bei Rundenbeginn nicht mehr genug Geld da ist.

 

Einstieg & Wiedereinstieg

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Es gibt doppelseitige Üersichtskarten

Regelumfang: Anfangs hört es sich komplizierter an als es tatsächlich ist.
Einarbeitungszeit: Nach dem ersten Putsch sollte man ein ein paar „aaaahs“ hören 🙂

Preis/Leistung

Das Spiel ist derzeit für ca 10€ zu haben. Die Karten im Deck sind sehr unterschiedlich und die Verteilung der Karten kann ausgesprochen wichtig sein. Wenn man diese Art von Spielen mag, rentiert es sich auf alle Fälle

Meine Meinung

Beginnen wir gleich mal mit den negativen Punkten. In einer Runde hat das Intrigieren überhaupt keinen Spaß gemacht. Da wurde recht defensiv gespielt und es hat sich gezogen wie ein Kaugummi. Es wurde so … ernst … gespielt. Man hat andauernd versucht zu Optimieren, was für mich nicht so ganz zum Geist des Spieles passt.

Ein neutraler Punkt ist für mich die Spielerzahl. Zu dritt fand ich es … naja … Zu 5. habe ich es nicht gespielt. Ich denke aber, dass der Unterschied hier nicht mehr allzu groß ist. zu 6. war es einfach ein echt lustiger Abend.

Was hat mir gut gefallen? Die Grundregeln des Spieles sind einfach. Geld verteilen, Karten spielen und schauen ob geputscht wird. Dann eventuell wieder Karten spielen. Geld einzahlen. Simpel. Das gefällt mir sehr gut. Man verschwendet nicht viele Gedanken an Regeln sondern kann den Rest des Spieles genießen. Das wiederum zieht seinen Reiz aus dem Thema. Das ist den Autoren voll und ganz gelungen. Alle Spielelemente sind darauf ausgerichtet. Dabei wird Spielbalance komplett über Bord geschmissen. Manche Karten sind schlichtweg besser als die anderen. Da man meistens die Einflusskarten wieder auf die Hand nimmt, weiß man wen man besser versuchen sollte ins eigene Boot zu zerren. Es macht einfach Sinn.

Die Rolle des Präsidenten hat mir am Besten gefallen. Besonders wichtig ist das Verteilen der Geldkarten zu Rundenbeginn. Wie hoch lüge ich das aktuelle Haushaltsbudget. Was sage ich warum ich wem wieviele gebe? Wieviel gebe ich wirklich her. Da steckt man einem potentiellen Verbündeten schon Mal mehr Geld zu. Der sieht sich die Karte an. Man wirft ihm noch einmal einen kurzen Blick zu – und wird prompt unterbrochen – weil man es nicht unauffällig genug gemacht hat 🙂

Besonders viel Spaß macht es in der großen Runde. Die Mitspieler kamen auch gut in das Thema des Spieles hinein. Da steigert man sich schon Mal in eine kurze Rede mit spanischem Akzent rein (ich weiß – klischeehaft – aber zum Spiel passend *gg*)  … Geputscht wurde oft … aber das ist auch vollkommen verständlich. Dadurch dass man bei einem Putsch das Geld der Verlierer untereinander aufteilt, ist die mögliche Belohnung um einiges größer, natürlich auch das Risiko aber no risk no fun. So sucht man eher einen Grund, Streit anzuzetteln… Ja. Irgendwann hatte dann jemand gewonnen.
Wer war eigentlich egal – REVANCHE!

Gut

Empfehlung

Alle Spieler die am liebsten defensiv und eher unbehelligt von den anderen spielen wollen, sollten einen großen Bogen um Junta – Las Cartas machen.

Wer einfache Regeln, direkte Interaktion, viel Gerede am Tisch und dieses Bananenrepublik Thema mag, kann mit diesem Spiel nichts falsch  machen.

Vielen Dank an Pegasus für das Rezensionsexemplar!

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Ein Gedanke zu “Junta – Las Cartas

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